Gewitter, Schlaf und Melancholie

Der Regen und das Gewitter haben heute einen unglaublichen Effekt auf mich….ich bin sentimental –melancholisch….

Den ganzen Tag über hab ich immer wieder aus dem Fenster geschaut und dem Regen zugehört….lach…nicht ganz so effektiv zum Arbeiten, aber es fühlte sich so vertraut und lang vermisst an…Das klingt blöd – aber ich mag Gewitter, mit Blitz, Donner und starken Regen. Ich finde es beruhigend….schon als Kind bin ich oft bei Gewitter gerne raus gegangen – OHNE Regenschirm…und mein ganzes Erwachsenenleben über  bin ich immer wieder bei starkem Regen und bei Gewitter stundenlang durch die Gegend gelaufen…ohne Grund, einfach nur, weil ich es schön finde. Es fühlt sich so lebendig an….Und auch heute hätte ich es gerne getan – aber die Arbeit hat mich dann doch daran gehindert….

Kaum war ich nach der Arbeit wieder zuhause fiel ich erst einmal für eine Weile  in einen tiefen Schlaf….letzte Nacht hab ich insgesamt nicht mehr als 5 ½ Std. Schlaf bekommen und wurde auch noch mittendrin von einem Ellenbogen auf meiner Unterlippe sehr unsanft geweckt…AUA…

Heute Abend hab ich mir eine „Schnelle Pizza“ gemacht und dazu ein Glas Wein….Schnelle Pizza heißt nicht: Tiefkühlpizza, sondern ist ein schnell zusammengekneteter Hefeteig – extrem dünn ausgerollt, mit einer einfachen schnell gekochten Tomatensoße und  mit Mozzarella belegt….dann 6 Minuten in den Backofen….und schon war mein Essen fertig.

Zusammen mit dem Glas Wein war das ein schönes und schnelles Abendessen. Der Wein und das Gewitter am Tag haben mich in eine Melancholie geführt…und der Wein entfaltet gerade seine Wirkung….auch das Gefühl  gefällt mir gerade….

Ich bin heute Allein zuhause und wollte mich eigentlich um die Wäsche kümmern…..aber egal – das geht auch noch an einem anderen Tag. In den letzten Tagen habe ich mal wieder viel mehr erfahren,  als mir eigentlich lieb ist. Nur ein Beispiel: ein Kollege dessen Frau an Brustkrebs erkrankt ist, die Therapie gut überstanden hat und jetzt wahrscheinlich Metastasen in den Hüftknochen hat…das hat mich aufgewühlt…eine Frau von nicht einmal 52 Jahren…und dem Kollegen geht es eh nicht gut und jetzt auch noch die Sorgen um Frau und die Kinder…..

Ich fühle mich durch den Alkohol etwas betäubt….und wundere mich mal wieder wie leicht wir immer wieder solche Schicksale Anderer ausblenden und uns trotzdem wieder dem Alltäglichen widmen….wahrscheinlich weil es uns Halt und Sicherheit vermittelt…. Das Wunderwerk „Mensch“  besitzt die Gnade des Verdrängens und des Vergessens.

Dieser tiefe Schlaf in den ich jetzt immer öfter direkt nach Feierabend falle, ist sehr verlockend…ich hole damit mein Schlafdefizit auf, aber manchmal denke ich, es wäre schön einfach weiter zu schlafen…das ist so friedlich und schön…was passiert eigentlich wenn ich den Schlaf irgendwann einmal schöner finde als das Leben? Das ist ein merkwürdiger Gedanke ….und ich schiebe ihn schnell wieder zur Seite….wie gesagt, ich bin gerade in einer  sentimentalen Stimmung und dazu noch leicht alkoholisiert.

Abendstimmung – Der Sommer bäumt sich auf

Ich komme gerade von einem Abendspaziergang zurück.

Es ist immer noch drückend warm, der Mond stahlt klar…und dazu ist es schon ab 20 Uhr dunkel….Eine Stunde bin ich jetzt strammen Schrittes gelaufen….und habe meine Seele baumeln lassen, denn ich bin etwas melancholisch.

Ich merke, das sich der Sommer langsam verabschiedet. Es ist ein Aufbäumen des Sommers…bevor der Herbst sich durchsetzt. Aber die Bäume sprechen eine klare Sprache….Bucheckern, Eicheln und sogar Kastanien liegen bereits am Boden…und die Brombeeren sind an manchen Stellen auch schon reif….

Die Brombeeren erinnern mich sehr stark an meine frühabendlichen  Fahrradtouren in Frankfurt an der Nidda entlang und durch die Felder … und diese Stille. Ja das hab ich immer sehr genossen.

Ich bin heute durch meinen Ort hier gelaufen, um einen großen Park herum und als ich in die „Innenstadt“ kam haben mich die Menschen in den Restaurantgärten abgeschreckt mit ihrem lauten Gelächter und Geklapper.

Für mich war es eigentlich eine Stunde der Stille…also bin ich schnellen Schrittes mehr in Richtung der friedlich da liegenden Straßen gegangen.

Ich fühle mich wie durch Wasser gezogen….es ist stickig und nun sitze ich in meiner kleinen Oase draußen, nur erhellt von ein paar Kerzen, das Radio läuft drinnen und ich warte auf die Nachtkühle.

Morgen werde ich noch einmal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, denn morgens ist es noch nicht zu kalt, das wird nicht mehr lange so gehen.