Hamburger Weihnachtsmarkt

Hamburger Weihnachtsmarkt

Samstagabend war ich vor dem Rathaus Hamburg mit meiner jungen Kollegin Kim verabredet…wir wollten auf einen der kleinen, tatsächlich stattfindenden Weihnachtsmärkte.

Der vor dem Rathaus hat einen 2G und einen 3G-Bereich….es gab 3 Eingänge mit Warteschlangen vor dem 2G-Bereich…weil hier nicht nur der Impfstatus geprüft wurde, sondern auch noch der Personalausweis und ob man sich über Luca-App eingecheckt hatte, standen wir eine Weile im Regen…es regnete bereits den ganzen Nachmittag…aber dann ging es doch zügig, alles war ruhig und friedlich…die Ordner an den Eingängen waren gut gelaunt und freundlich.

Es war relativ voll und wir haben deshalb größtenteils unsere Masken aufbehalten… Grünkohl gab es zum Abendessen an einer der Buden …wir haben uns eine Portion geteilt…und später noch eine Portion Champignons. Der Grünkohl war richtig klasse….die Champignons – naja.

Kim geht es seit ein paar Wochen nicht so gut….und seit dieser Woche weiß ich auch, was los ist. Als wir uns Mittwoch im Büro, nach 4 Wochen Auszeit, mal wieder gesehen haben (davor war sie auch schon 3 Wochen krank, dann 1 Woche wieder arbeiten)…sah sie aus, wie ein Häufchen Elend…da war nichts mehr von der Energie und der Lebensfreude vorhanden..und als ich nach ihrem Befinden fragte, fing sie fast sofort an zu weinen…ich hab die Tür geschlossen und wir haben eine ganze Weile geredet.

Das sie Probleme mit ihren Freund hat, weiß ich schon seit dem Sommer und das sie sich oft einsam fühlt, ohne ihre Familie …..jetzt lautet ihre Diagnose: Depression und wahrscheinlich noch dazu eine Borderline-Störung, aber die ist wohl noch nicht bestätigt.

Sie war in den letzten Wochen in einer Klinik und hat dort zum Glück auch ein paar liebe Menschen kennengelernt, mit denen sie jetzt viel unternehmen und reden kann…denen es ganz ähnlich geht und das tut ihr gut.

Der Vorschlag auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, kam von ihr und ich hab mich sehr darüber gefreut….hatte ich mich doch für Unternehmungen und zum Zuhören angeboten.

Und es ging ihr richtig gut am Samstag…und so blitzte ihre normale Persönlichkeit immer stärker hervor….es war wirklich schön….und sie hat ein hohe analytische Eigen-Wahrnehmung und so konnten wir uns auch über die schwierigen Themen unterhalten…und ich konnte sie in ihren Aussagen und Vorhaben unterstützen.

Nachdem wir dann später auf den kleinen Weihnachtsmarkt an der Binnenalster gewechselt sind, gab es dann für mich auch Glühwein…und für sie eine heiße Schokolade….

ohhh man, eine junge Frau Mitte/Ende 20….ich hoffe das sie es schafft die Depression zu überwinden…denn wenn sie tatsächlich eine Borderline-Störung hat…wird sie damit schon genug Herausforderungen haben….

Das Borderline-Syndrom ist eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung gekennzeichnet von Impulsivität und Instabilität. Es ist die Unfähigkeit innere gefühlsmäßige Zustände zu kontrollieren. Diese Spannungszustände werden als unerträglich empfunden.

aus Wikipedia

Mittags im Cafè

Mit dem Einhalten meiner beruflichen Abgabetermine und der massiven Flucht in den Urlaub in der dänischen Zentrale, ist in den letzten Tagen auch bei mir wieder mehr Ruhe eingekehrt. Ab jetzt kann man wirklich für ein paar Wochen NICHTS mehr klären und keine Arbeit wirklich abschließen (weil immer an einer Stelle eine Kollege ,den man benötigt, gerade im Urlaub ist)

Nur mein dänischer Chef schreibt aus dem Urlaub eMails….NACHTS, wenn alle schlafen… dann bekomme ich die notwendigen Freigaben. Er ist aber wirklich die Ausnahme.

