Fünf Jahre….

..sind es jetzt, die ich in Schleswig-Holstein lebe und irgendwie war ich gestern etwas emotional.

Denn gestern war Freitag, 13.09. und vor genau fünf Jahren am Freitag den 13.09.2019 hab ich mich mittags endgültig von den Kollegen verabschiedet und mich in mein Auto gesetzt (gefüllt mit allem, was ich in Hessen  noch für die letzten Wochen zum Leben benötigt habe) und bin von Bad Soden/Taunus (oberhalb von Frankfurt) nach Pinneberg gefahren, um ein neues Kapitel in meinem Leben zu beginnen.

Endlich war es soweit, mit 1/2 Jahr Kündigungfrist hab ich bis zuletzt gearbeitet, mir in der Zeit einen Job in Schleswig-Holstein gesucht und auch gefunden, habe eine Wohnung gefunden und meine Habseligkeiten waren bereits ein paar Wochen vorher umgezogen. In der restlichen Zeit  hab ich in  Ferienzimmern gelebt und dann war es soweit.

Nun sind bereits 5 Jahre vergangen und bin froh über den Schritt, den ich da getan habe. Es war die richtige Entscheidung…auch wenn ich inzwischen Job und Wohnung noch einmal gewechselt habe…beides ebenfalls die richtige Entscheidung.

Ich hätte nie gedacht, wie gut es mir hier geht…so entspannt und zufrieden. Allein und selbstbestimmt.

Und da ich mich entschlossen habe, auch weiterhin alleine durch das Leben zu gehen und weder nach einem Partner zu suchen, noch mich von einem Partner finden zu lassen…fällt dieser emotionale Stress auch weg.

Das hat mir inneren Frieden gebracht – was für eine Bereicherung das für mein Leben ist, obwohl ich ja etwas weglasse, ist unglaublich – unglaublich schön.

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Es ist jetzt Mitte meiner 2. Urlaubswoche….und nächste Woche geht es wieder ans Arbeiten. In der ersten Woche war ich ja erst für 3 Tage in Hessen (Frankfurt und Umgebung), dann wieder einen Tag Zuhause, dann für 3 Tage In Flensburg und Dänemark mit meiner Schwester) und ich bin seit Samstagnachmittag erst wieder zuhause.

Das waren insgesamt mit allen Ausflügen usw. 1.640 km die ich im Auto unterwegs war. Die ersten Tage waren sehr heiß, dann in Flensburg und Dänemark war es sehr windig. Ich bin in Hessen viel mit dem Rad gefahren (ebenerdig), dann viel Rad mit meiner Schwester (man sollte nicht glauben wie viele Steigungen es in Flensburg gibt – meine Schwester hat zum Glück ein E-Bike – ich nicht) und stundenlang in Rømø /DK am Stand entlang gelaufen.

In Frankfurt den Stress Montagabend, das extrem tolle Treffen am Dienstag mit dem Rentner+seiner Frau bei ihnen zuhause, in der Nähe von Hanau. Dazu die anschließende tagelange ununterbrochene Kommunikation mit meiner Schwester. Es gibt einfach keine Redepausen, wenn ich bei ihr bin – also gar keine.

Dazu immer und immer wieder die alten Geschichten, mit denen sie nicht abschließen kann, da kommt soviel Bitterkeit mit hoch, und sie behauptet zwar, es verarbeitet zu haben…aber man merkt sehr schnell…das sind nur Worte und die stimmen nicht.

Diese alten Geschichten haben zum Glück nichts mit mir zu tun…unsere Themen sind geklärt.

Ich hab schon so oft versucht ihr Wege aus diesen Gedanken-Spiralen aufzuzeigen, aber ich kann ihr dabei nicht helfen, solange sie nicht einsieht, das sie sich selbst damit blockiert und sie es selber „angehen“ muss, um endlich wirklich inneren Frieden zu finden.

Ich finde die Unterhaltungen darüber jedoch von mal zu mal belastender….weil sie die Verantwortung immer auf „die Anderen“ schiebt. Das sie aber heute, nach 30-40 Jahren, auch selber die Verantwortung für ihren jetzigen Umgang mit den Themen übernehmen kann, will sie nicht wahrhaben. Ja es braucht Zeit und Mut und man muss ehrlich zu sich selbst sein…das kann nicht jeder.

Womit man mal wieder sieht: jeder muss seine eigenen Wege finden mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und seelischen Verletzungen umzugehen.

Seitdem ich wieder zuhause bin, fühle ich mich nicht erholt, sondern erschlagen….wahrscheinlich auch, weil ich die Dosierung einer Tablette auf Anraten des Arztes verdoppelt habe, und die Wirkung ich erst jetzt erst bemerkbar macht….und schon als ich mit den Tabletten im März begann, hab ich Wochen gebraucht, bis ich mich nicht mehr so müde gefühlt habe.

Also seit Samstagnachmittag bin ich körperlich erschöpft, müde, mir tun Knochen und Muskeln weh, ich bin seelisch ausgelaugt, ich hab mich total in meine Wohnung zurück gezogen…dazu hat das Wetter umgeschlagen und es ist bei 18-23 Grad zwar warm, aber ständig bedeckt, extrem windig…vorgestern gab es ein heftig langanhaltendes Gewitter und die Sonne mag auch nicht mehr scheinen….ich schlafe sehr viel und lange und so richtig motiviert viel in meiner letzten Urlaubswoche zu machen, bin ich auch nicht.

Ehrliches Fazit: Es war einfach zu viel.

Meine anfängliche Euphorie endlich mal wieder raus zu kommen und den Urlaub zu genießen, hat tatsächlich verdrängt, das die Tage mit meiner Schwester anschließend für meine Erholung auch nicht so toll sein werden. Dabei waren auch die Tage mit und bei ihr schön…aber eben auch anstrengend.

Es ist, wie es ist…ich brauche einfach viel Ruhe für mich selbst…und selbst wenn ich meine eigenen Bedürfnisse missachte, wie in diesem Fall, holt es mich am Ende wieder ein.

Seit Samstagmittag bin ich wieder Zuhause und erst seit gestern Abend (Dienstag) fühle ich mich wieder lebendig. Die Tage dazwischen hab ich mich nur etwas um meine Wohnung und die Wäsche gekümmert…ansonsten hab ich auf der Couch gelegen und gelesen, etwas gekocht, auf dem Balkon etwas aufgeräumt und stundenlang den Vögeln zugeschaut und eben sehr viel geschlafen.

Gestern Abend war ich dann endlich mal wieder zu meiner normalen Walkingrunde am Abend unterwegs..sehr schön…jetzt bin ich also wieder da…