Unruhig, unentspannt und aufgedreht

Die Entspannung nach meinem Kurzurlaub war bereits nach ein paar Tagen wieder verflogen und eine innere Unruhe hat mein Arbeits- und Privatleben erfasst.

Während ich mich in meinem normalen Arbeitsalltag mittlerweile an die vielen geänderten Vorgaben und Vorgehensweisen, sowie die neuen Programme gewöhnt habe, kommt es noch zu weiteren kleineren Transformationen. Es wird weiter an vielen Stellen in meinem Bereich herum experimentiert, ausprobiert oder auch einfach stillschweigend geändert- ohne das man uns groß mit einbezieht oder wenigstens über die Änderungen informiert.

So falle ich an manchen Tagen aus allen Wolken, weil wieder eine Sache auf einmal automatisiert wurde, die vorher aber gar nicht auf ihre Richtigkeit getestet wurden….und ich darf mich damit herum ärgern, wie ich nachträglich trotzdem die richtigen Daten ins System kriege….okay, ich versuche mich nicht aufzuregen.

Auch eine Gesellschaft, die ich bereits im Februar an eine Kollegin in DK abgegeben habe, klebt wie Pech an mir…ich werde sie einfach nicht los….Nun sind nach 1 Jahr die fehlenden Einspeiseabrechnungen und auch das Geld dazu, angekommen (das war ein Kraftakt) und ich kann endlich das Jahr 2024 abschließen…also wenn ich denn Zeit finden würde.

Aktuell sind wir ja im Quartalsabschluss und anschließend wartet noch die eine Firma mit dem Externen Investor auf die Sonderbetreuung mit Erklärungen und Datenzusammenstellungen, weil jetzt endlich ein Darlehn zuteilungsreif ist…nur das ich noch keinen Zugriff darauf habe – es läuft mal wieder alles so GAR nicht…und die entsprechenden Stellen in der Zentrale sind mal wieder extrem langsam und ich kann Rechnungen nicht so bezahlen, wie ich es sollte. Das nervt total.

All diese Dinge, auf die ich fast keinen Einfluss habe, die bringen mir eine innere Unruhe…ich versuche es weg zu drücken, aber Körper und Geist zeigen schon wieder Auswirkungen: ich schlafe schlecht (teilweise weniger als 4 Stunden pro Nacht), bin seit Tagen übermüdet und versuche mich nur auf das gerade Nötigste zu konzentrieren: Dienstag ist Abgabetermin für die Quartalsabschlüsse. Alles Andere muss warten.

Die Kollegen in der Zentrale haben 5 Tage Zeit für die Abschlüsse..wir in Deutschland, durch den Feiertag gestern, nur 4 Tage. Finde den Fehler. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, aber aus der Zentrale nur zu hören bekommen: naja eigentlich solltest Ihr es auch in 3 Tagen schaffen und zwar MONATLICH….das wird bald sowieso kommen. 👀 – noch Fragen?

Also 11 von 17 Gesellschaften habe ich ja schon fertig bekommen, das sind aber nur die Kleinen. Die 6 umfangreicheren Gesellschaften muss ich noch machen…aber okay, ich werde heute Nachmittag noch zusätzlich arbeiten, dann klappt das auch bis Dienstag…aber nur, wenn ich die anderen Eiligen und Wichtigen zusätzlichen Dinge zur Seite schiebe.

Was mich zusätzlich gestresst hat, ist das Schwester + Schwager am 2. Oktober zu mir kamen und auch über Nacht blieben. Ich weiß das sollte mir eigentlich keine Probleme bereiten, denn ich freue mich auf den Besuch…aber gleichzeitig schaue ich mich in meiner Wohnung um und putze hier und putze da….bei mir ist es eigentlich immer ordentlich und sauber…aber seit Tagen habe ich einen „Röntgen-Blick“ sehe jeden Fusel, Staub in kleinsten Ecken – das nervt – , vor allem weil es überhaupt Niemand sehen würde, außer mir…und selbst wenn, ist doch egal – aber ich kann nicht aus meiner Haut und putze hier und putze da.

