Falafel-Day

Da war ich doch eigentlich in der letzten Woche nur 3 Arbeitstage in Urlaub, aber ..irgendwie kam in diesen Tagen alles auf einmal bei mir an..und schwuuups bin ich ins Hintertreffen geraten und hatte Mühe alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Jetzt ist diese Arbeitswoche fast herum und meinen kurzfristigen Rückstand hab ich mit einigen Überstunden wieder aufholen können.

Hmmm….eigentlich hätte sich das so gar nicht zusammenballen dürfen, aber da traffen sehr verschiedene Arbeiten, mit sehr unterschiedlichen Fristen, zeitlich sehr unglücklich aufeinander…Aber das ist, wie gesagt, jetzt erledigt. Für das nächste Jahr werde ich das anders timen.

Von den anderen Abteilungen hört man aktuell auch NICHTS, es ist eine Grabesstille auf der Etage…und mit den im Büro Anwesenden gab es nur wenig lockere Unterhaltungen…ganz entgegen den sonst üblichen Bedürfnissen und Gepflogenheiten….Alles ein Zeichen dafür, das rundherum gerade sehr viel im Umbruch ist und jeder viel zu tun hat.

Aber gestern Mittag waren wir mal wieder zum Mittagessen draußen auf der Dachterrasse…nur zu Viert, schööön mit Abstand und vor allem bei schönstem Sonnenschein.

Endlich mal wieder ein Falafel-Tag von unserem Lieblings-Falafel-Laden ganz in der Nähe. Eigentlich gibt es den Falafel-Friday….aber seit die Meisten von uns im Homeoffice sind, ist das eingeschlafen….soo nun gab es also den Falafel-Wednesday….auch schön und vor allem lecker.

Eigentlich hatte ich genügend zu Essen dabei….aber das spontane Angebot wollte ich nicht ausschlagen….hahaha mein Chilli-con-Carne hab ich dafür heute im Homeoffice gegessen.

Die Verabschiedung – auf der Dachterrasse

Das mit dem Kuchen und den Törtchen zur Verabschiedung ist gut angekommen….der zu verabschiedende Kollege hat sich gefreut, weil er eh nicht so gerne backt…und er hat noch Klein-Gebäck (Hessen: Stückchen/ NRW: Teilchen) besorgt…so war ausreichend für alle Geschmäcker etwas dabei.

Für die Verabschiedung haben wir uns am Mittag, bei dem strahlendem Wetter, auf der Dach-Terrasse zusammen gefunden…Neun Kollegen in Winterjacken und Mützen gehüllt (bei gefühlten 3-4 Grad) haben in einem weit gezogenen Kreis auseinander und doch beisammen gesessen, …jeder hatte sich vorher drinnen Kuchen und Kaffee geholt.

Zugeprostet haben wir mit Kaffee und dann war es eine lustige 3/4 Stunde….schön wars….

Ach ja und meine veganen Torteletts sind gut angekommen….der vegane Kollege hat auch gleich 2 davon gegessen und mich gelobt…puh – bin ich erleichtert, das es ihm geschmeckt hat…insgesamt sind 4 der 6 Törtchen verputzt worden….und dazu die komplette Blitzkäse-Torte…Das Backen hat sich gelohnt und ich kann zufrieden sein.

Der junge Kollege, der uns jetzt verlässt, wandert mit seiner Freundin in ein osteuropäisches Land aus….aus familiären Gründen….Als ich vor einem Jahr anfing, war er einer Derjenigen, die mich in den Wochen des 1.Lockdown freundlich und unkompliziert in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben….Mit ihm Zusammen haben der Controller und ich angefangen in diesem gerade neu bezogenen Bürogebäude die Dachterrasse für Mittagspausen zu erobern…hach ja….

Hineinspringen – Eintauchen

Es ist Samstag und noch früher Morgen….also vor 6 Uhr und ich bin bereits angezogen und sitze jetzt mit dem Laptop und einer Tasse Kaffee auf der Couch.

