Da ist sie wieder – die Privatbahn hinter dem Haus – mit schlechten Nachrichten

Nach 368 Tagen wurde die AKN-Linie 1 Anfang September wieder in Betrieb genommen. Dabei ist der Umbau zur S-Bahn S5 noch gar nicht abgeschlossen.

Aber immerhin die Züge fahren wieder…auch wenn es immer noch die AKN ist und nicht die S5. Hat sich jetzt etwas verändert: Eindeutiges JA und zwar sehr negativ.

Die AKN hat schon immer, über den Tag verteilt, einige Züge kurz vor dem Bahnhof Quickborn in eine Warteposition gestellt und damit DIREKT bei unseren Balkonen. Die Bäume haben es immer etwas abgemildert, weil die Dieseltriebwerke blieben dabei immer am Laufen. Aber irgendwie war die störende Geräuschkulisse moderat.

Seit der Wieder-Inbetriebnahme hat sich das gravierend verändert…die wartenden Züge sind mega-laut und scheinen auch wesentlich länger dort zu stehen. Dazu kommt eine Art starke „Vibration“ die man selbst auf der anderen Hausseite spürt und hört, so als ob der Schall durch das Haus geleitet wird.

Vor ein paar Tagen habe ich Nachbar Mirko mal wieder im Trockenkeller getroffen und als ich ihn ansprach, ob das von mir eine rein subjektive Wahrnehmung ist, hat er mir bestätigt das es alle Nachbarn genauso empfinden. ..Alle im Haus sind sich einig: das kann so nicht bleiben – es wird eine Unterschriftenaktion geben.

Unser Hausverwalter hatte mich dazu diesen Freitag angerufen und ja klar hab ich auch unterschrieben….alle in unserer Wohneinheit haben unterschrieben.

Nachbar Mirko hatte mir auch erzählt, das es jetzt im November mit den Baum-Fällarbeiten direkt vor unseren Balkonen/ Terrassen los gehen soll (das, was die AKN bereits für April diesen Jahres angekündigt hatte). Nun also doch – insgeheim hatte ich gehofft, das die Bäume vor meinem Balkon erhalten bleiben.

Denn ohne die Bäume kommt der Schall der fahrenden AKN-Bahn, dem AKN-Bahnhof schräg links von uns, dem Parkhaus für Pendler und dem direkt gegenüberliegenden Markt- und Festplatz, ungebremst und ungefiltert bis zu uns.

Die Lautstärke wird insgesamt also zunehmen, der Wind wird zudem ungehindert auf unsere Balkone treffen. Hier ist leider eine Windschneise: d.h. der Wind findet genau hier seinen Weg und mit der Ruhe und geschützten Lage der Wohneinheit wird es vorbei sein.

Die Wohnung bekommt dadurch, ohne die schützenden Bäume, im Sommer viel länger Sonne (es wird also noch wärmer) und im Winter wird es durch den ungebremsten Wind viel kälter, d.h. wir werden mehr heizen müssen. Und meine kleine Oase auf dem Balkon mit den niedlichen Vögeln wird dadurch auch zerstört. Alles zusammen sind das keine schönen Aussichten.

Aber eine Lärmschutzwand ist für uns nicht geplant – eigentlich unbegreiflich, da auf beiden Seiten an diesem Streckenabschnitt viele mehrstöckige Häuser stehen…also sehr viele Menschen davon betroffen sind. An anderen weniger bebauten Strecken wurden dafür schon Lärmschutzwände gebaut…aha ….wir in Hochhäusern sind scheinbar nicht so schützenwert, wie eine belebte Straßenkreuzung mit wenig Wohngebäuden, dafür mit einigen Geschäften drum herum.

Um es noch einmal klar zu sagen: ich habe nichts gegen die Bahn die hier seit vielen Jahren vorbei fährt…das stört mich überhaupt nicht. Aber die Änderungen durch die Baumfällungen (damit die zukünftige S-Bahn elektrisch fahren kann, müssen Strommasten entlang der Strecke gebaut werden) werden spürbare Auswirkungen auf mein Wohlbefinden in meinem Zuhause haben und das finde ich schon sehr traurig.

