Lüneburg – schon vor Weihnachten

Seitdem ich hier im Norden der Republik wohne, fahre ich jedes Jahr an Heiligabend nach Lüneburg, um meinen Weihnachtsfrieden zu finden. Das ist inzwischen mein eigenes Ritual.

Aber ich war noch nie in der Adventszeit dort. Meine Schwester ist nicht allzu weit von Lüneburg in der Reha und wird dort auch bis nach Neujahr dort bleiben. Für meinen Schwager ist die Fahrerei von Flensburg aus zu weit und so haben wir einen Mädelstag gemacht.

Ausgerechnet letztes Wochenende war auf den Straßen echt ne Menge los…zumal der Elbtunnel ja auch mal wieder gesperrt war. Ich bin also an einem Samstagvormittag quer durch Hamburg gefahren, um dann über die A1 zu fahren….das war keine gute Idee. Ich habe Ewigkeiten gebraucht…war ja auch klar, das es auch noch kurz vor dem Reha-Ort, eine weitere Umleitung gab. Meinen Zeitpuffer von fast 1,5 Stunden hab ich komplett verbraucht, habe also mehr als 2,5 Stunden für die eigentlich nur 65km gebraucht. Ich war leicht genervt.

Die Rehaklinik ist echt ein Glücksfall…tolles Haus, tolle Umgebung mitten in der Lüneburger Heide….sogar das Essen schmeckt ihr und in ihrem Zimmer hat es sich meine Schwester schön gemütlich gemacht.

Dann ging es auch schon mit dem Auto weiter nach Lüneburg…zugegebenermaßen hat mich die Parkplatzsuche Samstagmittag in der Innenstadt voll genervt. Vorallem als wir an dem Parkhaus endlich ankamen, war kurz vorher das Schild von „noch Plätze frei“ auf „besetzt“ umgesprungen grrrrrrr….aber dann haben wir im Parkhaus am Bahnhof noch viele freie Plätze vorgefunden.

Nach einem kurzen Spaziergang waren wir auch schon in der Innenstadt und auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus, gab es auch gleich den 1. Glühwein des Tages…für uns Beide mit Alkohol – wir hatten beschlossen heute mal nicht auf die Gesundheit Rücksicht zu nehmen…und gleich im Anschluß gab es dann endlich den erhofften Grünkohl mit Kartoffeln, Kassler und Wurst und der war sooo lecker…gar nicht so salzig, wie man es sooft bekommt.

Zuhause mache ich den Grünkohl ja inzwischen vegetarisch und bin voll zufrieden damit. Aber bei kaltem Regenwetter, auf einem Weihnachtsmarkt muss es eben der klassische Grünkohl sein.

So gestärkt haben wir uns den Rest des Tages durch die Stadt treiben lassen…waren etwas shoppen, haben die verschiedenen Weihnachtsmärkte besucht, haben uns die Stadt angeschaut und den Tag – trotz Kälte und Nässe – genossen.

Für den Abend ging es dann noch in ein thailändisches Restaurant….wir hatten zwar nicht reserviert und es war sehr voll…aber wir bekamen doch einen Tisch…ja klar reicht uns eine Stunde. Die Atmosphäre war sehr schön dort und das Essen richtig gut.

Anschließend gab es noch einen letzten Spaziergang durch die Stadt und zurück ging es zum Parkhaus am Bahnhof.

Dieses Bild an einer Garaganauffahrt fand ich so lebendig und lustig, ich musste es fotografieren.

Dann ging es die knappen 55km zurück zum Reha-Ort, meine Schwester wieder abliefern. Es hat dann noch mal knapp 1,5 Stunden gedauert bis ich auch wieder zuhause ankam. Es war schon spät und ich bin dann auch schnell ins Bett gefallen.

Mit Weihnachtsgans und Flugente auf Reisen

Im Sommer, auf einem unserer gemeinsamen Ausflüge, kam die Sprache auch auf das diesjährige Weihnachtsessen…Was sollte es sein?…denn eigentlich wollten wir nach der letztjährigen Gans mit über 80 EUR, das in diesem Jahr nicht mehr unbedingt so unbedingt bezahlen. Ist ja ein echtes Luxusessen geworden.

Wir hatten zwar gesagt, also eigentlich wäre es auch okay etwas Anderes zu machen, eine Pute oder Ente…aber dann haben wir uns alle Drei doch für die Gans entschieden. Sollte es aber tatsächlich wieder eine aus Dithmarschen werden?… im Frühjahr war der Kreis Dithmarschen als „Beobachtungsgebiet nach der Geflügelpest-Verordnung“ ausgewiesen und Mitte des Jahres galt der Kreis Flensburg-Schleswig als betroffen.

Meine Schwester plant gerne vor und ich gelte als der Prepper in der Familie…also haben wir beschlossen uns in diesem Jahr frühzeitig zu bevorraten. Nur 25km von mir entfernt, ist das Hasenmoor mit dem Enten-und Geflügelhof, bei dem man auch Gänse vorbestellen kann.

