Das neue Team – schwieriger als gedacht

Das neue Team – schwieriger als gedacht

Die Woche war emotional anstrengend…man merkt das die Urlaubszeit endgültig vorbei ist und der nächste Quartalsabschluss bereits in der Luft liegt. Die Kollegen aus der Zentrale sind umtriebig und das bringt Unruhe.

Und auch Kollegin Katrin ist wieder zurück aus dem 3wöchigen-Urlaub und bereits nach 2 Tagen mega-gestresst, was ich nicht nachvollziehen kann…ich habe versucht, sie zu beruhigen – immerhin kommt sie NICHT in ein Chaos zurück. Denn der Teamleiter und die neue Kollegin Cordula haben fleißig ihre Tages-Arbeiten abgearbeitet.

Und troztdem reibt sich Katrin an Allem, jede E-Mail von den Kollegen, die es doch schon besser wissen müssten, jeder kleine Fehler der Cordula aus Unwissenheit über spezielle „Praktiken“ in unserer Firma passiert ist…ihr Perfektionismus steht ihr einfach im Weg, denn natürlich haben die Beiden (Teamleiter+Cordula) nicht jeden Handgriff so gemacht, wie sie es sonst macht.

Anstatt also froh zu sein, das nicht „hunderte“ von Lieferanten-Rechnungen und Reisekosten-Abrechnungen liegen geblieben, reibt sie sich an Kleinigkeiten, die nicht ganz, in ihrem Sinne, korrekt gelaufen sind.

Ich ahnte da schon, das kann nicht allein an den Fehlern liegen….das steht doch etwas anderes dahinter. Ich hatte mich außerplanmäßig Donnerstag ins Homeoffice verzogen, weil Katrin ins Büro kommen wollte, um mit unserer neuen Kollegin ein paar Dinge zu besprechen. Der Mittwoch hatte mir schon vollkommen gereicht…an dem Tag konnte ich quasi nicht wirklich arbeiten und ich muss ja auch mit meiner Arbeit voran kommen.

Freitag hatte ich dann ein längeres Telefonat mit ihr…und irgendwann fiel der Satz, der ihre Stimmung erklärte: „Die Cordula kann einen ja ganz schön überrennen“. Das war es also….Kollegin Katrin hat Angst von der Neuen abgehängt zu werden. Sie haben sich ja auch bisher nur die 2 Tage vor ihrem Urlaub gesehen…das richtige Kennenlernen findet ja jetzt erst statt und über die Aufgabenverteilung wurde auch noch gar nicht gesprochen. Immerhin arbeiten die 3 Kollegen alle zusammen an einer Firma.

Ja Cordula hat ein sehr sicheres Auftreten, zeigt ihr Wissen und ist dabei freundlich und nett…aber auch durchsetzungsgewohnt und wirkt damit dominant. Wir sind uns da ähnlich. Katrin ist eher zurückhaltend in ihrem Auftreten, weiß aber auch ihre Positionen bei Kollegen klar zu kommunizieren…aber eben auf eine leise Art.

Ich weiß um ihre sensible Seite, kann sehr gut damit umgehen und bestärke sie auch immer, ihre Positionen klar zu machen….aber auch, das sie sich nicht für alles verantwortlich fühlen sollte…das sie manches einfach hinnehmen muss, wenn wir keinen Einfluss darauf haben…dann lohnt es sich nicht, sich permanent emotional daran zu zerreiben.

Ich hoffe in ein paar Wochen sieht sie auch, wie wertvoll eine Kollegin wie Cordula für uns ist…vor allem wenn eine vernünftige Aufgabenverteilung zwischen den 3en dann klärt, wer sich um was kümmern muss.

Wie immer betrifft mich das nur am Rande. Ich habe mein eigenes Aufgabengebiet – und wie immer bin ich froh und dankbar das ich mit unserer Hauptfirma in Deutschland beruflich fast nichts zu tun habe.

Deshalb sind selbst unsere Mittwoch-Meetings zu Viert (auch Jour-Fixe genannt) für mich fast uninteressant – ich unterstütze aber meine Team-Kollegen bei bestimmten Themen und Vorhaben mit entsprechendem Fachwissen oder Besonderheiten in unserem Firmenkonstrukt, vor allem das immer kompliziertere Geflecht wer für was in der Zentrale zuständig ist oder wo man Informationen herbekommen kann.

