Urlaubsvorbereitungen – etwas kompliziert

Bereits vor meinem Urlaub war es etwas kompliziert, bei nur 3 Tagen und 2 Abenden meine Verabredungen zu koordinieren und ich war am Sonntag schon kurz davor, den Urlaub zu stornieren…eine bei mir recht typische Reaktion. Aber eigentlich freute ich mich ja darauf.

Letztlich war es aber ganz einfach. Anstatt mich mit meinen beiden ehemaligen Kollegen einzeln zu treffen, habe ich Beide gefragt, ob es okay ist, wenn wir uns zu Dritt treffen. Die eine Kollegin hab ich das letzte Mal vor 4 Jahren getroffen, den anderen Kollegen, habe ich seit 6 Jahren nicht mehr getroffen. Mit Beiden bin ich im losen Kontakt geblieben. Ab und an telefonieren wir und tauschen ein paar Nachrichten aus.

Mit meinem ehemaligen Team-Mitgliedern treffe ich mich nicht…das Thema ist bei mir durch. Der Kontakt ist von Seiten meines Teams im Laufe der Jahre immer weiter reduziert worden…und dann habe ich für mich beschlossen, das tut mir jetzt nicht mehr gut – wenn nur noch ein paar Bildchen verschickt werden so ganz ohne Anrede oder sonstigem Inhalt. Wenn kein Interesse an einem weiteren Kontakt besteht, dann ist das in Ordnung – dann müssen wir das auch nicht aufrecht halten.

Für meinen ersten Abend in Hessen hatte ich mich also mit den beiden ehemaligen Kollegen verabredet. Das italienische Restaurant in Bad Soden am Taunus, gibt es sogar noch…auch wenn die Inhaber gewechselt haben. Ich hatte vorsichtshalber einen Tisch reserviert.

Um kurz nach 7 Uhr hatte ich dann endlich meine Reisetasche zu Ende gepackt, die Wohnung aufgeräumt und war abfahrtbereit. Das Auto war bereits vollgetankt und nun konnte die 520km lange Reise beginnen. Es ist ein weiter weg für ein paar Treffen mit ehemaligen Kollegen und ein paar Freunden. Dieses Mal wollte ich gar nicht an meine „alten“ Wirkungsstätten. Wollte weder meine alten Wohnorte, noch sonstige liebgewonnene Orte aufsuchen. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, direkt nach Frankfurt zu fahren…oder nach Schnöselhausen, wo ich die letzten Jahre gewohnt hatte.

Das Hotelzimmer hatte ich mir in Hanau gesucht….das ist nicht so weit weg vom Zuhause des Rentners und seiner Frau, mit denen ich eine Verabredung für den nächsten Tag hatte. Inzwischen sind die Beiden meine besten Freunde und mir sehr wichtig. Genauso, wie mein ehemaliger Tanzpartner …der aber leider zu dem Zeitpunkt in Urlaub fährt, wenn ich nach Hessen komme…sehr schade… evtl. würde es aber doch noch klappen, für ein kurzes Hallo – mal sehen.

Das kommt davon, wenn man einen Urlaub erst sehr spät plant und sich nicht längerfristig vorher abstimmt…hahaha. Aber das ist dann eben so – das kalkuliere ich mit ein. Gerade mein ehemaliger Tanzpartner ist oft und gerne auf Reisen…im Gegensatz zu mir.

Die Neue Anonymität

Hallo Ihr Lieben…da bin ich auch mal wieder. Die Tage und Wochen verfliegen und meine Arbeitstage sind lang und vollgestopft mit Problemen und dem ständigen Versuch wieder so etwas wie Normalität hinein zu bekommen. Leider vergeblich.

In Sachen Daten-Migration auf das neue System hinken wir ca. 2 Wochen hinterher…während ich gleichzeitig versuche meine Jahresabschlüsse fertig zu bekommen, den Arbeitsalltag im neuen System zu entdecken und ich gleichzeitig 3 Gesellschaften versuche endgültig abzugeben und gleichzeitig 2 neue Gesellschaften zu „lernen“. Es ist gar nicht so leicht in so einem Umbruchsprozess ein paar Gesellschaften loszulassen…weil ja noch so vieles ungeklärt ist. Für die Übergabe letzte Woche hatte ich alles so gut wie möglich vorbereitet…leider funktioniert aber vieles im neuen System noch nicht und da noch keine Vorjahreswerte drin sind, kann die Kollegin vieles noch gar nicht sehen…also mache ich es dann doch noch.

