Turbulente Tage im Büro

Meine Arbeitswoche verläuft turbulent…aber bisher habe ich alle Abgabetermine einhalten können, auch wenn es bedeutete, das ich die zwei Tage im Büro wesentlich länger habe arbeiten müssen…denn hier kann ich mich den Kollegen gegenüber ja nicht komplett verschließen, diese Zeit fehlt mir dann am Ende des Arbeitstages.

Heute kam dann zusätzlich die Anfrage aus der Zentrale, ob einer von uns Beiden mal wieder einen neuen Bankzugang testen kann…denn wir sind ja immer noch mitten im Wechsel aller dänischen Bankzugänge auf das sog. MitID-Verfahren…ich hab mich kurzerhand gemeldet, das ich das übernehme.

Die Anweisung lautete: lad Dir doch mal „die App“ aufs Smartphone und versuch Dich anzumelden und dann schauen wir mal. Nun als erstes sagte mir mein Handy, das ich ein update brauche. Update? Warum ausgerechnet jetzt? ….aber für das Update brauchte es eine WLAN-Verbindung. Aber mit dem WLAN das ich nutzte, liess sich der App-Store nicht öffnen. Okay, es gibt inzwischen mehrere WLAN-Verbindungen für unsere Firma…mit Hilfe zweier Kollegen hab ich dann endlich die neueste Verbindung mit Zugangscode gefunden.

Nun dauerte es mehr als 1/2 Stunde bis das Betriebssystem sein update erledigt hatte…dann endlich konnte ich den App-Store öffnen…aber auch hier gab es erst einmal ein Update….grrrrrr und wieder warten.

Dann endlich wollte ich die App runterladen…aber es gab nur Eine, die hieß aber anders…die Antwort der Kollegin….jaja…nimm die ruhig – probiere es einfach aus. Na so klare Anweisungen liebe ich ja.

Zum Glück war dann bei und nach der Installation alles auf Englisch, und nicht auf Dänisch….und mit einigem Suchen hat die Anmeldung und Aktivierung dann auch tatsächlich funktioniert. Dann kam der Hinweis das die App erst eine Stunde nach der Aktivierung freigeschaltet wird….WAS ?….Warum dat denn?…. Na gut, hab dann in der Zwischenzeit andere Sachen gemacht, bevor ich den Zugang mit Hilfe der App dann tatsächlich testen konnte. Das hat dann aber reibungslos geklappt. Zum Glück. Hab eine Kurzanleitung geschrieben und dem Controller zur Verfügung gestellt.

Das war, wie immer, eine Anweisung auf den letzten Drücker, denn ab Morgen werden die alten Zugangsmethoden abgeschaltet….hahaha…aber so bin ich es inzwischen ja gewohnt.

Mitten im Warten auf die Updates, hab ich auf das neue Bürogebäude gegenüber geschaut, direkt auf die begrünte Dachterrasse und prompt musste ich laut auflachen….da spazierten 3 Männer, getrennt voneinander, in einigem Abstand am Rande des Geländers, um das Grün in der Mitte der Dachterrasse herum und jeder sprach eifrig in sein Handy….das sah lustig aus und erinnerte an einen „Hofgang“ aus alten Gefängnisfilmen.

Auch sonst tut sich viel bei uns…die junge Kollegin Kim hat gekündigt und zieht aus Hamburg weg. hmmm…sehr schade, aber sie hat eine tolle Chance in Niedersachen bekommen.

Der Controller ist immer noch auf der Suche nach einem Zuarbeiter und hat jetzt einen Kandidaten in die 2. Runde genommen….was er mir von dem erzählt hat, lässt mich zwar zweifeln, ob das eine so gute Idee ist, aber letztlich muss er mit dem neuen Kollegen klar kommen….mir betrifft es nur am Rande. Ich hab meine Bedenken geäußert und halte mich ansonsten raus.