Und mit der einkehrenden Ruhe, komme auch ich wieder in geordnetes ruhiges Fahrwasser…es fehlen jetzt noch bis Monatsende 6 Halbjahresabschüsse….den Rest hab ich bereits erledigt. Und so hab ich überhaupt kein schlechtes Gewissen meine Mehrstunden gleich mal wieder zu reduzieren.

An den noch sehr schwülen Tagen bis Donnerstag hab ich immer früh Feierabend gemacht….und Freitag Mittag hab ich mich mit der jungen Kollegin aus NRW auf einen Kaffee verabredet. Sie wohnt in Ottensen und war im Homeoffice, ich im Büro in Bahrenfeld…..Also haben wir uns auf dem Marktplatz zur Mittagszeit verabredet und haben uns im Aussenbereich des Café „Liebes Bisschen“ niedergelassen.

Das Kuriose ist, sie hat in NRW in der Stadt gearbeitet, in der ich groß geworden bin und ist in der Stadt geboren, in der ich viele Jahre gearbeitet habe….nur ist sie noch in ihren Zwanzigern und ich bin schon fast 20 Jahr dort weg. Sie ist nicht bei uns fest angestellt, aber es gibt eine Kooperation mit Ihrer Firma….und so fühlt sie sich immer ein wenig als Außenseiter….und Corona macht es auch nicht leichter für sie.

Sie hatte mich gefragt, ob wir uns nicht Mittags treffen wollen….hab mich sehr darüber gefreut.

Ich bin also um 12 Uhr in die Mittagspause gegangen….hab zuerst einen schönen Schlenderspaziergang bis zum Marktplatz gemacht, auf dem gerade noch statt findenden Wochenmarkt hab ich mich gleich mal fürs Wochenende mit Obst eingedeckt und dann saßen wir über eine Stunde gemütlich zusammen und haben uns angeregt unterhalten.

Dadurch ,das es seit Freitag endlich keine schwüle Hitze mehr gibt, sondern nur normales schönes Sommerwetter, fühlte ich mich auch richtig wohl….wir sind dann zusammen noch ein ganzes Stück wieder in Richtung Büro gelaufen, bevor sie sich wieder auf ihr Fahrrad schwang und zurück ins Homeoffice fuhr…..während ich noch im Büro eine Weile weiter gearbeitet habe.

Wir waren heute nur zu Viert auf unserer Etage und bis auf den GF hatten die anderen beiden Anwesenden auch Zeit für etwas Plausch….und trotzdem war es ein wirklich erfolgreicher Tag….ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Nach Feierabend war ich sogar noch im Großhandel um uns wieder mit fehlendem Büromaterial, Masken und dem was laut unserer Einkaufs-Tafel sonst noch so fehlte einzudecken…immerhin hab ich nicht nur die entsprechende Einkaufsberechtigung, sondern hab auch ein Auto, das ich jetzt für die nächsten Tage sogar in der Tiefgarage unseres Bürogebäudes parken kann.

Was mir besonders bei dem Cafè-Besuch auffiel, war meine komplette Gelassenheit…..normalerweise bin ich ja immer aufgeregt, wenn ich mich mit Menschen treffe….aber das hier….das passte so schön mit der Kollegin…und zeigt mir auch, das ich mich aktuell wieder mehr daran gewöhne….

Und noch etwas war sehr auffällig: Auf dem Wochenmarkt trugen nur wenige Menschen einen Mund-Nase-Schutz und Abstand war ein absolutes Fremdwort….es war so voll, wie man es von „früher“ her kennt…..Nein -der Mensch wird sich nicht ändern….und wenn, dann nicht freiwillig.