Ich bin lange vor dem Wecker wach geworden…und meinem Plan folgend werde ich jetzt gleich meine Sachen für den Tag schnappen und erst noch mal für 3-4 Stunden ins Büro fahren….denn da ist es heute ruhig.

Die letzten Tagen war sehr viel Unruhe im Büro…von Innen (viele Kollegen) und von Außen (Baustelle vor dem Fenster). Ja klar, ich hätte mich ja nicht mit den Kollegen unterhalten müssen…hätte mich einfach in mein Büro verkrümeln können, um dann einfach intensiv zu arbeiten.

HÄTTE! Hab ich aber nicht. Wollte ich auch nicht. Ich nutze die Gelegenheiten mich mit den Kollegen auszutauschen…die, die dann mal da sind….und die dann auch zu mir kommen und sich unterhalten möchten…die Zeiten sind schon schwer genug für uns Alle und jeder ist froh über persönliche Kommunikation.

Endlich am Freitag war arbeitssame Ruhe im Büro …. da wurde es auf der Baustelle so laut, das es nur noch mit Kopfhörern und Entspannungsmusik ging mich zu konzentrieren….und dann bin ich hineingesprungen in die nächsten Jahresabschluss-Vorbereitungen. Denn jetzt kommen die größeren Gesellschaften, aktuell die, mit dem kompliziertesten Abrechnungs-Schema.

Zum Glück hab ich mich bereits während des Sommers schon eingehend damit auseinander gesetzt…denn selbst der Controller hat mir bei der Übergabe nicht alles dazu erklären können, ihm war dieses 4er Firmen-Geflecht auch nie geheuer…also hab ich mich im Sommer durch gewurschtelt und bin mit vielen Fragen an diverse Kollegen an die Aufarbeitung gegangen und konnte so, bis Ende letzten Jahres alles aufdröseln, alles abstimmen, hab alles bereinigt….und so war die Aufbereitung der Jahresend-Daten bisher eigentlich kein großes Thema mehr….bis auf EINE Sache….und da hing ich gestern und bin eingetaucht bis mein Taschenrechner glühte…irgendwie MUSS das doch nachvollziehbar sein….

Ich hab bestimmt 2,5 Stunden verglichen, nachgerechnet, Verträge gesucht (und nur teilweise gefunden), mit Arbeitspapieren verglichen, neu gerechnet, Daten erneut abgeglichen, Vorjahresdaten geprüft, wie kommen die bloß auf die Basiszahlen, wie kommen die auf die Anpassung, ich brauche die Angaben aus dem VERTRAG….himmelnocheins….WARUM wurde die Indexierung geändert, wenn es keine Vertragsanpassung gab, und WO ist der ursprüngliche Vertrag…wieso Mitten im Jahr die Änderung, warum 2x eine Erhöhung….warum haben wir andere Vorjahres-Werte, hab in alten Ordnern gewühlt….ach so,….falsch verbucht…

hahahaha….das sind Momente in denen ich komplett Zeit und Raum vergesse…und auch wenn ich nicht behaupten kann, jetzt alles wirklich verstanden zu haben, dazu müsste ich es in einem Vertrag nachlesen können, kann ich zumindest sagen: ja es ist logisch und nachvollziehbar…nur ob es richtig ist, kann ich trotzdem nicht sagen.

Aber den Schritt blende ich jetzt einfach mal aus….da gibt es ja in Dänemark noch die Kollegin, die noch die dazugehörende dänische Gesellschaft betreut und beide Gesellschaften zur Abstimmung zusammenführt….also eine Kontroll-Instanz.

Und deshalb sitze ich an einem Samstag Morgen hier auf der Couch, trinke in Ruhe meinen Kaffee und schreibe ein paar Zeilen hier….bevor ich jetzt gleich entspannt ins Büro fahre um dort ganz in Ruhe und ohne Hektik den nächsten Abschluss vorzubereiten…In der nächsten Woche habe ich insgesamt 4 Abgabe-Termine….

und danach werde ich noch den Ausflugs-Tipp eines Kollegen umsetzen….Wulksfelde bei Tangstedt mit einem großem Hofladen und schöner Umgebung zum Wandern…..

