Saison-Finale – im Büro

So langsam nähert sich die jährliche Abschluss-Saison dem Ende…das große Finale steht bevor….hahaha ich muss noch EINE einzige Gesellschaft für die Wirtschaftsprüfer vorbereiten und hab dafür noch eine ganze Woche Zeit….ich liege super in der Zeit.

Die Rückmeldungen der Wirtschaftsprüfer für die bereits fertigen Gesellschaften, trudeln auch nach und nach ein ….und so langsam kapiere ich durch das „try and error“-Prinzip auch die restlichen Besonderheiten unser Software bei den Jahresend-Buchungen…(ich glaub ich hab schon mehrfach erwähnt, das ich SAP doch seeeeehr vermisse).

Die anfänglichen Herausforderungen in dieser Firma gehen mir inzwischen routiniert von der Hand…so das ich zeitlich nicht hinterher hinke…

Ich hab auch meinen Prozess-Ablaufplan rechtzeitig ausgearbeitet, in dieser Woche die verschiedensten Themen per Telefon und Teams-Meetings geklärt, mit der Zentrale in DK einige Themen (freundlich) ausgefochten …und ich hab meine restlichen Urlaubstage aus 2020 verplant und beantragt….jetzt warte ich noch auf die Genehmigung.

Sooo wenn jetzt alles gut geht, ist mein Saison-Finale der 30.03. ….danach hab ich Oster-Urlaub.

Wenn ich jetzt mal die Abschluss-Methodik vergleiche zwischen meinem „alten“ und dem jetzigen Job ,dann ist das schon ein gewaltiger Unterschied.

Die Fast-Close-Methode in Hessen hat mich jedes Jahr an den Rand des Zumutbaren getrieben, wenn am 7.oder 8. Werktag im Januar bereits die Wirtschaftsprüfer meine Gesellschaften prüfen wollten, während ich gleichzeitig noch an den Daten gebastelt habe, ich bereits im November mit Überstunden begonnen habe, um für diese 4 sehr komplexen großen Kapital-Gesellschaften anständige und korrekte Zahlen in der richtigen Form zu liefern. Das ging nur, weil ich an Feiertagen und Wochenenden auch arbeiten war. Und das alles nur, weil die Konzernzentrale kein Pardon kannte. Am 6. Werktag MUSSTEN die fertigen Zahlen gemeldet werden. Ein jährlich wiederkehrendes Wettrennen, welches ich jedes Jahr zwar gemeistert habe….aber mich selber hab ich dabei langsam kaputt gemacht.

Die normale Methode, also der zeitlich nachgelagerte Abschluss (i.d.R. innerhalb der ersten 4 Monate des Folgejahres) ist dagegen wesentlich entspannter.

Hier ist die einzige große Herausforderung keine der aktuell 25 Gesellschaften zu vergessen….hahaha und natürlich zu wissen, wie die Software funktioniert….und da jede Gesellschaft, für sich genommen, eher klein ist und dann auch noch Personenhandels-Gesellschaften sind, ist es von den Sachthemen her wesentlich simpler und daher schneller zu bearbeiten.

Also der zeitlich nachgelagerte Abschluss lässt mich weiterhin Mensch-sein….und genau DAS war mein Ziel mit dem Arbeitgeber-Wechsel….Ich bin sehr zufrieden und freue mich jetzt aufs Wochenende…

Nachtrag: Ehrlichweise muss ich aber auch sagen, das ein Teil der Entspannung auch dadurch kommt, das ich jetzt keine Personalverantwortung mehr habe und nicht mehr für alles selber eine Lösung suchen muss…wenn ich einen Zweifelsfall habe, gibt es jetzt höher-gestellte Abteilungen, die die Antworten geben müssen….grins….

Bin ich verkehrt?

Seit gestern Abend bin ich ins Grübeln gekommen.

Ich hatte mit einem meiner Ex-Kollegen für gestern Abend eine Telefon-Verabredung. Er musste in Hessen ja arbeiten…und da er als Abteilungsleiter gerade ein Teammitglied verloren hat und ein Zweites sich gerade offen nach einem anderen Job umschaut, war der Kollege in der letzten Woche ziemlich deprimiert…und ich hab mir Sorgen gemacht das er alles einfach hinwirft (er hat inzwischen auch seine Bewerbungs-Unterlagen aktualisiert).

Wir haben also eine ganze Weile telefoniert…und irgendwann meinte er, er würde sich Sorgen um MICH machen. Ähmm WARUM? Mir geht es doch blendet… das schreibe ich ja auch und schicke Bilder meiner Ausflüge, erzähle von meinem Leben….und ich hab aktuell bestimmt mehr Spaß am Leben als er…

Ja – das schon, aber ich würde eben immer „ich“ schreiben., so als ob ich immer alles alleine machen würde und er hätte die Sorge das ich vereinsame.

Er kennt mich, er kennt mich auch eben als Jemanden der Menschen emotional nicht so leicht an sich heran lässt, der mit physischer Enge Probleme hat und eben auch als einen Menschen der im Sozialverhalten öfter mal dazu neigt sich zurück zu ziehen…

Und trotzdem bin ich gerade in den letzten Monaten viel lockerer und entspannter geworden, lache und rede gerne, unternehme viel … ja fast immer unternehme ich etwas alleine, aber ich bin nicht einsam.

Im Gegenteil ich genieße das Alleine sein…und hoffe das ich rechtzeitig merke werde, wenn es mir nicht mehr gut tun. Ich persönlich bin also rundherum zufrieden mit meinem Privatleben…und hätte nicht gedacht, das trotz meiner aktuell sehr positiven Art mein Kollege Angst um mich hat, das ich in die Einsamkeit abrutsche.

Bin ich verkehrt, weil ich aktuell zufrieden bin, so wie es ist?

Ich hab versucht ihm zu vermitteln, das ich schon genug damit zu tun habe meine neuen Kollegen und neuen Chefs kennen zu lernen…und meine neue Arbeit und meine neue Umgebung. In dieser Phase auch noch neue Bekanntschaften oder Freundschaften zu schließen, wäre mir schlichtweg zu viel…zu anstrengend für meinen Kopf.

Denn eigentlich fühle ich mich wie ein Rekonvaleszent…ich regeneriere meinen Geist und Körper von einer über Jahre andauernden stressbedingten Überlastung. Auch wenn ich offiziell nie krank deswegen war…aber es fühlt sich einfach so an.

Meine gesamte Freizeitgestaltung ist ein Ausdruck von: ich kann, ich will, ich darf….mich einfach so entspannt fühlen und einfach machen was ich möchte…

Aber seit mein Ex-Kollege das so gesagt hat, fühle ich mich schon wieder etwas unter Druck…so als ob ich Freundschaften schließen MUSS um anderen zu zeigen, das es mir gut geht….aber das ist natürlich Quatsch….

Ich muss Niemandem beweisen das es mir gut geht…Hauptsache es geht mir tatsächlich gut! … und das kann man eben nicht an der Anzahl von Freundschaften ablesen. Es ist sogar so, das ich jetzt ohne Beziehung und enge Freunde MEHR mit anderen Menschen kommuniziere, als während meiner langjährigen Beziehung.