Chaos – gute Kollegin / überforderte Kollegin

(Achtung: nur langweiliges Arbeitszeugs!!)

Montag und Dienstag hab ich von Zuhause gearbeitet und hatte endlich einmal wieder so ein Gefühl von Normalität…das neue System wirkt nicht mehr ganz so neu und das Unverständnis für einige Prozesse weicht dem Gefühl: ich weiß was ich tun muss und wenn das nicht läuft, weiß ich, wie ich es auf anderem Wege erreichen kann….nicht schön – aber lösbar. Neue Abläufe festigen sich so langsam und werden zu Routinen.

Mein neues Laptop läuft immer noch nicht zu 100%,, wie es soll…aber einige Probleme habe ich tatsächlich selber lösen können (zum Glück hab ich immer noch ein gutes Gedächtnis und konnte mich erinnern, das ich das eine oder andere Problem schon einmal hatte und wie es gelöst wurde) und für das größte Problem hoffen die IT und ich auf kommenden Freitag, wenn ein anderer IT-Kollege wieder da ist.

Und seit dann Dienstagnachmittag noch eine systemseitige Lücke geschlossen wurde, bin ich mit dem Banken-und Zahlungsmodul inzwischen sehr zufrieden…es gibt nur noch EIN Bankportal, bei dem es noch nicht einwandfrei klappt. So fange Ich endlich an dem System zu vertrauen, weil die Prozesse tatsächlich funktionieren. Jetzt geht es ans „aufräumen“ – alles da,s was am Anfang nicht richtig lief, was wir nicht besser wussten und einfach „irgendwie“ gemacht haben, um voran zu kommen…all das muss jetzt überprüft und korrigiert werden.

Ich bin dabei in guter Gesellschaft…meine Lieblings-Kollegin aus DK hat nach Ihrer Elternzeit vor 2 Monaten wieder ihre „alten“ Gesellschaften von ihrer Vertretung zurück bekommen, so das wir jetzt wieder bei vielen Gesellschaften zusammen arbeiten.

Als ich sie auf ein großes Problem aufmerksam machte, meinte sie…jaaa da hat die Vertretung ein etwas größeres Chaos in ihren dänischen Firmen angerichtet…sie fängt gerade erst an mit dem Aufarbeiten. Da unsere Gesellschaften miteinander verbunden sind, sehe ich das Chaos tatsächlich bei jedem Zahllauf…weil ich für die dänischen Gesellschaften die Zahlungen über die entsprechende Deutsche Gesellschaft ausführen muss. Mit der Funktion der Cross-Company-Buchungen sehe ich somit, das alle Rechnungen aus 2024 immer noch als unbezahlt in ihrer Bilanz stehen, was nicht sein kann…da diese ALLE von mir bezahlt wurden, damals noch mit manueller Verbuchung auf beiden Seiten. Irgendwas mit der Verbuchung auf dänischer Seite hat bei der Vertretungs-Kollegin nicht funktioniert.

Die Lieblings-Kollegin aus DK und nunmehr junge Mutter, ist eine tolle Controllerin und wir haben schon ein paar Jahre super an einigen Firmen zusammen gearbeitet. So lernt sie das neue System ja auch gerade erst kennen und wir hangeln uns zusammen durch die Veränderungen…ich bin froh das sie wieder da ist.

Die „Vertretung“ geht nun selber Ende Mai in Mutterschutz und anschließend in Elternzeit. Bisher dachte ich, sie hat alles im Griff….aber durch die Übernahme einer Gesellschaft von ihr, die kein dänisches Pendant hat, und die komplett neu für mich ist, sehe ich, das sie hier bei der noch relativ neuen Gesellschaft nicht alles richtig durchdacht hat.

Und ich verstehe nun immer besser, warum ich gefragt wurde, diese rein deutsche Firma zu übernehmen. Sie hat versucht es sich einfach zu machen und nach fast 3 Jahren ist das nun ein heilloses Wirrwarr. Die Abrechnungen der letzten Jahre an die Landeigentümer können gar nicht stimmen….aber um das genau zu berechnen, muss ich erst einmal die Verträge nachlesen und dann mit der Teamleitung in DK klären, warum diese Art der Aufteilung gewählt wurde…es widerspricht allen Regeln, die ich im Laufe der Jahre gelernt habe. Warum ist das vorher Niemandem aufgefallen?

