Letzten Sonntag bin ich dann gegen Abend mal wieder in das kleine Heidegebiet, ganz hier in der Nähe, gefahren. Der Blick auf so eine schöne Heidelandschaft hat auf mich immer eine besondere Wirkung von Ruhe und Zufriedenheit.
Dafür muss ich aber nicht extra 100km bis in die Lüneburger Heide fahren, sondern es reichen dafür auch die „Holmer Sandberge“ und die sind nur ca. 20 Minuten von Quickborn entfernt.
Als ich zuhause losfuhr regnete es und die Wetter-App machte auch keine Hoffnung auf etwas Blauen Himmel oder gar Sonne…doch wie immer, darf man sich einfach nicht darauf verlassen…einfach losfahren und das Wetter nehmen, wie es dann kommt.
Denn als ich meine kleine Wanderung in den Holmer Sandbergen startete, regnete es zwar immer noch, aber der Himmel weiter vor mir riss langsam auf und so kam ich den unglaublichen Genuss selber im Regen zu stehen, aber in die Sonne zu schauen….das fühlte sich lustig an.
Zumal man auf den Bildern nun wirklich nicht erkennen kann, das ich tatsächlich im Regen stehe….und ein paar Minuten später…beim Rundgang um diese schöne Heidelandschaft, da war er dann….der Regenbogen…während es weiter auf mich herab regnete.
Leider war es mir nicht möglich den Regen im Bild einzufangen….dazu reichte meine Handykamera nicht aus. Der Regen zog dann auch weiter und der Regenbogen verblasste sehr schnell.
Samstagabend hatte ich auf einmal Lust in die Holmer Sandberge zu fahren….es war schon nach 20 Uhr und das Wetter sah schon wieder bedrohlich nach Regen aus…aber das stört mich ja nicht.
Ich hatte das Bedürfnis in die Weite der Heidelandschaft zu schauen und am Abend ist da so gut wie nichts los. Es hat etwas mehr als 1/2 Stunde gedauert, bis ich mit dem Auto ankam…es standen nur 2 Autos dort…prima.
Wenn man mit dem Laufen startet, vermutet man nicht das sich hinter diesen hohen Kiefern
nach ca. 10-15 Minuten zu laufen, eine wunderschöne kleine Heidelandschaft verbirgt, die gerade kurz vor Sonnenuntergang eine stimmungsvolle Atmosphäre schafft:
Und tatsächlich fängt die Heide hier schon leicht an zu blühen, noch zu wenig um wie ein schöner lila Teppich zu wirken…aber doch ein schöner Farbkleks :
Ich kenne inzwischen genügend der kleinen halb verdeckten Wege, um auch den restlichen Menschen dort aus dem Wege zu gehen…und hab die kühle Abendluft, die Ruhe und Abendstimmung in mich aufsaugen können. Ein paar Tropfen hat es dann tatsächlich auch noch geregnet….
Es waren im Endeffekt nur 3,6km, weniger als meine normale Abend-Walkingrunde, aber es ging auch heute weniger um das körperliche Auspowern, sondern es ging um mentale Entspannung.
Später bin ich zufrieden ins Bett gefallen und habe sehr gut geschlafen.
Sonntag war das Wetter grau-in-grau und vor allem sehr regnerisch, so das mein Schwager eine gute Begründung hatte, warum er lieber zuhause bleiben wollte, anstatt mit uns einen Wanderausflug zu machen….mit Krücken im Regen ist nicht besonders gut…zumal er ja aufpassen muss, er darf auf keinen Fall wegrutschen, ausrutschen oder hinfallen. Ach ja und Regen mag er sowieso überhaupt nicht.
Wir haben uns daher, nach dem Frühstück, nur zu Zweit ins Auto gesetzt und sind dann direkt hinter die dänischen Grenze nach Frøslev gefahren.
Dort gibt es ein ehemaliges Internierungslager für politische Gefangene (kein Vernichtungslager – aber schlimm genug, denn auch hier sind Menschen zu Tode gekommen) aus dem 2. Weltkrieg, welches heute zum Teil als Museum genutzt wird, und auf dem frei zugänglichen Gelände drumherum, ist viel Wald und eine wunderschöne Heidelandschaft…auch jetzt im Herbst.
Über das Gelände führen kleine, fast unsichtbare (aber minimal ausgeschilderte) Wege, die uns durch die schöne Landschaft lotsten….Sonntagmorgen und Regen….hach war das himmlisch ruhig dort im Wald.
Nach fast 8km, von Oben nass, die Wanderschuhe nass und schlammig, kamen wir wieder auf dem Parkplatz an….was für eine schöne Runde.
Meine Wanderschuhe hatten Wasser und Matsch nicht lange genug trotzen können (die muss ich mal wieder imprägnieren). Meine Socken waren gut durchnässt…na gut – dann wechsle ich die Schuhe lieber erst, wenn ich in der Nähe frischer Socken bin….hahaha
Wieder zuhause bei meiner Schwester, hab ich mich umgezogen und mich dann von Beiden verabschiedet…und eigentlich wollte ich auch unmittelbar nach Hause fahren…aber ich hab ja Urlaub…und wenn ich doch schon mal hier „Oben“ bin…dann….dann könnte ich doch noch einen weiteren Ausflug machen…pssst… so ganz alleine, wie ich es gerne mache.
Also SO konnte dieser Tag nicht bleiben…nach der Enge und dem gefühlten Zwang im Auswanderer-Museum, bin ich zurück nach Cuxhaven, hab erst einmal in Ruhe in einem Cafe eine kleine Auszeit eingelegt.
