Showdown in Sicht

ACHTUNG – nur langweiliges Arbeitszeugs !!! –

Seit Oktober letzten Jahres, also seit sage und schreibe 6 Monaten, arbeiten wir auf diesen Moment hin. Der große Schowdown ist damit endlich in Sicht….und der findet in der kommenden Woche statt, bzw. in den nächsten 1,5 Wochen. Denn es ist nicht ein einzelner Tag, sondern eine Zeitspanne und wenn ich einen Tag festlegen müsste, dann ist es der 15.04.2025.

Was bei dem großen Showdown passiert? Also eigentlich nicht etwas wirklich Großes…und es empfindet, außer Mir, auch keiner diesen Moment als einen tatsächlichen Showdown.

Der hausgemachte Dreiecks-Stress in unserem Konzern läuft auf seinen Höhepunkt zu. Bestehend aus den normalen Änderungen der vielen Jahresabschlüsse 2024, der Daten-Migration für alle meine Gesellschaften auf das neue System UND dem 1.Quartalsabschluss 2025 für viele dieser Gesellschaften. Eines geht ohne das andere nicht.

Denn die Jahresabschlüsse müssen erst einmal noch im Alt-System geändert werden.

Diese Änderungen müssen wir dann im neuen System für jede Einzelgesellschaft nachholen (weil bereits die vorläufigen Daten auf das neue System übertragen wurden).

Und im neuen System müssen wir diese nachgeholten Daten aber auf Konzernebene wieder eliminieren

Und dann erst können wir auf Einzelgesellschafts-Ebene die Quartalsabschlüsse im neuen System erzeugen und müssen diese dann noch zusätzlich in ein Konsolidierung-Tool hochladen…dort kann es aber nur „ready“ gesetzt werden, wenn alle Querverbindungen zu den anderen Konzerngesellschaften stimmen.

Das sind gleich mehrere Probleme auf einmal.

Immerhin ist das ein komplett neues System und da passen so gar keine Buchungs-oder Prüfroutinen mehr…also ALLES ist neu und die Reports laufen auch nicht stabil…und ich muss mir alles zusammen suchen….das hat eine Weile gedauert, aber so langsam finde ich neue Routinen, finde entsprechende Reports…frage bei Kollegen, frage bei den Teamleitern wie macht ihr das, welcher Report macht Sinn= bekomme nur wenig Hilfreiches an die Hand und suche selber durch das System.

So langsam finde ich mich zurecht…aber das ist natürlich noch alles gaaaaanz langsam…jede Buchung wird zur Herausforderung, weil ich immer noch nach den entsprechenden Konten suchen muss, vor allem die nicht so oft Genutzten…ich habe also ständig mehrere Excel-Tabellen als Hilfsdateien geöffnet: das Kontenmapping auf die neuen Konten, die neuen Steuerschlüssel, das Handling zu einzelnen Reports, jeden Tag lerne ich Neues und finde meine Fehler aus den ersten Tagen.

Ohne klare Anleitungen macht man erst einmal das, was man für logisch hält…doch nun erkenne ich wo meine eigene Logik nicht mit dem System übereinstimmt… blöd – aber nicht zu ändern…aber jetzt mit den ersten Erfahrungen aus Fehlern, kann ich sie beim nächsten Mal vermeiden. Korrigieren muss ich sie trotzdem und auch das kostet Zeit.

Aber wie gesagt…so langsam verdichtet es sich.

Nach einiger Verzweiflung Ende letzter Woche, weil die Daten in den Reports so GAR NICHT stimmten und natürlich dachte ich, es liegt an mir…machte sich dann kurzfristig riesige Freude in mir breit…weil das Problem nicht bei mir lag, sondern es gab Fehler im System – aber gesagt hat uns das Niemand.

Dann der Moment in dem ich die ersten Reports hochladen und auf „ready“ setzen konnte. Was für ein Höhenflug – zumindest für ein paar Stunden. Aber das waren ja „nur“ die kleinen und leichten Firmen.

Schon ging es wieder ins Tal der Verzweiflung, denn noch sind ja nicht alle Firmen komplett migriert und wir haben zwischen DE und DK ein neues Zinsproblem, dessen Lösungssuche von allen Beteiligten auf „NACH dem Quartalsreporting“ verschoben wurden…und auch zeitlich hab ich es noch nicht geschafft in allen Gesellschaften die Anpassungsbuchungen im neuen System nachzuholen…auch hier die Anweisung…mach das erst „NACH dem Quartalsreporting“.