Ausgelagert

Schon vor ein paar Wochen bekamen wir von der Privatbahn, die hinter unserer Wohnanlage entlang läuft, ein Schreiben, das der nächste Bauabschnitt im September beginnt.

Nun sollen wohl die zusätzlichen Gleise fertig gestellt werden. Dazu muss das mit Kies gefüllte Gleisbett plattiert werden…und zwar an einem Wochenende.

Das heißt an diesem Wochenende wird von 7 Uhr Morgens bis 20 Uhr Abends ziemlich viel Krach gemacht.

Aus dem Grund hat die Privatbahn allen unmittelbar betroffenen Anwohnern einen „Ersatzwohnraum“ angeboten und ich habe das Angebot angenommen.

Dazu habe ich mich schon vor 1,5 Wochen telefonisch gemeldet und eine durchaus nette Dame hat meine Daten aufgenommen und wollte die mit einer Mail an eine Koordinierungsstelle schicken – ich würde dann informiert wann und wo ich untergebracht werde.

Nun bis gestern hab ich keine Antwort bekommen und es sollte ja ab Freitagabend bereits eine Auswärtsübernachtung erfolgen.

Ich habe also Freitag noch einmal angerufen und irgendwann war klar, diese Koordinierungsstelle hat meine Daten nicht erhalten.

Was ich aber toll fand, eine sehr nette Dame rief mich zurück, hat sich mehrfach entschuldigt und sich dann darum gekümmert, das ich doch noch als Nachzügler ein Hotelzimmer bekomme…immerhin hatte ich mich innerhalb der Frist rechtzeitig angemeldet.

Letztlich hat auch alles gut geklappt und ich bin nun knappe 4km von meinem Zuhause entfernt in einem Hotel untergebracht und habe sogar ausgezeichnet geschlafen.

Es war schon lustig. Ich habe meine Reisetasche gepackt, bin zum Hotel gefahren, hab dort eingecheckt…anschließend bin ich noch Einkaufen gefahren und habe meine Einkäufe zuhause verstaut, zu Abend gegessen und bin dann später wieder ins Hotel gefahren.  So konnte ich auch der lauten Live-Musik vom Marktplatz entgehen hahaha.

Hab dann sogar gestern abend noch eine kleine Walkingrunde vom Hotel aus gedreht…auch wenn es am Rande des Industriegebiet keine schönen Wege gab..aber immerhin hab ich mich bewegen können

Dies und das – Ereignissplitter

Was gab es denn noch in dieser Woche? Ach ja :

