Schöner Abend in Hamburg

Ich war seit Jahren nicht mehr im Theater und hab es sehr genossen. Das werde ich jetzt öfter wieder machen.

Und es ist für mich auch besser im Theater, als im Kino. Warum? Man sitzt zwar genau so eng. Aber man hat nicht ständig diese Menschen die dazwischen reden oder sich mit dem Handy beschäftigen, Popcorn oder Nachos essen oder lauthals mit einem Strohhalm Cola schlürfen…lach…es ist eine etwas gediegene Form der Unterhaltung.

Dazu stehen da echte Menschen die bis zu 2 Stunden eine ECHTE Leistung vor Deinen Augen vollbringen. Es ist echt, es ist jetzt, da kann man nicht einfach das Band anhalten und eine Szene neu machen. Man kann ein Stück mögen oder nicht…aber es passiert vor Deinen Augen und bei manchen Szenen weiß man nicht, war das Stolpern nur ein Fehler oder war das eine Regieanweisung. Das finde ich spannend und schön.

Fast hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Meine Kollegin kam ein paar Minuten zu spät bei mir an und musste dann erst noch mal auf die Toilette…wir sind dann mit meinem Auto weiter gefahren und es lief auch richtig gut kein Stau, keine Verzögerung…aber ALLE Parkhäuser rund um das Theater waren BESETZT…..also sind wir die Seitenstraßen hoch und runter gefahren…und so langsam wurde die Zeit knapp…fast wäre ich, wie alle anderen, an dem EINEN Parkplatz vorbeigefahren. Im ersten Moment war ich mir auch unsicher…darf man da parken? es wirkte erst wie ein Platz vor einer Einfahrt…zwischen 2 Bäumen…erst bei näherem Hinsehen entpuppte sich die „Einfahrt“ als auf eine Backsteinfront aufgemalt…hahaha….also schnell die Spur gewechselt und eingeparkt…okay – das Einparken hat etwas gedauert, weil die Parklücke etwas eng war und es unangenehme Eisenpfosten gab…aber nach 3x kurbeln war ich drin…und wir erstaunlicherweise wieder ganz nah am Theater – über diesen Parkplatz hab ich mich noch stundenspäter riesig gefreut, so kamen wir noch rechtzeitig und konnten in aller Ruhe die Jacken an der Garderobe abgeben.

Nach dem Theaterbesuch sind wir noch ins „Cafe May“ gegangen…das weniger ein Cafe als ein Szenelokal für jüngere Leute war. Es war urgemütlich mit vielen alten Sofas und Sesseln, sehr hohen Decken, alten Dachbalken…dazu eine ausgiebige Getränkekarte mit allem was das Herz an Alkohol so begehren könnte… ich hab mich für Cuba Libre entschieden. Als Dankeschön für die Einladung ins Theater hat meine Kollegin uns den ganzen Abend mit Getränken versorgt…und dann haben wir das gemacht, was Frauen so gerne machen…wie haben geklönt, geschnackt, gebabbelt…bis weit nach Mitternacht.

Es war ein klasse Abend..mit ihr fällt es mir nicht schwer mich zu unterhalten…ich brauche nicht nach Themen zu suchen…die Themen finden wir automatisch…lach…

Wir sind uns einig, das war nicht unser letzter gemeinsamer Abend…es gibt noch so viel zu entdecken (sie hat gerade an dem Tag ihre Scheidungspapiere erhalten und 33 Jahren Ehe schiebt man nicht innerhalb von ein paar Monaten beiseite) und es gibt noch so viel Leben zu leben….

Frühaufstehen am Sonntag

Frühaufstehen am Sonntag

Für meinen letzten Tag im Urlaub hab ich den Wecker früh klingeln lassen…Ein letzter Ausflug bevor es morgen wieder ins Büro geht. Mein Ausflugsziel für heute lautet:  Brennermoor / Bad Oldesloe.

Nachdem ich mein Auto frei gekratzt hatte, ging es über die Landstraßen bei 2 Grad mit Kaffee-Thermobecher, und geschmierten Butterbroten in Richtung Bad Oldesloe…den genauen Startpunkt für eine Wanderung durch das Moor hatte ich nicht…aber noch war ich guter Hoffnung das der anvisierte Parkplatz auch ausgeschildert ist…

Das Wetter war trübe…und meine Laune trübte sich auch so langsam ein, als ich nach knapp 1 Stunde kurz vor dem Ziel durch gesperrte Straßen nicht weiter kam…und mit den Umwegen war das auch so eine Sache…weder das Naturschutzgebiet noch der Parkplatz waren ausgeschildert…

Nun gut…also mittels Google Maps hab ich mich dann so langsam an meinen Zielpunkt ran gepirscht…und schließlich hab ich mein Auto einfach abgestellt…der vor mir liegende Weg schaute nicht so aus, als ob er tatsächlich noch viel weiter gehen würde..

Also warm eingepackt und im Rucksack alles Nötige dabei, ging es zu Fuß weiter… und tatsächlich kam nach ca. 1km der Parkplatz…grrrr….und schon nach ein paar weiteren Metern war ich im Moor….es war herrlich ruhig, langsam kam die Sonne raus und der Bodennebel verzog sich ganz allmählich.

Leider war das gesamte Gebiet sehr spärlich mit Wegweisern ausgestattet und so bin ich, meiner liebsten Regel folgend: Immer der Nase nach – den schönsten Weg entlang….und bin gelaufen und gelaufen….manchem entgegen kommenden Wanderer/Spaziergänger  bin ich im Laufe der fast 3 Stunden auch mehrfach begegnet…was ich als gutes Zeichen nahm, mich nicht gänzlich verlaufen zu haben…und nach den ersten 6km hab ich eine Pause eingelegt:

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Mitten im Nirgendwo des Moores auf einer nassen Bank (ich hatte dieses mal mein Thermositzkissen dabei)  und mit heißem Kaffee konnte ich  eine Weile dort sitzen und den schmerzenden Fuß entlasten…Danach ging es wieder. Kurze Zeit später war ich wieder am Ausgangspunkt…

…und nun? Nach Hause? ….noch wollte ich nicht,… also  hab noch eine weitere Runde begonnen…dieses Mal wollte ich aber den Umweg über den Stadtrand von Bad Oldesloe vermeiden…und rechtzeitig eine Abzweigung nehmen, dadurch sollte der Weg kürzer werden…und als ich tatsächlich zum 2. Mal an der gleichen Bank Pause machte, hatte ich nur eine Runde von 4km hinter mir…mit dem Rückweg zum Auto waren es damit 11,6km die ich  insgesamt zurück gelegt habe. Also ich bin sehr zufrieden damit.

Während der letzten Stunde hatte sich die Sonne zwar wieder verzogen…aber mir war ja eh warm und ich fühlte mich positiv erschöpft…Also das war ein schöner  entspannter Ausflug…