Drei auf einen Streich

So und jetzt könnte ich sogar schon wieder Bäume ausreißen…also zumindest die Bäumchen in meinen Blumentöpfen. Mir geht es wieder richtig gut. Nervlich war ich jedoch in dieser Woche bisher weiter angespannt….

….aber auch da, ist heute bei mir ein Knoten geplatzt…NICHT das mein Software-Problem gelöst wäre…hahaha der zuständige nette Kollege aus dem Helpdesk, der das Programm selber entwickelt hat, ist ratlos und schreibt mir allen Ernstes auf meine Frage ob er inzwischen schon weiter gekommen ist: Er weiß es auch nicht. Also – eigentlich sollte es laufen..

und danach kam nichts….während sich bei mir der Magen zuzog und mein Blutdruck anstieg. JA….UND….wie soll es jetzt weiter gehen? Ich bin verpflichtet diesen Report zu nutzen. WAS soll ich seiner Meinung nach jetzt machen? Und während er noch darüber nachdachte, hatte ich bereits an alle meine inzwischen auf 4 Personen angewachsene Schar diverser Chefs eine E-Mail vorformuliert – aber noch nicht verschickt.

Ich hab mich dann erst einmal selber aus der Schusslinie genommen, weil ich auf einmal erschrocken feststellen musste, wie stark ich mich in diese Sache drohte zu verbeißen. Dieses extreme fokussiert sein auf eine Sache, die einen dann nicht mehr loslässt…alle Gedanken kreisen nur noch um dieses eine Problem, auf das ICH ja keinen Einfluß habe….(beim Schreiben fängt sogar mein Puls schon wieder an zu steigen hahaha)…

Also STOP – ich verfalle jetzt nicht wieder in alte Gewohnheiten. Ich bin nicht dafür verantwortlich – es ist ein IT-Problem und nicht meines. Und im Zweifel eben ein Problem für eine höhere Etage. Also hab ich den Kollegen nur noch einmal eindringlich und freundlich gebeten, doch weiter nach der Lösung zu suchen und er hat dann auch gleich angeboten die Reports zu erstellen, bis es soweit ist. Die Mail an die Chefs hab ich dann auch wirklich nicht abgeschickt. Das kann ich immer noch machen…

Heute im Büro konnte ich all den seit 1 Woche angestauten Frust auch endlich abschütteln….ich hatte viele nette längere Unterhaltungen mit einigen Kollegen und zu dritt hatten wir auch eine lustige Mittagspause ( jeder hat in einer Ecke des Frühstücksraumes gesessen…also gaaaaaanz weit auseinander)…

…und gleichzeitig bin heute gut voran gekommen…ich hatte meine Arbeit jetzt extra so umgeschichtet, das ich gleich 3 Jahresabschlüsse an einem Tag machen konnte….so brauchte ich bei meinem IT-Kollegen nur einmal nach den Reports fragen…Drei auf einen Streich eben….und jetzt hab ich 1 Woche Ruhe, bevor ich die nächsten Abschlüsse abgeben muss. Und sollte es bis dahin keine Lösung geben, dann werde ich zumindest meine 2,5 Chefs in Dänemark informieren und um Unterstützung bitten und den neuen Chef im Hamburger Büro gibt es ja auch noch…hahaha…ich hab gar keinen Grund mich so unter Druck zu fühlen.

Die Erkenntnis des Tages über mich, hat mich doch etwas entsetzt:

  • wie leicht mich doch wieder mein Verantwortungsbewusstsein in alte Fahrwasser lenkt, mich für alles verantwortlich zu fühlen
  • wie schnell ich mich wieder in ein Problem verbeiße und nach Lösungen suche, wo ich doch hier gar keine Entscheidungs-Befugnis habe und auch keine Handhabe in andere Abteilungen reinzugrätschen
  • die sehr sich mein Pflicht-Bewusstsein drängt, alles möglich zu machen, was gefordert wird
  • ich bin immer noch nicht wieder so stress-resistent, wie ich dachte….