  • der nächste Bauabschnitt der Privatbahn, die ein Stück hinter meinem Balkon verläuft, hat begonnen, und einige der Häuser, die wie wir, direkt an die Bahngleise münden, haben ein Schreiben erhalten, das am nächsten Wochenende von 7.00 Uhr – 19:00 Uhr, das Gleisbett plattiert wird. Und weil das am Wochenende ist, steht uns die Unterbringung in einem „Ersatzwohnraum“ zu. Dazu müssen wir uns bei der AKN melden. Das habe ich dann auch getan. Die Dame am Telefon war sehr nett, wusste aber auch nicht wie das laufen soll, sondern hat nur in meinem Namen eine Mail an wen auch immer formuliert, das ich das Angebot annehmen möchte. – man wird sich bei mir melden…bin mal gespannt, ob das auch klappt.
  • Auf der Fahrt ins Büro hat mein Auto ein Steinschlag getroffen. Man hab ich mich erschrocken. Dieses Mal hab ich aber etwas Glück gehabt…der Steinschlag ist Mitten in der Mitte (Höhe wie Breite) der Windschutzscheibe und die Macke ist ca 1cm groß. Aber dieses mal ist die Scheibe nicht wie ein Spinnennetz zersplittert…so das ich noch bis nächste Woche damit fahren kann, bevor ich es dann als Schaden melde. Dann bringe ich den Wagen in der kommenden Woche zur Reparatur…wahrscheinlich wird dann doch wieder die gesamte Scheibe ausgetauscht.
  • Zum Glück kann ich das nächste Woche machen, weil ich jetzt NICHT auf Dienstreise muss. Eigentlich hatten der Controller und ich geplant mit den beiden Neuen in die Zentrale nach DK zu reisen….aber da die Kollegen aus der Zentrale sich auch auf Anfrage nicht wegen der ausstehenden Schulungen für das neue ERP-System gemeldet haben, habe ich beschlossen, nicht mit zu fahren. Jetzt fährt nur der Controller mit dem Neuen und ich bleibe mit unserer neuen Kollegin Katrin in Hamburg. ich fahre nicht 2x in einem Monat die weite Strecke und schon gar nicht für 3,5 Tage ….ich muss mich um die Quartalsabschlüsse kümmern.
  • Seitdem ich regelmässig die Bildschirmarbeitsplatzbrille trage, nutze ich für die restliche Zeit des Tages, also wenn ich nicht an den Bildschirmen sitze, meine normale Gleitsichtbrille. Vor ein paar Tagen hatte ich Kopfhörer auf, hab die Gleitsicht-Brille abgenommen und geputzt und beim Wiederaufsetzen ist ein Bügel an meinem Wust an Haaren und den Kopfhörern gescheitert, während ich jedoch die Bewegung weiter ausgeführt habe. Das Ende vom Lied, das dünne Metall, welches die beiden Gläser über der Nase zusammenhält (es ist eine komplett randlose Brille) ist gebrochen. ich habe also jetzt 2 Teile: je ein Glas mit einem Bügel. Das nenne ich mal unpraktisch. Okay, dann gibt es jetzt eben eine Neue. Nun hab ich noch fast die Gleiche Brille in meiner Sehstärke, allerdings ohne Gleitsichtfunktion…aber immerhin kann ich damit Autofahren und am Wochenende trage ich ja wieder meine Kontaktlinsen.
  • Freitag war ich bei der Friseurin…jaaa wieder einmal überfällig und ich habe in der Zwischenzeit nur einmal ganz leicht selber Hand angelegt…und so konnte sie dieses Mal meinen Haarschnitt komplettieren. Beim letzten Mal ging das noch nicht. Aber jetzt habe ich wieder genau den Haarschnitt, der mir so gut steht und mit den weniger an Kilos, passt es auch viel besser zu meinem Gesicht. Hurra!

Wenn ich das so alles aufschreibe, merke ich erst, wieviel eigentlich los war. Gut das jetzt Wochenende ist.

Die Ruhe vor dem Kahlschlag und die Wärme nach dem Regen

Sie kommen näher – ich hab sie schon gesehen – also nicht die Baumfäller selber – aber das Ergebnis ihrer Arbeit – noch ca. 1.5 km und sie sind auch hier bei mir.

Seit dem 1. Dezember warte ich ja quasi täglich darauf, das die Bäume hinter dem Haus und damit vor meinem Balkon, gefällt werden. Die Privatbahn hatte es angekündigt…und papiergläubig wie ich nun einmal bin, war ich der Meinung die stehen am 01.12. im Garten mit ihren lauten Kettensägen und nach 2 Tagen ist der Spuk vorbei und ich habe freie Sicht auf Alles, was ich gar nicht sehen will. Aber so war es nicht.

Inzwischen muss ich über meine Naivität lachen. Die Privatbahn hat diese Zettel an Alle Anwohner entlang der Strecke verteilt…und die fangen natürlich an einem Ende an und arbeiten sich dann langsam entlang der Strecke voran. Ich habe auf freiem Feld gesehen wo Bäume und Büsche bereits fort sind und auch die tiefen Furchen drumherum, wo Trecker mit Anhänger oder LKW mit Ladefläche die Bäume aufgenommen und abtransportiert haben.

