Trocken-Dienst im Keller

Die ersten 3 Tage, in dieser Woche, habe ich von Zuhause aus gearbeitet…und das war genau der richtige Plan, um meinen Urlaubsrückstand zügig wieder aufzuholen.

Immerhin wurde ja auch mein neuer Gefrierschrank geliefert…und natürlich gab es erst einmal eine Diskussion, das die Speditionsleute nur ein altes Gerät mitnehmen wollten. Bei denen stand im Auftrag nur 1 Gerät….obwohl ich auf meinem Auftrag 2 Gerät stehen hatte…Für die Mitnahme des 2. hab ich immerhin auch 10 EUR bezahlt.

Sie haben den Auftrag fotografiert und dann auch die alte ausgebaute Spülmaschine meiner Vermieterin tatsächlich mitgenommen. Sooo, das gibt also jetzt noch etwas mehr Platz im Keller. Inzwischen habe ich auch 4 Holzpaletten bestellt, die kommen aber erst noch.

Nun steht der neue Gefrierschrank also erst einmal ungenutzt im Keller. Dafür startet die Aktion: Kellerboden trocken bekommen.

JAAA es sind inzwischen von der Hausverwaltung Trockengeräte aufgestellt worden…ich finde es jedoch merkwürdig an welchen Stellen die stehen..und mein abseits gelegenes Kellerabteil profitiert dann aktuell zumindest noch nicht…genau wie die anderen Kellerräume, die näher dran sind.

Da mein Zimmer-Hygrometer, das ich letztes Wochenende dort aufgestellt hatte, immer noch eine Luftfeuchtigkeit von über 90% anzeigte, bin ich seitdem im aktiven“ „Trockendienst-Modus“:

Zweimal am Tag gehe ich in mein Kellerabteil und lege dort alte Handtücher/Badetücher auf dem Kellerboden aus und nehme die feuchten Tücher mit nach oben in die Wohnung. Dort trockne ich diese auf dem Wäscheständer und nehme sie beim nächsten Wechsel mit zurück in den Keller.

Zusätzlich hab ich 2 dieser manuellen Luftentfeuchter mit Granulat aufgestellt. Die nutze ich im Winter immer aus Vorsicht im fensterlosen Bad. Während ich im Bad mit einem Granulatbeutel über den gesamten Winter komme, sind innerhalb von einer Woche die beiden Beutel fast aufgebraucht.

Beide Maßnahmen bringen aber auch etwas, die Luftfeuchtigkeit befindet sich mittlerweile bei 85-87%. Es geht also nur langsam voran…aber immerhin funktioniert es überhaupt.

Eigentlich könnte ich mich entspannt zurücklegen und bräuchte nichts weiter zu tun…denn ich wohne hier zur Miete und muss mich um das Haus nicht kümmern…aber ich möchte schnell wieder meinen Keller vernünftig nutzen können, deshalb mache ich das freiwillig und aus Eigennutz.

Hoffe immer noch, das die Trockengeräte in den nächsten Wochen auch noch auf unsere Kellerabteile gerichtet werden, denn wenn die Feuchtigkeit nicht dauerhaft unter 70% geht, droht hier Schimmelbildung und das kann Niemand wollen.

Das Wasser, der Feudel und Ich

Nun gut…da stand ich nun barfuß in der dreckigen Brühe, die immer noch mehrere cm hoch in meinem Kellerabteil stand und musste entscheiden, was ich nun als Erstes mache.

Viele Optionen hatte ich ja nicht, also hab ich einfach angefangen einen 15l Eimer und einen Feudel (Wischlappen) aus der Wohnung zu holen und dann war ich die nächsten Stunden damit beschäftigt den Putzeimer mit der dreckigen Brühe zu füllen. Immer mit dem Oberkörper nach vorne gebeugt, leicht in die Kniee gehend, später auch in die tiefe Hocke gehend, Feudel mit Wasser vollsaugen lassen und in den Eimer auswringend….Feudel um Feudel…Eimer um Eimer….Jeden vollen Eimer hab ich dann vor das Haus gebracht und dort in den Gulli ausgeleert.