Nachdem ich das also realisiert und wieder abgeschüttelt habe, geht es mir auch von emotionalen Seite wieder gut. Meine Nerven haben sich beruhigt, meine Seele hat sich wieder entspannt.

Na, zumindest das hab ich gelernt: Solche Situationen schneller zu erkennen (als früher) und mich auch daraus zu befreien…trotzdem…ich dachte, ich wäre schon viel weiter….grummel

Reden und Kommunikations-Verhalten

Also ich kann nicht behaupten, das ich durch Corona weniger rede.

Nur die Gesprächspartner haben sich verändert. Hab ich vor Corona und bis Mitte des Jahres noch sehr viel mit meinen ehemaligen Kollegen und Freunden aus Hessen gesprochen, also mehr Abends in meiner Freizeit und nur wenig mit den Kollegen aus der 1. Firma hier im Norden, sind es nun zum großen Teil die Kollegen aus meinem jetzigen Job mit denen ich mich während der Arbeits-und Pausenzeiten unterhalte…dafür hab ich wesentlich weniger Unterhaltungen am Abend.

Positiv überrascht haben mich zusätzlich in dieser Woche gleich mehrere Kollegen…die sich mit ihren Fragen lieber an mich wenden, obwohl sie wissen, das der Controller dafür zuständig ist….darauf muss ich dann immer wieder hinweisen…

Die junge Kollegin z.B. gab ganz offen zu, das sie ein wenig Angst vor ihm hat. Ich kann sie verstehen, weil er im ersten Moment immer so abweisend am Telefon wirkt…das ist er auch bei mir…meistens löst sich dieses Gefühl aber nach ein paar Sekunden und er reagiert dann wieder normal….Witzigerweise hat man mir früher GENAU das GLEICHE nachgesagt…und es hat mich immer wieder überrascht, das mich die Menschen so wahr genommen haben…danach hab ich jahrelang an mir gearbeitet, um meine Außen-Wahrnehmung freundlicher wirken zu lassen, so das sie mehr im Einklang mit meiner inneren Haltung ist. DAS zumindest ist mir gelungen.

Mit anderen Worten, ich kann also relativ sicher davon ausgehen, das der Controller es gar nicht so meint und er sich seiner oft abweisend erscheinenden Wirkung gar nicht bewusst ist.

Andere Kollegen haben mich überrascht, weil sie auf einmal zu mir ins Büro kommen, um sich zu unterhalten…an Gespräche anknüpfend über Themen, über die wir uns schon vor einiger Zeit mal unterhalten haben…das hat mich gefreut, da es auch sehr junge Kollegen sind und die Unterhalten machen einfach Spaß.

…und zu guter Letzt hat mich noch unsere neue Quasi-Kollegin überrascht, die nun nach anfänglich sehr starker Zurückhaltung, wenigstens einmal am Tag für einen kurzen Plausch mit mir zusammen kommt….ist auch nicht leicht, mitten in Corona neu anzufangen…das kenne ich ja auch…

….und wir haben doch einige Gemeinsamkeiten über die ich immer wieder staune: auch sie ist nach privater und beruflicher Trennung aus einem anderen Bundesland in den Norden gezogen….und witzigerweise hat sie in der westfälischen Kleinstadt gearbeitet, in der ich aufgewachsen bin… und ist in der Stadt in NRW geboren, in der ich 18 Jahre gearbeitet habe…..hahaha….tja….da merkt man wieder einmal: die Welt ist ein Dorf….

Erkenntnisse des Tages

Am Wochenende hatte ich mich seit längerem mal wieder mit einem kurzen Gruß bei meinen ehemaligen Kolleginnen gemeldet und wie auf ein geheimes Zeichen hin, hab ich heute einige Rückmeldungen erhalten.

Eine hat mich besonders gewundert….immerhin hat diese Kollegin in den letzten Monaten nur noch sehr selten auf meine Nachrichten reagiert…so das ich sie oft schon gar nicht mehr anschreibe…

….und im Laufe des Whatsapp-Chats hab ich gemerkt, warum sie heute so fleißig schreibt. Es gibt zwischen ihr und ihrer direkten Kollegin …Unstimmigkeiten, die wohl inzwischen zu einem ernsthaften Zerwürfnis geführt haben.

