Ausflug ins Museum – Schloss Gottorf

Samstagmorgen 8.30 Uhr auf der Autobahn…105km bis zur Museumsinsel Schloss Gottorf ….je weiter in nach Norden in Richtung Schleswig fuhr, umso blauer wurde der Himmel und die Sonne strahlte so sehr, das ich nach meiner Sonnenbrille greifen musste.

Da ich mal wieder damit rechnen konnte, das Schwester+Schwager 9.30 Uhr meinen, wenn sie 10.00 Uhr sagen, war ich also rechtzeitig unterwegs….und das war auch gut so…Nein, dieses Mal waren sie nicht so früh da, aber so konnte ich wenigstens noch 20 Minuten die Morgenstille bei knappen 4 Grad im Schlosspark genießen…

Und dann kamen die Beiden auch schon…und pünktlich um 10 Uhr waren wir im Museum….Eigentlich sind es 2 Landes-Museen:

  1. Museum für Kunst und Kulturgeschichte
  2. Museum für Archäologie

Das besondere im 2. Museum geht es um die Geschichte der menschlichen Entwicklung mit besonderem Augenmerk auf Schleswig-Holstein und viele Funde kommen dabei aus den Mooren des Landes und auch aus Dänemark.

Jetzt bin ich kein typischer Museumsbesucher….ich nehme also weder an Führungen teil, noch bewaffne ich mich mit diesen kleinen Geräten, um mir von einer Stimme aus den Kopfhörern etwas zu den Exponaten erzählen zu lassen. Ich schaue und lese in aller Ruhe, über das, was mich interessiert…an anderen Ausstellungsstücken gehe ich dagegen vorbei….und nach dem 60sten bewundertem Steinkeil und der 225 Sperrspitze reicht es mir dann auch….und ich gehe weiter.

Anfänglich war es mal wieder schwierig meine Aufmerksamkeit zwischen Familie und ausgestellter Vergangenheit unter einen Hut zu bringen….die Beiden hatten Redebedarf….vor allem Beide GLEICHZEITIG….ich fühlte mich überfordert. Okay – beim nächsten Mal plane ich vorher lieber ein Kaffeetrinken oder Frühstück mit den Beiden ein…so das wir ERST reden können und DANACH dann in ein Museum gehen, wo man sich ja eigentlich ruhiger verhalten soll.

Eigentlich…..Wir waren eine ganze Weile alleine im Archäologischen Teil, das sich in den oberen Stockwerken befindet…und nachdem wir langsam Stück für Stück durch die Zeit gewandert sind, kamen wir fast bei den Moorleichen an….zugegebenermaßen einer der Höhepunkte hier….und prompt kann eine 5köpfige Familie (mit kleinen Kindern) herein gestürmt…waren…na, wenn ich es nett sagen soll, würde ich es: lebhaft nennen…aber das stimmt nicht so ganz…sie waren laut, nahmen keinerlei Rücksicht auf Andere (uns)….stürmten zielstrebig auf die ausgestellten Moorleichen zu….keinerlei Respekt (vor den Exponaten – die ja immerhin auch vor langer Zeit mal lebende Menschen waren) krakelten herum….so das ich einmal meine Stimme anhob….und dann erst wurde der Mutter bewusst, das sie nicht alleine waren….Wir hielten uns erst einmal fern, bis dieser Familien-Tsunami genug gesehen hatte und prompt wieder abzog…also nicht, das sie sich noch etwas anderes auf der Etage angeschaut hätten….ich hatte nichts dagegen.

Sooo als es dann wieder ruhig war, haben wir uns den 3 ausgestellten Moorleichen genähert und mit Erstaunen festgestellt, wie gut doch 2 davon erhalten waren. Das ist schon beeindruckend….und auch ein wenig beängstigend. Über die berühmteste Leiche wurde im Fernsehen schon berichtet: „Das Kind von Windeby“ aus dem 1.Jahrhundert, das im Moor in der Nähe von Windeby bei Eckernförde in den 50er Jahren gefunden wurde.

