Musical und verwirrende Bahnfahrt

Letzte Woche Freitag (ich hinke mal wieder etwas hinterher mit dem Schreiben) ….war ich mit meiner lieben Kollegin Svea im Musical Hamilton in Hamburg. Die Eintrittskarten hatte ich ja bei der Verlosung der Online-Zeitung gewonnen.

Da wir Beide nicht in Hamburg wohnen, sind wir an dem Tag später ins Büro gefahren und anschließend gleich dort geblieben…für kurz nach 18 Uhr hatte ich einen Tisch im kleinen asiatischen Restaurant, bei uns um die Ecke, reserviert. Die sind immer gut besucht, weil echt lecker. Die bieten moderne asiatische Küche an und vor allem die Bowls sind klasse.

Die Kollegin hatte mich zu dem Essen eingeladen…das fand ich super nett, hab ihr aber auch gesagt, das es nicht notwendig ist, weil ich die Eintrittskarten ja selber geschenkt bekommen habe…aber es war ihr ein persönliches Anliegen…nicht wegen der Karten, sondern wegen „überhaupt“….ich hab es sofort verstanden und mich sehr darüber gefreut und gleich mal festgehalten, das ich dann bei unser nächsten Aktivität, die Restaurant-Rechnung übernehme.

Das „überhaupt“ bezieht sich auf unsere vielen kleinen und großen Gespräche als es ihr, besonders nach der Trennung, nicht so gut ging und sie hatte mir schon einmal gesagt, wie gut ihr unsere Gespräche tun und weil ich mich immer wieder auch erkundigt hatte, wie es ihr nach dem Schlüsselbein-Bruch ging. Beides fiel ja in dieselbe Zeit.

Anschließend blieb uns noch eine gute Stunde um mit der S-Bahn von der neuen Haltestelle Ottensen (die wurde erst am 31.05. eröffnet) bis zur Haltestelle Reeperbahn zu kommen. Das ist eigentlich kein großes Ding. Normalerweise.

Erst konnte ich mir über meine HVV-App keine Fahrkarte kaufen, weil mal wieder meine Zugangsdaten nicht mehr gespeichert waren…also ab an den Automaten und manuell eine Karte kaufen…und dann fuhren die S-Bahnen nicht wie erwartet….dann waren wir in der falschen S-Bahn und weil wir uns unterhalten haben, hat es etwas gedauert, bis wir es bemerkten.

Also schnell raus an der nächsten Haltestelle um wieder zurück zu fahren, dort war der Zugang zum Bahnsteig für S1, S2 und S3 aber gesperrt. Die Anzeigen waren verwirrend und in der HVV-App stand etwas anderes ..also dann ab zur U-Bahn und bevor wir dann noch weiter mit den Bahnen durch die Gegend irren…sind wir dann ausgestiegen und den restlichen Weg zu Fuß gegangen. Jaja, es fühlte sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd an…weil überall an S- und U-Bahnen gebaut und gesperrt wird….und wir uns so von einer Station zur nächsten gehangelt haben.

Letztlich kamen wir mit 10 Minuten Verspätung am Theater an und mussten – na klar – warten!. Weil die Vorstellung bereits angefangen hatte.

Dieses ungeplante Chaos war doppelt lustig, weil ich ja in der Regel sehr gut organisiert bin und die Kollegin, auch aufgrund ihres Jobs als Assistentin der Geschäftsleitung, ebenfalls ein echtes Talent im Organisieren ist….hier aber haben wir Beide keinen Plan gehabt.

Es kam dann noch ein Pärchen mit Verspätung und nach ca. 10 Minuten wurden wir Alle auf die Empore geführt und sollten uns dort am Rand einen Platz suchen. Man könne uns jetzt nicht auf unsere regulären Plätze bringen, da diese Mitten im Saal waren.

Durch diese Verspätung hatten wir somit unerwartet tolle Plätze mit einem grandiosen Blick von oben auf die Bühne und auch nach der Pause, sind wir wieder dorthin gegangen, anstatt auf unsere Plätze unten im Saal.

Das Musical selbst war schon interessant. Tolle Musik, toller Gesang, tolle Tänzer, schönes Bühnenbild….aber man hat kaum verstehen können, was die dort singen. Durch den schnellen RAP-Gesang auf Deutsch, gesungen von (wahrscheinlich) Amerikanern….es war einfach zu schnell mit zu viel Akzent…und da die Bühnen-Performance nicht viel von der Geschichte preisgab…brauchte man die Worte um überhaupt zu verstehen, um was es eigentlich ging.

Aber mit etwas Phantasie konnte man so einigermaßen folgen. Aber ich kann verstehen, warum das Musical jetzt bereits nach einem Jahr fort geht. Es ist nicht so massentauglich wie „König der Löwen“, „Phantom der Oper“ oder ähnlichem. Aber ich freue mich darüber, das sich es mir angeschaut habe.

