Die Brandenburgerin

Ach was war das schön die Brandenburgerin mal wieder zu treffen. Wir tauschen ab und an Nachrichten über Whatsapp aus und telefonieren auch unregelmäßig miteinander…manchmal haben wir ja auch noch beruflich miteinander zu tun, aber ein persönliches Treffen ist doch etwas anderes.

Wir waren direkt in Neuruppin in einem sehr gemütlichen Restaurant, mit einem netten Hinterhof…sehr schön bei dem heißen Wetter…und wir haben uns stundenlang über Gott-und-die-Welt unterhalten.

Unser Treffen war ihr Einstieg in einen dreiwöchigen Urlaub. Ich war durch den Zwischenstopp in Ludwigslust eh in Urlaubsstimmung…wir haben also gut gegessen und geklönt.

Ich bewundere sie für ihren Familiensinn und über ihre innere Stärke, denn es gab so einige Schicksalsschläge in der Familie. Sie ist immer da für ihren invaliden-verrenteten Lebensgefährten (mit Ende 40) , ihre 3 Kinder, ihre kranke Mutter und ihren Vater (die Eltern leben seit vielen Jahren getrennt), ihren Ex-Mann mit dem sie sich immer noch gut versteht…ich staune immer, wie Familie auch sein kann.

So ein innerer Zusammenhalt, eine Familie die ständig zusammengluckt, wo alle immer gerne zusammen kommen, zusammen in Urlaub fahren…auch die inzwischen gerade erwachsenen Mädels mit ihren Partnern und der noch minderjähre Sohn, der zwischen Vater und Mutter pendelt. Wenn ich die Bilder sehe, staune ich über die Anzahl an Menschen, die sich da für kleine Ausflüge und große Urlaube zusammen finden.

Ich wäre niemals auf die Idee gekommen mit meinem Vater und Freunden meines Vater in Urlaub zu fahren und dann auch noch in einem Ferienhaus zusammen zu wohnen….hahaha.

Und mich hat sie auch in ihr großes Herz geschlossen…als ich vorschlug das wir uns zu Zweit in der Stadt treffen, meinte sie das ihr Freund enttäuscht wäre, weil er mich nach 2 Jahren auch gerne wiedersehen würde….damit habe ich nicht gerechnet. Deshalb haben wir neben unserem 2er Treffen am Freitagabend, auch ein weiteres Treffen, Samstagvormittag bei ihnen im Garten verabredet…so für 1-2 Stunden.

Nach dem Essen sind wir dann noch runter zum Neuruppiner See gelaufen und daran entlang…der laue Abend lud einfach dazu ein, hier entlang zu flanieren.

In der Nacht habe ich dann auch super geschlafen…hier der Blick aus dem Motel-Zimmer

Zwischenstopp: Schloss Ludwigslust

Am Freitag (letzte Woche) bin ich dann am Vormittag mit dem Auto gen Osten gefahren…nach Neuruppin in Brandenburg.

Meine ehemalige Kollegin (ich nenne sie: Die Brandenburgerin) und ich hatten schon vor einer ganzen Weile verabredet, das ich sie wieder einmal besuchen komme. Bei ihr ist es mit einer Fahrt nach Hamburg eher schwierig, wegen ihrer Familie.

Verabredet waren wir erst für den Abend…also hatte ich auf der Fahrt genügend Zeit für einen Zwischenstopp….und das bei über 30 Grad und strahlend blauem Himmel…ich war eher skeptisch, ob das für mich ein guter Tag werden würde, aber was soll ich sagen…

…es war ein toller Tag. Vor allem weil überall ein leichter Wind wehrte..so das mir die knappen 32 Grad nicht so viel ausmachten. Und entgegen meiner sonstigen Art, habe ich auch im Auto die Klimaanlage eingeschaltet.

Die Fahrt verlief ruhig, um Hamburg bin ich gut herum gekommen, die Autobahn war voll, aber der Verkehr floss einwandfrei.

Meinen Zwischenstopp machte ich noch in Mecklenburg-Vorpommern: in „Ludwigslust“. Dort gibt es ein barockes Schloss, das manchmal auch „das Versailles des Nordens“ genannt wird…aber diesen inoffiziellen Titel teilen sich wohl gleich mehrere Schlösser.

Die kleine Stadt Ludwigslust hat viele schöne alte Gebäude und kleine niedliche Cafes und Geschäfte…ich bin durch die Hauptstraße direkt auf das Schloss zu geschlendert und daran vorbei, auch an diesen Kaskaden gegenüber dem Schloss:

habe mich im Außenbereich eines kleines Cafés niedergelassen und mir eine Eisschokolade gegönnt…schön unter einem großen Sonnenschirm mit Blick auf Schloss und Kaskaden sitzend, war das ein gemütlicher Mittag.

Anschließend bin ich hinter dem Schloss durch die große Parkanlage gelaufen…der Park ist wirklich sehr weitläufig und abwechslungsreich. Alles war sehr entspannt und gemütlich….ach ja so einen Park hätte ich gerne auch bei mir in der Nähe.

Obwohl anders aufgebaut, erinnert mich das alles hier an Kassel mit der Orangerie und dem Staatspark Karlsaue. Einem meiner damaligen Lieblingsorte, als ich noch dort wohnte.

Nach guten 3 Stunden Auftenthalt in Ludwigslust bin ich dann die letzten knappen 100km bis nach Neuruppin gefahren. Für die Nacht hatte ich mir im Motel am Stadtrand, ein Zimmer gemietet und wurde nicht enttäuscht.

Das Zimmer war groß und sauber, das Gebäude modern und vor allem lag es ruhig am Rande einer Wiese/Weide….mein Zimmer war (ohne Klimaanlage) sogar gut gekühlt….aaaach super.

