Trübe Aussichten in Plön

Trübe Aussichten in Plön

…und trotzdem ein toller Tag.

Früher als wir in NRW wohnten und man ausdrücken wollte, das etwas extrem umständlich erledigt wurde, gab es bei uns den Spruch: Paris, Palermo, Pelkum (Pelkum ist dabei ein Stadtgebiet der Stadt Hamm)..als meine Schwester dann nach Flensburg zog, wo Niemand wusste wo Pelkum überhaupt liegt, änderte sie den Spruch in: Paris, Palermo, Plön…

…und irgendwie hab ich mir nie die Mühe gemacht zu ergründen was Plön eigentlich ausmacht…irgendwie war ich der Meinung es war einfach wie Pelkum…ein Stadtgebiet ohne eigene Identität und ohne Flair.

Jetzt, wo ich selber hier im Norden lebe, hab ich über Plön gelesen…und war beeindruckt…also führte mein heutiger Ausflug dorthin…nach knapp 1,5 Stunden mit dem Auto, hab ich am kleinen Plöner See geparkt…es war immer noch trübes Wetter und von den angeblichen 3 Sonnenstunden hat sich nicht eine Minute davon hierhin verirrt…

Es war nicht nur trübe, sondern auch windig und kalt…leicht missmutig, weil ich nicht glauben konnte das mir heute noch einmal warm werden würde, hab ich meine Wanderung gestartet…und welches Ziel hab ich mir zuerst ausgesucht?  Die Prinzen-Insel, hahahaha

Also vom kleinen Plöner See…in Richtung großer Plöner See…am Ufer entlang zur Prinzen-Insel und auf der anderen Uferseite zurück in Richtung Plöner Schloss.

Bei der Prinzen-Insel handelt es sich um ein privates Naturschutzgebiet, welches aber öffentlich zugänglich ist…Schon kurz nach dem Start wurde mir durch die Bewegung warm und meine Laune stieg mit jedem weiteren Schritt in der Natur, der Weg führte nah am Ufer entlang und durch den Wind war permanentes Wellenrauschen zu hören…ein sehr schönes Geräusch…und es war ansonsten gänzlich still…

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Der Weg durch das trübe Wetter wirkte an einigen Stellen so düster, das man meinen konnte bei der nächsten Biegung würde ein verfallender Turm mit einem dunklen Geheimnis auftauchen…dunkel und mystisch. Solche Gedanken kommen mir eher selten…aber die getrübte Sicht auf den See gepaart mit den düsteren Aussichten in den Wald haben meine Phantasie angeregt.

Nun gut…es kam kein dunkles Geheimnis zutage und auch kein Prinz…aber nach der Prinzeninsel bin ich am Ufer entlang zum Plöner Schloss gewandert, welches oberhalb des Sees einen schönen Weitblick hätte ermöglichen können…nur das diesige Wetter hat den Blick dann doch aufgehalten…

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In der schönen alten Stadt hab ich mich dann mit Kaffee und einer frischen Waffel mit heißen Kirschen, Sahen und Vanilleeis wieder in die Jetzt-Zeit katapultiert und nach einigen weiteren Erkundungen bin ich mit knappen 10km heute doch weiter gelaufen, als ich es vorher vermutet hätte…

Das war ein schöner Ausflug heute und Zuhause hab ich mich dann mit meiner Advents-Dekoration beschäftigt… Nicht so viel Deko wie  in den Vorjahren…sondern nur gezielt an einigen Stellen…so das jetzt vor allem das Wohnzimmer eine behagliche Gemütlichkeit erfüllt… mit frischen Zweigen und echten Kerzen.

 

 

Schönes Leben

Meine Arbeitswoche war durchwachsen…der Job ist immer noch merkwürdig aufgebaut. Wenn aber immer alles gleichbleibend merkwürdig ist, ist es irgendwann normal…daran arbeite ich aktuell.

Ich habe auch ein paar Stunden länger gearbeitet, da wir Monatsschluss haben (auch so eine merkwürdige Regelung: Monatsabschluss ist immer am 4. Sonntag im Monat….außer zu den Quartalsenden, und so hatten wir gestern bereits das Firmen- Monatsende).Aber Monatsschluss heißt jetzt das wir noch 2 weitere Tage Zeit haben die Abschlussbuchungen durch zu führen und dann noch einmal 2 Tage für das Reporting an die Muttergesellschaft.

Mein Überstundenkonto liegt jetzt bei 12 Stunden in knapp 2 Monaten, also einen Gleittag kann ich nehmen  und ich habe noch 2 frei verfügbare  Urlaubstage die ich bis Ende des Jahres nehmen muss…GRINS.  Also ich kann mich nicht beschweren und werde in der nächsten Woche gleich mal einen der Urlaubstage nehmen…Freitag ist doch ein schöner Tag….Das ist unmittelbar nach dem Reporting-Schluss…prima.

Heute ist es leider zu windig um auf dem Balkon meinen Kaffee zu trinken…das ist schade…aber auf der Couch ist es ja auch gemütlich.

Wenn ich noch einmal an meine Zeit in der alten  Firma denke (und auch an meine gescheitere Beziehung)  und an meine Unterhaltungen  mit dem überlasteten Kollegen und anderen Kollegen dort  und an mein langes Telefonat gestern mit einem meiner Mädels…Mich dann hier in meiner Wohnung umschaue und über mein aktuelles Leben nachdenke: Ich hab die richtigen Entscheidungen getroffen.

Ich habe ein schönes Leben.

Eigentlich wollte ich diese Aussage unkommentiert stehen lassen…habe aber im Laufe der letzten Monate  gelernt, das so ein einfacher klarer Satz durchaus missverständlich interpretiert werden kann…

  • es ist ein Satz aus der Tiefe meines Herzens
  • denn ich meine es im friedlicher und zufriedener Grundstimmung
  • nein, es ist keine trotzige Aussage um eine „falsche“ Entscheidung trotzdem als „richtig“ hinzustellen
  • nein, es ist kein Selbstbetrug
  • und nein, es war keine Flucht vor mir selbst

So wenn gleich die erste Waschmaschine durchgelaufen ist, ziehe ich mich wetterfest an und gehe einkaufen, mache dazu auch einen kurzen Abstecher nach Hamburg, später fahre ich noch Richtung  Wedel zum Schwimmen und in die Sauna  und für Morgen habe ich wieder einen Ausflug in Planung: Es geht nach Plön am Rande der Holsteinischen Schweiz, ob Schloss und Stadt oder an den Plöner See oder von Seedorf aus in den Wald…mal sehen worauf ich Morgen Lust habe.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende – wenn möglich: macht Dinge die Euch Spaß machen…