Es steckt der Wurm drin…

…in diesem Fall ist es der Familien-Wurm.

Diese Woche hatte es in sich…meine Schwester soll sich ja in Ruhe auf die Herzkatheter-Untersuchung kommenden Montag vorbereiten…Ruhe halten, nicht aufregen…was aber gar nicht so einfach ist.

Sie hat zwar mit ihrem Arbeitgeber eine Anpassung ausgehandelt, aber der Vertrag kommt nicht, dafür dann der Paukenschlag vor ein paar Tagen, das der Pflegedienst mit einem anderen Pflegedienst verschmolzen wird….der alte Chef wäre damit raus und die Belegschaft soll übernommen werden.

Die vertragliche Anpassung für ihr Gehalt (noch mit dem jetzigen Arbeitgeber) kommt dann doch, aber auf einmal mit einem Kündigungsdatum per 30.11.2022…obwohl es ja zu einer Übernahme der Mitarbeiter Anfang des neuen Jahres kommen soll. Natürlich unterschreibt sie diese Version nicht und bittet erneut um eine Anpassung. Ich weiß nicht, woher die immer ihre Vorlagen haben, aber scheinbar ist da ein Dilettant am Werk. Das Gefühl verarscht zu werden, nimmt auf jeden Fall weiter zu und führt nicht gerade zur Beruhigung.

Und am Freitag ruft mein Schwager mich an….aber ich hab das Privathandy auf lautlos gestellt, weil ich ja im Homeoffice arbeite und höre es nicht…er ruft 7x an, 8x….irgendwann sehe ich die Anrufe und bekomme Panik…

…ich rufe an, erreiche ihn nicht, erreiche auch meine Schwester nicht und dann hab ich endlich meinen Schwager am Rohr…WAS ist passiert?

Wir sind Beide aufgeregt und so verstehe ich es erst gar nicht…er hat versucht meine Schwester zu erreichen, aber die arbeitet, ihm wurde gerade gekündigt und er soll etwas unterschreiben, was er in seiner Aufregung nicht versteht und er weiß jetzt nicht, was er tun soll.

Nach dem ersten Schock, werde ich sofort ruhig und sage in klaren kurzen Sätzen: Er braucht sich zu nichts drängen zu lassen….er soll mir das Kündigungsschreiben per Whatsapp schicken…die Kündigung ist lang, enthält wiele Worte, aber keine Erklärung warum ihm auf einmal gekündigt wird (er arbeitete bis vor kurzem als LKW-Fahrer im Nahverkehr und seit kurzer Zeit ist er ins Lager gewechselt, incl. neuem Vertrag dessen Einzelheiten ich aber nicht kenne).

Was er in der Aufregung des Moments nicht verstanden hat, er soll nur den Erhalt der Kündigung unterschreiben…und genau dazu hab ich ihm auch geraten. Es ist nur die Bestätigung die Kündigung erhalten zu haben…es ist kein Aufhebungsvertrag oder keine Bestätigung das er dem Inhalt der Kündigung zustimmt.

Das beruhigt ihn soweit, dass er die Bestätigung unterschreibt und damit dann endlich das Werksgelände verlassen kann, um nach Hause zu fahren.. Er wird ab sofort freigestellt.

Später haben wird dann noch zu Dritt telefoniert…meine Schwager ist deprimiert und meine Schwester fassungslos…soviel zu „in Ruhe auf die Untersuchung/OP vorbereiten“.

Ich mache Handlungsvorgaben: 1. Montag gleich arbeitssuchend melden / 2. den Rechtsanwalt für Arbeitsrecht anrufen, den meine Schwester ja auch schon bemüht hat.

Mein Schwager ist sehr mundfaul was die Begründungen seines Arbeitsgebers angeht, aber da die Fahrer suchen, ein extrem gutes Wirtschaftsjahr hatten, sogar zusätzliche Boni ausgezahlt haben, kann es m.E. nicht sein, das ihm einfach so gekündigt wird….aber da kenne ich mich einfach zu wenig aus…das hat evtl. aber auch mit seinem Wechsel ins Lager zu tun.

Ich fahre Montagnachmittag ja eh nach Flensburg, um zu sehen wie es meiner Schwester nach der OP geht und da kann ich auch mal einen Blick auf seinen Vertrag werfen. Aber klar ist – da muss ein Anwalt her für eine Beurteilung zur Einreichung einer Kündigungsschutzklage.

Bei der Gelegenheit erfahre ich: meine Schwester hat immer noch keine Patienten-Verfügung geschrieben und ich nötige sie dazu, das auf jeden Fall vor der OP am Montag noch machen – biete ihr eine Art Diktat per Telefon an.

Das Thema drängte sich wieder einmal auf, da ich am Freitag noch erfahren hatte, das eine junge Kollegin (mit Mann und 2 kleinen Kindern) so schnell nicht wieder arbeiten kommt, weil der Mann nach einer unspektakulären OP jetzt wohl zu einem Pflegefall geworden ist…das hat mich entsetzt und zeigt mal wieder, das bei JEDER Operation etwas passieren kann.