Streit gab es zwischen den Beiden schon von Anfang an und es hat mich mehr als 2 Jahre gekostet, bis aus den Beiden endlich so etwas wie ein Team wurde…und dann lief es sogar ein paar Jahre richtig gut.

Aber in den letzten Monaten muss es wieder vermehrt zu Problemen gekommen sein…von der Einen hab ich schon vor ein paar Wochen per Telefon etwas gehört, was in die Richtung ging…von der Anderen heute per Whatsapp…. (mein erneutes Angebot, doch mal wieder zum Telefonhörer zu greifen, hat sie jedoch wieder ignoriert…dann also per Whatsapp).

Es ist wie all die Jahre…sobald es zu Problemen untereinander kommt, wollen sich Beide absichern…bei mir…wie war das noch, was hatten wir vereinbart usw….

Aber was ich einmal vereinbart hatte, muss heute ja nicht mehr gültig sein…ich weiß ja nicht, was die neuen Chefs sich inzwischen ausgedacht haben…von daher bin ich sehr vorsichtig in meinen Formulierungen…immerhin hab ich jetzt schon mehr als 1 Jahr nicht mehr in dieser Firma zu sagen…. hahaha – zum Glück bin ich da raus.

Ich hab vorgeschlagen, das sich die Beiden doch mal mit ihrer neuen Teamleiterin zusammen setzen, um die Aufgabenverteilung zu besprechen und ansonsten gilt das, was ich für jede der Beiden in den Arbeitsplatz-Beschreibungen fixiert habe. Solange die Niemand geändert hat, haben die noch Gültigkeit.

Aber diese „Unterhaltung“ hat mir auch etwas gezeigt:

  1. ich finde es zwar nett, das sie versuchen sich noch Rückendeckung bei mir zu holen – wie früher wenn es Probleme jedweder Art gab
  2. ich bin auch bereit zu helfen oder zu unterstützen wenn es um spezielle sachliche Fragen geht, die durch den zweimaligen Teamleiter-Wechsel und den sehr kurzfristigen Wechsel der kfm. Leitung evtl. auf der Strecke geblieben sind
  3. ich finde es nicht mehr nett, das sich die eine Kollegin nur noch meldet, wenn es genau darum geht…ansonsten aber kein Hallo mehr zustande bringt…da fühle ich mich schon benutzt…
  4. ich unglaublich froh bin, das ich dort nicht mehr arbeite, weil sich scheinbar nichts verbessert hat. Weder sachlich, noch menschlich
  5. ich mir noch bewusster bin, wie toll sich mein Leben seit meinem Weggang zum Positiven verändert hat
  6. ich mich emotional auch gar nicht mehr in diese Firmen-Interna hineinziehen lassen möchte….und es gelingt mir

Sehr schön….es hat tatsächlich ein ganzes Jahr gedauert bis ich das so sagen kann…und ich mich wirklich nicht mehr verantwortlich FÜHLE…(das ich es schon lange nicht mehr bin, war mir natürlich klar).

Und was schreibt mir heute meine ehemalige Chefin…fast das gleiche wie die Kollegin: Sie denkt sehr oft an mich….

Hoch die Gläser

In dieser Woche haben die Kollegen beschlossen sich nach Feierabend mal wieder alle zusammen zu treffen: in einer kleiner Lokalität in der Nähe: ein bisschen was essen, ein nettes Gläschen trinken und einfach mal wieder quatschen….Seit Corona (und meinem Start in der Firma) war das bisher keine Option.

Aber jetzt sind die meisten Kollegen nur noch unregelmässig im Homeoffice und wir arbeiten meistens alle zusammen im Büro…treffen uns in der Küche und im Meeting-Raum…wir halten so gut es geht Abstand, liegen uns nicht in den Armen, nutzen die Hygienemöglichkeiten und versuchen bestmöglich Rücksicht zu nhmen…bisher gibt es bei uns keine Corona-Fälle….

