Mai – endlich (fast) vorbei

Noch nie war ich so froh, das ein Mai zu Ende geht, wie in diesem Jahr.

Pünktlich am 1. Mai wurde ich krank und erst seit gestern fühle ich mich wieder richtig gesund. Ich bin wieder da – die Kraft kommt zurück, der Kopf funktioniert wieder gut (also zumindest so wie vorher), ich kann tief einatmen und muss nicht mehr Husten….der Körper funktioniert ohne Schmerzen…nur manchmal hab ich kurz ein leichtes Gleichgewichts-Problem, das aber immer wieder schnell verschwindet (scheinbar ein Überbleibsel vom Hörsturz im April).

Es war genau richtig ein paar Tage weg zu fahren….so lag mein Fokus mehr auf der fremden schönen Umgebung, als auf meinen aktuellen körperlichen Unzulänglichkeiten….die Ablenkung tat richtig gut. Da ich mich die Wochen vorher gut geschont hatte, hat sich der Körper gut erholen können.

Beim Aufstehen am Freitag war ich frisch und munter, hatte wieder Kraft und Energie und im Büro (die meisten anderen Kollegen hatten einen Brückentag genommen) lief ich wieder wie ein Flummi zwischen Büro und Druckerraum hin- und her.

Der Arbeitstag hat mir richtig Spaß gemacht…hab mich durch die vielen Mails nicht stressen lassen….sondern ruhig nach und nach alles wieder auf den aktuellen Stand gebracht und neue Anfragen und Anforderungen auf die nächste Woche geschoben – das kann warten.

Am Abend bin ich dann auch zum ersten Mal wieder eine meiner normalen Walking-Runden gelaufen. Noch im Urlaub hab ich mich zu einer gemächlicheren Schrittart gezwungen…aber jetzt fühlte es sich richtig an, mit zügigen großen Schritten, durch die beginnende Dunkelheit, außerhalb des Ortes, zu gehen: knappe 6km in 1 Stunde mit einer mittleren Herzfrequenz – perfekt.

Mit rostiger Stimme – aber es geht aufwärts

Langsam wird es wieder besser….was ich nach der letzten Nacht kaum noch erwartet hatte. Geschlafen habe ich wenig …denn kaum lag ich im frisch bezogenen Bett, schon wurde der Husten immer heftiger, die Nase war zu, genau wie die Nasennebenhöhlen und auf der Brust lag gefühlt immer noch der Sandsack….was für eine bescheuerte Situation. An Schlaf war so nicht zu denken.

Also bin ich mit Bettdecke und Kopfkissen auf die Couch ins Wohnzimmer…mit jeder Menge Kissen hab ich mich fast aufrecht-sitzend in eine Ecke der Couch verzogen….so zumindest lies der Husten etwas nach, zumindest wenn ich nicht versuchte zu tief einzuatmen. Meine Nase fühlte sich vom Schnäuzen schon ganz wund an….aber langsam schien sich der festsitzende Schleim etwas zu lösen.

Die Nacht war auf diese Weise unruhig und sehr kurz….als ich gegen Morgen wieder einmal hochschreckte, bin ich zurück ins Bett gegangen….Der Schnupfen hatte genauso nachgelassen, wie der Husten.

Nach einem erneuten privaten Corona-Test, der noch immer negativ war, bin ich am Morgen zur Apotheke gelaufen…ganz langsam….und hab mir ein pflanzliches Mittel zum Schleimlösen besorgt…es wird Zeit, das der Sandsack auf meiner Brust verschwindet.

Ich bin noch schlapp, vor meiner rostigen Stimme erschrecken sogar die Nachbarn (und auch die Kollegen mit denen ich am Freitag noch telefoniert habe)…aber teilweise kann ich sogar schon wieder durch die Nase atmen…das wiederum schont meine Schleimhäute im Rachen…die jetzt nicht mehr ständig durch die Mundatmung austrocknen.

Und zum ersten Mal seit 6 Tagen fühlt es sich besser an. Noch nicht gut – aber immerhin besser.

Also meine „Grippe“ ist fast überstanden….6 Tage lang hintereinander bin ich nun negativ getestet…also kein Corona…zumindest nicht nachweisbar.

Das Kartenspiel der Symptome

Erfahrungen sind das, was am Ende des Tages übrig bleiben….wieder mal, kommt mir dieser Spruch in den Sinn. Diese Woche war voll von Erkenntnissen: Alten und Neuen…und ich weiß nicht, ob ich alle gut finde.

In den letzten 2 Jahrzehnten kann ich mich nicht erinnern, jemals wegen der richtigen GRIPPE krank gewesen zu sein…ja klar, mal einen grippalen Infekt hier und da, mal 2 Tage, auch mal 3-4 Tage….aber nie, das ich wirklich eine Woche wegen Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen ausgefallen bin und schon gar nicht, das ich mich nach 5 Tagen akuten Krankseins immer noch so elendig krank fühle.

Ich habe mir auch nie die Grippeschutz-Impfung abgeholt, die in meiner alten Firma sogar in der Firma für alle ganz unkompliziert angeboten wurde….meine Abwehrkräfte haben alles immer auch ohne die Impfung gut weg gesteckt. Ich bin absolut FÜR Impfungen….hatte aber immer mehr Angst vor der Nadel bei der Impfung – als vor der Grippe (Habe aber ansonsten ALLE empfohlenen und notwendigen Impfungen seit der Kindheit und immer bei Bedarf im Laufe des Lebens aufgefrischt.)

Und auch wenn jetzt alle Antigen-Tests in dieser Woche immer noch negativ ausfallen, während ich gleichzeitig alle Symptome des Corona-Virus habe….bin ich unendlich dankbar, das ich mich rechtzeitig mit allen 3 Schutzimpfungen gegen Covid19 habe impfen lassen. Inzwischen ist meine Furcht vor Nadeln merklich kleiner geworden (hier hat das Blutspenden tatsächlich geholfen die Angst abzubauen).

Ich spiele gerade das Spiel: ziehe maximal 5 Symptom-Karten pro Tag:

1.Tag: starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit,

2.Tag: Halsschmerzen, starke Schluckbeschwerden, Atemprobleme, Kopfschmerzen, starke Müdigkeit

3.Tag: leichte Halsschmerzen, leichte Schluckbeschwerden, Atemprobleme, Schnupfen, Müdigkeit

4.Tag: Atemprobleme, starker Schnupfen, starke Kopfschmerzen, leichter Husten,

5.Tag: immer noch Atemprobleme, starker Schnupfen, starker Husten

Ich mag es mir nicht ausmalen, wie diese Tage ohne die Covid19 Impfungen gewesen wären. Das ist eine gute Erkenntnis.

Eine positive Erkenntnis ist auch, das meine restliche Kern-Familie (Schwester+Schwager) sich jetzt wirklich täglich erkundigt, wie es mir geht….

Eigentlich wollte ich jetzt noch über die weniger guten Erkenntnisse scheiben…aber das mache ich doch lieber zu einem anderen Zeitpunkt…wahrscheinlich bin ich gerade nicht objektiv genug…meine angeschlagene physische Situation macht mich empfindlich.