Und nun wollen die Landeigentümer Rechenschaft über ihre Abrechnungen für die letzten Jahre. Das Recht haben sie und meine Kollegen haben es sooo lange verschoben sich damit zu beschäftigen, bis sie es an mich übergeben haben.

Aber ich weiß gar nicht WIE ich das erklären soll….weil es nicht logisch und auch nicht korrekt ist. Na danke auch – ich werde wohl alle Jahre überprüfen und korrigieren müssen. Aber dazu brauche ich erst das GO aus der Zentrale. Das gibt noch einmal richtig Chaos, denn gleichzeitig gab es im April diesen Jahres vom Netzbetreiber korrigierte Abrechnungen für das Jahr 2023….grrrrrrr, wodurch ich nur durch Zufall drauf gestoßen bin.

Die Kollegin hat es nicht für nötig befunden mich darüber zu informieren, obwohl sie die korrigierten Abrechnungen erhalten hat. Sie hat NICHTS damit gemacht. Erst durch eine Mahnung habe ich über Recherche und viele Telefonate davon erfahren.

Jetzt habe ich mal wieder meinem Kopf beim Schreiben freien Lauf gelassen…und bin (wieder einmal) überrascht über das Ergebnis 😇. Eigentlich wollte ich nur kurz das Positive erwähnen und dann zu einem anderen Thema wechseln….hahaha.

Aber wenn die Gedanken so raussprudeln – dann müssen sie eben raus und aufgeschrieben werden.

Musical und verwirrende Bahnfahrt

Letzte Woche Freitag (ich hinke mal wieder etwas hinterher mit dem Schreiben) ….war ich mit meiner lieben Kollegin Svea im Musical Hamilton in Hamburg. Die Eintrittskarten hatte ich ja bei der Verlosung der Online-Zeitung gewonnen.

Da wir Beide nicht in Hamburg wohnen, sind wir an dem Tag später ins Büro gefahren und anschließend gleich dort geblieben…für kurz nach 18 Uhr hatte ich einen Tisch im kleinen asiatischen Restaurant, bei uns um die Ecke, reserviert. Die sind immer gut besucht, weil echt lecker. Die bieten moderne asiatische Küche an und vor allem die Bowls sind klasse.

Die Kollegin hatte mich zu dem Essen eingeladen…das fand ich super nett, hab ihr aber auch gesagt, das es nicht notwendig ist, weil ich die Eintrittskarten ja selber geschenkt bekommen habe…aber es war ihr ein persönliches Anliegen…nicht wegen der Karten, sondern wegen „überhaupt“….ich hab es sofort verstanden und mich sehr darüber gefreut und gleich mal festgehalten, das ich dann bei unser nächsten Aktivität, die Restaurant-Rechnung übernehme.

Das „überhaupt“ bezieht sich auf unsere vielen kleinen und großen Gespräche als es ihr, besonders nach der Trennung, nicht so gut ging und sie hatte mir schon einmal gesagt, wie gut ihr unsere Gespräche tun und weil ich mich immer wieder auch erkundigt hatte, wie es ihr nach dem Schlüsselbein-Bruch ging. Beides fiel ja in dieselbe Zeit.

Anschließend blieb uns noch eine gute Stunde um mit der S-Bahn von der neuen Haltestelle Ottensen (die wurde erst am 31.05. eröffnet) bis zur Haltestelle Reeperbahn zu kommen. Das ist eigentlich kein großes Ding. Normalerweise.

Erst konnte ich mir über meine HVV-App keine Fahrkarte kaufen, weil mal wieder meine Zugangsdaten nicht mehr gespeichert waren…also ab an den Automaten und manuell eine Karte kaufen…und dann fuhren die S-Bahnen nicht wie erwartet….dann waren wir in der falschen S-Bahn und weil wir uns unterhalten haben, hat es etwas gedauert, bis wir es bemerkten.

Also schnell raus an der nächsten Haltestelle um wieder zurück zu fahren, dort war der Zugang zum Bahnsteig für S1, S2 und S3 aber gesperrt. Die Anzeigen waren verwirrend und in der HVV-App stand etwas anderes ..also dann ab zur U-Bahn und bevor wir dann noch weiter mit den Bahnen durch die Gegend irren…sind wir dann ausgestiegen und den restlichen Weg zu Fuß gegangen. Jaja, es fühlte sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd an…weil überall an S- und U-Bahnen gebaut und gesperrt wird….und wir uns so von einer Station zur nächsten gehangelt haben.