Die Begrenzung für Treffen in Hamburg liegen aktuell bei 10 Personen …und als wir im Meeting durch gezählt haben, wer denn mitkommen möchte, waren es genau 10 – BINGO, passt. Ein Kollege hatte für den Donnerstag reserviert…gerne draussen…aber bei dem Regen lieber Drinnen.

Wir waren in einem leicht abgetrennten Bereich alleine an zwei Tischen und was soll ich sagen…es war ein super lustiger und feucht-fröhlicher Abend. Das Essen war wieder einmal klasse und ich habe mich ausgelassen unterhalten.

Das Schönste ist, die Kollegen sind stark durchmischt in ihrer Art: Alter von 22-59 Jahre, Berufe: Projektentwickler, Techniker, Rechtsabteilung und Buchhaltung. Die Kollegen kommen aus unterschiedlichen Ländern und es gibt unterschiedliche Geschlechter.

Also die Teilnehmerquote der Frauen lag bei 100% hahahha, was aber daran liegen könnte, das es aktuell nur 2 Frauen am deutschen Standort gibt.

Die junge Kollegin ist super nett und auch sie ist erst seit kurzem in Festanstellung. Zusammen hatten wir das Zepter übernommen um die Kaffeeküche im neuen Büro ordentlich und den Toilettenraum ein wenig heimeliger zu machen. Die Jungs lassen uns gewähren…und die Sauberkeit und Ordnung hat inzwischen insgesamt deutlich zu genommen.

Ich bin am Donnerstag extra mit der S-Bahn nach Hamburg gefahren, um dann auch ohne schlechtem Gewissen Alkohol trinken zu können…außerdem muss ich jetzt bei meinem Auto ein paar Kilometer „einsparen“, da ich beim Autokauf eine Km-Obergrenze für mein altes Auto vereinbart habe.

Es war eine gute Entscheidung die S-Bahn zu nehmen….und ich musste auch nicht alleine zur S-Bahn laufen…sondern hatte die Begleitung eines jungen Kollegen, der zwar nur fast die gleiche Richtung hatte, mich aber trotzdem bis zum Bahnhof begleitet hat…über soviel Ritterlichkeit hab ich mich gefreut.

Neu-Start im Job

Ich bin jetzt bereits 4 Tage im neuen Job und es geht mir richtig gut.

Der dänische Konzern aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien hat in Hamburg einen ziemlich eigenständig agierenden Zweig, von dem aus eine ganze Menge kleinerer Firmen betreut werden.

Der größte Teil der Mitarbeiter in Hamburg kümmert sich um Projektplanung und Technischem Service, die Verwaltung bestand bisher nur aus 1 Person und hat durch meine Ankunft eine Steigerung um 100% ehrfahren.

Die Büroetage bietet Platz für insgesamt ca. 15-17 Personen, von denen ich bisher nur 5 kennen gelernt habe. Ich teile mir das Büro mit meinem Buchhaltungs-Kollegen. Die Firma ist gerade erst hierhin gezogen, da es am alten Standort nicht mehr genügend Platz gab und so ist hier tatsächlich alles auf dem neuesten Stand der Technik. Auch die Ausstattung der Arbeitsplätze mit Laptop und Smartphone ist top….und für alle sind sogar die Schreibtische höhenverstellbar (das empfinde ich als Luxus, ist in dänischen Firmen allerdings Pflicht – das wusste ich vorher auch nicht) und modernstem Bürostuhl der sich optimal einstellen lässt.

Es gibt frei verfügbar Kaffee,Tee, Wasser und Obst, eine voll ausgestattete Küche incl. Kochplatte und 2 Mikrowellen und einen Dachgarten auf dem wir mittags schon draußen gesessen haben.

Was aber viel wichtiger als diese Top-Ausstattung ist, die Kollegen sind entspannt und nett…es gibt durch die flachen Hierarchien keine direkten Vorgesetzten am Standort und sehr wenig Druck…jeder arbeitet eigenverantwortlich und von Dänemark gibt es nur wenige Vorgaben. Bisher sind mir noch keine Spannungen untereinander aufgefallen.

