Montag ging es mit meinem Schwager los….der 2.Arzttermin wegen seiner Hüfte …..die OP findet bereits nächste Woche statt…..wow – also das ging ja mal super schnell. In der kommenden Woche bekommt er auf der rechten Seite eine neue Hüfte….und er freut sich darauf, das dann endlich die Schmerzen aufhören…seine linke Hüfte wurde schon vor ca. 15 Jahren getauscht…die funktioniert auch nicht mehr einwandfrei, macht aber nicht solche Probleme, wie jetzt die rechte Seite. Dabei ist er mit jetzt 57 Jahren ja noch echt „jung“ für solche OPs.
Dienstagvormittag war ich dann dran…auf nach Norderstedt in die Klinik zum Herz-MRT. Hier war ich ja auch bereits im März schon zur Herz-Katheter-Untersuchung. So war mir der Weg zur Klinik und auch die Klinik selbst, nicht mehr fremd. Ich hatte mich auch rechtzeitig schlau gemacht, wie ich mit der AKN, bzw. dem Schienenersatz-Verkehr dorthin komme…Denn seit dem letzten Wochenende fährt die AKN bei mir im Ort ja wieder…allerdings nur bis Burgwedel…ab da dann der Schienenersatz-Verkehr…das hat alles gut geklappt und ich war, wie immer, viel zu früh dort….bin dann noch eine Weile durch die Gegend gelaufen…und hab mir etwas Sorgen gemacht.
So eine MRT-Röhre verträgt sich nicht so wirklich, mit meiner Klaustrophobie…der Arzt hatte das zwar auf die Überweisung mit geschrieben….aber trotzdem war ich nervös. Ich musste lange warten, weil mein Termin ja dazwischen geschoben worden war…so sah ich die Patienten der Klinik wie sie in ihren Betten hingeschoben wurden, und wieder weggebracht wurden und der Nächste wurde hingeschoben und später wieder weggeschoben…wie auf einem Rangierbahnhof war es ein ständiges Kommen und gehen und ich saß da…und wartete.
Dann endlich war ich dran. Die waren alle super nett und als ich auf mein Problem aufmerksam machte, schaute mich der Arzt zwar zweifelnd an (ich wirkte eben noch ruhig auf ihn, bzw. „lustig“ aber das ist bei mir ein Zeichen von hoher Nervosität, wenn ich anfange zu kalauern)…bekam dann aber ein „leichtes“ Beruhigungsmittel…und schon ging es los.
Alle waren ruhig und unaufgeregt…ich bekam Kopfhörer mit Musik auf die Ohren, weil das MRT ja sehr laut ist, einen Zugang für die Mittelchen die mir währenddessen noch verabreicht wurden, die Anweisung mich auf keinen Fall zu bewegen und den Anweisungen die gleich per Kopfhörer kommen werden, Folge zu leisten, ich bekam einen Notfallknopf in die Hand gedrückt und eine schwere dicke Platte auf den Oberkörper gelegt und schon fuhr ich in die MRT-Röhre hinein….natürlich hatte ich die Augen schon vorher geschlossen….es war zwar hell in der Röhre, aber auch echt eng… Aber durch das Beruhigungsmittel blieb ich einigermaßen ruhig und den Rest musste ich halt aushalten….und ja es ging auf diese Art besser, als erwartet. Dann wurde ein Mittel gespritzt, das mein Herz unter Stress setzen sollte…das verursacht plötzliche Hitze, Herzrasen und Atemnot. Der Arzt hatte mir erklärt, das diese Symptome nach ca. 2 Minuten vorbei wären und ich trotzdem die Atem-Anweisungen befolgen muss… Also – das war kein sehr schönes Gefühl.
Irgendwann war es vorbei….und ich erlöst…anschließend war mir schwindelig und ich fühlte mich wie betäubt…jetzt erst merkte ich auch die körperlichen Auswirkungen der Mittelchen (incl. Beruhigungsmittel)…und ich brauchte eine Weile, um wieder klar im Kopf zu werden….den Weg zurück nach Hause per SEV und Bahn ging dann wieder unproblematisch…aber ich fühlte mich ausgelaugt und müde…und jetzt erst begann das Nerven flattern und bin dann den Rest des Tages auf der Couch geblieben und habe geschlafen. Der Arzt im Krankenhaus meinte noch, er hätte jetzt nichts gesehen, was zum akuten Handeln zwingen würde…und mein Kardiologe würde sich mit mir in Verbindung setzen…aber bei dem hab ich ja eh am Freitag einen Termin.