Also hab ich bereits gegen Ende Sommers eine 5kg Gans bestellt…die ich diesen Freitag im gefrorenen Zustand abgeholt habe….Ich hätte sie auch am 23.Dezember frisch abholen können…aber die muss ja nicht mit zu MIR nach Hause…sondern zu meiner Schwester…und ich hatte ehrlicherweise keine Lust gleich 2x innerhalb weniger Tage die 140km hin und her zu fahren.

Also fuhr ich Freitagmittag ins Hasenmoor und hab die Gans abgeholt und bezahlt (etwas mehr als 85 EUR …. ist ja schon ne Menge Geld…hoffentlich schmeckt sie auch so gut, wie gehofft). Hab für mich noch eine kleine Flugente gekauft (die, die ich beim letzten Mal dort gekauft hatte, war sooo super…wenig Fett und trotzdem sehr zart und saftig).

Da ich noch etwas Zeit hatte, hab ich dann noch ein paar Meter weiter bei einem Hofcafè angehalten,, einen Kaffee getrunken und hab mich in dem Hofladen umgeschaut…also das war schon eher ein Supermarkt – mir war das ein wenig zu groß….aber das ist ja Geschmackssache.

Und dann hab ich mich mit der zukünftigen Weihnachtsgans (und der Flugente) auf die Weiterreise nach Flensburg begeben…dort verschwand die Gans gleich mal in den Tiefen des riesigen Gefrierschrank.

So jetzt brauche ich am 25. Dezember erst zum Mittagessen anzukommen, wenn der Vogel bereits seit Stunden im Ofen vor sich hin brutzelt…und alles Andere auch bereits fertigt ist…mein „comming-home-for christmas“….meine Schwester liebt es so ein Festessen zu zaubern und ich liebe es, wenn ich mich stressfrei an den Tisch setzen kann ….hahaha dafür hab ich also gerne die Gans-Abliefertour auf mich genommen.

Außerdem, dafür das ich mich in diesem Jahr also komplett um Bestellung, Abholung, Bezahlung und Weiterlieferung an die Köchin gekümmert habe, bin ich dann noch zum Grünkohl-Essen in ein Restaurant eingeladen worden….hmmmm lecker – endlich – mein erster Grünkohl in diesem Winter….ich hab zwar noch 2 Portionen in meinem Gefrierschrank…aber die sind auch schnell weg, und dann werde ich auch wieder selber einen großen Topf kochen.

Nach dem Essen und einem kleinen Spaziergang, hab ich mich dann aber auch schon wieder verabschiedet….und mich (und die Flugente) wieder auf die Heimfahrt gemacht…Die Flugente ist auch gefroren und war mit Hilfe von 2 riesigen Kühlakkus und einer isolierten Tasche auch noch tiefgefroren, als ich wieder zuhause ankam.

Soooo – also von mir aus kann Weihnachten jetzt kommen..

Sonntagsausflug: Wanderup – Weihnachtsdorf

Letzten Sonntagmorgen beim Kaffee-trinken war ich noch auf der Suche nach einem Ausflugsziel für diesen Tag, da kam die Nachricht meiner Schwester, das sie sich mit ihrem guten Freund verabredet hätten, um am Nachmittag in das Weihnachtsdorf Wanderup zu fahren.

Bei dem guten Freund handelt es sich um den „Freund des Hauses“ (also keinen Hausfreund – grins), mit dem ich normalerweise nur zu Ostern oder Weihnachten, als Teil der „erweiterten“ Familie, zusammentreffe. Es ist der beste Freund der Beiden, der schon seit vielen Jahren irgendwie dazu gehört.

Das Weihnachtsdorf Wanderup findet immer am 1.Adventswochenende statt…ich war noch niemals dort und außerdem in Kommunikations- und Reiselaune…hab mich also kurzerhand entschieden mitzugehen.

Meine Schwester freut sich sehr darüber (eigentlich freut sie sich immer, wenn sie mich treffen kann – am liebsten täglich), also hat sie mir die Uhrzeit genannt…Immerhin sind es für mich knappe 130km zu fahren.

Das ganze Örtchen Wanderup verwandelt sich in ein gemütliches Weihnachtsdorf, überall wurden Stände aufgebaut, nicht nur in Straßen, auch in Vorgärten, unter Carports in Garagen, auf den Plätzen sowieso…und bei Kälte und Schnee war es urig gemütlich. Man konnte auch wunderbar mit dem Auto anreisen und vor dem Dorf auf extra eingerichteten P+R-Parkplätzem in Busse umsteigen…Preis: Spende soviel zu möchtest.

Überhaupt geht es nicht nur um ein schönes Fest, sondern auch um das Sammeln von Spenden für Kinderhospize…allerdings wird das nicht aufdringlich eingefordert, sondern ist sehr angenehm eingebettet…so das man gerne gibt.

