Kleidungs-Dilemma

Wann hat es eigentlich angefangen so schwierig zu sein die RICHTIGE Kleidung zu tragen.

Durch den kommenden Umzug bin ich mal wieder in Verhandlung mit mir selbst…WAS nehme ich mit, WAS  brauche ich nicht mehr, WAS möchte ich behalten, WAS passt mir noch…

Ich bin entsetzt über mich selbst, wieviel sich in nur 3 Jahren hier angesammelt hat. Vor allem Kleidung. Bereits vor ein paar Wochen habe ich schon mal 13kg!!!! Kleidung per Paket zu meiner Schwester geschickt.

Ich liebe Kleidung und kaufe gerne Neues. Der Körper verändert sich, die Mode verändert sich und auch mein Geschmack für Mode ändert sich.

Als ich noch aktiv getanzt habe,  hab ich gerne weite Marlene-Hosen angezogen, dazu dann Oberteile die locker auf die Hüften fielen, oft Pullover/Shirts mit Fledermaus-Ärmeln, zusammen ergibt das eine X-Silhouette, was ich als schön empfinde. Dieser Stil betonte meine Körpermitte. Oder kurze Hosen und Röcke: die betonten meine Beine.

Nun ist meine Körpermitte nicht mehr ganz so schlank, also trage ich lieber weitere Oberteile…kombiniert mit den Marlene-Hosen sieht das aber nur für einen Moment gut aus….schon nach ein paar Minuten finde ich mein Spiegelbild unförmig…Neeeein, das geht nicht mehr. Seitdem trage ich liebe enganliegende Hosen: also Jeggings oder Skinny-Jeans: das geht super mit den weiten Oberteilen – kaschiert die Körpermitte und betont die Beine ohne diese zu sehr zu zeigen.

Die ganz kurzen Hosen und Röcke hab ich schon vor 1-2 Jahren radikal aussortiert, ebenso die dazu gut passenden Stiefel (Overnknees mit über 50 sieht eher lächerlich aus).

Seit dem ich Jeans trage (was nicht so lange ist, wie man glauben könnte – ich hab erst mit Mitte 30 angefangen Jeanshosen für mich zu entdecken) liebe ich die Jeans mit gerade geschnittenem Bein und unten leicht ausgestellt (Boot-Cut)….das streckt die Beine, aber nur wenn die Oberteile bis maximal zur Hüfte gehen…Jetzt mit den längeren und Oberteilen wirkt auch das sehr schnell plump und unförmig. Mit der Notwendigkeit die Shirts etwas weiter zu tragen, MUSS aber auch die Länge der Shirts angepasst werden, sonst wirkt es sehr schnell wie ein Kasten ohne sichtbare Figur.

Okay: Also Shirts/Blusen etwas weiter geschnitten, damit aber etwas länger, damit geht es nicht mehr mit Marlene-Hosen oder Bootcut-Jeans. Dafür trage ich dann Jeggings, Skinny-Jeans und Bleistiftröcke: also alles eng-anliegend unten herum.

Aber das ist auch nicht ganz einfach, weil zu enganliegende Hosen  an Hüfte und Bauch bedeuten, sobald ich mich bewege rutschen die kleinen Pölsterchen über den Hosen-/Rockbund und zeichnen sich unter den Shirts ab. Also hab ich beim Kaufen von Röcken lieber ½ Kleidergröße zu groß gekauft und diese dann zur Schneiderin gebracht um die dann zu weite Form in eine Bleistiftform abnähen zu lassen…das wirkt übrigens mit weiten Pollpullovern und Boots im Winter auch klasse.

Aus den ganz kurzen Jeanshosen  für den Sommer sind inzwischen halb-lange  bis zum Knie geworden und in diesem Sommer gibt es diese Hosen aus den 50er Jahren die enganliegend knapp bis über die Knie reichen…die sind perfekt…ich finde meine Beine zwar schön…aber nicht die Kniescheiben. So kann ich die Hosen auch ohne Strumpfhosen anziehen….und dazu passen Sneaker wunderbar.

Ich liebe auch die aktuell gerade geschnittenen kurzen Kleider, leider sind die nach dem Waschen oft 1-2cm kürzer als beim Kauf,  und damit zu kurz um es tatsächlich als Kleid zu nutzen…aber mit einer halblangen Jeggings geht das dann auch wieder.

Als nächstes Hindernis beim täglichen Aussuchen meiner Kleidung aus den Schränken kommen noch die Stoffe hinzu. Durch die Wechseljahre mag ich manche Stoffarten nicht mehr auf der Haut, bei vielen Kleidungsstücken bekomme ich schon nach wenigen Minuten Schweißausbrüche. Vor allem bei Mischgeweben mit Polyester, aber auch pure Viskose-Shirts vertrage ich nicht oder hohe Elastan-Anteile sind aktuell nicht ganz so einfach…seufz….Am besten ist Baumwolle oder Leinen

Also es ist  aktuell nicht leicht mich so zu kleiden das ICH mich wohl damit fühle…und aus dem Grund hab ich auch so viele Klamotten.  Aber jetzt ist erst einmal Schluss damit…ich hab beschlossen:

1.     Bis zum Winter kaufe ich keine neue Kleidung mehr hinzu

2.     Ich sortiere jetzt weiter meine Kleiderschränke aus

Auch so bleiben meine Schränke weiter gut gefüllt und ich kann mich ordentlich anziehen…und im Winter im hohen Norden brauche ich bestimmt ein paar warme Pullover mehr als ich jetzt besitze…aber erst dann 🙂