Tücken der Technik und eigene Dummheit

Für den Montag hatte ich mir als Erstes vorgenommen, den Markusdom zu besuchen. Kurzfristig hatte ich  über Get-Your-Guide ein Ticket gebucht, das es mir erlaubt hätte ohne Warteschlange in den Dom zu kommen.

Hätte…denn am vereinbarten Treffpunkt war niemand und es kam auch niemand…okay? Nach vergeblichen 15 Minuten hab ich beschlossen, dann mache ich jetzt den 2. Teil des Vorhabens…ich nehme eines  der Varporetti und fahrt etwas herum…. doch auch das war erst einmal schwierig.

Wieso? Nun ich hatte mit der Technik zu kämpfen. Erst einmal hatte ich ein Online -Ticket mit verschiedenen Barcodes. Der Einlass-Automat an der Varporetto-Station wollte jedoch einen QR-Code.

Irgendwann hab ich dann in der App noch einmal genauer gelesen, das ich erst einmal zu einem Automaten müsste, um meinen „Voucher“ in ein reguläres Ticket zu wechseln..ich sollte den Barcode scannen oder eine PNR-Nummer eingeben.

Den Barcode wollte der Automat nicht…also noch einmal in der App nach der PNR-Nummer gesucht und sogar  gefunden (das reinste Suchspiel – so klein war die Nummer ganz oben, ganz am Rand)

Okay-prima…das richtige Ticket kam aus dem Automaten. Hatte aber weder einen QR-Code, noch einen Barcode…sondern einen Magnetstreifen.

Wieder die freundliche Hilfe eines Mitarbeiters Vorort in Anspruch genommen…doch doch…einfach davor halten und tatsächlich …NUN konnte ich fahren..wenn, ja wenn…ich denn wüsste, wohin ich eigentlich will.

Ich hatte ja keinen festen Plan, habe mich einfach für eine Linie entschieden…und bin drauf los gefahren…ja, das machte Spaß…war aber auch sehr langsam, weil diese Linie kreuz und quer fuhr und überall an den entsprechenden Stationen anhielt.

Ich bin dann ausgestiegen, später wieder eingestiegen und weiter ging es…mein Ticket galt für 2 Tage..ich konnte es also sooft benutzen, wie ich wollte.

Irgendwann war ich in Dorsoduro…und blieb da auch..hier war es schön, nicht so überlaufen und deshalb viel ruhiger. jaaa dahin hätte ich auch laufen können….aber so war es eindeutig schöner.

Das Museum über Leonardi Da Vinci habe ich dann besucht…okay.

Hab mal wieder festgestellt…ich mag lieber rumlaufen und mir Orte anschauen….nicht so sehr Museen besuchen..dafür habe ich definitiv keine Geduld (mehr)

Also bin ich weiter gelaufen…habe mittags in einem kleinen Restaurant gegessen…und bin dann weiter gelaufen…bin sogar am  Busbahnhof  mit „Autobussen“ vorbei gekommen, um wieder zu den WasserBussen zu kommen.

Es war schon Nachmittag und ich hatte noch das Ticket für den Dogenpalast…Also DEN wollte ich auf jeden Fall sehen.

Die Rückfahrt verlief unkompliziert und dann…kam mein kleiner Unfall….

Ein kleiner Unfall

Meine Schwester hat sich vor nunmehr 4 Wochen am Knöchel verletzt und ist seitdem wieder krank geschrieben. Ich weiß gar nicht, warum ihr ständig so etwas passiert. Auf einem Blumenfeld, wollte sie Blumen pflücken und ist umgeknickt….Die Blumen haben sie dann doch noch gepflückt und bezahlt….aber der Fuß schwoll mehr und mehr an.

Natürlich an einem Sonntagabend … ab ins Krankenhaus zum Röntgen, irgendetwas schien seitlich „abgesplittert“, dann hiess es nach dem MRT, das Aussenband am Knöchel sei verletzt…jetzt trägt sie eine Orthese und läuft an Krücken…seufz.

Wir waren für den 30.08. verabredet und so bin ich dann nach Flensburg gefahren – viel unternehmen konnten wir ja nicht, da sie den Fuß nicht belasten durfte….also haben wir bei Kaffee und Scones mit clotted cream und Marmelade bei den Beiden im Wohnzimmer gesessen und haben uns unterhalten…später sind wir noch in das tolle Sushi-Restaurant gefahren, wo wir schon einmal waren.

Es war lustig und wir hatten einen schönen Tag…seitdem mein Schwager nachts eine Schlafmaske trägt, ist er viel vitaler und kann mit meiner Schwester wieder mehr mithalten…also wenn sie sich nicht gerade mit Krücken selber ausbremst.

Es war schon fast 21 Uhr als ich wieder nach Hause fuhr. Das nächste Mal sehen wir uns am 2. Oktober …dann kommen bei zu mir und wir gehen am Abend in die Elbphilharmonie zu einem Orgelkonzert.

Kleiner Unfall – Legitimation zum Nichtstun

Direkt nach der Wattführung am Samstag sollte es wieder nach Hause gehen…dazu hatte ich bereits am Morgen aus dem Ferienzimmer ausgecheckt und meine Reisetasche und den anderen Kram bereits ins Auto geladen.

