Die Kopfschmerzen und der neue Kollege

Wie schon befürchtet, war die Regeneration am letzten Wochenende nicht gut und vor allem nicht ausreichend. Der Stress der vorherigen Wochen war einfach zu groß und so war ich nicht überrascht, das ab Sonntagnachmittag bereits heftige Kopfschmerzen einsetzen.

Was mich dann aber doch überraschte, wie schlecht es mir in der Nacht von Sonntag auf Montag ging…so mit heftiger Übelkeit und Erbrechen. Dazu muss ich erwähnen, das ich gefühlt immer sterbe, wenn ich mich übergeben muss…dann fühle ich mich einfach doppelt krank.

Montag hatte ja unser neuer Kollege anfangen, also der, der ab jetzt bei mir mit im Büro sitzt und das hat bei mir ja schon seit einiger Zeit für innere Unruhe gesorgt. Ich nehme also mal an, das die Kopfschmerzen mit den zusätzlichen Symptomen eher psychisch bedingt waren…denn es war kein Migräne-Kopfschmerz.

Dieses Mal war ich vernünftig und habe mich im Büro für den Montag krank gemeldet…und ich habe auch nicht von zuhause aus gearbeitet, sondern viel geschlafen und mir an diesen Tag Ruhe gegönnt.

Das hat gewirkt, denn Dienstag ging es mir soweit wieder gut…ja mein Kopf fühlte sich etwas matschig an und ich war auch noch ein wenig schlapp …ich bin aber ins Büro gefahren. Der Controller ist aus dem Urlaub zurück, die neue Kollegin (ich nenne sie ab jetzt Katrin) war ja bereits seit Donnerstag wieder gesund und der Neue hat seinen Job bereits einen Tag zuvor aufgenommen.

Nun gut – der Neue ist Anfang 60, ist ein sehr ruhiger Mensch, scheint aber ganz freundlich zu sein…aber er redet nicht gerne und hält auch, wenn er denn redet den Blick gesenkt, schaut mich dabei nicht oder nur ganz kurz an und dann schnell wieder weg. Allerdings redet er so wenig und verkriecht sich hinter seinem großen Bildschirm, als ob er uns gar nicht kennenlernen möchte.

Und da er auch in ganze Woche nicht einmal mit uns zusammen Mittagspause gemacht hat, kann ich ihn noch gar nicht wirklich einschätzen…bis auf 1-2 merkwürdige Aussagen von ihm, die mich aufhorchen lassen.

Für ihn scheint es eine große Veränderung zu sein, und er braucht den Mittag um „runter zu kommen“, wie er selber sagt…okay, das kann ich gut nachvollziehen. Je älter man wird, umso schwieriger können solche beruflichen Wechsel sein…aber er sollte sich am Anfang nicht zu viel absondern, denn wir wollen ihn ja auch kennen lernen und wir sind ab jetzt ein 4er Team..

Wie erwartet waren die Tage trotzdem sehr unruhig, weil viele seiner Programme noch nicht ordentlich liefen und teilweise die Zugänge fehlten…und er hat Probleme das Headset zu benutzten und sich in Teams-Meetings einzuwählen und die allgemeingültigen Regeln in so einem Online-Meeting zu befolgen…aber am Ende der Woche ging es dann schon ganz gut damit.

Hier merkt man, das er mit der Online-Kommunikation noch fremdelt…er hat bisher hauptsächlich als Steuerfachangestellte bei einem Steuerberater gearbeitet und kennt daher nicht das Leben in einem Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen, wo man immer mit vielen Kollegen aus vielen Abteilungen zu tun hat, mit Hierarchien und allem was dazu gehört.

Im Steuerbüro hat man i.d.R. pro Gesellschaft immer nur einen oder zwei Ansprechpartner beim „Kunden“… als Mitarbeiter in einem Industrie-Unternehmen, hat man sehr viele Ansprechpartner und muss sich diese teilweise selber suchen, um die Infos zu bekommen, die man braucht. Man ist IM Unternehmen und arbeitet nicht von Außen für ein Unternehmen.

Auf meine Frage, ob er schon Tage im Visier hat, an denen er zukünftig Homeoffice machen möchte, meinte er, er würde nicht ins Homeoffice gehen. – ECHT? Damit hatte ich fest gerechnet….so ein Mist, ich hab gedacht, das wir uns eher selten im Büro treffen würden…okay, damit ist mein Plan gesetzt, sobald die erste Einarbeitungszeit für unsere beiden Neuen vorbei ist, gehe ich 3x pro Woche ins Homeoffice.