Ich bin der Erklär-Bär…denn ich bin mit 5,5 Jahren, seit dem Weggang des Controllers, die einzige langjährige Mitarbeiterin in der Buchhaltung und diejenige, die am meisten Kontakt zur dänischen Zentrale hat: Katrin ist jetzt ein Jahr dabei, hat aber nur einen bestimmten Aufgabenbereich abgedeckt- bisher keine Abschlüsse gemacht, der Teamleiter hat bald das Ende seiner Probezeit erreicht und Cordula hat erst vor 1 Monat angefangen. Wir sind also ein ganz „junges“ Team – wenn auch nicht an Lebensjahren…

Der Erklärbär ist zurück

(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs)

Seit fast 3 Wochen haben wir nun eine neue Teamkollegin und ich hatte schon lange vor ihrem Start klar gemacht, das ich weder die Zeit noch die Lust habe, mich um ihre Einarbeitung zu kümmern…immerhin ist sie in erster Linie für den Controller zuständig und dieser hat bis letzten Donnerstag auch schon vieles mit ihr gemacht…aber natürlich nur oberflächlich und schnell…es war ja sehr knapp mit der Zeit.

Aber schon da hab ich natürlich auf ihre Fragen in meine Richtung geantwortet, Zusammenhänge bezüglich unser Organisation usw. erklärt und natürlich auch als Key-User für unser Programm einige Anfangs-Probleme aus der Welt geschafft.

Und seit Freitag bin ich eben für ihre weitere Einarbeitung zuständig, bis der Controller aus dem Urlaub zurück kommt…meine anfängliche Abneigung jetzt doch wieder Jemandem einzuarbeiten, ist jedoch geschmolzen wie Schnee in der Sonne….und wir kommen gut miteinander klar.

Es macht mir sogar Spaß ihr einige Tipps und Kniffe zu zeigen und auch aufzuzeigen das es oftmals Ansichtssache ist, WIE man etwas löst…es gibt nicht nur einen Weg zum Ziel und das sie das Recht hat, dabei ihren eigenen Weg zu finden…immerhin ist sie gleichberechtigt in unserem Team.

Natürlich muss sie sich mit dem Controller absprechen…aber ich weiß, das er sich logischen Wegen nicht versperrt…denn es gibt noch erheblichen Optimierungsbedarf bei ihm.

Wir haben also heute mehrere Stunden zusammen gesessen und Rechnung um Rechnung der verschiedensten Lieferanten bearbeitet…sind auf die Suche nach Ansprechpartnern und Auftraggebern gegangen um herauszufinden, wer das beauftragt hat, haben uns durch die Kontierungslogik des Controllers gewühlt und ich hab sie durch die Feinheiten unseres Rechnungsprogramms und der Freigabelogik unseres Konzern gelotst. Das war zeitaufwändig, aber letztlich sind wir zwar langsam, aber dafür beständig vorangekommen.

Was wir dabei festgestellt haben: buchhalterisch folgen wir Beide derselben Logik, die nicht immer mit dem Controller konform geht…da hat sie noch einigen Klärungsbedarf mit ihm, sobald er aus dem Urlaub zurück ist.

Letztlich hab ich zwar viel Zeit investiert und meine eigene Arbeit ist liegen geblieben, aber die Zeit hat sich gelohnt…es fällt bei ihr auf fruchtbaren Boden, sie merkt sich die Dinge sehr schnell und kann sie auch sofort wieder abrufen. Davon werde ich zukünftig ja auch profitieren.

Und da wir bei dieser Zusammenarbeit auch mit- und übereinander lachen können, ist das für mich auch weniger belastend, als befürchtet….es macht mir sogar Freude mein Wissen weiter zu geben und auch ihr zuzuhören, denn auch ich lerne gerne dazu…aber meistens hab ich geredet…so wie früher als ich noch für Auszubildende Buchhaltungskurse abhalten oder neue Mitarbeiter einarbeiten musste….lang lang ist es her.

…jaja der kleine Erklärbar-Wirbelwind ist wieder da…wer hätte das gedacht.

Veränderungen

Ich laufe fast jeden Abend meine Walkingrunde, auch wenn es mir manchmal auch dann noch viel zu warm ist…ich gehe sehr zügig und komme immer wieder gut ins Schwitzen. Manchmal entscheide ich mich auch für das Rad…dann kühlt wenigstens der Fahrtwind etwas.

Gestern war es fast 21 Uhr, als ich los ging. Das Gewitter war schnell mit wenig Regen schon vorbei gezogen und es klarte sich, passend zum bevorstehenden Sonnenuntergang, dann schnell wieder auf und bot noch einen schönen Blick auf den Himmel

Und jetzt habe ich nach dem Ende meines Urlaubs, dem Wasserschaden im Keller und dem Aufarbeiten der liegengebliebenen Arbeit im Job, endlich das Gefühl, das ich entspannen kann.