Und da es auf dieser Seite nahe am Rande der Stadt wo ich wohne, keine direkte Zuwegung zu den Bahngleisen gibt, um die Bäume abtransportieren zu können…werden die wahrscheinlich erst gefällt, wenn die Bahnstrecke ab dem 16.01.23 stillgelegt wird….dann können die Bäume über die Bahnschienen hinweg, auf der anderen Seite, zu der dort parallel verlaufenden kleinen Straße gebracht und abtransportiert werden.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich auch logisch. Richtig erschlossen hat es sich mir aber erst gestern, als ich im strömenden Regen ,noch vor Sonnenuntergang, meine große Walkingrunde lief und auf den Kahlschlag traf.

Im Moment bedeutet jede Walkingrunde einmal komplett durchnässt zu sein oder sagen wir mal lieber so: ich teste gerade die Wind- und Regentauglichkeit meiner Winter- und Regenjacken. Die Windstille zu Heiligabend, wo der Regen ausschließlich von oben kam, ist inzwischen zu einer Art November-Schmuddelwetter geworden…es gibt heftige Windböen und jede Menge Regen ich werde also von allen Seiten naß….was ich vor allem daran merke, das meine Jeans schwer und nass an mir zerren. Warum hab ich eigentlich nicht die Thermohosen angezogen? Ach jetzt weiß ich es wieder: ich fand es zu warm dafür. Na meine eiskalten nassen Beine waren da hinterher ganz anderer Meinung.

Aber was gibt es Schöneres als nach so einer Tour unter die heiße Dusche zu gehen und anschließend in Kuschelklamotten und mit einem heißen Glühpunsch auf der Couch zu sitzen und dazu die Reste von Ente, Rotkohl und Klößen zu verputzen. Als Nachtisch gab es noch selbstgemachtes Popcorn und einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann, den ich geschenkt bekommen habe.

Und ich sitze da und mache mir Gedanken über all die Veränderungen die noch kommen werden….hinterm Haus ohne Bäume, meine Schwester mit Bypass-Operation voraus und anschließender REHA danach, meinem Schwager ohne Job und mit der laufenden Kündigungsschutzklage, meiner liebsten Kollegin deren Mann erneut einen sehr schweren Bandscheiben-Vorfall kurz vor Weihnachten hatte und mit der ich zukünftig nur noch wenig gemeinsam Zusammenarbeiten kann, meine eigene Arbeit die sich auch gerade gravierend verändern soll. Ich denke über ein paar Menschen aus meiner Vergangenheit nach und über deren Zukunft. Ich denke nach über die Welt die mehr und mehr aus den Fugen gerät und ich es nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die einfach nicht friedlich nebeneinander leben wollen…über die steigenden Preise, über die fragile Energie-Versorgung, über die Pandemie und deren Folgen…in meinem Kopf ist selten Ruhe…

…aber trotz all der schweren, beunruhigenden und mitfühlenden Gedanken, fühle ich mich damit gerade nicht überfordert, wie so oft in letzter Zeit, sondern ich merke, das ich mich dem Leben körperlich und mental wieder richtig stellen kann.

Bisher konnte ich mich immer auf meine eigene Leistungsfähigkeit verlassen, aber das Jahr 2022 hat mir ein paar Mal ganz ordentlich Grenzen aufgezeigt …und nun endlich, fühle ich mich wieder leistungsstark. Das ist eine gute Basis dem kommenden Ende dieses Jahres zu begegnen.

Wie schön öfter am Ende eines Beitrags bin ich überrascht darüber, was für eine gedankliche Schleife ich da gedreht habe…manchmal ist es mir gar nicht so bewusst, was mich eigentlich sonst noch so bewegt….aber dann fließen meine Gedanken locker in meine Fingen und finden ihren Weg auf den Bildschirm.