Einmal kurz den Atem angehalten- und das Leben geht weiter

Die Tage bis zum PET-CT waren lang…und gefühlt noch viel länger, war danach das Warten auf das Ergebnis. Krebs ja oder nein.

Das PET-CT selber war super okay….genau wie bei einem normalen CT…nur das dieses leicht radioaktive Mittelchen, das einem gespritzt wird, eine gute Stunde braucht, um sich im Körper zu verteilen…und ich sollte viieeel Wasser trinken…der Rest war, wie bei jedem anderen CT auch. Hahaha – Da bin ich ja im Laufe der Monate schon ziemlich routiniert geworden.

Die letzten Tage vor dieser Untersuchung fiel es mir schon schwerer gelassen zu bleiben…bzw. es kostete einiges an Kraft, die aufsteigende Angst weg zu drücken….und meine Hoffnung, das ich noch am Tag dieser Untersuchung das Ergebnis bekomme, hat man mir gleich genommen…NEIN – das wird ein paar Tage dauern.

Danach fühlte ich mich erst einmal entspannt…die Untersuchung war ja vorbei…und ich wunderte mich über meine neue Gelassenheit…immerhin hatte ich noch kein Ergebnis.

Aber der Körper kann nicht dauerhaft in Alarmstimmung bleiben…irgendwann wird auch das zu einem Teil der täglichen Routine…auch wenn ich mir immer noch täglich weiter Sorgen machte.

Dann endlich waren die Bilder online abrufbar…aber kein Befund…also mit den Aufnahmen konnte ich nichts anfangen…bin ja kein Arzt…Freitagabend endlich hab ich es erneut probiert….Aussage der Online-Plattform: es liegt ein Befund vor, der ist aber noch nicht freigegeben und wird erst am kommenden Montag freigeschaltet… Grrrrrrrr – also jetzt auch noch das ganze Wochenende weiter warten…. dieses Wochenende war tatsächlich das Schwierigste….immerhin ist es jetzt schon fast genau1 Monat her, seit der Lungenarzt mir die Überweisung zum PET-CT gegeben hat…seit fast einem Monat beschäftige ich mich mit dem Thema….und jetzt will ich einfach nur noch das Ergebnis wissen.

Gestern also – ich war im Homeoffice – hab ich mich am Vormittag noch einmal eingeloggt und den Befund gelesen. Da stand sehr viel…sehr sehr viel….aber vor jeder Aussage stand entweder ein „kein“, „nicht“ oder „unauffällig“ = Alles ist gut…was immer das Ding auf meiner Lunge auch sein mag…es ist kein Krebs.

Noch während des Lesens liefen mir die Tränen vor Erleichterung und das blieb auch minutenlang so…der Kopf hat es sofort begriffen…der Rest des Körpers hat noch eine Weile gebraucht….und dann fühlte sich mein Körper auf einmal auch wieder leicht an….erst jetzt hab ich gemerkt…wie stark angespannt ich war.

Meine kleine Welt blieb für ein paar Minuten einfach stehen und der einzige Gedanke war: hurra – ich darf weiterleben….im Nachhinein hört sich das pathetisch an…aber genau diesen einen Satz, hab ich wieder und wieder gedacht.

Erst nach gefühlten 10-15 Minuten hab ich schnell die wichtigsten Menschen in meinem Leben über das Ergebnis informiert…und dann…dann musste ich auch schon weiter arbeiten…die nächsten Quartalsabschlüsse warten schon auch mich….und schon geht das Leben weiter…

Aber seitdem spüre ich zwischendurch immer wieder ein Gefühl von unendlicher Erleichterung…und auch Dankbarkeit das ich schon das zweite Mal in diesem Jahr, so knapp dem Krankenhaus entwischt bin.

Heute ist der 3.Oktober und mein Lungen-Arzt hat sich noch nicht gemeldet, der hat in dieser Woche Urlaub. Bin mal gespannt, wie es jetzt weiter geht. Denn da ist ja immer noch etwas, was da nicht hin gehört.

Ich werde wohl in den nächsten 1-2 Wochen wenig bis gar nichts hier im Blog schreiben….im Moment fehlt mir dazu einfach die Ruhe und Geduld….

Und bei den wenigen Blogs denen ich noch folge, werde ich weiter „leise“ mitlesen, mich aber wahrscheinlich eher weniger mit einem Kommentar zu Wort melden…bitte nicht böse sein….ich komme wieder – aber jetzt brauche ich ein paar Tage, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, das ich mich nicht melde 💐🍀🥂 …ich muss mich jetzt erst einmal wieder innerlich etwas sortieren.