Irgendwann stand das Wasser nicht mehr cm hoch…und so hab hab ich von hinten nach Vorne alle Sachen vom Boden aufgelesen und nach weiter nach vorne gebracht….und hab vor allem in hinten Teil das Wasser mit dem Feudel aufgenommen….aber selbst als ich nach 3 1/2 Stunden das meiste Wasser aus dem Raum aufgenommen hatte und KEIN Wasser mehr stand, blieb das nur ein paar Minuten so…denn mein Kellerabteil füllte sich immer wieder mit Wasser, das war allerdings jetzt fast klares Wasser…WO kommt das denn her?

JAAAA…das kam aus der Rille zwischen Wand und Betonboden…und damit scheinbar aus einem kleinen Nachbarkeller. Als am späten Nachmittag dann endlich mein Kellernachbar sein Abteil öffnete, war dort nur noch alles nass und schmutzig, aber bei ihm stand wirklich kein Wasser mehr im Keller – na da hat der Nachbar aber Glück gehabt.

Ich habe also weiter das Wasser mit dem Feudel aufgenommen…zwischenzeitlich hab ich alle Gegenstände (vor allem die nassen Teppiche), die ich ohnehin in ein paar Tagen zum Recyclinghof bringen wollte, in die Tiefgarage gebracht und hinter mein Auto gestellt…damit das Wasser ablaufen konnte und alle übereinandergestapelten Plastikboxen hab ich dann in meine Wohnung gebracht…andere Dinge kamen sofort auf den Balkon, um dort zu trocknen.

Wichtig war jetzt nur, den Boden von allem zu befreien…also musste ich auch den (immer noch vollen, aber ausgeschalteten) Gefrierschrank verschieben. Habe dazu die Hilfe eines Nachbarn in Anspruch genommen, der mit viel Humor versuchte, sein eigenes großes und vollgestopftes Kellerabteil auszusortieren…die Familie hat Kinder und da kommt eine Menge Kram zusammen.

Irgendwann war dann wirklich jeder Quadratzentimeter des Kellers vom stehenden Wasser befreit. das waren insgesamt fast 85Liter die ich „rausgefeudelt“ habe.

Aber damit war ja nur der 1. Teil der Arbeit erledigt…noch stand da mein großer Gefrierschrank: immer noch vollgefüllt und ohne Strom. Dann die Kartons mit Büchern: alle komplett aufgeweicht und meine Metallkisten mit allem was mir an Erinnerungen wichtig war…nur das diese eben keine Vollmetall-Kisten waren und sich ebenfalls komplett mit Wasser vollgesogen hatten, die waren so schwer durch das eingedrungene Wasser, das ich sie kaum heben konnte.

Ich hatte bis zum Mittag nur eine Pause gemacht. Der Rücken tat mir weh….und die Sehnen an den Armen fühlten sich vom Auswringen überlastet an. In der Muskulatur an Armen, Brustmuskeln und Beinen begann bereits ein heftiger Muskelkater, der auch heute noch (am 3.Tag) stark schmerzt…und ich war hundemüde.

Jeder der schon mal einen Wasserschaden im Keller oder in der Wohnung hatte, weiß wahrscheinlich wovon ich rede….und ich habe ja echt noch Glück gehabt, des war nur der Keller.

Aber Tag war noch nicht vorbei….noch musste ich mich wenigstens um den Gefrierschrank kümmern…

…und jetzt auch noch: unter Wasser

Tja was soll ich sagen, das Unwetter welches am Sonntagabend durch Quickborn zog, hat dann tatsächlich einen Teil unserer Keller überflutet – und wir hatten dabei sogar noch Glück…denn nicht weit von uns, lief sogar eine Tiefgarage bis fast unter die Decke voll und Menschen mussten gerettet werden.

In unserer Tiefgarage gab es zwar einen großen See und das Wasser floss auch lange nicht ab, aber die Autos waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Ich war seit dem Mittag in Flensburg, hab meine Schwester im Krankenhaus besucht. Auf dem Rückweg am späten Nachmittag hatte ich seit Neumünster auf der A7 ständig mit Starkregen zu tun…es ging also nur sehr langsam vorwärts, weil man einfach vor lauter Wasser nichts mehr sehen konnte…und mit kleinen Unterbrechungen blieb es auch bei den starken Regenfällen und mit dem Wasser auf der Straße.

