Balkon als Magnet

Wie bereits geschrieben, konnte ich mich gestern kaum vom Balkon losreißen…ich saß noch draußen (in eine Jacke gehüllt und mit Decke) bis 22 Uhr…und eigentlich wollte ich dann auch recht früh schlafen gehen.

Doch ich war noch ziemlich wach und munter und bin dann doch noch zu einer kleinen Walkingrunde aufgebrochen…wie ich es immer gerne nenne: „einmal um den Block“…was bei mir dann immer gute 2 km sind. Das liegt an den Bahnschienen hinter dem Haus.

„Block“ bezieht sich hierbei nicht auf einen Häuserblock, sondern auf ein zusammenliegendes großes Gelände mit vielen Gebäuden und wenig Straßen, das durch die Bahnschienen getrennt wird…um es auf gangbaren Wegen zu umrunden, muss ich auf der einen Seite der Straße folgen, über eine Brücke, dann an der Hauptstraße entlang oder durch kleine inoffizielle Wege, über den Busbahnhof und dann über einen ebenerdigen Bahnübergang, weiter den Straßen folgend, bis ich wieder am Ausgangspunkt ankomme. Auf diesem Weg gibt es keine Abkürzungen….und wenn ich dann erst einmal draußen bin, dann laufe ich oft auch gerne weiter.

Gestern blieb es aber bei den knappen 2 km…dafür bin ich langsam gelaufen und habe alles bewusst auf mich wirken lassen…also die kühle Luft des Abends und die unerwartete Stille (normalerweise hört man immer irgendwo Musik oder hört Gruppen von Menschen die feiern und sich unterhatlen)…es gab keinen Mond, aber auch keinen Wind. Das war ein schöner kleiner Abschluss für den Freitag.

Und heute Morgen bin ich super aus dem Bett gekommen, war dann bereits lange auf dem Balkon für den ersten Kaffee am Morgen, hab dann eine online-Pilates-Stunde gebucht und auch wahrgenommen….und nun sitze ich wieder auf dem Balkon und frühstücke ganz gemütlich.

Die Trainerin beim Pilates ist echt klasse und ich fühle mich jetzt erfrischt, obwohl meine Muskel während des Trainings immer wieder vor Anstrengung anfingen zu zittern…und nun überlege ich ganz in Ruhe was ich mit meinem Tag anfangen werde….also gleich nach dem Frühstück….also sobald ich es schaffe mich vom Balkon wegzubewegen…also ähm…später

ich wünsche Euch einen schönen entspannten Samstag

Arbeit und die Folgen

Und kaum KÖNNTE ich mal wieder durchatmen, mal wieder normale Stunden am Tag arbeiten, um alles für das Jahr 2018 vorzubereiten (Der Januar ist ja schon fast vorbei und bisher hab ich ausschließlich für den Jahresabschluss 2017 gearbeitet) – da macht mir die Grippewelle einen Strich durch die Rechnung…und nicht nur die.

Montagmorgen – Mein Viererteam:

1 in Urlaub / 1 krank / 1 Kind krank / ICH bin da…..und so bleibt es bis Mittwoch

1 Kollegin wollte noch länger Urlaub – musste ich leider ablehnen / 1 krank / 1 krank mit Kind / ICH bin da….und so bleibt es noch den Rest der Woche…

Dumm nur das ich ja eigentlich Donnerstag und Freitag frei machen wollte, um mich endlich mal wieder zu erholen.

Ich bin wütend – nicht auf die kranken Kolleginnen – sondern auf die Tatsache dass ich einfach keine normalen Arbeitszeiten in diesem Laden hin bekomme. IMMER ist irgendetwas. Und so wird es auch in den nächsten Jahren bleiben.

Inzwischen ist klar das in diesem Jahr noch 2 Großprojekte starten werden – und wir dazu voraussichtlich noch eine weitere Tochtergesellschaften gründen….na super – ich schaffe das jetzt schon nicht mehr mit 3 Gesellschaften – wie immer wird davon gesprochen :

1. Es wird alles gaaanz klein und simpel gehalten / das wird nicht viel Arbeit sein

2. Es wird schon für Abhilfe gesorgt werden

Na toll – noch eine Teilzeitkraft mehr – immer nur ½ Sachen und keine wirkliche Entlastung…denn das würde ja echt teuer werden – gute Leute kosten eben Geld.

Ich wollte bewusst in dieser Firma NICHT in eine Führungsposition….bin aber letztendlich trotzdem dort gelandet– weil es sich organisatorisch sonst sehr schwer gestaltet hätte…und nun hab ich das Dilemma…inzwischen sind es 3 Mitarbeiter….und das sind schon mehr als ich wollte. Wir wachsen und mein zeitlicher Einsatz ist wieder auf einem Level den ich nie wieder erreichen wollte….okay okay es macht ja auch Spaß und ich verdiene gutes Geld….und ICH hab eben ja gesagt….also ist es mein selbst gewähltes Schicksal….