Es ist chaotisch und ich versuche mich vom Eiligsten zum Dringendsten durchzuwühlen. Dabei habe ich die ganze Zeit ein diffus ungutes Gefühl, welches ich bisher nicht benennen konnte.

Heute nun WEIß ich endlich, was es ist, was mich an dem neuen Programm so richtig abschreckt.

Es ist unglaublich, aber das Programm ist dafür geschaffen, das ein Buchhalter nur noch anonymisiert arbeitet und sich nichts auf Anhieb abstimmen lässt. Das ist ein Umstand, den ein Vollblut-Buchhalter nur schwer akzeptieren kann, denn es ist das Wesen der Buchhaltung, das man eigentlich ständig damit beschäftigt ist, Daten abzustimmen…und sich selbst immer wieder zu kontrollieren…immerhin geht es um große Zahlen und damit um viel Geld.

Aber dieses Programm wurde tatsächlich so aufgebaut, das die Buchalter maximal im Unklaren bleiben:

-Zahlläufe werden erstellt, ohne die Gesamtsumme der Überweisungen zu sehen

-Kontoauszüge werden verbucht, ohne den Banksaldo zu erkennen

-Sachkontenbuchungen werden erstellt, ohne das man auf den entsprechenden Konten die Umsatzsteuer oder das Gegenkonto erkennen kann. Und man erkennt auch an den Belegnummer kaum noch, über welches Modul (Banken / Sachkonten / Debitoren- oder Kreditorenbuchhaltung ) die Buchung erfolgt ist. Wer jetzt keine guten Buchungstexte schreibt ist verloren.

-Man kann nicht einmal mehr anhand der Debitoren- oder Kreditoren-Nummern erkennen, was nun was ist…weil beide Arten mit derselben Zahl beginnen und auch die gleiche Länge haben. Bisher hatten Kreditorennummer am Anfang eine 7 und Debitoren eine 1….nun sieht alles gleich aus.

Ich habe heute angefangen meine beiden „neuen“ Firmen, die schon länger auf diesem System laufen, zu überblicken….offene Posten und Zahlläufe, Kontoauszüge usw.. Das hat ewig gedauert, sich da durch zu wühlen, weil eben nichts mehr offensichtlich ist.

Ja klar…man findet dann das Meiste irgendwie irgendwo…aber nicht mehr so schnell und unkompliziert, wie in all den anderen Systemen, mit denen ich vorher gearbeitet habe. Das ist irritierend und verunsichert mich zugleich…weil selbst so Kleinigkeiten, wie ein Sachkonto aus dem BuchhaltungsSystem ins Excel zu ziehen und es von dort aus aufzuschlüsseln, nun viele viele Mausklicks bedeutet…alles ist so umständlich. Es gibt auch keine Shortcuts und nach jedem Report suche ich noch Ewigkeiten.

Das System kann dafür 1000 Dinge, die man als Buchhalter nur selten braucht, aber so grundlegende Dinge wie eine Offene Postenliste Kreditoren ist dafür gut versteckt….ich hab sicher fast 20 Minuten gesucht, bis ich sie durch Zufall gefunden habe…jetzt habe ich es mir markiert und finde sie quasi blind…aber das alles ist trotzdem maximal umständlich.

Nach diesem Arbeitstag kann ich mir das nur so erklären: das Programm wurde geschaffen für maximales Aufgabensplitting, so das möglichst kein einzelner Mitarbeiter mehr einen Überblick über die gesamte Buchhaltung erhält.

Für wenn das toll sein soll, verstehe ich zwar überhaupt nicht…aber es erklärt, warum ich bei manchen Lieferanten anrufe und sie mir auf meine Fragen antworten: Sorry, aber das sehen wir hier nicht. Ich hab immer gedacht, die sind zu blöde mir z.B. zu sagen, über welches Bankkonto sie die Abbuchung initiiert haben…Nun- jetzt habe ich selber das Problem, nichts mehr erkennen zu können.