Es ist eines dieser modernen Motels, wo man kontaktlos einchecken kann…das hatte ich vor vielen Jahren an einem ganz anderen Ort sehr schätzen gelernt. Alles ist funktional und gut gepflegt und auch die Ausstattung war erstaunlich umfangreich.

Ich habe mich kurz ausgeruht, um mich dann für meine Verabredung am Abend zurecht gemacht. Die Brandenburgerin und ihre Familie, hatte ich zuletzt vor 2 Jahren besucht…

Doch etwas zu viel Trubel – ich bin platt

Es war genau richtig Hamburg am Freitag schon vor 12 Uhr verlassen zu haben…denn obwohl man dem Kalender kaum glauben möchte….es ist Hochsommer…es sind sogar die „Hundstage“ und Ferien in allen Bundesländern…und der hochsommerliche Verkehr auf der A24 Richtung Berlin nahm dann auch sehr schnell zu.

Aber immerhin floss der Verkehr noch…auch wenn er öfter mal drohte zu stocken. Mit einer kurzen Pause war ich dann nach 3 Stunden am Zielort: Neuruppin. Die Stadt mit dem Beinamen: Fontane-Stadt….denn hier wurde Theodor Fonatane geboren.

Bisher kannte ich die Stadt gar nicht…bin nur beruflich ein paar Mal hindurch gefahren…aber die Architektur und die vielen Pflasterstein-Straßen haben mich gereizt, mir die Stadt einmal genauer anzuschauen.

Zuerst hab ich mal in dem kleinen Hotel eingecheckt und mich auf dem Zimmer entspannt…später hab ich mich dann für meine Verabredung mit der Brandenburgerin und ihrer Familie frisch gemacht und bin hin gefahren. Wie immer in solchen Situationen, hab ich mir während des Nachmittags mehr als einmal gewünscht, ich könnte wieder nach Hause fahren….hahaha.. Was natürlich nichts mit der Kollegin zu tun hatte, sondern nur mit meiner eigenen Unzulänglichkeit mich bei solchen Verabredungen zu entspannen.

Ich wurde auch gleich sehr herzlich von Allen empfangen von ihr, ihrem Freund, ihrer Mutter und dem Hund…zum Glück waren die Kinder aber dann doch nicht da…sonst wäre es mir schnell zu viel geworden in der kleinen Wohnung. Also wie gesagt, alle waren sehr herzlich, freundlich und es hat mir sehr gut gefallen…wir hatten einen schönen Abend…später bin ich dann noch mit der Kollegin alleine eine Weile am Ruppiner See entlang gelaufen….da haben wir uns noch etwas intensiver über ihre Arbeitssituation unterhalten.

Es war fast 22 Uhr als ich zum Hotel zurück fuhr…dann war ich noch ein paar Minuten in der Nähe vom Hotel spazieren, bevor ich super gut geschlafen habe.

Samstag war ich dann bereits früh auf und bin nach einem tollen Frühstück durch die Stadt und vor allem durch die Wallanlagen mit dem Tempelgarten gelaufen und gelaufen (mehr als 11km und tags zuvor auch schon) und es war mir warm, und kalt und wieder warm…es war windig, ich hab gefroren…dann war es schwül und ich hab überhaupt nicht gemerkt wie sehr mir das Alles zusetzte…ich wurde nur immer müder.

Nach dem Mittag hab ich mich noch einmal mit der Kollegin am See getroffen und wir sind noch etwas gelaufen bevor wir uns in einem Cafè niederließen…Auch das war ein nettes Treffen…aber die Kollegin war auch etwas gedrückt und mir machte das Wetter zu schaffen.

Und dann bin ich die knappen 245 km wieder nach Hause gefahren…und war einfach nur platt. Den Rest des Wochenendes hab ich dann quasi nur auf dem Balkon und auf der Couch verbracht und fühlte mich, als ob ich einen Marathon gelaufen wäre…nicht das ich das jemals getan hätte…aber ich könnte mir vorstellen, das ich mich so fühlen würde….mir taten die Muskeln in Armen und Beinen weh, ich war schlapp und sehr müde…und fand meine eigene körperliche Reaktion auf dieses Wochenende selber übertrieben…aber was sollte ich machen.

Als dann noch meine Schwester anrief, um mir mitzuteilen, was wir zu Dritt am kommenden Wochenende machen werden, war ich hoffnungslos überfordert….ich konnte und wollte nicht sprechen und schon gar nicht in dem Moment Pläne schmieden…sie hat es sogar schnell verstanden und es zum Glück nicht auf sich selbst bezogen….wir telefonieren in den nächsten Tagen…erhol Dich gut…und weg war sie…Ich war ihr in dem Moment sehr dankbar.

War aber selber verwundert, wie sehr mich die Fahrt, die Treffen und das Wetter und die intensiven beruflichen Wochen jetzt ausgelaugt zurück gelassen haben, aber gut…ich blieb also den Sonntag ziemlich stumm und nahezu regungslos und hatte bei dem Dauerregen mit Wind auch keine Lust, das Haus zu verlassen.

Zum Glück startete diese Woche wieder ganz regulär mit meinen Homeoffice-Tagen und ich konnte mich um einige stille Themen kümmern…erst gegen Mittag verschwand diese bleierne Müdigkeit und ich fühlte mich so langsam wieder normal und hab mich dann auch gezwungen 2-3 berufliche Telefonate zu führen….meine Schwester hab ich dann am Nachmittag auch noch kurz angerufen, um unsere Ausflugspläne zu fixieren…das kommende Wochenende hatten wir schon vor einem Monat beschlossen…aber gestern konnte ich mich an einige Einzelheiten gar nicht mehr erinnern….jajaja – heute funktioniert das wieder mit dem Denken.