Nach der Vorstellung kamen wir aus dem Theater und es war unglaublich warm, dabei war es schon nach 23 Uhr. Tagsüber war es gar nicht soo warm gewesen. Wir sind also wieder mit der U-Bahn zurück gefahren und bewusst eine Station eher ausgestiegen, um den Rest des Weges zu Fuß zu laufen…das Wetter war einfach zu schön. Am Büro angekommen haben wir die Autos aus der Tiefgarage geholt und sind in unterschiedliche Richtungen nach Hause gefahren.

Trotz der kleinen Verwirrfahrt auf dem Hinweg, war es ein schöner Abend….ich will jetzt echt wieder öfter ins Theater und schon ganz bald fahre ich mit Schwester+Schwager zur Freiluftbühne in Lübeck. Gespielt wird ein Krimi: Sherlock Holmes` Rache…. Die Karten hab ich bereits bestellt.

Mittags im Cafè

Mit dem Einhalten meiner beruflichen Abgabetermine und der massiven Flucht in den Urlaub in der dänischen Zentrale, ist in den letzten Tagen auch bei mir wieder mehr Ruhe eingekehrt. Ab jetzt kann man wirklich für ein paar Wochen NICHTS mehr klären und keine Arbeit wirklich abschließen (weil immer an einer Stelle eine Kollege ,den man benötigt, gerade im Urlaub ist)

Nur mein dänischer Chef schreibt aus dem Urlaub eMails….NACHTS, wenn alle schlafen… dann bekomme ich die notwendigen Freigaben. Er ist aber wirklich die Ausnahme.

Und mit der einkehrenden Ruhe, komme auch ich wieder in geordnetes ruhiges Fahrwasser…es fehlen jetzt noch bis Monatsende 6 Halbjahresabschüsse….den Rest hab ich bereits erledigt. Und so hab ich überhaupt kein schlechtes Gewissen meine Mehrstunden gleich mal wieder zu reduzieren.

An den noch sehr schwülen Tagen bis Donnerstag hab ich immer früh Feierabend gemacht….und Freitag Mittag hab ich mich mit der jungen Kollegin aus NRW auf einen Kaffee verabredet. Sie wohnt in Ottensen und war im Homeoffice, ich im Büro in Bahrenfeld…..Also haben wir uns auf dem Marktplatz zur Mittagszeit verabredet und haben uns im Aussenbereich des Café „Liebes Bisschen“ niedergelassen.

Das Kuriose ist, sie hat in NRW in der Stadt gearbeitet, in der ich groß geworden bin und ist in der Stadt geboren, in der ich viele Jahre gearbeitet habe….nur ist sie noch in ihren Zwanzigern und ich bin schon fast 20 Jahr dort weg. Sie ist nicht bei uns fest angestellt, aber es gibt eine Kooperation mit Ihrer Firma….und so fühlt sie sich immer ein wenig als Außenseiter….und Corona macht es auch nicht leichter für sie.

Sie hatte mich gefragt, ob wir uns nicht Mittags treffen wollen….hab mich sehr darüber gefreut.

Ich bin also um 12 Uhr in die Mittagspause gegangen….hab zuerst einen schönen Schlenderspaziergang bis zum Marktplatz gemacht, auf dem gerade noch statt findenden Wochenmarkt hab ich mich gleich mal fürs Wochenende mit Obst eingedeckt und dann saßen wir über eine Stunde gemütlich zusammen und haben uns angeregt unterhalten.

Dadurch ,das es seit Freitag endlich keine schwüle Hitze mehr gibt, sondern nur normales schönes Sommerwetter, fühlte ich mich auch richtig wohl….wir sind dann zusammen noch ein ganzes Stück wieder in Richtung Büro gelaufen, bevor sie sich wieder auf ihr Fahrrad schwang und zurück ins Homeoffice fuhr…..während ich noch im Büro eine Weile weiter gearbeitet habe.

Wir waren heute nur zu Viert auf unserer Etage und bis auf den GF hatten die anderen beiden Anwesenden auch Zeit für etwas Plausch….und trotzdem war es ein wirklich erfolgreicher Tag….ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Nach Feierabend war ich sogar noch im Großhandel um uns wieder mit fehlendem Büromaterial, Masken und dem was laut unserer Einkaufs-Tafel sonst noch so fehlte einzudecken…immerhin hab ich nicht nur die entsprechende Einkaufsberechtigung, sondern hab auch ein Auto, das ich jetzt für die nächsten Tage sogar in der Tiefgarage unseres Bürogebäudes parken kann.