Letztlich kamen wir mit 10 Minuten Verspätung am Theater an und mussten – na klar – warten!. Weil die Vorstellung bereits angefangen hatte.

Dieses ungeplante Chaos war doppelt lustig, weil ich ja in der Regel sehr gut organisiert bin und die Kollegin, auch aufgrund ihres Jobs als Assistentin der Geschäftsleitung, ebenfalls ein echtes Talent im Organisieren ist….hier aber haben wir Beide keinen Plan gehabt.

Es kam dann noch ein Pärchen mit Verspätung und nach ca. 10 Minuten wurden wir Alle auf die Empore geführt und sollten uns dort am Rand einen Platz suchen. Man könne uns jetzt nicht auf unsere regulären Plätze bringen, da diese Mitten im Saal waren.

Durch diese Verspätung hatten wir somit unerwartet tolle Plätze mit einem grandiosen Blick von oben auf die Bühne und auch nach der Pause, sind wir wieder dorthin gegangen, anstatt auf unsere Plätze unten im Saal.

Das Musical selbst war schon interessant. Tolle Musik, toller Gesang, tolle Tänzer, schönes Bühnenbild….aber man hat kaum verstehen können, was die dort singen. Durch den schnellen RAP-Gesang auf Deutsch, gesungen von (wahrscheinlich) Amerikanern….es war einfach zu schnell mit zu viel Akzent…und da die Bühnen-Performance nicht viel von der Geschichte preisgab…brauchte man die Worte um überhaupt zu verstehen, um was es eigentlich ging.

Aber mit etwas Phantasie konnte man so einigermaßen folgen. Aber ich kann verstehen, warum das Musical jetzt bereits nach einem Jahr fort geht. Es ist nicht so massentauglich wie „König der Löwen“, „Phantom der Oper“ oder ähnlichem. Aber ich freue mich darüber, das sich es mir angeschaut habe.

Nach der Vorstellung kamen wir aus dem Theater und es war unglaublich warm, dabei war es schon nach 23 Uhr. Tagsüber war es gar nicht soo warm gewesen. Wir sind also wieder mit der U-Bahn zurück gefahren und bewusst eine Station eher ausgestiegen, um den Rest des Weges zu Fuß zu laufen…das Wetter war einfach zu schön. Am Büro angekommen haben wir die Autos aus der Tiefgarage geholt und sind in unterschiedliche Richtungen nach Hause gefahren.

Trotz der kleinen Verwirrfahrt auf dem Hinweg, war es ein schöner Abend….ich will jetzt echt wieder öfter ins Theater und schon ganz bald fahre ich mit Schwester+Schwager zur Freiluftbühne in Lübeck. Gespielt wird ein Krimi: Sherlock Holmes` Rache…. Die Karten hab ich bereits bestellt.

Kleine Auszeiten in Planung

Aber es gibt, neben dem Arbeitskram, auch noch schönere Dinge.

Ich habe seit ein paar Jahren ein WELT-online Abo…und habe dort bei einer Verlosung mitgemacht…und tatsächlich gewonnen: 2 Eintrittskarten für „Hamilton – das Musical“.

Als ich auf den Mitmach-Button klickte hab ich nicht wirklich damit gerechnet… Das Musical läuft ja in Hamburg…und es läuft wohl nicht sonderlich gut…es wird im Oktober abgesetzt, nach nur einem Jahr.

Im letzten Jahr wollte ich es mir dieses Musical mit meinem Ex-Tanzpartner anschauen, nachdem unsere Karten für „Cirque du Soleil“ umgetauscht werden mussten….aber Hamilton stand dann doch nicht als Ersatz zur Verfügung.

Also jetzt hab ich die Möglichkeit mir doch noch Hamilton anzuschauen, bevor es aus Hamburg wieder verschwindet.

Als Begleitung hab ich eine meiner Kolleginnen gefragt ob sie Lust hat mit zu kommen – ja hat sie. Wir verstehen uns gut und unterhalten uns, abseits normaler Kollegen-Unterhaltungen, auch viel privat. Ihr Mann hat sie vor ein paar Monaten nach fast 20 Jahren verlassen und das hat ihr sehr zugesetzt. Wir sind uns in einigen Dingen sehr ähnlich…sie hat einen starken Willen und ist sehr konsequent in ihrem Handeln und obwohl sie seelisch leidet, ordnet sie ihr Leben und gewinnt wieder die Oberhand, lässt sich nicht unterkriegen…dabei ist sie aufgeschlossen und umgänglich. Ich nenne sie ab jetzt „Svea“.