Später in den unteren Etagen waren wir dann im Museum für Kunst und Kunstgeschichte…etwas was uns alle nicht ganz so interessiert hat…und doch gab es auch hier Beeindruckendes…vor allem die schmuckvoll und üppig gestalteten Deckengewölbe waren schon echt klasse…

und der Hirschsaal, der durch die dunkle Farbe eher niedrig und gedrungen wirkte:

Aber der ganze Prunk bringt zwar einen Wow-Effekt….aber ich mag das Letzte Bild am Liebsten und kann nicht einmal erklären warum:

Gegen Ende unser 3 stündigen Tour durch alle Etagen des Museums, waren wir dann auch noch in einem Extra-Gebäude und haben uns das Nydam-Boot angeschaut. Ein Ruderboot das um 340 n. Christus im Nydam-Moor (Dänemark) versenkt wurde….fast 23m lang, und an der breitesten Stelle 3,26m….Platz für bis zu 45 Menschen, hochsee-tauglich….wow

Mit 10 EUR pro Person ist das gesamte Museum zu besuchen….ob es für andere Sonderausstellungen noch Extra-Eintrittskosten kam, kann ich nicht sagen….aber für die 10EUR bekommt man auf jeden Fall eine Menge geboten….

Feierabend – abgetaucht

Feierabend – abgetaucht

Der Sommer zeigt sich im Norden ja recht kühl…und so musste ich einfach am Mittwoch das schöne Wetter nutzen…und so eine kleine Auszeit konnte  ich auch gut gebrauchen.

Feierabend habe ich daher schon um 14.30 Uhr eingeläutet…bin dann vom Büro direkt aus los gelaufen…über eine Eisdiele in Ottensen (den Stadtteil finde ich mittlerweile echt klasse…viele kleine Geschäfte, es ist so lebendig hier und alles scheint so normal zu sein) bis an die Elbe. Dann am Wasser in Richtung  Hamburg Mitte. Hab zum 1. Mal eines dieser riesigen Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen sehen…WOW – das Ding ist ja beindruckend groß…nee – das wäre nichts für mich.

Weiter ging es, vor einem Steakhouse waren Tische und Stühle aufgestellt und ein Strandkorb stand da auch…also hab ich, im Strandkorb sitzend, eine kleine Rast eingelegt und am NACHMITTAG ein Glas Wein getrunken und die Sonne genossen.

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…dann ging es weiter bis ich am U-Boot-Museum angekommen bin….Ach komm….da liegt ja tatsächlich ein U-Boot und man kann es besichtigen. Nun bin ich ja kein Fan großer Menschenmengen und Enge ist auch nicht mein Ding…aber es war LEER….also mit 9 EUR  hab ich die Erlaubnis gekauft das U-Boot betreten zu dürfen…und war fast alleine dort.

Und das war auch gut so….es war schon seeehr eng…und wenn man im Film sieht, wie die Soldaten durch die Luken der einzelnen Sektionen durchhüpfen,  dann wirkten die Luken hier schon sehr klein.

Also mit körperlichen Gebrechen sollte man das U-Boot wirklich meiden und eine gewisse Sportlichkeit hilft auch bei der Besichtigung. Erst ab  der 3. Luke bin ich einigermaßen gut dadurch „gehüpft “ (also im Film sieht das wesentlich eleganter und sportlicher aus…gut also das mich sonst niemand gesehen hat – na bis auf eine wahrscheinliche Videoüberwachung durch das Museum). Alsoo Hände an die Stange oberhalb der Luke und durchhüpfen…und hinter der Luke bin ich mit dem Hintern auf den vorhanden Vorsprüngen zum Halt gekommen…nix von wegen durchhüpfen und gleich auf den Füßen landen um weiter zu hechten…hahaha  na gut – das waren auch junge Männer…

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Es hat Spaß wirklich Spaß gemacht und die Enge konnte ich wirklich gut ertragen, da es sonst gerade keine Besucher in meiner Nähe gab. Witzig: ALLE ausgestellten Puppen, die das Leben auf einem U-Boot simulieren sollten trugen: Mund-Nase-Schutz….Auch ich hatte während des gesamten Besuchs meine Maske auf…

Zum Glück verzichtet das Museum auf musikalische Untermalung…so wurde zusammen mit einem in regelmässigen Abständen wiederkehrenden PING  eines Sonars eine beklemmend dichte Atmosphäre erzeugt.

Immer wieder erstaunlich finde ich es, wie „blind“ die U-Boote im 2. Weltkrieg waren. Außer durch das Periskop war ja überhaupt kein Blick nach draußen möglich. Bildschirme gab es noch nicht….überall nur Rohre, Schalter und analoge Anzeigeuhren…

Wieder aufgetaucht ging es im großen Bogen zurück in Richtung Firma (zu meinem Auto). Das waren gute 9km für den heutigen Spaziergang durch Hamburg.