Ein Streit – der mich belastet

Nun hab ich tatsächlich ein paar Tage Urlaub. Es begann mit einem ruhigen Wochenende…einem seeeehr ruhigen Wochenende…ich hab tatsächlich nicht viel gemacht und genau DAS, sehr genossen.

Mir geht es jedoch gerade seelisch nicht ganz so gut, was hauptsächlich an meiner Schwester liegt…über die Einzelheiten möchte ich gerade nicht reden…nur, das mir der Gedanke an unseren mehrtägigen Kurzurlaub gerade gar nicht behagt.

Ich habe mich vor ein paar Tagen etwas zurückgezogen, weil ich enttäuscht von ihr bin und ihr das Ganze auch erläutert habe…Sie hat meine Worte jedoch übel genommen, sich ertappt gefühlt und reagiert wie sie es immer tut: sie hat sich zwar entschuldigt, aber eher mit dem Unterton des Unverständnisses, mit Erklärungsversuchen und merkwürdigen Erläuterungen – ich erkenne es jedoch in ihrer Art alles abzustreiten und sich raus-zu-winden…also so eine Entschuldigung ist nicht echt…weil es in ihren Augen NICHTS war.. und jetzt hat sie sich erst einmal „gekränkt“ ebenfalls zurück gezogen.

Mich jedoch beschäftigt dieses Verhalten, vom nunmehr vorletzten Wochenende, schon seit vielen Tagen und nach 3-4 Tagen des Nachdenkens, hab ich es ihr dann geschrieben…zum Telefonieren war ich nicht in der Lage. Außerdem würde sie nur eines verstehen: Ablehnung …auf die Einzelheiten, die ich ihr versuche mitzuteilen, würde sie nicht hören…selbst jetzt, wo ich es schriftlich gemacht habe, merke ich, sie versteht nur das, was sie daraus hören will: Ablehnung.

Entweder man liebt sie oder man lehnt sie ab…etwas dazwischen kennt sie nicht…sie geht immer in die Extreme. Wer sagt, das nur ich einen Knacks durch unsere merkwürdige Kindheit habe, bei ihr ist ebenfalls einiges kaputt gegangen…nur sie wollte sich das nie eingestehen und hat nie wirklich versucht, es richtig zu verarbeiten.

Und all ihre unerfüllten Sehnsüchte nach Nähe und Geborgenheit in einer Familie, die ihr Mann ihr nur bedingt geben kann, versucht sie nun über ständigen Kontakt zu mir, diese Lücke zu schließen. Ich bin jedoch nicht ihr Partner, sondern ihre Schwester und ich kann und will nicht ihr Haupt-Anker sein. Dazu bin ich nicht geeignet, denn es engt mich ein und überfordert mich.

Leider sieht sie nicht, das Ihre Bedürfnisse sich nicht mit meinen Bedürfnissen decken. Sie ist, genau wie mein Ex-Freund, extrovertiert, laut – liebenswert ja, aber sie vereinnahmt einen völlig und ist dabei total unsicher. Ich bin introvertiert und hab mir mein Selbstbewusstsein mühselig im Laufe von mehr als 50 Jahren aufgebaut…ich komme mir mir wunderbar klar und liebe mein Leben, so wie ich es lebe.

Sie ist immer unsicher, braucht ständig Bestätigung und seelischen Zuspruch und kann nicht ohne diesen leben…und wirklich zufrieden und sie selbst, ist sie nur in wenigen Momenten in einem Jahr…die meiste Zeit ist das Leben für sie eine Last…während ich mir mein Leben so aufgebaut habe, das ich meistens sehr zufrieden bin und mir mein Job auch viel Freude macht.

Ja klar, in der Zeit wo es ihr mit der Herz-OP usw. schlecht ging, hatten wir täglich Kontakt…aber das war der Krisenmodus…darin bin ich gut und das war für mich auch extrem wichtig, sie in der Phase nicht allein zu lassen, als mein Schwager das einfach nicht abdecken konnte…aber jetzt, nach fast 1,5 Jahren…jetzt ist auch mal wieder gut und ich möchte wieder einen für MICH akzeptableren Kontakt.

