Im Brotback-Himmel….naja fast

Wie ich in den letzten Monaten feststellen musste, benötigen Sauerteig-Brote mehr Aufmerksamkeit und exakte Durchführung, als reine Hefebrote.

Hefebrote gehen mir in den verschiedensten Ausführungen locker von der Hand und Sauerteig-Brote mit Weizenmehl krieg ich auch noch ganz gut hin….alles ohne exakte Rezeptvorgaben.

Meine persönliche Königsdisziplin sind Sauerteig-Brote mit Roggenmehl…heute nun dachte ich, ich bin im absoluten Brotback-Himmel…ich hab vor knapp 48 Stunden den Teig angesetzt und heute Morgen ein relativ großes Brot daraus gebacken.

Es sieht phantastisch aus und braucht (optisch) keinen Vergleich mit einem Bäckerbrot zu scheuen:

Wie immer liegt die ganze Wahrheit aber etwas tiefer….also die Kruste ist knackig und die Krume innen ist saftig….dabei ist die Kruste ein wenig zu knackig…und die Krume dafür wenig schnittfest…sie fällt beim Schneiden leicht auseinander.

Also für die Kruste benötigt man gute Zähne und auch wenn man die Scheiben etwas dicker schneidet, gibt es keine schönen Scheiben….man könnte das Elend höchstens mit einer Scheibe Käse oder Wurst verdecken hahaha.

Geschmacklich machen die stark unterschiedlichen Konsistenzen keinen Unterschiede…es schmeckt top.

ich werde mich wohl mit dem Gedanken anfreunden mich bei Roggenbroten an komplette Rezepte zu halten, anstatt alles freihändig zu machen….

Sauerteigbrot mit Weizenmehl

Das Weizenmehl-Sauerteigbrot ist super gelungen.

Dazu habe ich einen (fertig gekauften) Roggen-Sauerteigansatz genommen und mit 550er Weizenmehl verarbeitet…es ist immer noch ein helles Brot, aber mit etwas kräftigerem Geschmack:

Die meisten Brote die ich backe, mache ich ja freihändig…also ohne Backform. Dieses hab ich mal wieder im gusseisernen runden Bräter gebacken, dadurch ist die Form sehr schön geworden…aber es kommt ja vor allem auf Konsistenz und Geschmack an….ich bin sehr zufrieden damit…es schmeckt lecker und ist schön saftig und der Duft erst….hmmm

Wieder ein Brot wozu ich einfach nur etwas Butter brauche…

Vor kurzem erst hab ich einen praktischen Tipp für das Backen im Bräter gelesen: Damit das Brot nicht anbackt, einfach ein Bogen Backpapier nassmachen und zusammenknüllen….danach wieder auseinanderziehen und damit den Bräter auslegen. Das nasse geknüllte Backpapier lässt sich so ganz leicht an jede Backform anpassen…hat toll funktioniert.

Ich bin ja ein Bekenner von Produkten aus Weizenmehl und finde den Trend „Glutenfrei“ eher befremdlich. Außer natürlich für das 1% der deutschen Bevölkerung, die an Zöliakie leiden…also der tatsächlichen Gluten-Unverträglichkeit – die haben mein volles Mitgefühl, weil ihre Essensvielfalt ist schon sehr stark eingeschränkt.

Glaube ich doch inzwischen, das viele Probleme die durch den Verzehr von Weizenmehl-Produkten entstehen, eben nicht durch das Gluten selber, sondern durch andere Faktoren beeinflusst werden:

Die industrielle Produktion von Brot, die sich nicht mehr die Zeit nimmt Brotteige selber herzustellen, die dem Teig nicht mehr ausreichend Zeit gibt, damit er bekömmlicher wird, die Zusatzstoffe verwendet, die das Brot haltbarer und schmackhafter machen sollen oder um den Teig geschmeidiger und industriell besser verarbeiten zu können. Die Zutaten verwendet die nicht hochwertig sind und die Malz oder Zuckercoeleur verwendet um Verbraucher über die Art des Brotes zu täuschen.

Es gibt kein Reinheitsgebot für Brot….und jeder kann natürlich das Brot essen, das er möchte…egal ob Weizen-,Roggen-, Dinkel-, Glutenfei-, Lowcarb-. Eiweiß-…oder Sonstwie – Brot….aber für mich gehört in ein gutes Grundbrot nur Mehl, Salz, Hefe-/Sauerteigansatz und Wasser …und dann eine Menge Zeit um den Teig ruhen zu lassen.

Funfakt am Rande: Dinkelmehl wird ja immer beliebter, im gleichen Maße wie Gluten von Vielen an den Pranger gestellt wird….dabei hat Dinkelmehl sogar einen höheren Glutenanteil als Weizenmehl….

Sauerteigbrot – knusprig

Dafür hab ich gestern wieder ein Brot gebacken.

Ein kleines Sauerteigbrot mit Weizenmehl…auf dem Bild sieht es größer aus:

Der Teig hat ca. 16 Stunden geruht und nach dem durchkneten, dann noch einmal 2 Stunden…das Brot ist sehr knusprig und lecker.

Jahrelang wusste ich nicht, warum meine Krusten bei Brot und Brötchen nicht richtig knusprig werden….seitdem ich bei jedem Backvorgang eine Tasse heißes Wasser in eine kleine Auflaufform unten im Backofen in dem Moment dazu gebe, wo ich den Teig in den Ofen schiebe und dann gleichzeitig die Hitze etwas reduziere, wird die Kruste echt klasse.

Brot wird also mit etwas Wasserdampf und bei abfallender Hitze gebacken….ja das hab ich oft gelesen, aber bisher nicht wirklich ernst genommen….hahaha..