kleiner Ausflug mit Regenbogen

Letzten Sonntag bin ich dann gegen Abend mal wieder in das kleine Heidegebiet, ganz hier in der Nähe, gefahren. Der Blick auf so eine schöne Heidelandschaft hat auf mich immer eine besondere Wirkung von Ruhe und Zufriedenheit.

Dafür muss ich aber nicht extra 100km bis in die Lüneburger Heide fahren, sondern es reichen dafür auch die „Holmer Sandberge“ und die sind nur ca. 20 Minuten von Quickborn entfernt.

Als ich zuhause losfuhr regnete es und die Wetter-App machte auch keine Hoffnung auf etwas Blauen Himmel oder gar Sonne…doch wie immer, darf man sich einfach nicht darauf verlassen…einfach losfahren und das Wetter nehmen, wie es dann kommt.

Denn als ich meine kleine Wanderung in den Holmer Sandbergen startete, regnete es zwar immer noch, aber der Himmel weiter vor mir riss langsam auf und so kam ich den unglaublichen Genuss selber im Regen zu stehen, aber in die Sonne zu schauen….das fühlte sich lustig an.

Zumal man auf den Bildern nun wirklich nicht erkennen kann, das ich tatsächlich im Regen stehe….und ein paar Minuten später…beim Rundgang um diese schöne Heidelandschaft, da war er dann….der Regenbogen…während es weiter auf mich herab regnete.

Leider war es mir nicht möglich den Regen im Bild einzufangen….dazu reichte meine Handykamera nicht aus. Der Regen zog dann auch weiter und der Regenbogen verblasste sehr schnell.

Das war ein schöner kleiner Ausflug.

Die ganze Woche in Nass

letzten Samstag, am späten Nachmittag, bin ich nach Bad Bramstedt gefahren…so kurz bevor die Sonne untergeht….obwohl es es doch schon wieder dunkel wurde….aber vorher war ich mit allem Möglichen beschäftigt und hab so die Zeit vergessen.

Der Regen der letzten Wochen, hat die Hudau stark anschwellen lassen und mein Spaziergang durch den Ort blieb auch nicht lange vom Regen verschont…. das war trotzdem ein netter kleiner Ausflug..

Sonntagvormittag ging es dann nach Bad Oldesloe…ich wollte mir endlich einmal die Stadt anschauen… bisher war ich fast nur im Moor am Standrand unterwegs. Geparkt hab ich deshalb mitten in dem Städtchen, bin aber ziemlich schnell auf den Weg entlang der Trave gestoßen, dem ich dann aus dem Ort heraus folgte….

Es war eine herrlich kalte und klare Luft…das Wetter war jedoch insgesamt trübe….und nach 1 km fing es dann schon an zu regnen….und hörte für die nächsten 1,5 Stunden auch nicht mehr auf…ich lief immer noch weiter auf dem Wanderweg entlang der Trave….an Feldern entlang und fühlte mich einfach herrlich…trotz des Regens.

Mit Mütze, Regenjacke und Handschuhen war ich gut gewappnet…aber leichtsinnigerweise hatte ich wieder einmal nur eine relativ dünne Wanderhose an…und irgendwann tropfte dann zusätzlich auch das von der Jacke ablaufende Wasser auf meine Hose…. meine Beine fühlten sich eiskalt an, während Regen und Wind zunahmen. Inzwischen hatte ich schon den Rückweg angetreten….am Ende waren es gute 8 km…davon ca. 7 km im Regen.

In den Taschen meiner Regenjacke schwamm das Wasser….Ebenso in den Außentaschen meines Wanderrucksacks…dafür blieb mein Rücken dank des Rucksacks trocken. Wieder am Auto angekommen, hab ich eine der Fleecedecken auf den Fahrersitz ausgebreitet und bin ohne Umwege nach Hause gefahren. Die anschließende Dusche war himmlisch.