Soo und gestern nun hab ich unseren Urlaub, auf ihren Wunsch hin, präziser geplant…gebucht ist eben gebucht, aber ich habe gerade so gar keine Lust auf diesen Urlaub…weil ich Angst habe, das er mir nicht gut tun wird.

Denn diese ganze Aktion hat mich verletzt und mich wieder in ein Tal der Stille katapultiert…ich will nicht kommunizieren, will Niemanden sehen und eigentlich möchte ich nur meine Ruhe…seelische und körperliche Ruhe. Nach den vielen Wochen der beruflichen Anspannung, brauche ich einfach wieder einmal viel Zeit für mich.

Würde ich den Urlaub aber einseitig absagen, bzw. meiner Schwester Vorschlagen statt mit mir, mit meinem Schwager zu fahren (das Hotel ist immerhin gebucht + bezahlt), würde das einem Bruch gleichkommen. Also muss ich jetzt dadurch und versuchen es in einem persönlichen Gespräch zu klären.

Sooo eigentlich wollte ich in diesem Beitrag über meinen „Back-Tag“ schreiben…aber wie schon so oft, hab ich einfach drauflos geschrieben und bin dabei bei einem ganz anderen Thema gelandet.

Kollegen – ein Minenfeld

Seit Anfang des Jahres habe ich ja mehr und mehr meine Pausenzeiten so genommen, das es für mich gut ist. Ich renne dem Tross nicht hinterher…und das bekommt mir sehr gut.

Natürlich hab ich Antennen dafür, das es nicht Jedem gefällt…aber das kann ich locker ignorieren…Wenn Jemand mit mir plaudert, dann plaudere ich mit. Manchmal fang ich auch eine Plauderei an…aber wenn dann nichts zurück kommt, dann ist das so,es stört mich nicht....ich nehme es zur Kenntnis und bei einer anderen Gelegenheit plaudere ich wieder mit…entweder es geht …oder eben nicht.

Aber ich registriere sehr wohl, das mit meiner gestiegenen Sicherheit in den Tagesabläufen und meinem manchmal ungefragten Einmischen bei Fachproblemen, eine direkte Kollegin immer stiller in meine Richtung wird. Sie teilt mir nicht mit, wenn sie für längere Zeit in ein Meeting geht oder wenn sie einen Tag frei nimmt oder das sie wegen ihres Geburtstags etwas gebacken hat und es im Nebenbüro steht…Wenn ich sie etwas frage, gibt sie freundlich  Antwort…aber von ihr kommt gar nichts…sie wirkt in der Kommunikation zu mir sehr befangen… Dabei haben wir uns schön öfter mal locker und gut unterhalten…aber das ist schon 1- 1,5 Monate her.

…und vor ein paar Tagen hat sie ziemlich unwirsch reagiert, als es um einen fachlichen Fehler ging. Dabei hab ich nur gefragt aufgrund welcher Regel sie das so macht und hab nach ihrer Antwort ganz ruhig erläutert, wie es richtig ist (natürlich unterstützt mit einem schriftlichen Nachweis – ohne glaubt mir ja eh keiner).

Sie ist Anfang 30 …. und sie braucht vor mir überhaupt keine Angst zu haben…sie ist bei uns die gehypte Nr. 1, von allen geliebt und verehrt  und ihr Ansehen ist extrem groß in unserer Abteilung. Ich will ihr weder das Wasser abgraben, noch sie Vorführen, mir geht es immer nur um die Sache….aber irgendwie scheint sie sich von mir bedroht zu fühlen.

Heute dann kam der Brite und anstatt die Kollegin zu fragen, bat er mich um Erläuterung einer bilanziellen Frage, die ich ihm auch zügig und ruhig  gegeben habe.   Darauf hin hat sie heute überhaupt nicht mehr mit mir gesprochen..