Und jetzt kommt das BESTE: es gibt KEINE monatlichen oder quartärlichen Abschlüsse, es gibt KEINEN Zeitdruck. Es gibt nur 1/2-jahres und Jahresabschlüsse nach HGB und Steuerrecht…damit entfällt das Prinzip der gleichzeitigen Ledger-Buchungen…. also keine IFRS-Abschlüsse (oder noch schlimmer US-GAAP).

Mit dem Buchhaltungskollegen komme ich klar, er ist eher still und hat ähnliche Ansichten über Strukturen und die Art zu Arbeiten. Es ist offen und direkt und mir fiel es von Anfang an leicht mich mit ihm zu Unterhalten…auch über das Arbeiten hinaus. Wir sind in einem ähnlichen Alter … also Buchhalter vom alten Schlag…immer noch etwas papierlastig aber auf dem Weg ins papierlose Büro hahahha….okay also halbwegs papierlos….so ganz wird es bei uns nie klappen.

Mein Kollege ist niemand der anderen seine Arbeitsweise überstülpen will und er merkt, das ich nichts adhoc umkrempeln werde…es ist sogar so, das er gerne seine Strukturen ändern möchte, wo ich dann schon mal bremse, da es vielleicht keine gute Idee ist gleich zu Anfang alles zu ändern. Ich hab ihm signalisiert das ich gerne erst einmal gerne seine Strukturen übernehme und wenn ich merke wir könnten es uns einfacher machen, wir es dann besprechen. Da wir uns ja gegenseitig vertreten sollen, ist es sinnvoll die Firmen auch nach den gleichen Strukturen zu bearbeiten.

Wir waren uns sofort einig, wie die Arbeit aufgeteilt werden kann und ich hab ein paar Vorschlage gemacht, z.B. wie wir den Fortschritt der Arbeiten für jede Gesellschaft besser nachverfolgen können.

Ich lerne von ihm das Geschäftsmodell und die Strukturen innerhalb des Konzerns kennen, und zusammen suchen wir nach Strukturen um die Arbeit so effektiv wie möglich zu gestalten.

Schon nach 4 Tagen fühle ich mich hier wohl, bin schon produktiv in die Arbeit eingebunden. Innerhalb von 2 Tagen waren trotz Corona und der Einschränkungen in der Arbeitswelt, fast alles Zugänge für die verschiedenen Programme funktionstüchtig….und gestern war ich sogar alleine im Büro und hab fleissig gearbeitet

…und hier darf ich geanu so arbeiten, wie ich es gerne mag: Als Allrounder – von allem etwas: Banken, Kreditoren, Debitoren, Sachkonten, Anlagevermögen, Zahlläufe, Abschlüsse…..

…bei so viel Glück bin ich fast schon wieder verunsichert…

Sichtweisen

Wenn ich meine Situation im April letzten Jahres mit Heute vergleiche, sind das 2 ganz unterschiedliche Ausgangspunkte….soll heißen mit der nun anstehenden Veränderung verbinde ich Energie, Lust am Leben…. Neugierde.

Im letzten Jahr war die Veränderung ungleich größer und ich bin mit Erschöpfung in diesen Neustart gegangen. Meine Intention war: Ruhe und Erholung zu finden, inneren Frieden nach der Trennung vom Freund und eine geregeltere Freizeit nach meiner Kündigung im Stess-Job.

Der neue Job war nur ein Vehikel um meinen Unterhalt zu bestreiten, mir die finanzielle Sicherheit zu geben und mir die Freizeit zu ermöglichen…denn eine richtige Aufgabe oder gar eine Passion konnte ich dort nicht entwickeln.

Ich hab mich eine Weile mit dem Job arrangiert, weil mir schon nach 1 Monat klar war, das hier ist nicht der Job, wie ich ihn mir vorgestellt habe und auch nicht so, wie man mir gesagt hat.

Auch das Team schien nur am Anfang harmonisch zu sein. Es gibt mehrere Lager und wer nicht zum stärksten Lager gehört, der ist eben DRAUSSEN…das hab auch ich zu spüren bekommen. Aber selbst wer DRINNEN ist, hat es nicht automatisch gut .