Erst als in Zuhause ankam, bin noch durch den See der Tiefgarage auf meinen Parkplatz gefahren, hab ich begriffen, das es auch MEIN Kellerabteil getroffen hat…denn mein Kellerabteil gehört zu denen, die im etwas tiefergelegenen Teil der Wohnanlage liegen. Die 3 Häuser, die nebeneinander liegen und einen Häuserblock bilden, haben zwar getrennte Eingänge, aber sind über die Keller miteinander verbunden…und der linke Teil liegt eben tiefer, als die anderen….deshalb gibt es im Kellergang auch immer wieder einige Treppenstufen.

Sooo und mein Keller liegt nun im tiefsten Teil…ich hörte schon beim Aufschließen der Haustür, das im Keller einiges los war. Ich war mit weißen Shorts und Turnschuhen bekleidet und als ich an den ersten Treppenstufen ankam, stand da das Wasser ca. 20cm hoch.

Also Schuhe aus und bin dann barfuß erst einmal durch das Wasser zu meinen Nachbarn gewatet, die teils fassungslos in ihren Kellerabteilen standen. Wir haben uns kurz unterhalten….die hauseigenen Pumpen hatten inzwischen schon versagt und jetzt warteten alle auf die Feuerwehr (die kam aber erst weit nach 23 Uhr).

Also versuchten erst einmal alle Anwesenden ein paar Dinge zu retten, bevor das Wasser sie komplett zerstörte…ich bin nun auch in mein Kellerabteil.

Meine allererste Maßnahme: den Stecker der Verlängerungsschnur für meinen Gefrierschranks aus der Steckdose direkt neben der Tür ziehen. Die Steckverbindung zwischen Verlängerungsschnur und Gefrierschrankstecker schwebte bereits nur noch wenige cm über der Wasserlinie. Eigentlich sollte die sehr lange Schnur auf einem Teil der Plastikboxen, am Regal entlang, liegen. Aber einige der halbleeren/leeren Plastikboxen schwammen durch das Wasser und die Schnur war damit runter abgerutscht.

Der Motor des Gefrierschranks stand aber sowieso bereits unter Wasser, obwohl die beiden Geräte extra erhöht standen….aber das Wasser war eben doch höher. Aber die Gefahr war jetzt erst einmal gebannt.

Dann fing ich an, einige Kisten aus den „Fluten“ zu retten und am Boden liegende Teile in die verschiedenen Regale zu packen (die 3 großen Regale sieht man auf dem Foto nicht)….aber so richtig konnte ich hier ja noch nichts machen.

Hab dann erst einmal mit einem Besen meinen Nachbarn im etwas erhöhten Teil des Kellergangs geholfen, ihren nur leicht gefluteten Keller vom Waser zu befreien…indem wir das Wasser in den richtig überschwemmten Teil runter „fegten“…eine andere Lösung gab es nicht, da die vorhanden Abflüsse kein Wasser mehr aufnahmen.

Inzwischen hatte ein Nachbar tatsächlich eine private Wasserpumpe installiert und so schon mal etwas geholfen, das das Wasser nicht noch weiter anstieg…Die Feuerwehr kam dann erst spät am Abend, um mit leistungsfähigen Pumpen das Wasser abzupumpen. Meine Nachbarn haben mir dann erzählt, das es bis 2 Uhr nachts gedauert hat das meiste Wasser aus dem Keller zu pumpen.

Ich hatte mich nach Ankunft der Feuerwehr zurück gezogen und bin dann auch eingeschlafen…denn der Tag war für mich auch so schon anstrengend genug und helfen konnte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht wirklich.

Was ich da aber noch NICHT bewusst wahrgenommen hatte, war das die Seite, auf der auch MEIN Kellerabteil liegt, etwas abschüssiger ist, als der Kellermittelgang ..und sich damit in diesen Kellerabteilen das Wasser weiter sammelte.

Als ich am nächsten Morgen früh um 6.45 Uhr wieder in den Keller ging, stand in meinem Kellerabteil das Wasser immer noch mehrere cm hoch. Ohhh nein ….

SOOO hatte ich mir meine letzten Urlaubstage nicht vorgestellt