Kleiner Unfall – Legitimation zum Nichtstun

Direkt nach der Wattführung am Samstag sollte es wieder nach Hause gehen…dazu hatte ich bereits am Morgen aus dem Ferienzimmer ausgecheckt und meine Reisetasche und den anderen Kram bereits ins Auto geladen.

Am Ende der Führung lief ich also direkt unterhalb des Strandes, mit dem Füßen im Wasser, an der Strandlinie entlang…das Auto stand noch etwas mehr als 1km entfernt…und das, was vor kurzem noch der Wattboden ohne Wasser war, war jetzt ein paar cm mit Wasser bedeckt.

Der Untergrund war hier aufgewühlt, so das ich nicht wirklich sehen konnte, wohin ich trat….aber ich ging langsam und bedächtig, liess die letzten Stunden noch ein wenig in mir nachklingen…

…doch mit dem nächsten Schritt geriet ich mit dem rechten Fuß in ein Loch, knickte mit dem Knochel um und fiel unmittelbar mit beiden Knieen in das seichte Wasser….wobei mein linkes Knie allerdings in zahlreiche scharfkantige Überreste einiger Muscheln fiel…aber das hab ich erst gar nicht gemerkt.

Was ich gemerkt habe, war der Schmerz in und um meinen Knöchel herum…erst nach einer kleinen Weile konnte ich mich wieder aufrichten….tief durchatmen….den Fuß konnte ich erst nicht einmal aufsetzen…aber dann ging es doch…wenn auch nur ganz vorsichtig mit den Zehen….trotzdem schmerzte es nicht zu knapp.

Ich humpelte ca. 100m bis zu einer Steinmauer und liess mich schwerfällig nieder…erst dann sah ich auf der anderen Seite das Blut, das aus vielen kleinen, ganz oberflächlichen Schnitten tropfte….also erst einmal die Wunde mit Wasser aus meiner Trinkflasche reinigen und mit dem Inhalt meines Notfallpacks die größeren Schnitte verpflastern…ist nicht schlimm. Dann hab ich mich um den Knöchel gekümmert….säubern, Eisspray drauf und eine elastische Binde anlegen….inzwischen kann ich mich ja ganz gut selber verarzten.

Auch dieses Mal hatte ich Glück…es ist nichts gebrochen. Dafür wohl eine Bänderdehnung /-zerrung /-verstauchung.

Ich bin dann langsam bis zum Auto gehumpelt und hab mich auf den Heimweg gemacht. Die Fahrt war ganz okay, auch wenn es schmerzte…was mir aber doch Sorgen bereite…später auf der Fähre wollte ich aussteigen und konnte den Fuß überhaupt nicht auf dem Boden absetzen.

… Himmel wie komme ich nachher von der Tiefgarage nur in die Wohnung? Das sind ja ca. 50m und einige Treppen. Aber das dauerte ja noch….das klappt schon – irgendwie.

Dieses Zähne-zusammen-beißen und weitermachen hab ich tatsächlich immer noch von den Turnieren früher….einfach den Schmerz ignorieren und weiter geht es …. zumindest bis die Runde zu Ende ist.

Zuhause angekommen, hab ich meine knöchelhohen Wanderstiefel angezogen….DAS war kein Spass und dauerte….aber als ich dann endlich drin war, bot es dem Knöchel genügend Halt, um die nötigsten Sachen aus der Reisetasche in den Rucksack zu packen und gaaaaaanz langsam ins Haus zu humpeln.

Jetzt weiß ich, das es keine soo gute Idee war, die alten Krücken im Keller zu lagern, denn genau die wären jetzt für 1-2 Tage genau das Richtige..also Zähne-zusammen-beißen und ab in den Keller.

Mit Ruhe, Sportlersalbe und den Krücken hab ich dann bis Montag gar nichts weiter gemacht…wie denn auch. Aber Montagmorgen war der Knöchel schon dabei wieder abzuschwellen und schillerte in interessanten dunklen Farben…den Fuß konnte ich inzwischen schon wieder ganz auf dem Boden absetzen und auch die Beweglichkeit des Knöchels nimmt seitdem wieder zu.