Später ging es dann mit dem Auto nach Sahlenburg, einem Ortsteil von Cuxhaven, der liegt an der Elbemündung. Mitten im Ort hab ich mein Fahrrad aus dem Auto geholt und mich auf dem Sattel gleich wieder entspannter und freier gefühlt….hahaha.
Nach kurzer Zeit bin ich sogar in einer kleinen Heide-Landschaft gelandet….
und hatte noch versucht für den gleichen Abend einen Platz in einer der Pferdekutschen, die bei Ebbe zur Insel Neuwerk fahren, zu bekommen…leider war bis einschließlich Sonntag bereits alles ausgebucht.
Funfakt am Rande: Cuxhaven liegt in Niedersachen und ist ca. 130km (incl. Fahrt mit der Fähre) von Hamburg entfernt. Die Insel Neuwerk liegt 10km von der Küste Cuxhavens entfernt, gehört aber zu Hamburg.
Mit dem Rad kam ich dann irgendwann an den Strand. Mein Badeanzug hatte es zum Glück mit in den Rucksack geschafft und auch ein Handtuch…..heiß genug war mir ja…das Umziehen ging schnell und rein ins Wasser….aaaach wie erfrischend.
Ein Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist, man muss seine Sachen immer selber im Blick behalten…also bin ich nicht wirklich weit geschwommen…sondern hab in relativer Ufernähe einfach das kühle Nass genossen, und dabei meinen kleinen Turm aus Rucksack und Kleidung, abgedeckt mit meinem leuchtend-orangenem Handtuch, im Auge behalten.
Nach der tollen Abkühlung hab ich mich für kurze Zeit im Sand niedergelassen und bin später noch ein weiteres Mal ins Wasser gegangen. Aber so richtiges Sonnenbaden – das kann ich nicht….es ist mir viel zu langweilig und auch zu heiß in der prallen Sonne.
Am Abend wollte ich dann endlich die Pizza essen, die ich gestern nicht mehr bekommen habe….leider war auch das kein ungetrübter Genuss….was aber eindeutig nicht an der Pizza lag, die war mega lecker, sondern an den räumlichen Gegebenheiten.
Ich war bei dem italienischen Restaurant, dem tagszuvor der Pizzateig ausgegangen war. In meiner Vorstellung war das immer noch ein gemütlicher Abend im Aussenbereich mit Pizza und Wein. Die Realität sah jedoch anders aus:
Das Restaurant lag im 1.Stock eines Industriegebäudes und bei 32 Grad Aussentemperatur und ohne Klimaanlage war es in dem Gebäude mehr als stickig und enorm warm….auch wenn es mehrere Standventilatoren gab….
Ich hab also auf den Wein verzichtet und mir stattdessen eine große Flasche Wasser und ein kühles großes Alsterwasser bestellt, damit ging es mir dann auch wieder besser…wie gesagt, die Pizza war super lecker: dünner knuspriger Boden, saftig und lecker belegt…was bei einer Pizza Magherita nicht so leicht ist.
Trotzdem war ich froh, als ich, nach dem Essen, das Gebäude wieder verlassen konnte….und ich hatte jetzt auch genug von diesem Tag….früh ging es daher zurück zum Ferienzimmer, unter die erfrischende Dusche und ab auf das Bett.
Eigentlich wollte ich nur noch nach Hause….wenn ich nicht für den nächsten Tag noch diese spannende Wattführung gebucht gehabt hätte wäre ich tatsächlich gefahren…soo aber blieb ich und dachte immer wieder: also eigentlich will ich nur noch nach Hause.
Wie schon öfter beschrieben, bin ich kein großer Urlaubs-Fan….und spätestens nach 2-3 Tagen freue ich mich immer wieder auf mein Zuhause.
Auf einmal geht es wieder….ich wache ohne Wecker um 5 Uhr Morgens auf und bin tatsächlich wach…hab noch eine ganze Weile gelesen und bin dann gut aus dem Bett gekommen. Keine bleierne Müdigkeit mehr…sehr schön.
Nachdem ich den Rucksack für meinen Ausflug gepackt hatte ging die Fahrt um 7.30 Uhr los…. ich wollte früh durch den Elbtunnel….ja auch an einem Sonntag Morgen kann das durchaus zu Problemen führen…aber ich hatte Glück…es waren nur wenig Autos unterwegs….zu früh, zu viel Wind.
Mein Tagesziel: Lüneburger Heide, Schneverdingen – Pietsmoor…..da war ich schon ziemlich lange nicht mehr….ziemlich genau 100km zu fahren.
Auch hier stürmte es noch gewaltig….vor allem auf den offenen Heideflächen…aber auch auf den Holzstegen durch das Moor….ich musste mich teilweise gegen den Wind stemmen….aber immerhin war es hier trocken….
Und der Wind blies die Wolken immer wieder fort, so das die Sonne raus kam…nur um Minutenspäter schon wieder hinter den nächsten Wolken zu verschwinden….
Während meiner ersten Runde mit knappen 5 km war ich komplett alleine auf dem Wanderweg….und ich bekam gar nicht genug von der Weite des Moores und der Weite der Heidelandschaft…den unglaublichen Wolken am Himmel….ALLES was ich besonders mag und alles auf einer Fläche…..
….so das ich noch eine weitere Runde gelaufen bin, aber hierbei teilweise andere Wege genommen habe…da waren dann auch ein paar Menschen unterwegs. Hab irgendwann auf einer Bank Pause gemacht und den Kaffee getrunken, dazu ein Stück Mandelkuchen gegessen (den hatte ich gestern auch noch gebacken).
Nach 11km war ich dann wieder am Auto….leider hatte der Landgasthof geschlossen…die öffnen das Restaurant erst wieder im Februar…Egal war trotzdem ein toller Ausflug….Heidelandschaft und Moor ist eine herrliche Kombination….