So hab ich mich am Samstag selbst noch einmal an meine eigene vorhandene Patientenverfügung gesetzt und mit Hilfe einer Datei vom Bundeministerium für Justiz zur „Formulierungshilfe Patientenverfügung“ noch einmal genauer formuliert….und heute Mittag hab ich dann das Ganze mit meiner Schwester gemacht: ich hab ihr vorgelesen was man wie wählen kann und dann haben wir zusammen mittels der Formulierungshilfe-Datei für sie die Patientenverfügung formuliert…sie hat es per Hand niedergeschrieben…ja das hat gut 1 Stunde gedauert, aber jetzt ist es fertig.

Sie wird das Ganze noch einmal ins Reine schreiben und noch einmal überdenken…aber die 1.Version ist jetzt schon mal unterschrieben und ich fühle mich besser…Mein Schwager und ich müssen doch, im Falle eines Falles, wissen und auch durchsetzen können, was sie möchte und was nicht.

Wer sich dafür interessiert, hier der Link:

Bundesministerium für Justiz

Ich muss zugeben, ist hatte mir diese Woche auch etwas entspannter und ruhiger vorgestellt.

Kommunikations-Fluss

Nach 6 freien Tagen (incl. Feiertage und Wochenende) …und einem Homeoffice-Tag gestern, war ich heute heilfroh wieder ins Büro zu dürfen….zumindest für einen 1/2 Tag.

Wie bereits beschrieben, war Ostern für mich nur halbwegs entspannt…aber trotzdem schön…aber den Rest vom Osterfest hab ich mich zuhause verkrochen…naja, bei dem Wetter war es auch nicht so schwer. Aber ich hatte mich auch seelisch ein wenig eingeigelt….und wollte eigentlich nichts von Außen an mich heran lassen….aber das geht ja nicht so einfach.

Ich habe natürlich so einige ausführliche Nachrichten bekommen und auch geschrieben….aber ich war erst am Montag Abend wieder bereit zu reden….da hatte ich nämlich eine Telefon-Verabredung mit meinem Rentner-Kollegen aus Hessen…und das war wie immer: lustig, unterhaltsam und ein reger Gedankenaustausch und das tat mir sehr gut…der ehemalige Kollege ist inzwischen zu einer festen Größe in meinem privaten Umfeld geworden….wir telefonieren spätestens alle 2 Wochen miteinander und tauschen uns auch zwischendurch über Whatsapp aus….und auch mit anderen ehemaligen Kollegen stehe ich immer noch in leicht unregelmäßigem Kontakt, aber das beständig..

Die Kommunikation zu meinem alten Team hat dagegen weiter nachgelassen. Da hab ich mich tatsächlich mal einen Monat überhaupt nicht gemeldet und wollte mal sehen, wer Ostern von sich aus eine Nachricht schickt….und tatsächlich hab ich von allen eine Whatsapp bekommen…hahaha wenn auch von Zweien nur diese kleinen Videos kamen, die man erhält und einfach weiterleitet…so ohne Anrede und ohne persönliche Nachricht…und Beide haben dasselbe Video geschickt….sehr kreativ….aber egal.

Dienstag im Homeoffice hab ich dann einen Video-Anruf eines Kollegen aus Berlin bekommen…und wir haben uns länger unterhalten, dazu haben wir i.d.R. nur selten Gelegenheit…aber wir hatten gerade eine einschneidende Nachricht erhalten….per Email hat der bisherige „Chef“ unserer Hamburger Dependance seinen sehr kurzfristigen Austritt aus der Firma bekannt gegeben….Seit Anfang des Jahres gibt es ja noch zusätzlich einen GF Vorort….und eigentlich sollten sich die Beiden die Aufgaben teilen…so hatte ich es zumindest verstanden…und jetzt geht der langjährige Mitarbeiter….und das hat nicht nur mich umgehauen….sondern ALLE….ich glaube auch den neuen GF.

Sein letzter Arbeitstag ist bereits diesen Freitag….wie soll man bitteschön alle Prozesse innerhalb von 3 Tagen so ändern, das der bis dahin Verantwortliche durch wen auch immer, ersetzt werden kann….so schnell bekommt man weder die IT-Prozesse umgestellt, noch die Bankvollmachten geändert….na zum Glück betrifft das zum größten Teil den Controller…und mich nur am Rande…aber trotzdem….das ist schon der Hammer.

Heute im Büro herrschte deshalb eine seltsame Stimmung….es waren kaum Kollegen da. Bei denen die da waren, blieben die Türen erst einmal geschlossen….da ich erst am späteren Vormittag ins Büro kam, hab ich nur durch die Glastüren gewunken….Am späteren Nachmittag kamen nach nach und nach die wenigen Kollegen zum quatschen zu mir ins Büro….Thema: Ostern, der Wintereinbruch und natürlich wie geht es jetzt weiter, wenn der Kollege geht.

Erst heute im Büro, in der mir inzwischen sehr vertrauten Umgebung, fühle ich mich wieder im Kommunikations-Gleichgewicht…und das Präsenz-Arbeiten hat mir mehr Vergnügen bereitet, als weiter im Homeoffice zu sein.