Im Wintermodus

Endlich hat auch mein Körper in den Wintermodus gewechselt. Nach dem Sommer gibt es immer eine Phase bei mir, in der ich den Herbst tatsächlich als kalt und unangenehm empfinde…vor allem als ich im Herbst ja 2x mit so einem Schnupfen-Virus kämpfte.

Und mit jedem Tag den es mir seitdem gut geht und gleichzeitig die Temperaturen draußen sinken, fühle ich mich wieder in meinem Element. Schon die ganze Woche hat es immer mal wieder leicht geschneit…Straßen und Gehwege sind frei, aber die Felder und Wiesen haben noch eine Frostschicht und Schnee.

Mit dicker Jacke, Schal, Mütze und Handschuhen bin ich auf jeden Fall mindestens 1x am Tag für meine Walkingrunden draußen, meist im Dunklen…klare kalte Luft, gedämpfte Geräusche, Schnee auf den Feldern….oft ist es diesig und der Himmel wolkenverhangen…und doch finde ich es herrlich. Ich atme tief und bewusst die kalte Luft ein und fühle mich großartig (noch großartiger würde ich mich fühlen, wenn mein Fuß dabei nicht ständig schmerzen würde)…draußen in der Natur, außerhalb des Ortes hat sich eine 5,2 km lange Strecke als meine Wohnfühlstrecke etabliert…abseits der größeren Straßen.

Manchmal gehe ich auch durch etwas abgelegenere Wohnstraßen, inzwischen leuchtet es an vielen Stellen in Fenstern und Gärten, mehr als ich gedacht hätte…Aber die meisten Beleuchtungen sind dezent. Natürlich gibt es immer auch die Anderen, bei denen es gar nicht grell, blinkend und bunt genug sein kann…naja – lassen wir Ihnen den Spaß.

Ich jedenfalls mag lieber die dezenten warmen Lichterketten in einem Baum im Vorgarten, einen beleuchteten Stern oder Schwibbogen in einem Fenster….überall ein bisschen eben…so das die Dunkelheit hier heimelig und gemütlich wirkt.

Ich laufe durch die kalte Luft und genieße diese Ruhe, versuche dabei meine innere Unruhe und Nervosität zu besänftigen, was mir leider gar nicht gelingen will.

Dann komme ich nach Hause und empfinde, nach der Kälte draußen, meine Wohnung als warm und kuschelig und gemütlich..mit einer kleinen Lichterkette im Fenster und dezenter Beleuchtung durch echte Kerzen im Wohnzimmer….Und obwohl es inzwischen nur noch um die +2 bis -2 Grad draußen sind, hat das Wohnzimmer, auch ohne das die Heizung läuft, immer noch angenehme 17 Grad. Jetzt schalte ich sie doch schon manchmal abends an….

Inzwischen habe ich an allen Fenstern Thermovorhänge und 2x am Tag lüfte ich quer durch die ganze Wohnung, bei weit geöffneter Balkontür. An meinen Homeofficetagen läuft die Heizung auch leicht im Arbeitszimmer. Durch das stille sitzen vor dem PC, fühlt es sich sonst schnell kühl an.

Meine Kuschelsocken kommen regelmässig zum Einsatz und ich mag meine Wolljacken und im Wohnzimmer auf der Couch hab ich Wolldecken liegen…ich finde es überhaupt nicht kalt oder ungemütlich…eher das Gegenteil….ich liebe diesen Wintermodus und auchauch schon vor der Energiekrise habe ich meine Wohnung nicht über 20-21 Grad temperiert…ich bin der Wintertyp….mag es lieber etwas kühler, als zu warm.

Und genau in diesem Wintermodus, finde ich den Gedanken an Temperaturen im Sommer über 27 Grad als gruselig…im Winter bin ich draußen…im heißen Sommer bin ich antriebslos und verkrieche ich mich lieber.

Sichtbar, Leuchtend oder Dunkel

Seitdem die große Hitze des Sommers endlich vorbei ist, hab ich abends – oft schon im Dunkeln – meine Walkingrunden wieder aufgenommen. Und genau wie die Jahre zuvor, bin ich mit Taschenlampe und meinen „Positionslichtern“ unterwegs.

Was ich so scherzhaft als Positionslichter bezeichne, sind kleine batteriebetriebene Leucht-Anhänger, die man an Ärmel oder Kragen einer Jacke Klipsen kann, um im Dunkeln auch gesehen zu werden. Neuerdings hab ich als Alternative leuchtende „Schnapp-Armbänder“ aus einem Sportgeschäft, die man mittels USB-Kabel wieder aufladen kann.

Wo ich abends außerhalb des Ortes meine Walkingrunden drehe, sind oft keine Fußgängerwege und keine Lampen. Es fahren zwar nur selten Autos oder Fahrräder…aber manchmal eben schon – und das kann dann schon gefährlich werden.

Als mich Anfang der Woche ein Radfahrer von hinten überholte, fand er meine Leuchtbänder klasse….so konnte er mich schon von Weitem erkennen und wir kamen gefahrlos aneinander vorbei.

Für Hunde werden solche Leuchtbänder schon oft benutzt und mir hilft es, mich auf die Begegnung mit einem Hund einzustellen (immer in der Hoffnung, das da im Dunkeln noch ein Mensch mit Leine dabei ist – ich hab ja Angst vor Hunden).

Wenn ich durch die Wohnsiedlungen laufe, frage ich mich schon, was werden die Anwohner in diesem Jahr machen, wenn jetzt bald wieder die Zeit ist, die Häuser und Gärten in reinste Lichtermeere zu verwandeln. Werden die Lichterketten überhaupt noch angebracht….wahrscheinlich schon – aber wird es auch so viel sein, wie in den Vorjahren? Oder denken die Menschen mehr darüber nach und machen weniger? Ich bin da wirklich gespannt.

Auf meinen Touren im letzten Jahr, war ich oft überrascht, wie ganze Gärten und Häuser in phantasievolle Lichtermeere verwandelt wurden…oft viel zu viel und viel zu bunt und für mich vor allem ein Graus: viel zu bunt BLINKEND.

Schön finde ich, wenn ein Haus ganz dezent mit den Lichterketten beleuchtet wird, so das es Erhaben und Würdevoll wirkt.

Ich bin wirklich sehr gespannt, was in diesem Winter zu sehen sein wird: keine Beleuchtung – weil notwendige Sparmaßnahme, ein „Jetzt-erst-Recht“-Lichtermeer allem zum Trotz oder „ein-bisschen“-als Kompromiss. Es wird auf jedenfall ein sichtbares Statement sein, egal ob es ein Dunkles oder Leuchtendes sein wird.