Also haben wir einen Termin abgestimmt und ich habe die Tickets für einen Tag im August bestellt.

Und kommendes Wochenende fahre ich privat zur „Brandenburgerin“…seit 3 Jahren wollen meine liebe Kollegin dort und ich uns, mal außerhalb der Firma, treffen. Denn selbst beruflich komme ich ja nur selten in den Osten…also blieben bisher nur die Teams-Telefonate und Whatsapp-Chats.

Nach unzähligen Absichtserklärungen, habe ich es jetzt fixiert und auch schon die Übernachtung für mich gebucht. Seit ihre Mutter vor kurzem einen Schlaganfall hatte (sich aber langsam, dafür gut davon erholt) wohnt sie bei der Kollegin und ihrer Familie…die sind alle ganz eng miteinander…das finde ich toll. Jetzt bin ich quasi bei ihr Zuhause für einen Abend mit ihrer Familie eingeladen…da freue ich mich schon sehr drauf.

Auch wenn, wie immer bei mir, ein Quentchen Unsicherheit mit dabei ist…hoffentlich wird mir das nicht zu viel mit der ganzen Familie (Kollegin, Mann, Kinder und Mutter). Das Gute ist, meine Kollegin kennt mich inzwischen ganz gut mit all meinen Eigenheiten und ich kann mich für einen Abend auch auf das Gewusel einer Familie einstellen.

So dies und das – normales Leben eben

So dies und das – normales Leben eben

Es passte gerade nicht wirklich, das mit dem Schreiben…dabei schreibe ich gerne und lasse meinen Gedanken oft freien Lauf oder erzähle gerne von meinem Tag.

Schreiben bedeutet für mich auch immer, etwas zu Verarbeiten und mir meines Lebens sehr bewusst zu sein….und trotzdem passte es in der letzten Zeit nicht so wirklich. Dabei hab ich schöne kleine Ausflüge gemacht, mich mit Schwester+Schwager getroffen und geniesse auch meine Walkingrunden, vor allem bei den schönen Sonnenauf- und Untergängen, denn das ist meine liebste Zeit…oder wie wie so oft in dieser Woche, auch erst knapp nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel wunderbare Welten schafft, manchmal wirkt es so surreal.

Ich unterhalte mich viel mit Kollegen und Nachbarn. Wenn ich im Büro bin, gehe ich auch mittags mit raus zum Essen und finde es herrlich, arbeite andererseits oft und intensiv im Homeoffice, um alles immer noch rechtzeitig fertig zu bekommen ohne das ich gestört werde, was im Moment gar nicht so leicht ist…lerne weiterhin Dänisch, kümmere mich um meine Wohnung und um die Bepflanzung des Balkons und um alles was sonst noch passiert…normales Leben eben.

Direkt nach Feierabend bin ich dann erst einmal ziemlich müde…und es dauert eine Weile bis ich mich zu etwas Aufraffen kann. Vielleicht ist das jetzt die Frühjahrsmüdigkeit, nach dem Ende des Winterschlafs und dem Überwinden der Müdigkeit durch die neuen Medikamente…wenn ich dieses Nachmittagstief dann überwunden habe, dann ist auch alles okay…aber an manchen Tagen fällt es mir schon sehr schwer und die Couch-Anziehungskraft ist gerade sehr groß.

Ich musste mich beruflich und privat immer wieder mit den Tücken der Technik auseinander setzen und mit unverschämten Preisen der Stromanbieter.

Beruflich wird der Ton einsilbiger und an manchen Stellen rauer….aber damit hab ich seit dem Dezember-Meeting in DK schon gerechnet…aber ich muss mich erst wieder an so etwas gewöhnen. Man sagt ja: „In einem Krieg ist das erste Opfer die Wahrheit“, Im Job kann man es nennen: „Bei einem erfolgreichen Firmenaufstieg zum Konzern, ist das erste Opfer die Freundlichkeit“. Der Ton wird rauer, Mails werden schärfer formuliert, auf Antworten muss man länger warten, die kleinen Gesten der Freundlichkeit werden weniger und jeder ist jetzt mehr mit sich selbst beschäftigt.

