Das reinste Irrenhaus

Gut das ich diesen Urlaubstag am Montag genommen habe…Dienstag und Mittwoch war ich dann wieder im Homeoffice, aber so richtig Ruhe kam dann doch nicht in meine Arbeitstage, weil der Schweigsame mal wieder unsere Tage bestimmte…egal ob er das ist oder nicht. Wir hatten mal wieder ein paar Teams-Meetings zu Zweit und wieder merkte man, es sind immer noch die gleichen Fehler, die er macht.

Es kam Mittwoch eine Mail vom GF an uns Controller und 2 dänische Vorgesetzte, das der Schweigsame nach einem Gespräch am Vortag nun am nächsten Tag kündigen „möchte“…er wird also seine Kündigung am nächsten Tag schreiben. Es gab keine Infos, was mit den Firmen passiert, wer die übernehmen wird, gar NICHTS weiter an Infos. Na gut – aber immerhin hat der Spuk bald ein Ende.

Am nächsten Tag kam weder die Kündigung, noch der Schweigsame….

Da war er doch schon wieder abgetaucht…und wieder wusste keiner wo er ist…er hat sich nicht bei uns gemeldet, und ich bekam einige Mails und Anrufe von Kollegen ob ich helfen könnte, weil es um dringende Zahlungen ging.

Leider konnte ich auch nicht helfen, weil ich für die neue Software noch gar keine Berechtigungen habe Zahlungen durchzuführen…ich hab also versucht den Kollegen zu helfen, indem ich an die Zentrale geschrieben habe, das sich von dort Jemand darum kümmert…aber die wollten nicht, haben die Verantwortung auf den Schweigsamen abgewälzt. Ja aber er ist doch NICHT da und scheint wohl auch erst einmal nicht wieder zu kommen und wir restlichen Deutschen haben eben noch keine Berechtigung …das können wir also gar nicht machen.

Ich schrieb also wieder mal an den Teamleiter und auch an den GF eine Mail zur Info, das eben der Schweigsame NICHT zur Arbeit erschienen ist und wieder Laptop + Handy in seinem Schreibtisch vor sich hin summen und plingen …aber das hat Niemanden interessiert. Ich bekam keine Antwort…na egal -ich habe informiert.

Erst Freitag bekamen wir vom HR die Information, das er eine Krankmeldung reingereicht hat. Irgendwann kam dann die Info aus der Zentrale das die Firmen vorläufig wieder von DK aus betreut werden sollen….aber es kam keine Info darüber, wer das nun sein wird….und die, die es vorher gemacht hat, hat sich immer noch mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, die eiligen Zahlungen zu übernehmen, also gehe ich mal davon aus, sie wusste noch nichts von der veränderten Lage und wir durften auch nicht darüber reden….eine blöde Situation.

Mir wurde es zu bunt und ich habe den Teamleiter aus der Zentrale informiert, was wir dann in der kommenden Woche die Ordner und Unterlagen dann wieder mitbringen werden, wenn er nichts dagegen hat…hatte er aber – also sooo lange wollten die die Firmen jetzt nicht übernehmen…sie hoffen, das es schnell einen neuen Kollegen geben wird…

Was glauben die denn, wie schnell wir jemanden finden, und wie schnell derjenige eingearbeitet werden kann?

Inzwischen zweifele ich wirklich, ob die „Öberen“, egal ob bei uns oder in der Zentrale, die Brisanz unserer momentanen Situation überhaupt verstehen…also das sich aktuell NIEMAND wirklich um diese Firmen kümmert…und selbst wenn wir es wollten und zeitlich hinbekämen, den meisten Kram können wir von hier aus noch gar nicht erledigen.

Solche Tage lassen mich fassungslos zurück und ich möchte mit dem Kopf auf den Tisch knallen….es könnte fast lustig sein…wenn es nicht um die Reputation unserer Firma ginge, denn die leidet vor allem bei den Lieferanten und Vertragspartnern. Können nicht mal alle Beteiligten miteinander reden, statt immer nur Mails zu schreiben. Der GF ist bisher auch nicht einmal zu uns gekommen, um mit uns über die Situation zu sprechen, wie es uns damit geht, ob wir klar kommen oder etwas brauchen…

Allerdings gab es auch 2 Aspekte in dieser Woche, die mich für den Moment fast glücklich machten: Das eine war die Info, das der Schweigsame nicht bei uns bleibt und das Zweite war, das ich es in dieser Woche endlich geschafft hatte, das nächste große Thema für die Daten-Migration fertig zu bekommen.

Das war mal wieder die reinste Detektivarbeit…hatte dazu ein paar erweiterte Infos von den Wirtschaftsprüfern bekommen und musste nun noch zusätzlich Daten von den dänischen Controllern aus unseren gemeinsamen Dateien zusammen suchen und mit meinen Daten logisch fortführen, Restwerte und Restnutzungsdauern berechnen und alles zusammenführen…das hat mich insgesamt für alle Gesellschaften fast 1,5 Tage gekostet…aber ich konnte es noch rechtzeitig fertig melden, bevor wir in der kommenden Woche wieder in die Zentrale fahren, um weiter geschult zu werden.