Am Sonntagnachmittag dahin zu fahren, hatte Vorteile…es war nicht ganz so voll….aber auch Nachteile: es gab einiges nicht mehr: Grünkohl war alle – okay dann eben Erbsensuppe – die war auch fast überall ausverkauft…aber einen Stand haben wir dann doch noch gefunden..boa war die lecker…Kakao war auch fast überall ausverkauft, dafür gab es aber noch genügend Glühwein und Kinder-Punsch…und auch der Crepe-Teig am letzten Stand war verbraucht…das ist natürlich gut.

Die Veranstalter haben keine Reste, die weggeschmissen werden müssen, und wir sind dann doch statt geworden….Blöd nur, das wir Hungrigen auf der Suche nach etwas Ess-und Trinkbarem an einigen Attraktionen achtlos vorbei gelaufen sind….hahaha also sind wir später noch einmal kreuz-und quer durch den Ort gelaufen.

Mein Schwager war ohne Krücken unterwegs….was mich etwas nervös machte, durch die vielen Eis- und Schneemengen auf den teils unebenen Wegen, dazu die Kabel und Kabelbrücken überall und die provisorischen Wege durch Höfe und Vorgärten…aber alles lief glatt. Meine Schwester und ich sind meisten vorneweg und konnten auf rutschige Teilstücke oder fast unsichtbare kleine Unebenheiten aufmerksam machen…Seine Genesung läuft richtig gut…in den nächsten Tagen muss er wieder zum Arzt und dann wird hoffentlich geklärt, was mit seiner 2. Hüfte gemacht werden kann, da hat er ja schon 15 Jahre eine Künstliche, die aber nicht mehr „rund“ läuft….die neue Hüfte auf der anderen Seite sitzt perfekt, er hat überhaupt keine Schmerzen und wird wieder beweglicher.

Ziemlich durchgefroren und zufrieden, haben wir uns dann voneinander verabschiedet und ich bin zurück nach Hause gefahren…das war ein schöner, harmonischer Ausflug.

Kochen im Herbst

Kulinarisch geht es weiter in den Herbst hinein…und damit in die Zeit von Eintöpfen, Suppen und Kohlgemüse….und jede Art von Wohlfühl-Essen.

Zuerst gab es Anfang der Woche Grünkohl….und da ich ja immer noch meine Notfall-Reserven aufbrauche, kam der Grünkohl aus dem Glas….bin ja normalerweise kein so großer Freund davon…aber den hab ich so aufbereitet, das er einfach lecker war.

Also eine kleingehackte Zwiebel und etwas Zucker in ganz wenig Schweineschmalz karamellisieren, dann das Glas Grünkohl hinein und leicht anrösten lassen, etwas gewürfelten Speck hinzugeben …mit etwas Wasser und wenig Weinessig ablöschen, mit Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer und einen mutigen Löffel Senf würzen und ca. 20 Minuten köcheln lassen….Fertig ! und erstaunlich lecker…ich hab es nur mit Brot gegessen…aber klassisch mit Kartoffeln und Kohlwurst wäre auch gut gewesen…und ich war so überrascht das ich nicht mal ein Bild gemacht habe.

Zum Nachtisch hab ich gleich mal für 2 Tage einen Topf Milchreis gekocht. PERFEKT bei dem trüben Wetter mit Zimt und Zucker und etwas Butter…..ein Kindheitstraum für kalte Tage.

Am Tag zuvor gab es dann die selbst-gemachten Kartoffelspalten in Schale zum Spitzkohl-Auflauf….die sahen fast so aus, wie die Gekauften, waren aber besser…immerhin hab ich sie so gewürzt wie ich es mag:

Mit Salz, Pfeffer und Cayenne-Pfeffer, dazu etwas Öl….alles vermischt und ab in die Heißluft-Friteuse.

Wenn ich mich mit Kollegen unterhalte, sind die immer wieder überrascht, was ich alles darin mache….vor ein paar Tagen erst hab ich erzählt, das ich darin mit Butter bestrichene Scheiben Brot anröste und meine Pizzastücke direkt aus dem Gefrierschrank darin nicht nur auftaue, sondern in ca. 5 Minuten auch verzehrfertig knusprig frisch bekomme….so schnell ist keine gekaufte Tiefkühlpizza im Backofen.

Beim Einfrieren der fertig gebackenen (sehr dünnen) Pizza achte ich aber auch gleich darauf, das ich die Stücke so zuschneide, das sie in den Garkorb der Friteuse passen….und Fett kommt auch keines mehr hinzu.

Auch wärme ich darin die Speisen auf, die ich knusprig mag…wie gebratenes Lachsfilet (das ich am Tag zuvor in der Bratpfanne zubereitet habe) oder Hähnchenkeulen vom Vortag. Die Möglichkeiten einer modernen Heißluft-Friteuse ist nicht zu vergleichen mit den Fetttränken von früher….