Draussen Sturm, drinnen Stillstand

Irgendwann, im Laufe dieser Woche, ging meine Kraft verloren….Seit genau Dienstagabend war ich einfach nur noch schlapp, müde und fühlte mich ausgelaugt. Das hat sich bereits seit ein paar Tagen bei mir angedeutet…

Mittwoch blieb ich noch im Homeoffice und es lief nicht wirklich rund. Der Sturm peitschte wie wildgeworden, um das Haus….und selbst als ich die Balkonkästen abhängte und zu den anderen am Boden stellte, reichte die Kraft des Windes aus, um fast alle geschützt stehenden Pflanzkästen umzuwehen…das hab ich allerdings erst am Nachmittag realisiert….hatte die Vorhänge im Wohnzimmer zugelassen…so fühlte es sich gemütlicher an…und mein Arbeitszimmer liegt ja auf der anderen Seite des Hauses.

Mittags fiel dann erst einmal kurzzeitig der Strom aus….kein Problem, schon kurze Zeit später war er wieder da…nur das Internet wollte danach nicht mehr….hmmm…okay, dann werde ich wohl doch noch nach Hamburg ist Büro fahren müssen….hmmm blöd irgendwie….also hab ich noch einmal den Stecker vom Router gezogen und nach ein paar Minuten wieder neu gestartet und weiter gewartet…und nach ca. 1/2 Stunde ging auch das Internet wieder. SUPER – ich kann doch weiter von hieraus arbeiten.

Aber danach war die Luft bei mir komplett raus….okay – alle restlichen Abschlüsse sind ja nun zur „Kontrolle“ bei den dänischen Kollegen und ich wartete auf die Rückmeldungen der 3 Kollegen…aber die gaben keinen Mucks von sich….Wie – was – nichts? Gar nichts?

Eine automatisierte Rückmeldung hab ich dann doch noch bis Freitag bekommen…EINE und Zwei Fragen…und für die anderen Sechs kam nichts. Okay – kann mir ja egal sein…meinen Part hab ich erledigt.

So hab ich am Mittwoch früh Feierabend gemacht und bin quasi direkt danach auf der Couch eingeschlafen…und dieses Gefühl von tiefer Müdigkeit blieb eigentlich bis Sonntagmorgen.

Gearbeitet habe ich nur so allgemeinen Kram, nichts aufregendes, nichts schwieriges…Routine eben…und das fiel mir schon schwer genug…und nach Feierabend hab ich zuhause nichts erledigt bekommen…die meiste Zeit hab ich geschlafen, bin mal ein paar Schritte vor die Tür…aber immer nur kurz. Nur am Donnerstag hab ich mich zusammen gerissen und bin zu meiner Schwester gefahren…ihr „Einjähriges“ feiern.

Kochen – Rückblick in die analoge Zeit

Meine Vorliebe für Weißbrot mit Butter erinnert mich an alte Zeiten…aber auch im Rückblick waren es nie die so oft beschriebenen „guten alten Zeiten“…sondern es ist einfach nur lange her.

Ich war 1974 nur 1/2 Jahr in der Grundschule in Flensburg, bevor wir nach NRW gezogen sind….also viele Erinnerungen an diese Zeit hab ich nicht sammeln können.

Geblieben ist mir jedoch die Erinnerung über den fast verzweifelten Versuch meiner Mutter mir irgend etwas als Schulbrot mitgeben zu können, das ich dann auch tatsächlich essen würde. Bei uns gab es Toastbrot…ich wollte aber weder das das Brot getoastet wird, noch wollte ich etwas anderes als Butter darauf haben. Tat sie es doch…hab ich es einfach nicht gegessen.

Die Sturheit meines Sternzeichens war bei mir schon als kleines Kind sehr ausgeprägt….hahaha meine Eltern hatten es echt nicht leicht.

Komischerweise kann ich mich nicht daran erinnern, das auch in den folgenden Jahren in der Schule in NRW als Pausenbrot gegessen zu haben. Da war eh alles neu und schwierig für uns…und wahrscheinlich hat sich diese Marotte dann einfach in Luft aufgelöst.

Später dann, Anfang der 80er Jahre, hab ich in der Hobbythek mit Jean Pütz die berühmte Folge mit dem Brot-selber-Backen gesehen. DAMALS….lange vor dem Internet und den unerschöpflichen Möglichkeiten sich Wissen anzueignen, was das einfach eine genial Sendung für Wissbegierige.

Also hab ich das gemacht, was man machen musste, um an die Rezepte zu kommen: ich habe einen A5 vorfrankierten Umschlag an die Hobbythek geschickt und ein paar Wochen später bekam ich die Antwort.

Ich weiß nicht warum genau, aber ich war enttäuscht von diesen auf Ökopapier mehr schlecht gedruckten Seiten mit den Tipps und Rezepten für selbstgemachte Nudeln und fürs Brot backen. Und dafür hatte ich jetzt mein Taschengeld in die Briefmarken investiert? Es scheiterte dann auch an den für mich ungewöhnlichen Zutaten wie z.B. : Lecithin . Wo bekommt man das denn her?…und die Hemmschwelle in eine Apotheke zu gehen und danach zu fragen war für mich (große Schüchternheit) sehr groß.

Eine andere Quelle für Informationen rund ums Kochen und Backen außerhalb der ganz klassischen Küche, waren in dieser Zeit auch die Frauen-Zeitschriften mit den wöchentlichen Rezept-Ideen. Die hatten moderne lustige Ideen und brachten ganz allmählich auch Rezepte aus anderen Ländern in das koch-verstaubte Deutschland. Kochbücher gab es zwar auch, aber die waren teuer und sehr ….naja… einfach und oft altbacken.

So ohne Mutter in den Teenager -Jahren waren für meine Schwester und mich der kulinarische Höhepunkt: Miracoli-Spaghetti …. das hat uns unser Vater dann ab und an mal genehmigt….

Erst als meine Schwester in die Hauswirtschaftsschule ging und dort einiges über Kochen, Backen und über „moderne“ Haushaltsführung lernte, lernte ich mit….sie war die treibende Kraft Neues auszuprobieren…ich hab nur nur geholfen und dann hinterher gerne mit verspeist….hahaha …ach ja und ich war ja in unserem 3er Haushalt dafür verantwortlich die Küche sauber zu halten….ohne Spülmaschine.

Die Aufgabenverteilung: unser Vater hat das gekocht, was er sich so im Laufe der Jahre an klassischen deutschen Gerichten angeeignet hatte, meine Schwester hat gebacken und auch neue Gerichte ausprobiert…bei denen unser Vater jedoch oft lieber erst gar nicht zum Mittagessen nach Hause gekommen ist, schon weil er lieber manche moderne Zutaten gar nicht probieren wollte…und ich…ich durfte alles wieder sauber machen…konnte dafür aber die Teigschüsseln ausschlecken und leckere Reste vertilgen, okay nicht alles war lecker, aber vieles doch …. und ich hab schon immer gerne gegessen.

Das alles stammt noch aus einer Zeit als die Telefone noch mittels Schnur an die Wohnung gebunden waren, Fotos noch mit einer analogen Kamera auf 36Bilder pro Film begrenzt waren und man diese für teuer Geld zum Entwickeln weg bringen musste…als die heimische Enzyklopädie im Wohnzimmerschrank und die öffentliche Bücherei die hauptsächlichen Möglichkeiten zur Informationsgewinnung (außerhalb der Schule) waren….also das letzte analoge Zeitalter…Lange vor Handy und Internet.