Räume weg, räume um, bereite vor und die Planung des Abends liegt auf einmal auch bei mir: Wann gehen wir wo Essen (die Beiden haben mich ja eingeladen – aber es sollte nicht zu teuer sein), wie kommen wir anschließend von Quickborn nach Hamburg zur Elbphilharmonie – welche Verkehrsmittel, wo das Auto parken, dann Bus oder S-Bahn / U-Bahn – klappt das zeitlich alles. Das Zusammenspiel von Auto und Öffentlichen Verkehrsmitteln kann schwierig sein, vor allem wenn es zur Feierabendzeit um eine Fahrt in die Innenstadt von Hamburg geht.

Die letzten 14 Tage waren für mich daher sehr anstrengend – aber jetzt ist Samstag, es ist 9 Uhr morgens und draußen ist es dunkel, stürmisch, nass und kalt…es werden heute nicht mehr als 13 Grad werden.

Letzte Nacht habe ich wenigstens wieder gut geschlafen…es geht also wieder aufwärts bei mir und die Abschlüsse sind auch bald vorbei…Alle anderen beruflichen Probleme werde ich auch gelöst bekommen…aber jetzt ist erst einmal Ruhe angesagt….viel Ruhe

Arbeitskram – selber organisieren

Die 3 Arbeitstage in dieser Woche waren – naja – irgendwie durchwachsen….ich fand erst kein richtiges System, um die neuen Anforderungen für die Quartalsabschlüsse in einem vernünftigen Ablaufplan umzusetzen. Aus der Firmenzentrale kamen natürlich keine konkreten Handlungs-Anweisungen…Und zuerst fand ich nicht einmal einen vernünftigen Rahmen und hab mich am Mittwoch lieber um die Tagesarbeit gekümmert….wohl wissend, das das keine so gute Idee war. Abgabetermin für die Quartalsabschlüsse: Freitagnachmittag!

Und Donnerstag war ich wieder im Büro in Hamburg…und außer einer ungefähren Idee, hatte ich immer noch keinen belastbaren Plan … musste mich regelrecht zwingen, jetzt endlich loszulegen, denn die Zeit lief mir davon.

Ich fing einfach mal an einer Stelle an und hab den Plan quasi entwickelt, während ich die 1.Gesellschaft abgearbeitet hatte. Danach stand der organisatorische Rahmen und es ging danach für die weiteren Gesellschaften schon zügiger. Ich hab es tatsächlich gerade noch rechtzeitig geschafft, alles fertig zu bekommen.

Das tat mir dann richtig gut…jawohl ab jetzt hab ich einen schnell abrufbaren und gangbaren Plan, den ich auch für alle weiteren Zwischen-Abschlüsse ebenfalls nutzen kann, ohne jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen.

Dafür musste ich allerdings unsere Jahresabschluss-Kontroll-Datei für jede Gesellschaft in Excel Neu-Basteln…denn alle Kontroll-Sheets waren einzig auf den Jahresabschluss ausgerichtet, unterjährige Abgrenzungen, Zwischen-Berechnungen und quartärliche Rückstellungen gibt es da nicht….aber genau die muss ich jetzt haargenau berechnen. Es war dann meine Entscheidung was ich mit berücksichtige, und was ich als nicht relevant vernachlässigen kann.

Lag der Fokus bisher auf nur auf 3 Kennzahlen, die unterjährig abgefragt wurden, waren die Anforderungen dieses mal schon weiter hoch-geschraubt und das wird garantiert noch nicht alles gewesen sein….ich kenne solche Salami-Taktiken.

Spätestens mit Ende diesen Jahres wird dann aus jedem „mal eben nebenbei Quartalsabschluss“ ein „kleiner Jahresabschluss“ werden….also ist es sinnvoll sich schon jetzt so zu organisieren, das ich die Arbeit daran nachvollziehbar erweitern kann.

Gestresst hat es mich aber eigentlich nicht…hab nur wenige Überstunden deswegen gemacht und mich auch nach Feierabend mit dem Thema nicht mehr beschäftigt.

DAS ist der große Unterschied zu früher: Feierabend ist Feierabend…das kann ich heute – früher hätte es mich in jeder Minute meines Feierabends beschäftigt und mich auch nachts vom Schlafen abgehalten…. hätte mich morgens ganz früh in die Firma getrieben und mich bis spätabends beschäftigt.