Fazit: kein Arzt-Besuch notwendig…Der macht auch nichts anderes als mir zu empfehlen den Fuß still zu halten und hoch zu lagern und gut zu kühlen…also genau das, was ich ohnehin schon mache…Wäre es draußen nicht so heiß, hätte ich vom Dauerkühlen wohl schon eine Erkältung bekommen hahaha.

Da ich ja bereits in ein paar Tagen zum Wellness-Wochenende mit meiner Schwester aufbreche, muss ich mich jetzt gut und zügig auskurieren…

Also hab ich nach den teilweise 25.000-30.000 Schritten pro Tag während meines bisherigen Urlaubs jetzt eine Bewegungsrate von ca. 1.000 Schritten pro Tag. Quasi von 100% auf fast 0%…

Seit Gestern laufe ich wieder ohne die Krücken, mache leichte Übungen für den Knöchel…hab inzwischen auch meine restlichen Sachen aus dem Auto geholt, Wäsche gewaschen und Essen gekocht…Ansonsten sitze ich auf dem Balkon oder im Wohnzimmer und ruhe mich aus.

Diese Zwangs-Bewegungspause tut mir sogar gut…weil ich dadurch nichts machen MUSS, weil ich ja nicht KANN oder sollte…ich habe also die Legitimation zum Nichtstun.

Reflexe verlieren sich

Mit der Putz-und Räumaktion gestern, hab ich jetzt wieder 2 Kisten voll mit aussortiertem Kram und dazu die alten Teppiche, die zum Wertstoffhof gebracht werden können.

Den Weg dorthin kenne ich inzwischen schon im Schlaf…..hahaha…also ging es heute Morgen mal wieder dorthin….mit Kaffeebecher und Frühstück, weiß man doch nie, wie lang die Schlange davor ist. Es ging einigermaßen, ich hab nur ca. 20 Minuten gebraucht….trotzdem genügend Zeit für ein kleines Frühstück im Auto.

Hmmm seit meinem Sturz mit dem Knie auf die Steine am Elbufer, sind ja inzwischen schon 9 Monate vergangen…..warum also nicht, nur so zur Abwechslung, mal mit dem Knöchel umknicken. Ich war so mit den Teppichen bepackt, das ich nicht gemerkt habe, das vor dem Container eine kleine etwas tiefergelegene Ablaufrinne entlang lief….ich bin mit dem linken Fuß in diese Rinne getreten und da ich nur Sneaker anhatte, gleich mal so richtig umgeknickt.

Jaaaa, das tat weh….und der Knöchel schwoll natürlich auch gleich etwas an…aber nicht zu sehr…laufen ging auch noch, wenn auch etwas humpelnd.

Bisher haben mich meine in vielen Jahren antrainieren Reflexe oft davor bewahrt, so richtig massiv umzuknicken….das stammte noch aus meiner aktiven Tanzzeit auf hohen Schuhen, wo man ständig drohte sich die Haxen du verbiegen. Aber inzwischen ist das schon zu lange her und diese Art der reflexhaften Gegenbewegung, um den Fuß zu schützen, ist wohl verloren gegangen.

Aber eines ist trotzdem geblieben: Den Schmerz zu ignorieren und einfach weiter machen. Nur nicht darüber nachdenken. Darum kümmere ich mich später.

Nach dem Abladen, bin ich dann noch zum Einkaufen gefahren und dann noch zur Tankstelle, um den Reifendruck zu kontrollieren (eine Warnlampe hat mich auf den zu niedrigen Reifendruck aufmerksam gemacht- das finde ich wiederum super)….und danach gab es zuhause erst einmal Eisspray auf den geschwollenen Knödel und später noch kühlendes Voltaren-Schmerzgel.

Also ändere ich meine Pläne für dieses Wochenende und bleibe heute mal lieber zuhause… keine großen Aktionen, lieber den Fuß still halten, relaxen und grillen auf dem Balkon.

(Meine Vermieterin ist bis Ende der Woche in Urlaub, da könnte ich sogar Morgen noch einmal den Grill anwerfen)