Das führt jetzt aber dazu, das ich einige der Gesellschaften eben nicht ready setzen kann…für eines der Probleme habe ich mich schon mit dem Konzernkontrolling in der Zentrale ausgetauscht…die machen das glatt…das rettet die nächsten 3 Gesellschaften, die muss ich nämlich MORGEN fertig haben. So komme ich insgesamt schon auf 11 abgeschlossene Gesellschaften (das sind die, die ich komplett alleine bearbeite).

Damit bleiben mir noch weitere 6 die ich möglichst bis spätestens Mitte nächste Woche fertig haben sollte….und hier wird es jetzt richtig schräg, weil hier jetzt noch die 2.Controller aus DK mit arbeiten. Denn jeder Windpark mit dänischen Investoren besteht aus einer deutschen und einer dänischen Gesellschaft und bisher haben die DK Controller am Ende beide Gesellschaften zu einer zusammengeführt. Das geht jetzt im neuen System nicht mehr…jetzt müssen beide Gesellschaften getrennt hochgeladen werden….aber die Anpassungen zwischen DK und DE müssen trotzdem gemacht werden und wir müssen uns abstimmen.

Seit sage und schreibe 4 Wochen frage ich danach, WIE soll das laufen…wer macht wann, was? Auf alles wird geantwortet, aber nicht darauf…GESTERN !! Samstagmorgen habe ich endlich eine klare Anweisung bekommen, aber erst nachdem ich eine Mail mit einer Art Multiple Choice – Fragebogen an die beiden Teamleiter gesendet habe. Sie brauchten dann nur noch sagen welche der Lösungen die Gewünschte ist hahahahha …es hat gewirkt – nun weiß ich es…

Und bin prompt beim testweisen Erzeugen im Reportingtool auf einen Fehler gestoßen, an den so sicher noch keiner gedacht hat…und so wird aus „Gut gedacht“ ein „schlecht gemacht“….auf die Lösung bin ich dann mal gespannt….hahahahaa. Wirke ich leicht hysterisch? Jaa….ich fühle mich gerade so.

Der „gewollte Bruch“ das beide Abschreibungsebenen nur in EINER Gesellschaft stattfinden (natürlich in meiner), führt nun dazu, das im Reportingtool die Prüfroutinen auf einen Fehler laufen. Nach deutschen Recht ist die Abschreibung bereits erledigt (16 Jahre Nutzungsdauer)…nach dänischem Recht läuft die Abschreibung aber noch (30 Jahre Nutzungsdauer).

Das Reportingtool sagt mir nun aber…ich kann keine Abschreibung mehr haben, wenn meine Anlage bereits abgeschrieben ist. Tja – dumm gelaufen. Hier vermischen sich jetzt die 3 Ebenen: Deutsche Einzelgesellschaft, Dänische Einzelgesellschaft, Dänische Konzerngesellschaft.

Trotz all dem hausgemachten Abschluss-Orgien-Stress darf man aber nicht außer Acht lassen, das es ja noch das normale Tagesgeschäft gibt…Lieferanten möchten ihr Geld, Kunden ihre Rechnungen, Landeigentümer ihre Abrechnungen, das Finanzamt möchte die UST-Voranmeldungen, das Statistische Bundesamt die monatlichen Pflicht-Statistiken, Kollegen möchten Unterstützung im Rechnungsprogramm. Kollegen aus der Zentrale möchten alles mögliche an Auskünften und Unterlagen, Banken möchte die fertigen Jahresabschlüsse (fertig? JETZT hahaha), Wirtschaftsprüfer möchten Rückmeldungen und Unterschriften von Gesellschaftern….usw. usw.

Ich möchte auch etwas…ich möchte mich jetzt bis zum 15.April aufrecht halten…dann begrüße ich noch meinen neuen deutschen Teamleiter, mit dem ich (vorläufig !) mein Büro werde teilen müssen und dann bin ich ab 17.April erst einmal für 1 ganze Woche in Urlaub.

Danach werde ich meine Arbeitszeiten drastisch reduzieren, also wieder normalisieren…weg von dem ganzen Chaos und Stress und dem Dauerarbeiten….das ist mein Ziel….also noch gute 1,5 Wochen…dann ist der Höhepunkt erreicht und überschritten…dann wird hoffentlich alles gut – naja – zumindest aber besser. Besser als das letzte 1/2 Jahr.