Anstrengend: unklare Anweisungen

Diese Auszeit Freitagabend war nötig….Die letzten Tage im Büro dann doch anstrengender als erwartet….was es so anstrengend für mich macht ist ganz klassisch: unklare Anweisungen, dadurch unterschiedliche Interpretationen, große Kommunikationslücken, keine Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen….und immer noch höre ich meinen Chef sagen: wir Alle müssen mehr miteinander kommunizieren.

Ja – schön – mache ich ja…laufe aber immer öfter ins Leere, weil auch die Kollegen entweder keine Zeit haben oder oft selber nur einen Bruchteil des Ganzen wissen….das kommt davon, wenn immer mehr Leute für eine bestimmte Aufgabe eingestellt werden…aber niemand WEIß, wie die sich mit welcher Arbeit, wie zwischen die einzelnen Abteilungen einfügen.

Ach ich soll mich mit meinem Thema erst an eine bestimmte allgemeine E-Mail-Adresse wenden…ja super – und woher weiß ich, das es diese Mail-Adresse gibt? …ach die ist neu…und WIE soll ich das wissen? Ach so – kann ich nicht? ja – das sehe ich auch so…warum sagt mir das dann keiner? Ach ihr wusstet es auch nicht?…ja super…aber als ihr es erfahren habt…sonst schreibt ihr ja auch alles im Abteilungs-Chat…

In der kommenden Woche bin ich ja mal wieder für kurze Zeit Vorort in der Zentrale im hohen Norden Dänemarks….und das einzige Gespräch was ich bisher fixieren konnte, ist das mit meinem Chef….das Meiste wird sich hoffentlich, wie so oft, spontan oder durch Zufall ergeben.

Was ich toll finde, der Kollege, der mit der Umstellung auf das neue ERP-System beschäftigt ist und WIRKLICH keine Zeit, weil die nächste Woche einen Teil Live-schalten, der freut sich riesig das ich komme und will sich extra etwas Zeit nehmen, so das er mir schon etwas dazu zeigen kann…wie wir zukünftig arbeiten werden….ich soll einfach bei ihm vorbei kommen.

Kollegen – ein Minenfeld

Seit Anfang des Jahres habe ich ja mehr und mehr meine Pausenzeiten so genommen, das es für mich gut ist. Ich renne dem Tross nicht hinterher…und das bekommt mir sehr gut.

Natürlich hab ich Antennen dafür, das es nicht Jedem gefällt…aber das kann ich locker ignorieren…Wenn Jemand mit mir plaudert, dann plaudere ich mit. Manchmal fang ich auch eine Plauderei an…aber wenn dann nichts zurück kommt, dann ist das so,es stört mich nicht....ich nehme es zur Kenntnis und bei einer anderen Gelegenheit plaudere ich wieder mit…entweder es geht …oder eben nicht.

Aber ich registriere sehr wohl, das mit meiner gestiegenen Sicherheit in den Tagesabläufen und meinem manchmal ungefragten Einmischen bei Fachproblemen, eine direkte Kollegin immer stiller in meine Richtung wird. Sie teilt mir nicht mit, wenn sie für längere Zeit in ein Meeting geht oder wenn sie einen Tag frei nimmt oder das sie wegen ihres Geburtstags etwas gebacken hat und es im Nebenbüro steht…Wenn ich sie etwas frage, gibt sie freundlich  Antwort…aber von ihr kommt gar nichts…sie wirkt in der Kommunikation zu mir sehr befangen… Dabei haben wir uns schön öfter mal locker und gut unterhalten…aber das ist schon 1- 1,5 Monate her.

…und vor ein paar Tagen hat sie ziemlich unwirsch reagiert, als es um einen fachlichen Fehler ging. Dabei hab ich nur gefragt aufgrund welcher Regel sie das so macht und hab nach ihrer Antwort ganz ruhig erläutert, wie es richtig ist (natürlich unterstützt mit einem schriftlichen Nachweis – ohne glaubt mir ja eh keiner).

Sie ist Anfang 30 …. und sie braucht vor mir überhaupt keine Angst zu haben…sie ist bei uns die gehypte Nr. 1, von allen geliebt und verehrt  und ihr Ansehen ist extrem groß in unserer Abteilung. Ich will ihr weder das Wasser abgraben, noch sie Vorführen, mir geht es immer nur um die Sache….aber irgendwie scheint sie sich von mir bedroht zu fühlen.

Heute dann kam der Brite und anstatt die Kollegin zu fragen, bat er mich um Erläuterung einer bilanziellen Frage, die ich ihm auch zügig und ruhig  gegeben habe.   Darauf hin hat sie heute überhaupt nicht mehr mit mir gesprochen..

Wenn sich das nicht bald normalisiert, werde Ich  wohl bald mal das Gespräch mit ihr suchen…