Am Ende der Führung lief ich also direkt unterhalb des Strandes, mit dem Füßen im Wasser, an der Strandlinie entlang…das Auto stand noch etwas mehr als 1km entfernt…und das, was vor kurzem noch der Wattboden ohne Wasser war, war jetzt ein paar cm mit Wasser bedeckt.

Der Untergrund war hier aufgewühlt, so das ich nicht wirklich sehen konnte, wohin ich trat….aber ich ging langsam und bedächtig, liess die letzten Stunden noch ein wenig in mir nachklingen…

…doch mit dem nächsten Schritt geriet ich mit dem rechten Fuß in ein Loch, knickte mit dem Knochel um und fiel unmittelbar mit beiden Knieen in das seichte Wasser….wobei mein linkes Knie allerdings in zahlreiche scharfkantige Überreste einiger Muscheln fiel…aber das hab ich erst gar nicht gemerkt.

Was ich gemerkt habe, war der Schmerz in und um meinen Knöchel herum…erst nach einer kleinen Weile konnte ich mich wieder aufrichten….tief durchatmen….den Fuß konnte ich erst nicht einmal aufsetzen…aber dann ging es doch…wenn auch nur ganz vorsichtig mit den Zehen….trotzdem schmerzte es nicht zu knapp.

Ich humpelte ca. 100m bis zu einer Steinmauer und liess mich schwerfällig nieder…erst dann sah ich auf der anderen Seite das Blut, das aus vielen kleinen, ganz oberflächlichen Schnitten tropfte….also erst einmal die Wunde mit Wasser aus meiner Trinkflasche reinigen und mit dem Inhalt meines Notfallpacks die größeren Schnitte verpflastern…ist nicht schlimm. Dann hab ich mich um den Knöchel gekümmert….säubern, Eisspray drauf und eine elastische Binde anlegen….inzwischen kann ich mich ja ganz gut selber verarzten.

Auch dieses Mal hatte ich Glück…es ist nichts gebrochen. Dafür wohl eine Bänderdehnung /-zerrung /-verstauchung.

Ich bin dann langsam bis zum Auto gehumpelt und hab mich auf den Heimweg gemacht. Die Fahrt war ganz okay, auch wenn es schmerzte…was mir aber doch Sorgen bereite…später auf der Fähre wollte ich aussteigen und konnte den Fuß überhaupt nicht auf dem Boden absetzen.

… Himmel wie komme ich nachher von der Tiefgarage nur in die Wohnung? Das sind ja ca. 50m und einige Treppen. Aber das dauerte ja noch….das klappt schon – irgendwie.

Dieses Zähne-zusammen-beißen und weitermachen hab ich tatsächlich immer noch von den Turnieren früher….einfach den Schmerz ignorieren und weiter geht es …. zumindest bis die Runde zu Ende ist.

Zuhause angekommen, hab ich meine knöchelhohen Wanderstiefel angezogen….DAS war kein Spass und dauerte….aber als ich dann endlich drin war, bot es dem Knöchel genügend Halt, um die nötigsten Sachen aus der Reisetasche in den Rucksack zu packen und gaaaaaanz langsam ins Haus zu humpeln.

Jetzt weiß ich, das es keine soo gute Idee war, die alten Krücken im Keller zu lagern, denn genau die wären jetzt für 1-2 Tage genau das Richtige..also Zähne-zusammen-beißen und ab in den Keller.

Mit Ruhe, Sportlersalbe und den Krücken hab ich dann bis Montag gar nichts weiter gemacht…wie denn auch. Aber Montagmorgen war der Knöchel schon dabei wieder abzuschwellen und schillerte in interessanten dunklen Farben…den Fuß konnte ich inzwischen schon wieder ganz auf dem Boden absetzen und auch die Beweglichkeit des Knöchels nimmt seitdem wieder zu.

Fazit: kein Arzt-Besuch notwendig…Der macht auch nichts anderes als mir zu empfehlen den Fuß still zu halten und hoch zu lagern und gut zu kühlen…also genau das, was ich ohnehin schon mache…Wäre es draußen nicht so heiß, hätte ich vom Dauerkühlen wohl schon eine Erkältung bekommen hahaha.

Da ich ja bereits in ein paar Tagen zum Wellness-Wochenende mit meiner Schwester aufbreche, muss ich mich jetzt gut und zügig auskurieren…

Also hab ich nach den teilweise 25.000-30.000 Schritten pro Tag während meines bisherigen Urlaubs jetzt eine Bewegungsrate von ca. 1.000 Schritten pro Tag. Quasi von 100% auf fast 0%…

Seit Gestern laufe ich wieder ohne die Krücken, mache leichte Übungen für den Knöchel…hab inzwischen auch meine restlichen Sachen aus dem Auto geholt, Wäsche gewaschen und Essen gekocht…Ansonsten sitze ich auf dem Balkon oder im Wohnzimmer und ruhe mich aus.

Diese Zwangs-Bewegungspause tut mir sogar gut…weil ich dadurch nichts machen MUSS, weil ich ja nicht KANN oder sollte…ich habe also die Legitimation zum Nichtstun.