Zumal am Donnerstag auch unsere neue Kollegin im Controlling angefangen hat. Der erste Eindruck ist bei mir ein Guter….die scheint nett und aufgeschlossen zu sein…ich glaube, sie passt gut zu dem Controller und mir. Beruflich kann ich sie noch nicht einschätzen, aber zumindest menschlich scheint es zu passen.

Die neue Kollegin sitzt jetzt vorläufig erst einmal beim Controller im Büro…aber wenn am 1.9. der zusätzliche neue Kollege kommt, wird sich das evtl. noch ändern. Aus irgendeinem Grund möchte der Controller das wir beiden Frauen zusammen in einem Büro sitzen…er möchte lieber mit der männlichen Verstärkung das Büro teilen, weil er hofft, das es dann für ihn ruhiger ist.

Na, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn ich möchte auch eher mit einem ruhigen Kollegen zusammen sitzen…aber dazu muss ich den erst einmal kennenlernen. Es bleibt also weiter spannend und so ganz wohl ist mir sowieso nicht, bald wieder mit Jemandem das Büro teilen zu müssen….Ein Hoch auf das Homeoffice – so wird es für mich zumindest leichter, weil ich ausweichen kann.

Am Donnerstag hatte ich mit meiner liebsten Kollegin aus Brandenburg per Teams einiges zu besprechen….ich weiß ja, das sie Ende August die Firma verlassen wird…aber das bereits nächsten Dienstag ihr quasi letzter Arbeitstag sein wird, war mir irgendwie nicht klar….sie hat ja noch Sommerurlaub. Ooooch menno…das geht mir einfach zu schnell.

Nicht gern zuhause?

Während ich in dieser Woche 3 Tage quasi alleine auf der gesamten Büroetage war…hab ich mich mit unserer neuen Kollegin, die ebenfalls alleine auf ihrer Büroetage saß, unterhalten.

Alle anderen Kollegen (die weder im Urlaub, noch krank waren) befanden sich auf dem Weg zur Firmenzentrale im Norden Dänemarks, wo am Donnerstag ein großes Firmen-Event stattfand. Ich hatte mich nach reiflicher Überlegung ja dagegen entschieden.

ca. 200 Kollegen aus ca.15 Ländern verbringen auf engsten Raum 2-3 Tage um sich selbst zu feiern und übernachten jeweils zu zweit in einem Hotelzimmer….das war mir einfach immer noch zu riskant.

Inzwischen hat der Controller herausgefunden, das wir für Deutschland bereits Anfang November die neue Rechnungs-Software bekommen sollen und so werden wir wahrscheinlich bereits Ende Oktober zusammen in die Firmenzentrale fahren….dann sehe ich die Dänischen Kollegen auch mal wieder, lerne die neuen Controller-Kollegen auch persönlich kennen und auch meinen eigenen Chef.

Die beiden Male die ich bereits in der Zentrale war, gab es diesen Chef noch nicht….und seitdem hatten wir nur „Teams“-Online-Meetings…das ist schon mal nicht schlecht…aber ich freue mich darauf, ihn endlich auch mal persönlich zu treffen.

Die neue Kollegin aus der Planungsabteilung ist in meinem Alter….und hat eine für mich ungewöhnliche Lebensweise. Sie lebt allein in einer kleinen Wohnung, ist aber NIE da…nur zum Schlafen. Sie kocht nicht, verbringt keine Freizeit dort…quasi nutzt sie die Wohnung wie ein Hotelzimmer.

Und wo verbringt sie ihre Freizeit?…..laut eigener Aussage immer bei Freunden….sie isst mit deren Familien in deren Zuhause…trifft sich mit anderen Freunden draussen, in Cafes, Kneipen usw…..und hat während der Corona-Lockdowns „gelitten wie ein Hund“.

Hmmmm….so zu leben ist für mich so unvorstellbar…..so ungewöhnlich.

Ich liebe es nach Hause zu kommen, die Tür zu schließen und mich einfach in meiner Trutzburg wohl zu fühlen….ich sitze gerne auf dem Balkon, liebe auch meine Couch-Landschaft….Beine hoch, Laptop auf den Knieen ….eine Tasse Kaffee dazu.

Und auch wenn ich meistens nur für mich alleine koche, so koche ich doch gerne und das sehr oft. Na gut – jetzt in der Vorbereitungsphase für den Umzug nicht so viel und ohne einen funktionieren Backofen fehlt mir tatsächlich eine meiner bevorzugten Zubereitungsmethoden.

Die Kollegin ist nett und aufgeschlossen und wir können uns gut unterhalten…und wenn es sich für sie und ihre Freunde so richtig anfühlt, dann ist auch alles prima.

Ich bin gerne zuhause und mache es mir daher auch so gemütlich und angenehm wie möglich….