Genau das konnte ich den den letzten 3 Jahren Stück für Stück beobachten. Das ist jetzt noch nicht dramatisch, das kenne ich auch noch viel ausgeprägter….aber es hat sich doch schon jetzt gravierend verändert. Der Charme der aufstrebenden kleinen Firmengruppe hat sich verzogen..

Und eine der gravierendsten Veränderungen: es gibt jetzt überall so viele neue Kollegen, die man nicht mehr kennt und kaum noch zuordnen kann. Jetzt rächt sich die dänische Methode, das man die Kollegen, auch in Mails, fast immer nur mit dem 1.Vornamen benennt…bei so vielen Mitarbeitern ist es aber natürlich, das es inzwischen 2 – 5 verschiedene Kollegen mit den gleichen Vornamen gibt….das kann dann schon mal zu „lustigen“ Verwechslungen kommen. Bei der Frage „Wer kümmert sich um das Thema xy“ kann die Antwort z.B. „wende Dich an Rikke“ zu einem echten Problem führen….und es dauert auf diese Weise lange bis man den richtigen Ansprechpartner gefunden hat…denn das ist ein Vorname der in DK und damit auch in unserer immer größer werdenden Zentrale, öfter vorkommt. Also hilft nur Nachfragen und ausprobieren.

Eine liebe Kollegin hat gerade massive Beziehungsprobleme mit ihrem Mann und auch noch, seit einigen Wochen, körperliche Einschränkungen durch einen Unfall….das Genesen dauert ihr zu lang, das kann ich gut verstehen…..das Ganz hat mich emotional sehr mitgenommen, ist sie doch sonst ein fröhlicher, positiver und liebenswerter Mensch. Sie will über das alles noch nicht sprechen…und ich hab ihr angeboten, das sie bei Bedarf gerne auf mich zurück greifen kann.

Und so vermisse ich gerade mal wieder die unbeschwerte Leichtigkeit, die ich sonst so gerne in meinem Leben habe….aber das ist jammern auf ganz hohem Niveau…denn mir geht es soweit ja gut und ich bin froh und dankbar für mein relativ sorgloses Leben und freue mich über den Frühling und das Leben im Allgemeinen..

Mittags im Cafè

Mit dem Einhalten meiner beruflichen Abgabetermine und der massiven Flucht in den Urlaub in der dänischen Zentrale, ist in den letzten Tagen auch bei mir wieder mehr Ruhe eingekehrt. Ab jetzt kann man wirklich für ein paar Wochen NICHTS mehr klären und keine Arbeit wirklich abschließen (weil immer an einer Stelle eine Kollege ,den man benötigt, gerade im Urlaub ist)

Nur mein dänischer Chef schreibt aus dem Urlaub eMails….NACHTS, wenn alle schlafen… dann bekomme ich die notwendigen Freigaben. Er ist aber wirklich die Ausnahme.

Und mit der einkehrenden Ruhe, komme auch ich wieder in geordnetes ruhiges Fahrwasser…es fehlen jetzt noch bis Monatsende 6 Halbjahresabschüsse….den Rest hab ich bereits erledigt. Und so hab ich überhaupt kein schlechtes Gewissen meine Mehrstunden gleich mal wieder zu reduzieren.

An den noch sehr schwülen Tagen bis Donnerstag hab ich immer früh Feierabend gemacht….und Freitag Mittag hab ich mich mit der jungen Kollegin aus NRW auf einen Kaffee verabredet. Sie wohnt in Ottensen und war im Homeoffice, ich im Büro in Bahrenfeld…..Also haben wir uns auf dem Marktplatz zur Mittagszeit verabredet und haben uns im Aussenbereich des Café „Liebes Bisschen“ niedergelassen.

Das Kuriose ist, sie hat in NRW in der Stadt gearbeitet, in der ich groß geworden bin und ist in der Stadt geboren, in der ich viele Jahre gearbeitet habe….nur ist sie noch in ihren Zwanzigern und ich bin schon fast 20 Jahr dort weg. Sie ist nicht bei uns fest angestellt, aber es gibt eine Kooperation mit Ihrer Firma….und so fühlt sie sich immer ein wenig als Außenseiter….und Corona macht es auch nicht leichter für sie.