Schlag auf Schlag….und ein leichter in die Magengrube

Montag ging es mit meinem Schwager los….der 2.Arzttermin wegen seiner Hüfte …..die OP findet bereits nächste Woche statt…..wow – also das ging ja mal super schnell. In der kommenden Woche bekommt er auf der rechten Seite eine neue Hüfte….und er freut sich darauf, das dann endlich die Schmerzen aufhören…seine linke Hüfte wurde schon vor ca. 15 Jahren getauscht…die funktioniert auch nicht mehr einwandfrei, macht aber nicht solche Probleme, wie jetzt die rechte Seite. Dabei ist er mit jetzt 57 Jahren ja noch echt „jung“ für solche OPs.

Dienstagvormittag war ich dann dran…auf nach Norderstedt in die Klinik zum Herz-MRT. Hier war ich ja auch bereits im März schon zur Herz-Katheter-Untersuchung. So war mir der Weg zur Klinik und auch die Klinik selbst, nicht mehr fremd. Ich hatte mich auch rechtzeitig schlau gemacht, wie ich mit der AKN, bzw. dem Schienenersatz-Verkehr dorthin komme…Denn seit dem letzten Wochenende fährt die AKN bei mir im Ort ja wieder…allerdings nur bis Burgwedel…ab da dann der Schienenersatz-Verkehr…das hat alles gut geklappt und ich war, wie immer, viel zu früh dort….bin dann noch eine Weile durch die Gegend gelaufen…und hab mir etwas Sorgen gemacht.

So eine MRT-Röhre verträgt sich nicht so wirklich, mit meiner Klaustrophobie…der Arzt hatte das zwar auf die Überweisung mit geschrieben….aber trotzdem war ich nervös. Ich musste lange warten, weil mein Termin ja dazwischen geschoben worden war…so sah ich die Patienten der Klinik wie sie in ihren Betten hingeschoben wurden, und wieder weggebracht wurden und der Nächste wurde hingeschoben und später wieder weggeschoben…wie auf einem Rangierbahnhof war es ein ständiges Kommen und gehen und ich saß da…und wartete.

Dann endlich war ich dran. Die waren alle super nett und als ich auf mein Problem aufmerksam machte, schaute mich der Arzt zwar zweifelnd an (ich wirkte eben noch ruhig auf ihn, bzw. „lustig“ aber das ist bei mir ein Zeichen von hoher Nervosität, wenn ich anfange zu kalauern)…bekam dann aber ein „leichtes“ Beruhigungsmittel…und schon ging es los.

Alle waren ruhig und unaufgeregt…ich bekam Kopfhörer mit Musik auf die Ohren, weil das MRT ja sehr laut ist, einen Zugang für die Mittelchen die mir währenddessen noch verabreicht wurden, die Anweisung mich auf keinen Fall zu bewegen und den Anweisungen die gleich per Kopfhörer kommen werden, Folge zu leisten, ich bekam einen Notfallknopf in die Hand gedrückt und eine schwere dicke Platte auf den Oberkörper gelegt und schon fuhr ich in die MRT-Röhre hinein….natürlich hatte ich die Augen schon vorher geschlossen….es war zwar hell in der Röhre, aber auch echt eng… Aber durch das Beruhigungsmittel blieb ich einigermaßen ruhig und den Rest musste ich halt aushalten….und ja es ging auf diese Art besser, als erwartet. Dann wurde ein Mittel gespritzt, das mein Herz unter Stress setzen sollte…das verursacht plötzliche Hitze, Herzrasen und Atemnot. Der Arzt hatte mir erklärt, das diese Symptome nach ca. 2 Minuten vorbei wären und ich trotzdem die Atem-Anweisungen befolgen muss… Also – das war kein sehr schönes Gefühl.

Irgendwann war es vorbei….und ich erlöst…anschließend war mir schwindelig und ich fühlte mich wie betäubt…jetzt erst merkte ich auch die körperlichen Auswirkungen der Mittelchen (incl. Beruhigungsmittel)…und ich brauchte eine Weile, um wieder klar im Kopf zu werden….den Weg zurück nach Hause per SEV und Bahn ging dann wieder unproblematisch…aber ich fühlte mich ausgelaugt und müde…und jetzt erst begann das Nerven flattern und bin dann den Rest des Tages auf der Couch geblieben und habe geschlafen. Der Arzt im Krankenhaus meinte noch, er hätte jetzt nichts gesehen, was zum akuten Handeln zwingen würde…und mein Kardiologe würde sich mit mir in Verbindung setzen…aber bei dem hab ich ja eh am Freitag einen Termin.