Wenn sich das nicht bald normalisiert, werde Ich  wohl bald mal das Gespräch mit ihr suchen…

 

 

 

 

Minenfeld: Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeiern in Firmen sind ja nicht immer ganz unkompliziert….und bei uns bedeutet dieser Tag viel Unruhe, weil eben alle Kollegen aus dem Außendienst und aus den anderen Standorten zu uns kommen…es gibt neben der Weihnachtsfeier noch weitere beruflich veranlasste Zusammenkünfte an denen ich nicht teilnehmen muss. Erst dann wird es gaanz ruhig und ich kann endlich arbeiten.

…und ich arbeite bis 15 Minuten vor der Abendveranstaltung konzentriert…also so konzentriert wie möglich.

Wie bereits geschrieben fühlte ich mich nicht fit. Wäre nicht gleichzeitig mit der Weihnachtsfeier die Verabschiedung eines unser Geschäftsführer verknüpft ,hätte ich mich auch direkt nach Hause begeben…direkt ins Bett.

So fing um 18 Uhr die Feier an…und es war auch wirklich schön gemacht….Zuerst gab es eine Ansprache  des GF Nr.2 zur Verabschiedung des GF Nr.1…dann gab es den Dank des GF Nr.1 und dann waren die ersten 20 Minuten auch schon überstanden…lach… nein so schlimm war es nicht….aber man merkt auch unserer Nr. 1 und 2 an das sie solche Reden nicht mögen, der Eine kann es lockerer und freier rüber bringen, als der Andere….aber es war gut gemacht…

Dann gab es schon ein tolles Essen….mit leckerem Wein.  Ich wusste schon im Voraus, das ich nicht mehr als 1-2 Gläser Wein trinken werde….ich behalte gerne die Kontrolle.

Wir hatten in diesem Jahr wieder freie Tischwahl…..Jahrelang wurden die Tische immer per Los zugeteilt, so das ich auch schon mit Kollegen zusammen gesessen habe mit denen ich keine verbalen Berührungspunkte habe….also auch hier dieses Mal alles in Ordnung.  Mit den Kollegen am Tisch hatte ich es gut getroffen und es gab nur einen unangenehmen Punkt an diesem Abend…ich musste zu einem der Tische und die Kollegen dort begrüßen…also Augen zu und durch…Erledigt…

Der nächste Programmpunkt nach dem Hauptgang und vor dem Nachtisch war ein Zauberer….ohhhhhh Schreck…und ich saß ziemlich weit vorne…Gaaaaanz gefährlich…aber zum Glück bekamen Andere die Aufforderung auf die „Bühne“ zu kommen und ich konnte mitlachen….

Puhh….also fast geschafft…Jetzt war es fast 20.30 Uhr und ich wollte heim….

Es gibt so ein paar ungeschriebene Gesetze für Weihnachtsfeiern, die kennt fast jeder Arbeitnehmer: Nicht zu viel Alkohol, Frauen sollen sich nicht zu aufreizend anziehen, Niemals als Letzter gehen und auch nicht als Erster gehen.

Nun gut ….darauf konnte ich dieses Mal keine Rücksicht nehmen und war die Erste….als die Meisten nach der Zaubershow im Nebenraum waren um den Nachtisch auszusuchen, hab ich mich von meinen Mädels verabschiedet und bin gegangen…ein paar komische Blicke hab ich zwar geerntet, aber mehr nicht.

Soooo auch hin diesem Jahr hab ich die Weihnachtsfeier überlebt…. Ich bin froh das ich hin gegangen bin….meine Chefin war eh etwas angefressen als ich im Vorfeld gesagt habe das ich nicht lange bleiben werde….aber immerhin ich WAR da. An den später folgenden Verbrüderungen mus ich mich nicht beteiligen…die Letzten sind wohl bis 3.30 Uhr geblieben.

Es ist immer das Gefühl auf der einen Seite dazu gehören zu wollen, aber auf der anderen Seite Ich selbst  bleiben  zu wollen und mich nicht in blöde Situationen zu begeben. Ich bleibe lieber etwas aussen vor…und ich glaube niemand erwartet nach all den Jahren wirklich das ich mich anders verhalte.