Und hier wieder raus zu kommen, müsste ich wieder einmal mein Leben radikal auf den Kopf stellen. Ich müsste kündigen – mir einen Job als Alleinbuchhalter suchen oder eben einen Job ganz ohne Verantwortung…und damit auch mit wesentlich weniger Geld ….. aber Ich ziehe Verantwortung an – weil es in meiner Natur liegt mich verantwortlich zu fühlen….und würde woanders eben auch Verantwortung übernehmen – auch wenn ich das dann nicht vergütet bekäme….

Also mein Dilemma heißt: Akzeptiere ich endlich die ständige Verantwortung die ich in meinem Job quasi natürlich übernehme – immer mit der Gefahr das es mehr und mehr wird und ich immer weiter hineingezogen werde …. Oder steige ich komplett aus diesem Hamsterrad aus?

Wahrscheinlich würde ich jetzt mit fast 50 tatsächlich noch einmal das Hamsterrad anhalten und aussteigen …. WENN ….. wenn ich noch alleine wäre…bin ich aber nicht….ich trage ja auch Verantwortung in und für meine Beziehung…und mein Job ist eben ein sicherer Hafen.

Meine Chefin ist auch überlastet und krank und hat kleine Kinder und wohnt auch noch gut 100km entfernt vom Büro – pendelt also mehrmals die Woche – und ist auf der Karriereleiter ziemlich weit oben…..und damit immer im Fokus der männlichen Führungsriege….immer im Kampfmodus……aber sie ist 36 Jahre und sie hat sich dieses Leben ausgesucht…. ihre Mitarbeiter bekommen ihre Unzufriedenheit sehr oft zu spüren…das macht es mir auch nicht gerade leichter.

Mein einziger aktueller Vorteil ist eine erstaunliche Gelassenheit …lach….na sagen wir mal es ist eher ein innerer Schutz nicht durchzudrehen das ich denke: mehr geht eben nicht – und jetzt eines nach dem Anderen – ich versuche mich gerade nicht aufzuregen und auch nicht hektisch zu werden….und es gelingt mir….dann bleibt die Arbeit eben liegen…ach ja …und ich hab mir trotzdem Freitag und Montag frei genommen…dann bleiben die Plätze eben unbesetzt…auch wenn ich davon ausgehen muss, das am Montag der Krankenstand immer noch genauso hoch ist, wie heute…dann ist das eben so…ist nicht zu ändern.

Nach 9 Stunden Arbeit ist aktuell auch Schluss bei mir…der Rest muss eben warten. Ich arbeite nach dem Ordnungs-Prinzip: „Vom Dringenstens zum Wichtigsten“. Es nutzt ja keinem etwas, wenn ich jetzt hektisch werde oder gar Durchdrehe…also nehme ich mir meine Auszeit und dann schaue ich mal weiter….

Verantwortungs-Magnet

Ich ziehe Verantwortung an…weil ich mich ihr stelle und mich nicht davor verstecke…weil ich weiß, es gibt immer Lösungen…aber die sind eben auch unbequem und tun manchmal auch weh.

Einer meiner Leitsätze für meine Freunde und Familie war immer: Wenn Dir etwas nicht gefällt, dann ändere es…nach dem Prinzip lebe ich seit ich mich vor mehr als 14 Jahren von meinem Mann getrennt habe.

Verharre nicht in einem Leben, wenn es Dir nicht gefällt…na klar muss man immer gewisse Zeiten überbrücken…aber wenn es sich nicht entwickelt, dann musst du es eben ändern.

Niemand hat gesagt das Änderungen leicht sind und  es kann auch unangenehme Folgen haben:  Ich habe viele dieser unangenehmen Folgen erlebt und mich trotzdem immer weiter bewegt, solange bis es jetzt für mich gut ist…oder zumindest gut gewesen ist.

Als ich meinen heutigen Ex-Mann damals verlassen habe und auf einmal ganz allein war in einer fremden Stadt, keine Freunde, keine Familie…man war ich einsam…aber es war die richtige Entscheidung. Als ich die sichere Zukunft und die Karriere aufgegeben habe und tatsächlich nur noch die Hälfte von dem verdient habe, wie vorher, das ist schon bitter für den eigenen Stolz und für das Portemonnaie….aber es war richtig….

Inzwischen bin ich es gewohnt immer und überall schnell Entscheidungen zu treffen, immer mit Verstand und mit Bauch.Im Beruf, wie im Privatleben. ich werde gefragt und kann sehr schnell klar sagen was m.E. die Beste Entscheidung (für mich) wäre…und kann unmittelbar handeln. Mein Kopf steht nur selten still…und verweigert noch seltener die Arbeit..

Nicht jede meiner  Entscheidungen war aus heutiger Sicht richtig…aber in dem Moment der Entscheidung war es das…und darauf komm es an…nicht zögern, nicht zaudern….Entscheidungen treffen.

Aber manchmal ist es besser sich aus Entscheidungen herauszuhalten….auch wenn man danach gefragt wird.