Als um 20.30 Uhr allerdings der Lungenfacharzt anrief, war ich dann sofort alarmiert. Er hätte jetzt den Befund vom Lungen-CT gelesen und sich das alles angeschaut…und ob ich den Befund schon kennen würde…. JA – ich hatte ihn am Montagabend noch online abgerufen und da standen ein paar unschöne Dinge drin…aber ich als Laie weiß das natürlich nicht einzuordnen…und hatte es erst einmal ignoriert.

Nun erklärte mir der Arzt auf ruhige und sehr freundliche Weise (ich hab echt Glück mit meinen Ärzten, das sie alle so nett und zuvorkommend sind)….das der Zufallsbefund beim Herz-CT auf dem Lungenlappen, tatsächlich ein 8mm großes „Ding“ ist, das da nicht hingehört und das ein „Bronchial-Karzinom“ nicht ausgeschlossen werden könne. Das wäre dann ein bösartiger Tumor, auch bekannt als Lungenkrebs.

WUMS – das hatte erst einmal gesessen.

Aktuell ist es nur ein Verdacht und der muss jetzt ausgeräumt werden…ob ich jemals geraucht hätte. NEIN….hab ich nicht…aber ich bin mein ganzes Leben von starken Rauchern umgeben gewesen…mein Vater, mein Ex-Mann, mein Ex-Freund…..immer wurde zuhause geraucht. Erst seit ich wieder allein lebe, tue ich das in rauchfreier Umgebung.

Also – noch es ist es nur ein Verdacht…aber ich muss jetzt zügig zu einem sogenannten PET-CT.

Der Arzt hat mir erklärt, das es eine moderne und schnelle Methode ist, um herauszufinden, ob das kleine Ding auf meinem Lungenlappen bösartiger Krebs ist oder nicht. Laienhaft ausgedrückt: Ich bekomme ein Mittel gespritzt, dann werden Positronen auf meine Lungen geschossen und wenn das 8mm-Teil aufleuchtet ist es wahrscheinlich Krebs, leuchtet es nicht, ist es kein Krebs. Um diese nicht ganz billige Diagnostik von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, müssen das aber 2 Ärzte befürworten…was in meinem Fall der Radiologe vom Lungen-CT und der Lungenfacharzt getan haben.

Die PET/CT kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT) in einem Gerät. Sie ist das derzeit modernste bildgebende Diagnoseverfahren in der Onkologie zur frühzeitigen Entdeckung und Ortung bösartiger Tumorerkrankungen.

Eine sichere Diagnostik ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von Tumorerkrankungen. Ein eindeutiger Befund bringt Sicherheit bei der Planung der weiteren Behandlungsschritte.

Die PET/CT ermöglicht die Erstellung eines präzisen Bildes, in dem Körperstruktur und -funktion vereint dargestellt werden. So kann die exakte Position, Größe, Aktivität und Ausbreitung einer Tumorerkrankung im gesamten Körper bestimmt werden. Um die Krebszellen im Körper „sichtbar“ machen zu können, wird vor der Untersuchung eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz als sogenannte „Tracer“ verabreicht.

https://www.petct-zentrum-hamburg.de/

Jetzt brauche ich also einen Termin in einem PET-CT-Zentrum, und zum Glück gibt es eines in Hamburg. Mittwochvormittag hatte ich mich also um einen Termin bemüht….aber bevor ich den Termin bekomme, muss ich erst einmal die Überweisung vom Lungenarzt übermitteln. Okay – das schaffe ich heute nicht mehr…immerhin ist Mittwoch…da haben die Ärzte am Nachmittag i.d.R. geschlossen.

Donnerstag nach Feierabend also wieder nach Norderstedt zum Lungenarzt die Überweisung abholen und dann zusammen mit dem Befund vom Lungen-CT an das Zentrum per Mail schicken. Jetzt will der Arzt in dem Zentrum sich das alles noch einmal anschauen (es geht noch einmal um die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse…die haben sonst Angst auf den Kosten sitzen zu bleiben) und seitdem warte ich auf eine Rückmeldung mit dem Terminvorschlag. Eine Antwort bekam ich in dieser Woche aber dann nicht mehr…ich warte also jetzt auf einen Termin…immer mit dem unschönen Gedanken im Hinterkopf es könnte sich doch um Krebs handeln. Das ist kein schöner Gedanke.