Als um 20.30 Uhr allerdings der Lungenfacharzt anrief, war ich dann sofort alarmiert. Er hätte jetzt den Befund vom Lungen-CT gelesen und sich das alles angeschaut…und ob ich den Befund schon kennen würde…. JA – ich hatte ihn am Montagabend noch online abgerufen und da standen ein paar unschöne Dinge drin…aber ich als Laie weiß das natürlich nicht einzuordnen…und hatte es erst einmal ignoriert.
Nun erklärte mir der Arzt auf ruhige und sehr freundliche Weise (ich hab echt Glück mit meinen Ärzten, das sie alle so nett und zuvorkommend sind)….das der Zufallsbefund beim Herz-CT auf dem Lungenlappen, tatsächlich ein 8mm großes „Ding“ ist, das da nicht hingehört und das ein „Bronchial-Karzinom“ nicht ausgeschlossen werden könne. Das wäre dann ein bösartiger Tumor, auch bekannt als Lungenkrebs.
WUMS – das hatte erst einmal gesessen.
Aktuell ist es nur ein Verdacht und der muss jetzt ausgeräumt werden…ob ich jemals geraucht hätte. NEIN….hab ich nicht…aber ich bin mein ganzes Leben von starken Rauchern umgeben gewesen…mein Vater, mein Ex-Mann, mein Ex-Freund…..immer wurde zuhause geraucht. Erst seit ich wieder allein lebe, tue ich das in rauchfreier Umgebung.
Also – noch es ist es nur ein Verdacht…aber ich muss jetzt zügig zu einem sogenannten PET-CT.
Der Arzt hat mir erklärt, das es eine moderne und schnelle Methode ist, um herauszufinden, ob das kleine Ding auf meinem Lungenlappen bösartiger Krebs ist oder nicht. Laienhaft ausgedrückt: Ich bekomme ein Mittel gespritzt, dann werden Positronen auf meine Lungen geschossen und wenn das 8mm-Teil aufleuchtet ist es wahrscheinlich Krebs, leuchtet es nicht, ist es kein Krebs. Um diese nicht ganz billige Diagnostik von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, müssen das aber 2 Ärzte befürworten…was in meinem Fall der Radiologe vom Lungen-CT und der Lungenfacharzt getan haben.
Die PET/CT kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT) in einem Gerät. Sie ist das derzeit modernste bildgebende Diagnoseverfahren in der Onkologie zur frühzeitigen Entdeckung und Ortung bösartiger Tumorerkrankungen.
Eine sichere Diagnostik ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von Tumorerkrankungen. Ein eindeutiger Befund bringt Sicherheit bei der Planung der weiteren Behandlungsschritte.
Die PET/CT ermöglicht die Erstellung eines präzisen Bildes, in dem Körperstruktur und -funktion vereint dargestellt werden. So kann die exakte Position, Größe, Aktivität und Ausbreitung einer Tumorerkrankung im gesamten Körper bestimmt werden. Um die Krebszellen im Körper „sichtbar“ machen zu können, wird vor der Untersuchung eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz als sogenannte „Tracer“ verabreicht.
https://www.petct-zentrum-hamburg.de/
Jetzt brauche ich also einen Termin in einem PET-CT-Zentrum, und zum Glück gibt es eines in Hamburg. Mittwochvormittag hatte ich mich also um einen Termin bemüht….aber bevor ich den Termin bekomme, muss ich erst einmal die Überweisung vom Lungenarzt übermitteln. Okay – das schaffe ich heute nicht mehr…immerhin ist Mittwoch…da haben die Ärzte am Nachmittag i.d.R. geschlossen.
Donnerstag nach Feierabend also wieder nach Norderstedt zum Lungenarzt die Überweisung abholen und dann zusammen mit dem Befund vom Lungen-CT an das Zentrum per Mail schicken. Jetzt will der Arzt in dem Zentrum sich das alles noch einmal anschauen (es geht noch einmal um die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse…die haben sonst Angst auf den Kosten sitzen zu bleiben) und seitdem warte ich auf eine Rückmeldung mit dem Terminvorschlag. Eine Antwort bekam ich in dieser Woche aber dann nicht mehr…ich warte also jetzt auf einen Termin…immer mit dem unschönen Gedanken im Hinterkopf es könnte sich doch um Krebs handeln. Das ist kein schöner Gedanke.