Auch die nächsten Tage blieb es hier in der Gegend stürmisch, kalt und nass….und so hatte ich auf meinen Walkingrunden mal nasse Füße, mal eine durchnässte Regenjacke, mal Beides zusammen…mal troff der Regen vom Ärmel in meine Wollhandschuhe und am Freitag traff die Nässe auf meine Jeans in Höhe der Oberschenkel und sog sich dann immer weiter weiter in Richtung Knie, bis am Ende die gesamte Jeans vollkommen durchnässt war und mir das Wasser von oben in die Schuhe lief.

Und mir geht es herrlich damit….ja die Nässe ist teilweise unangenehm…aber am Ende so einer Runde dann trocken in Wohlfühlklamotten zu schlüpfen, einem heißen Apfelpunsch zu trinken und mich auf das Sofa zu kuscheln….das ist einfach unglaublich gemütlich.

Und mir geht es super, ich bin nicht erkältet und kann super schlafen.

Regenwanderung in Frøslev

Regenwanderung in Frøslev

Sonntag war das Wetter grau-in-grau und vor allem sehr regnerisch, so das mein Schwager eine gute Begründung hatte, warum er lieber zuhause bleiben wollte, anstatt mit uns einen Wanderausflug zu machen….mit Krücken im Regen ist nicht besonders gut…zumal er ja aufpassen muss, er darf auf keinen Fall wegrutschen, ausrutschen oder hinfallen. Ach ja und Regen mag er sowieso überhaupt nicht.

Wir haben uns daher, nach dem Frühstück, nur zu Zweit ins Auto gesetzt und sind dann direkt hinter die dänischen Grenze nach Frøslev gefahren.

Dort gibt es ein ehemaliges Internierungslager für politische Gefangene (kein Vernichtungslager – aber schlimm genug, denn auch hier sind Menschen zu Tode gekommen) aus dem 2. Weltkrieg, welches heute zum Teil als Museum genutzt wird, und auf dem frei zugänglichen Gelände drumherum, ist viel Wald und eine wunderschöne Heidelandschaft…auch jetzt im Herbst.

Über das Gelände führen kleine, fast unsichtbare (aber minimal ausgeschilderte) Wege, die uns durch die schöne Landschaft lotsten….Sonntagmorgen und Regen….hach war das himmlisch ruhig dort im Wald.

Nach fast 8km, von Oben nass, die Wanderschuhe nass und schlammig, kamen wir wieder auf dem Parkplatz an….was für eine schöne Runde.

Meine Wanderschuhe hatten Wasser und Matsch nicht lange genug trotzen können (die muss ich mal wieder imprägnieren). Meine Socken waren gut durchnässt…na gut – dann wechsle ich die Schuhe lieber erst, wenn ich in der Nähe frischer Socken bin….hahaha

Wieder zuhause bei meiner Schwester, hab ich mich umgezogen und mich dann von Beiden verabschiedet…und eigentlich wollte ich auch unmittelbar nach Hause fahren…aber ich hab ja Urlaub…und wenn ich doch schon mal hier „Oben“ bin…dann….dann könnte ich doch noch einen weiteren Ausflug machen…pssst… so ganz alleine, wie ich es gerne mache.

Die Ruhe vor dem Kahlschlag und die Wärme nach dem Regen

Sie kommen näher – ich hab sie schon gesehen – also nicht die Baumfäller selber – aber das Ergebnis ihrer Arbeit – noch ca. 1.5 km und sie sind auch hier bei mir.

Seit dem 1. Dezember warte ich ja quasi täglich darauf, das die Bäume hinter dem Haus und damit vor meinem Balkon, gefällt werden. Die Privatbahn hatte es angekündigt…und papiergläubig wie ich nun einmal bin, war ich der Meinung die stehen am 01.12. im Garten mit ihren lauten Kettensägen und nach 2 Tagen ist der Spuk vorbei und ich habe freie Sicht auf Alles, was ich gar nicht sehen will. Aber so war es nicht.

Inzwischen muss ich über meine Naivität lachen. Die Privatbahn hat diese Zettel an Alle Anwohner entlang der Strecke verteilt…und die fangen natürlich an einem Ende an und arbeiten sich dann langsam entlang der Strecke voran. Ich habe auf freiem Feld gesehen wo Bäume und Büsche bereits fort sind und auch die tiefen Furchen drumherum, wo Trecker mit Anhänger oder LKW mit Ladefläche die Bäume aufgenommen und abtransportiert haben.