Wir haben neue Arbeitsverträge erhalten in dem jetzt 1 Tag in der Woche „mobiles Arbeiten“ als Recht fixiert wurde…die Umsetzung ist jedoch sehr bürokratisch….und damit nicht wirklich praktikabel, weil wir jedes Mal ein paar Tage vor jedem „mobilen Tag“ eine schriftliche Genehmigung vom Vorgesetzten benötigen – wer denkt sich so etwas nur aus – unfassbar.

Der Controller und ich wollen gerne bei unseren jeweils 2 Tagen bleiben und wir haben eine Mail an unseren Vorsetzten in der Zentrale geschrieben, das deutsche Procedere erklärt und das wir bei unserer Regelung bleiben wollen würden, die ich dann auch noch mal einzeln erläutert habe und ob er uns für diese Regelung eine generelle Genehmigung bis auf Widerruf erteilen würde.

Die Antwort an uns Beide kam am Abend: „Approved“…..na also- es hat echt Vorteile, wenn der eigene Chef weit weg sitzt.

Ich bin also insgesamt, trotz der Mehrarbeit und der Unruhe in dieser Woche, bisher sehr zufrieden.

„Mobiles Arbeiten“ versus „Home-Office“

Doch auch das längere Gespräch mit der Service-Hotline hat ja letztendlich ein Problem gelöst und so läuft dieser Tag unter dem Oberbegriff: Ein erfolgreicher und schöner Tag.

Jeder Anruf, jede Mail, war heute ein Schritt vorwärts und jedes Mal ein Haken mehr auf meiner To-Do-Liste.

Mein Chef ist aus dem Urlaub zurück und so hab ich mir meinen Urlaub im August gleich mal genehmigen lassen…und im 2er Teams-Meeting mit ihm am Nachmittag gab es dann gleich noch weitere Punkte die ich von meiner Liste streichen konnte.

So wie ich heute auch noch von einem deutschen Teamleiter aus einem anderen Bereich erfahren habe, werden wohl nach und nach Vereinbarungen mit den Mitarbeitern getroffen, in denen jedem Mitarbeiter einen Tag in der Woche „mobiles Arbeiten“ zusteht…..und jeder Teamleiter kann darüber hinaus den Mitgliedern seines Teams weitere mobile Arbeitstage genehmigen, solange das Arbeiten auf diese Art funktioniert. Einen Anspruch hat der Mitarbeiter jedoch nur auf den einen Tag.

Das sind richtig gute Neuigkeiten…denn da sehe ich in meiner Abteilung wenig Probleme. Meinem Chef in DK ist es egal, ob er mich im Büro oder im Home-Office anruft…..hahahaha und unsere Meetings finden sowieso im virtuellen Raum statt. Im Gegensatz zu meinem Controller-Kollegen, hab ich meine Arbeit auch schon überwiegend auf digitale Bearbeitung umgestellt. Damit sollte es zukünftig möglich sein, weiterhin 2x in der Woche im Homeoffice zu arbeiten. was mein erklärtes Ziel ist.

Nur heißt es dann eben offiziell nicht „Home-Office“, sondern „mobiles Arbeiten“. Da die Bezeichnung „mobiles Arbeiten“ ein niedrigschwelliger Anreiz für den Arbeitgeber ist, dieses den Mitarbeitern zu ermöglichen.

Beim klassischen Homeoffice ist der Arbeitgeber verpflichtet einen komplett den Arbeitsschutz-Regeln entsprechenden Arbeitsplatz beim Arbeitnehmer Zuhause einzurichten. Während der Arbeitgeber beim „mobilen Arbeiten“ nur die mobilen Endgeräte und den Zugang zur Verfügung stellt….mehr nicht.. Mobiles Arbeiten muss daher nicht zwingend in den eigenen 4 Wänden stattfinden, sondern theoretisch ginge es überall, wo man eine Internet-Verbindung nutzen kann.

und in genau 14 Tagen starte ich meinen Sommer-Urlaub – FREU

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