Erst letzten Donnerstag brüllten sich 2 Kolleginnen ihren ganzen Frust auf die eigene Situation im Job an….Jede fühlte sich unverstanden…und auch danach waren Beide tief überzeugt, das immer nur auf den jeweils Anderen Rücksicht genommen wird….

Die Konflikte im Team sind sogar noch tiefer, als ich es bisher wahr genommen habe. Daran hat auch die Teambuilding-Maßnahme (ein paar Monate bevor ich dort angefangen habe) nichts bewirkt.

Bei 14 Personen gibt es glaube ich nur 2-3 Personen die eine gewisse Zufriedenheit ausstrahlen…die mit Job und der Kollegensituation gut auskommen. Die meisten sind unzufrieden..einige mit denen ich gut auskomme, erzählen es frei heraus…bei den Anderen ist das ewige Gemeckere nicht zu überhören.

Interessant ist allerdings die Wahrnehmung der Chefin…die bekommt es entweder wirklich nicht mit oder sie interepretiert es als „vorüber gehende Miss-Stimmung“ oder sie will es einfach nicht wahr haben, das es ein Grundsatz-Problem ist. Sollte sie es wirklich nicht wahrnehmen, fehlt ich allerdings jegliche Empathie für ihre Mitarbeiter und jegliches Gespür wie man mit schwierigen Situationen umgehen sollte.

Kollegen – ein Minenfeld

Seit Anfang des Jahres habe ich ja mehr und mehr meine Pausenzeiten so genommen, das es für mich gut ist. Ich renne dem Tross nicht hinterher…und das bekommt mir sehr gut.

Natürlich hab ich Antennen dafür, das es nicht Jedem gefällt…aber das kann ich locker ignorieren…Wenn Jemand mit mir plaudert, dann plaudere ich mit. Manchmal fang ich auch eine Plauderei an…aber wenn dann nichts zurück kommt, dann ist das so,es stört mich nicht....ich nehme es zur Kenntnis und bei einer anderen Gelegenheit plaudere ich wieder mit…entweder es geht …oder eben nicht.

Aber ich registriere sehr wohl, das mit meiner gestiegenen Sicherheit in den Tagesabläufen und meinem manchmal ungefragten Einmischen bei Fachproblemen, eine direkte Kollegin immer stiller in meine Richtung wird. Sie teilt mir nicht mit, wenn sie für längere Zeit in ein Meeting geht oder wenn sie einen Tag frei nimmt oder das sie wegen ihres Geburtstags etwas gebacken hat und es im Nebenbüro steht…Wenn ich sie etwas frage, gibt sie freundlich  Antwort…aber von ihr kommt gar nichts…sie wirkt in der Kommunikation zu mir sehr befangen… Dabei haben wir uns schön öfter mal locker und gut unterhalten…aber das ist schon 1- 1,5 Monate her.

…und vor ein paar Tagen hat sie ziemlich unwirsch reagiert, als es um einen fachlichen Fehler ging. Dabei hab ich nur gefragt aufgrund welcher Regel sie das so macht und hab nach ihrer Antwort ganz ruhig erläutert, wie es richtig ist (natürlich unterstützt mit einem schriftlichen Nachweis – ohne glaubt mir ja eh keiner).

Sie ist Anfang 30 …. und sie braucht vor mir überhaupt keine Angst zu haben…sie ist bei uns die gehypte Nr. 1, von allen geliebt und verehrt  und ihr Ansehen ist extrem groß in unserer Abteilung. Ich will ihr weder das Wasser abgraben, noch sie Vorführen, mir geht es immer nur um die Sache….aber irgendwie scheint sie sich von mir bedroht zu fühlen.

Heute dann kam der Brite und anstatt die Kollegin zu fragen, bat er mich um Erläuterung einer bilanziellen Frage, die ich ihm auch zügig und ruhig  gegeben habe.   Darauf hin hat sie heute überhaupt nicht mehr mit mir gesprochen..

Wenn sich das nicht bald normalisiert, werde Ich  wohl bald mal das Gespräch mit ihr suchen…