Aber es beruhigt mich, das ich es jetzt benennen kann…und ja klar, ich werde im Laufe der Zeit noch viel dazu lernen und vielleicht wird es noch besser werden, aber so richtig schön ist das nicht.

Wir waren ja in der letzten Woche in der Firmenzentrale im Hohen Norden Dänemarks, damit mir die Contoller-Kollegen helfen können, wenn ich fragen zum Handling habe. Irritierend war jedoch, das diese auf meine Fragen oft nur mit Unverständnis reagiert haben.

Häää – was willst Du machen? – eine manuelle Zahlung über das interne Bankenmodul. So etwas gibt es? Neee – nie gehört. Unsere Kollegin aus dem Change Team hatte es mir ein paar Tage zuvor gezeigt, ich hab aber irgendwie einen Schritt beim Aufschreiben vergessen und wusste nicht mehr, wie ich dahin komme…später hab ich es durch Zufall selber gefunden.

Wie kommt es, das die Kollegen, die schon viele Monate damit arbeiten, das nicht wissen und auch einige andere meiner Fragen liefen ins Leere…ich habe dann aufgegeben die Controller-Kollegen zu fragen und mich lieber direkt an das Change-Team gewendet.

Viele Programmteile funktionieren noch nicht, Vorjahreswerte haben wir noch nicht, das interne Bankmodul funktioniert noch nicht mit allen Banken…jede 3.Buchung, auch im Rechnungsprogramm läuft auf einen Fehler, weil etwas nicht eingerichtet oder falsch eingerichtet wurde…ein Haken vergessen wurde, die Firma für „solche Buchungen“ gar nicht vorgesehen ist (willkommen in der Realität wo nicht alles nur schwarz oder weiß ist, sondern viel Grauschattierungen aufweist) oder oder oder.

Oder auch nur das die neuen Sachkonten so entstellte Bezeichnungen haben, das ich maximal verunsichert bin, soll DAS jetzt das richtige Konto ein. Aus dem einfachen Konto „Zinserträge Bank“ wurde jetzt „Interest income project financing“…ja darauf muss man erst einmal kommen.

Immerhin finde ich mich im Bankenmodul schon einigermaßen zu recht…und auch manuelle Umbuchungen gehen mir schon fast flüssig von der Hand…für alles was darüber hinaus geht, hatte ich noch keine Zeit, da ich ja die meiste Zeit immer noch im Altsystem die Jahresabschlüsse für 2024 erzeuge und die Umsatzsteuervoranmeldungen usw. machen muss, die Daten für die Wirtschaftsprüfer zusammen stelle und die Jahresübersichten für Landeigentümer, Servicepartner und einige externer Betriebsführungs-Gesellschaften erstellen muss.

Es ist ja nicht so, als ob ich mich sonst zu dieser Jahreszeit entspannt zurück lehnen könnte…nun ist alles gleichzeitig und ich versuche weiterhin mich immer auf eine Aufgabe zu konzentrieren und alles Andere auszublenden, ansonsten würde ich durchdrehen.

Und tatsächlich geht es mir mental besser, als gedacht….meistens schaffe ich es einigermaßen ruhig zu bleiben und mich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren…die Arbeitstage sind lang aber ich bin guten Mutes…denn zumindest meine Jahresabschlüsse 2024 laufen bisher ganz gut..

Ich habe zwar immer noch einen ganzen Stapel Firmen vor mir, aber das sind dann die, die ich komplett allein bearbeite – das ist etwas einfacher.

Die kompliziertesten Firmen sind schon bei den Dänischen 2.Controllern, also meinen Teil hab ich erledigt…jetzt kommt noch der dänische Teil (für die dänischen Investoren). Und anschließend geht alles an die Wirtschaftsprüfer.

Die Abende gehören mir, meistens laufe ich noch meine Walking-Runde….nur heute nicht – heute sitze ich auf der Couch und schreibe mal wieder hier in WordPress.

Habt einen schönen Abend .