Sie hatte mich gefragt, ob wir uns nicht Mittags treffen wollen….hab mich sehr darüber gefreut.

Ich bin also um 12 Uhr in die Mittagspause gegangen….hab zuerst einen schönen Schlenderspaziergang bis zum Marktplatz gemacht, auf dem gerade noch statt findenden Wochenmarkt hab ich mich gleich mal fürs Wochenende mit Obst eingedeckt und dann saßen wir über eine Stunde gemütlich zusammen und haben uns angeregt unterhalten.

Dadurch ,das es seit Freitag endlich keine schwüle Hitze mehr gibt, sondern nur normales schönes Sommerwetter, fühlte ich mich auch richtig wohl….wir sind dann zusammen noch ein ganzes Stück wieder in Richtung Büro gelaufen, bevor sie sich wieder auf ihr Fahrrad schwang und zurück ins Homeoffice fuhr…..während ich noch im Büro eine Weile weiter gearbeitet habe.

Wir waren heute nur zu Viert auf unserer Etage und bis auf den GF hatten die anderen beiden Anwesenden auch Zeit für etwas Plausch….und trotzdem war es ein wirklich erfolgreicher Tag….ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Nach Feierabend war ich sogar noch im Großhandel um uns wieder mit fehlendem Büromaterial, Masken und dem was laut unserer Einkaufs-Tafel sonst noch so fehlte einzudecken…immerhin hab ich nicht nur die entsprechende Einkaufsberechtigung, sondern hab auch ein Auto, das ich jetzt für die nächsten Tage sogar in der Tiefgarage unseres Bürogebäudes parken kann.

Was mir besonders bei dem Cafè-Besuch auffiel, war meine komplette Gelassenheit…..normalerweise bin ich ja immer aufgeregt, wenn ich mich mit Menschen treffe….aber das hier….das passte so schön mit der Kollegin…und zeigt mir auch, das ich mich aktuell wieder mehr daran gewöhne….

Und noch etwas war sehr auffällig: Auf dem Wochenmarkt trugen nur wenige Menschen einen Mund-Nase-Schutz und Abstand war ein absolutes Fremdwort….es war so voll, wie man es von „früher“ her kennt…..Nein -der Mensch wird sich nicht ändern….und wenn, dann nicht freiwillig.

Pause – beendet

Mein internes Reparaturprogramm hat gewirkt und so konnte ich meine Kommunikationspause beenden OHNE  gleichzeitig meine Beziehung zu beenden. 

Nicht dass es mir jetzt schlagartig gut geht, aber es geht mir besser….und ich hab wieder das Gefühl zu Leben. Das ist mir gerade sehr wichtig.

Vor ein paar Wochen hab ich erfahren das eine liebe Kollegin mit 52 Jahren gestorben ist…ich wusste zwar das sie krank ist, nicht aber das es dieses Mal etwas anderes ist. KREBS ….und es hat nur 4 Wochen gedauert von der Diagnose bis zum Tod….

Es traf mich unvorbereitet und hat mich erschüttert.

Sie arbeitete an einem anderen Standort der mehr als 2 Stunden mit dem Auto entfernt ist und wir haben uns vor ein paar Monaten zum Weinfest im Taunus verabredet und es war ein schöner Abend. Obwohl wir uns nur selten getroffen haben,  haben wir uns immer  gut verstanden.

ABER ….ich hab auch ein echt schlechtes Gewissen…sie hat mir noch eine firmenbezogene E-Mail geschickt…und ich hab diese nicht beantwortet….hab nur gedacht…jaaaaa – das mache ich noch…und dann ist es unter gegangen. Und nun ist es zu spät. Das tut mir im Nachhinein sehr leid, wenigstens DANKE hätte ich sagen können, das sie mir diese Mail weiter geleitet hat, obwohl sie schon krank war.

Sie hat mir bei unserem letzten Zusammentreffen einen „Sorgenfresser“ geschenkt …so ein Kuscheltier mit riesigem Reissverschluß als Mund.

Ich würde den Sorgenfresser hoffnungslos überfüttern, wenn ich all meine Sorgen auf Zettel schreiben und das Kuscheltier damit füttern würde…

Von Tag zu Tag werde ich unausgeglichener, reizbar wie zu meinen „Besten Zeiten“ und reagiere impulsiv agressiv auf meine Umgebung. Nun konnte ich mich endlich in den Urlaub retten…