Was mir besonders bei dem Cafè-Besuch auffiel, war meine komplette Gelassenheit…..normalerweise bin ich ja immer aufgeregt, wenn ich mich mit Menschen treffe….aber das hier….das passte so schön mit der Kollegin…und zeigt mir auch, das ich mich aktuell wieder mehr daran gewöhne….

Und noch etwas war sehr auffällig: Auf dem Wochenmarkt trugen nur wenige Menschen einen Mund-Nase-Schutz und Abstand war ein absolutes Fremdwort….es war so voll, wie man es von „früher“ her kennt…..Nein -der Mensch wird sich nicht ändern….und wenn, dann nicht freiwillig.

Start in die Woche

Nach einem schönen und ereignislosen Arbeitstag, hab ich meine Walkingrunde heute einfach mal nach Hamburg verlegt…direkt nach dem Feierabend bin ich nach Ottensen gelaufen und hab für einen Cappuccino einen Zwischenstopp in einem netten Cafè gemacht.

…und hab danach noch ein paar neue Seitenstraßen ausgekundschaftet…hier gibt es so viele nette kleine Läden…interessant ist, das viele im Soutterrain liegen…das wird schon heimelig wenn man erst einmal 1-3 Stufen runter gehen muss, um in die Geschäfte zu kommen….

Ich bin mal wieder kreuz und quer gelaufen und finde mich mittlerweile ganz gut zurecht…so das ich mühelos bis zur S-Bahn Altona gefunden habe.

Für diese Woche bin ich ja im Besitz einer Wochenkarte für den ÖPNV und die Fahrt hin- und auch zurück war wirklich entspannt…es sind soo wenig Menschen in der Bahn, das ich nicht das Gefühl hatte, das es zu voll wird…und auf dem P+R Parkplatz direkt neben der S-Bahn-Station, wartete ja auch gleich mein Auto.

Hmmm – vielleicht sollte ich diese Kombi öfter machen…zumindest solange die S-Bahnen noch nicht wieder überfüllt sind…ich denk mal darüber nach.

Im Cafè wollte ich eigentlich mal wieder in Ruhe Zeitung lesen und auch ein wenig schreiben….aber dazu bin ich gar nicht gekommen.

Feierabend – abgetaucht

Feierabend – abgetaucht

Der Sommer zeigt sich im Norden ja recht kühl…und so musste ich einfach am Mittwoch das schöne Wetter nutzen…und so eine kleine Auszeit konnte  ich auch gut gebrauchen.

Feierabend habe ich daher schon um 14.30 Uhr eingeläutet…bin dann vom Büro direkt aus los gelaufen…über eine Eisdiele in Ottensen (den Stadtteil finde ich mittlerweile echt klasse…viele kleine Geschäfte, es ist so lebendig hier und alles scheint so normal zu sein) bis an die Elbe. Dann am Wasser in Richtung  Hamburg Mitte. Hab zum 1. Mal eines dieser riesigen Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen sehen…WOW – das Ding ist ja beindruckend groß…nee – das wäre nichts für mich.

Weiter ging es, vor einem Steakhouse waren Tische und Stühle aufgestellt und ein Strandkorb stand da auch…also hab ich, im Strandkorb sitzend, eine kleine Rast eingelegt und am NACHMITTAG ein Glas Wein getrunken und die Sonne genossen.

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…dann ging es weiter bis ich am U-Boot-Museum angekommen bin….Ach komm….da liegt ja tatsächlich ein U-Boot und man kann es besichtigen. Nun bin ich ja kein Fan großer Menschenmengen und Enge ist auch nicht mein Ding…aber es war LEER….also mit 9 EUR  hab ich die Erlaubnis gekauft das U-Boot betreten zu dürfen…und war fast alleine dort.

Und das war auch gut so….es war schon seeehr eng…und wenn man im Film sieht, wie die Soldaten durch die Luken der einzelnen Sektionen durchhüpfen,  dann wirkten die Luken hier schon sehr klein.

Also mit körperlichen Gebrechen sollte man das U-Boot wirklich meiden und eine gewisse Sportlichkeit hilft auch bei der Besichtigung. Erst ab  der 3. Luke bin ich einigermaßen gut dadurch „gehüpft “ (also im Film sieht das wesentlich eleganter und sportlicher aus…gut also das mich sonst niemand gesehen hat – na bis auf eine wahrscheinliche Videoüberwachung durch das Museum). Alsoo Hände an die Stange oberhalb der Luke und durchhüpfen…und hinter der Luke bin ich mit dem Hintern auf den vorhanden Vorsprüngen zum Halt gekommen…nix von wegen durchhüpfen und gleich auf den Füßen landen um weiter zu hechten…hahaha  na gut – das waren auch junge Männer…

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Es hat Spaß wirklich Spaß gemacht und die Enge konnte ich wirklich gut ertragen, da es sonst gerade keine Besucher in meiner Nähe gab. Witzig: ALLE ausgestellten Puppen, die das Leben auf einem U-Boot simulieren sollten trugen: Mund-Nase-Schutz….Auch ich hatte während des gesamten Besuchs meine Maske auf…

Zum Glück verzichtet das Museum auf musikalische Untermalung…so wurde zusammen mit einem in regelmässigen Abständen wiederkehrenden PING  eines Sonars eine beklemmend dichte Atmosphäre erzeugt.