Und da es auf dieser Seite nahe am Rande der Stadt wo ich wohne, keine direkte Zuwegung zu den Bahngleisen gibt, um die Bäume abtransportieren zu können…werden die wahrscheinlich erst gefällt, wenn die Bahnstrecke ab dem 16.01.23 stillgelegt wird….dann können die Bäume über die Bahnschienen hinweg, auf der anderen Seite, zu der dort parallel verlaufenden kleinen Straße gebracht und abtransportiert werden.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich auch logisch. Richtig erschlossen hat es sich mir aber erst gestern, als ich im strömenden Regen ,noch vor Sonnenuntergang, meine große Walkingrunde lief und auf den Kahlschlag traf.

Im Moment bedeutet jede Walkingrunde einmal komplett durchnässt zu sein oder sagen wir mal lieber so: ich teste gerade die Wind- und Regentauglichkeit meiner Winter- und Regenjacken. Die Windstille zu Heiligabend, wo der Regen ausschließlich von oben kam, ist inzwischen zu einer Art November-Schmuddelwetter geworden…es gibt heftige Windböen und jede Menge Regen ich werde also von allen Seiten naß….was ich vor allem daran merke, das meine Jeans schwer und nass an mir zerren. Warum hab ich eigentlich nicht die Thermohosen angezogen? Ach jetzt weiß ich es wieder: ich fand es zu warm dafür. Na meine eiskalten nassen Beine waren da hinterher ganz anderer Meinung.

Aber was gibt es Schöneres als nach so einer Tour unter die heiße Dusche zu gehen und anschließend in Kuschelklamotten und mit einem heißen Glühpunsch auf der Couch zu sitzen und dazu die Reste von Ente, Rotkohl und Klößen zu verputzen. Als Nachtisch gab es noch selbstgemachtes Popcorn und einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann, den ich geschenkt bekommen habe.

Und ich sitze da und mache mir Gedanken über all die Veränderungen die noch kommen werden….hinterm Haus ohne Bäume, meine Schwester mit Bypass-Operation voraus und anschließender REHA danach, meinem Schwager ohne Job und mit der laufenden Kündigungsschutzklage, meiner liebsten Kollegin deren Mann erneut einen sehr schweren Bandscheiben-Vorfall kurz vor Weihnachten hatte und mit der ich zukünftig nur noch wenig gemeinsam Zusammenarbeiten kann, meine eigene Arbeit die sich auch gerade gravierend verändern soll. Ich denke über ein paar Menschen aus meiner Vergangenheit nach und über deren Zukunft. Ich denke nach über die Welt die mehr und mehr aus den Fugen gerät und ich es nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die einfach nicht friedlich nebeneinander leben wollen…über die steigenden Preise, über die fragile Energie-Versorgung, über die Pandemie und deren Folgen…in meinem Kopf ist selten Ruhe…

…aber trotz all der schweren, beunruhigenden und mitfühlenden Gedanken, fühle ich mich damit gerade nicht überfordert, wie so oft in letzter Zeit, sondern ich merke, das ich mich dem Leben körperlich und mental wieder richtig stellen kann.

Bisher konnte ich mich immer auf meine eigene Leistungsfähigkeit verlassen, aber das Jahr 2022 hat mir ein paar Mal ganz ordentlich Grenzen aufgezeigt …und nun endlich, fühle ich mich wieder leistungsstark. Das ist eine gute Basis dem kommenden Ende dieses Jahres zu begegnen.

Wie schön öfter am Ende eines Beitrags bin ich überrascht darüber, was für eine gedankliche Schleife ich da gedreht habe…manchmal ist es mir gar nicht so bewusst, was mich eigentlich sonst noch so bewegt….aber dann fließen meine Gedanken locker in meine Fingen und finden ihren Weg auf den Bildschirm.