Kostbare ruhige Momente

Da hatte ich doch tatsächlich diesen Feiertag heute (Christi Himmelfahrt) regelrecht vergessen…Dienstag fragte ich per Teams bei meiner brandenburgischen Kollegin, ob wir diesen Donnerstag mal wieder telefonieren wollen (sie arbeitet ja nur Di und Do für unsere Firma)….und da hat sie mich auf lustige Art daran erinnert, das das ein Feiertag ist… OHHH – ja…den hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm.

Ich hatte mir also für dieses (für mich) unerwartete Geschenk eines weiteren Feiertages, vorgenommen, mal wieder in Richtung Pietzmoor zu fahren…. das liegt bei Schneverdingen / Niedersachsen…aber ich wollte endlich mal auf der anderen Seite des Moores die Wege erkunden…die, die eher abseits liegen und wahrscheinlich nicht so von Menschenmassen belagert werden.

Noch im Bett liegend, es war noch lange keine 8 Uhr, hörte ich jedoch schon wieder das Gekreische und Weinen unter mir….bei meinen Nachbarn wurden also auch heute morgen schon ganz früh die 3 kleinen Enkelkinder geparkt…na super.

Aber bei den gerade mal 14 Grad draußen, hoffte ich auf ein paar ruhige Minuten auf dem Balkon….vorsichtshalber hab ich schon mal die Kopfhörer aufgesetzt….aber tatsächlich war es wenigstens 1/2 Stunde ruhig…dann musste einer der Hunde mal und die Kinder gingen mit raus…die Oma versucht lautstark den Hund zu erziehen, das kleinste Enkelkind (ca. 2 Jahre) weint und kreischt und beruhigt sich nur mal für eine Minute, bevor es wieder von vorne los geht…die beiden anderen Enkelkinder (ca. 4 Jahre) plappern laut und unermüdlich alleine, miteinander, mit der Oma und versuchen das Getöse ihrer weinenden Cousine zu überlagern….Es ist noch nicht einmal 9 Uhr und ich gebe entnervt auf und verziehe mich vom Balkon….das kann ja heiter werden – also plane ich meine „Flucht“.

Während ich mich also für einen Ausflug vorbereite, merke ich auf einmal, das es still draußen ist…..also super still und nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung unter mir. Ich nehme die Kopfhörer also wieder runter und sitze jetzt schon seit mehr als 1 Stunde auf dem Balkon….ohhhhhhhhh wie schön – das ist super entspannend ….denn überhaupt ist es, bis auf die normalen Geräusche die es immer mal wieder gibt, sehr ruhig….und jetzt – jetzt ist es wieder mein kleiner Kokon – mein Rückzugsgebiet.

Da ich nicht weiß, wie lange mir dieses „Glück“ heute gegönnt wird…hab ich mich spontan umentschieden und bleibe erst einmal auf dem Balkon. Ich muss die Zeit einfach nutzen…sie ist kurz – also kostbar.

Und während ich das hier schreibe, sind die Nachbarn + Enkelkinder + Hunde, auch schon wieder da….und schon wieder geht es sofort lautstark rund…und während die auf ihrer Terrasse ihr Mittagessen vorbereiten, beende ich meinen Beitrag und werde mich mal um mein Fahrrad kümmern…so eine kleine Radtour könnte mir jetzt gefallen.

Meinen eigentlich geplanten Ausflug nach Niedersachsen hab ich jetzt auf Sonntag verlegt….denn da droht ja weiteres Ungemach: Der jährlich wiederkehrende Muttertag! Ein Tag der mir ohnehin nicht liegt und ich kann mir gut vorstellen, was dann hier im Haus los sein wird.

Von nachtaktiven Trampeltierchen und kleinen Plagegeistern

Wie schön ruhig es sich doch in meiner Wohnung lebt, seitdem die „Trampeltierchen“ über mir ausgezogen sind…es ist geradezu himmlisch ruhig – vor allem vormittags am Wochenende.

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht und immer noch lausche ich ungläubig mit nach oben gerichtetem Blick….die neuen Nachbarn sind da…aber ich höre sie fast gar nicht.

Und schon mal überhaupt nicht, dieses unangenehme Getrampel, das ich 2,5 Jahre hatte (gut war, das sie öfter länger in Urlaub waren und die Abende oft woanders verbrachten. Dafür waren sie dann aber eben auch Zuhause nacht-aktiv)…und auch am späten Abend, wenn ich ins Bett gehe, räumt niemand mehr über mir die halbe Küche aus oder ein…oder poltert nachts über meinem Schlafzimmer, mit Koffern Schuhen oder sonstigen Dingen…unfassbar wie unterschiedlich Menschen doch leben.

Ich hatte es zum Teil immer auf die schlechte Isolierung zwischen meiner Etagendecke zum Dachgeschoss geschoben…aber das ist eben nur ein Teil …der weitaus größere Teil, war die egoistische Einstellung der Trampeltierchen, das sie alles dürfen in ihrer Wohnung, egal wann und egal wie. Das erkenne ich aber erst jetzt, durch die neuen Nachbarn über mir.

Und genau wie ich nach 2,5 Jahren immer noch jeden Tag das Gefühl liebe, an meinen eigenen Briefkasten zu gehen, freue ich mich täglich über die neue Ruhe und genieße meine Wohnung inzwischen oft – ohne Kopfhörer – aber das nur phasenweise.

Denn eine Lärmquelle hab ich ja immer noch, die unter mir…aber auch bei denen wird es langsam etwas ruhiger…der kleine Hund, den sie jetzt öfter von ihrer Familie zur Pflege haben, ist inzwischen meistens ruhig – bellt nicht mehr so oft und lang, und die kleinen Plagegeister (die 3 Enkelkinder im Alter zwischen 2-4 Jahren) werden jetzt zwar fast täglich unten abgeliefert und sind wirklich schlecht erzogen, aber schreien und kreischen nicht mehr ununterbrochen, wenn sie zu Besuch kommen…sind aber wahrlich immer noch laut genug.

Aber das gehört ja dazu und muss man auch akzeptieren…aber benennen darf ich es trotzdem, auch es mir nicht gefällt.