Immer wieder erstaunlich finde ich es, wie „blind“ die U-Boote im 2. Weltkrieg waren. Außer durch das Periskop war ja überhaupt kein Blick nach draußen möglich. Bildschirme gab es noch nicht….überall nur Rohre, Schalter und analoge Anzeigeuhren…

Wieder aufgetaucht ging es im großen Bogen zurück in Richtung Firma (zu meinem Auto). Das waren gute 9km für den heutigen Spaziergang durch Hamburg.

 

 

durch das enge Hamburg

durch das enge Hamburg

…bereits am Montag hatte ich mich, aus beruflichen Gründen, auf den Weg zu einer Fotografin gemacht. Entfernung vom Büro: 2,7 km …also nicht wirklich eine große Strecke….

Aus Termingründen hab ich jedoch das Auto genommen…und es gleich darauf bereut…. Ottensen: eine Kleinstadt in der Großstadt….mit engen Straßen, noch engeren Gassen, Einbahnstraßen, vielen Baustellen, vielen Menschen, wenig Platz und noch weniger Parkplätzen …. hahhaha

Jaaa mit dem Fahrrad wäre das kein Problem gewesen…aber mit dem Auto war es…..schwierig….als ich endlich einen Parkplatz gefunden habe, OHNE dabei Menschen, Radfahrer oder Autos zu streifen, war ich heilfroh und musste trotzdem noch eine Weile laufen… Beim Fotografen lief alles ruhig und nett ab….und das Ergebnis kann sich auf unserer Firmen-Webseite auch sehen lassen…also ich bin zufrieden.

Anekdote am Rande: Noch vor einiger Zeit war es üblich, sich unmittelbar vor dem Gang ins Fadenkreuz der Fotografen, noch einmal zu kämmen, zu pudern und die Klamotten zurecht zu zubbeln…. HEUTE ist das nicht mehr notwendig…das macht dann alles Photoshop…hahaha… sogar kleinste Fusseln auf einem schwarzen Blazer werden einfach weg gezaubert….wie? die Ärmelraffung ist ungleichmäßig? – das passen wir an.…. selbst die nette Fotografin meinte: traue keinem Foto…alles gefaked.

Ich hab aber von Anfang an klar gesagt , das sie NICHS in meinem Gesicht glatt ziehen soll…alle Fältchen sollen genau so bleiben…ich möchte mich hinterher nicht wie gebügelt fühlen…und da ich die gesamte Zeit der Nachbearbeitung dabei war, haben wir zusammen entschieden, wo was wie korrigiert wird.. z.B. mein Kinn war doch etwas zu glänzend…. das hat mit der jungen und unkomplizierten Fotografin super geklappt… in dem Foto erkenne mich so, wie ich eben bin.

Auf dem Rückweg zum Auto (kleine Schnitzeljagd inclusive – wo genau stand noch mal mein Auto?) bin ich durch die Straßen gelaufen und hab mehrere nette kleine Cafès gefunden…da muss ich unbedingt noch einmal in meiner Freizeit hin – musste ja leider zurück ins Büro.

Heute nun nach Feierabend hab ich es noch einmal gewagt dort hinzufahren, hab den engen Bereich der kleinen Gassen gemieden, einen schönen Parkplatz auf einer belebten Straße gefunden und hab einen Schlender-Spaziergang bis zu einem der kleinen Cafès gemacht.

Das Cafè, für das ich mich entschieden hatte, hat einen größeren Aussenbereich und es war sogar noch genügend freier Platz….bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfelkuchen (leider Industrieware…aber trotzdem okay) hab ich draußen gesessen und hatte seit langem mal wieder das Gefühl, einfach sitzen bleiben zu können…es wartete Niemand auf einen freien Tisch.

Ausgerechnet heute hatte ich meinem kleinen Mini-Laptop zum Schreiben nicht dabei…grrrr und das Cafè bot auch keine Zeitungen an….egal…Hauptsache in entspannter Gelassenheit dort zu sitzen, einen Kaffee zu geniessen und ein wenig dem Treiben drumherum zuzuschauen hat mir gut getan.

Ich wünsche Allen einen schönen Start in Wochenende….