Ein toller Tag und das 2.Treffen

Ich habe erstaunlich gut im Hotel geschlafen. Die Klimaanlage brauchte ich zum Glück nicht, es war nicht so warm (als ich das Hotelzimmer gebucht habe, waren für diesen Zeitraum 34 Grad vorausgesagt worden)- so konnte ich sogar bei geöffnetem Fenster schlafen.

Ich habe lange geschlafen, hab im Bett dann noch gelesen und einen Kaffee getrunken….hab mich im Bad kurz fertig gemacht und bin dann zur Massage gegangen.

Eine entspannende Stunde später bin ich noch etwas durch die Stadt geschlendert und als es schon fast Mittag war, hab ich in einem Shopping-Center relativ spontan eine Currywurst bei „Best Worscht in Town“ gegessen. Einer Imbiss-Kette aus Frankfurt, die sich mehr und mehr im Frankfurter Umland ausbreitet.

Das hier ist eine „Snackers Combo“ und eine Scheibe Sauerteigbrot gibt es immer dazu…das Brot ist soo lecker. Lustigerweise wird das Brot bei der Bäckerei Huck gebacken…und ist nur 4 Straßen von meiner ehemaligen Wohnung in Frankfurt-Rödelheim entfernt. Diese Bäckerei hatte zu meiner Zeit, kein klassisches Geschäft, sondern im Hinterhof der Backstube einen integrierten Laden. Von der Straße aus, sah man nur eine Tür in einem Garagentor und an der Hauswand ist ein Messingschild in Form einer Brezel. Inzwischen gibt es wohl auch einige Cafès und Filialen an unterschiedlichen Orten in der Stadt und der Region, das hab ich im Internet gelesen.

Eigentlich esse ich ja so etwas nur noch ganz selten, aber das hier musste einfach sein. Diese Wurst und auch die Currysoße sind echt lecker…jeder kann dabei selber entscheiden, wie scharf die Soße sein soll…und ob klassische Brat- oder Rindswurst. Rindswurst ist auch eine typische Frankfurter Spezialität. Aber bei Currywurst mag ich dann doch lieber die Bratwurst.

In einem Blumenladen hatte ich dann noch einen wunderschönen Blumenstrauß mit Roten Callas und weißen Rosen binden lassen. Zusammen mit viel Grün und Ähren vom Feld sah der einfach toll aus.

Dann ging es zurück ins Hotel: Duschen und schick machen und schon wurde es Zeit für die Fahrt zum Rentner und seiner Frau. Wir waren für 14 Uhr verabredet.

Ich habe die Beiden vor einem Jahr das letzte Mal gesehen, und mit dem Rentner telefoniere ich im Moment ca. alle 2 Wochen für jeweils 1-1,5 Stunden. Sind also im ständigen Austausch und so fühlte sich auch dieses Treffen nicht fremd oder komisch an. Es war einfach klasse.

Kaum sind wir Drei zusammen wird es lustig und unterhaltsam. Ich konnte nun auch in Echt deren neue Küche begutachten. Wir Frauen haben lange über Küchenschränke und Herde gefachsimpelt…es gab fluffigen, leckeren Käsekuchen ohne Boden (und ich hab das Rezept bekommen)…am frühen Abend sind wir in ein Restaurant gefahren, oben auf einer Anhöhe mit tollem Ausblick.

Als mein „Wildkräutersalat mit Ziegenkäse und Birne“ jedoch drohte vom Teller geweht zu werden, sind wir dann doch lieber rein gegangen.

Später sind wir zurück zu den Beiden gefahren…und es wurde immer später und wir hatten immer noch Gesprächsstoff. Da die Beiden aber am nächsten Tag in Richtung Hannover zu einer Hochzeit ihrer Nichte aufbrechen wollten, hab ich mich dann um so gegen 21 Uhr verabschiedet.

Ich bin dann noch in den Staatspark „Wilhelmsbad“ gefahren und bin dort in der Dämmerung des Abends noch durch den Park gelaufen. Das Wetter hatte soch inzwischen beruhigt…es gab weder Wind, noch Regen…das war daher ein stimmungsvoller Abendspaziergang an einem lauen Abend.

Verabredungen – hin und her

Mein Hauptaugenmerk lag in dieser Woche auf meiner Arbeit…immerhin versuche ich, mit so wenig Überstunden wie möglich, alles zu schaffen, was notwendig ist…und noch klappt es…auch wenn die Arbeitstage dadurch vollgepackt sind.

Neben meinen täglichen Walkingrunden am Morgen und Abend, mache ich Zuhause gerade sehr wenig. Gut war da der Anruf von Familie Nett, meinen ehemaligen Nachbarn, die um eine Verschiebung unseres Treffen gebeten hatten. Deren Familienrat hatte beschlossen, das ein Treffen bei den steigenden Inzidenzen, jetzt doch keine so gute Idee ist…immerhin ist die Familie noch nicht geboostert. Mir passt das auch ganz gut.

Einige meiner Kollegen hatten schon kurz nach dem Einzug in mein neues Zuhause gefragt, ob ich denn nicht eine Einweihungsfeier machen wolle….jaaa eine kleine Feier sollte es schon werden, aber erst wollte ich das Thema mit dem Drachen erledigt haben und dann brauchte ich noch eine Weile ….und dann kam Omikron.

Jetzt haben wir bereits Mitte Januar und ich hab beschlossen jetzt oder nie…dafür hab ich aber die Einladung nicht allgemein ausgesprochen, sondern expliziert die 3 Kollegen eingeladen, mit denen ich am Meisten zu tun habe. Anders geht es in diesen Zeiten eben nicht….zumal wir ja jeden Monat neue wirklich tolle Kollegen hinzubekommen und soviel Platz habe ich hier auch nicht.

Das mit den Termin war gar nicht so einfach…und letztlich haben wir uns auf ein Datum geeinigt…nur der Controller kann an dem Freitag dann doch gar nicht…und er war enttäuscht. Dafür haben wir jetzt verabredet, das Er und seine Frau ein anderes Mal zum Abendessen kommen.

So also hab ich jetzt eine kleine Feier mit den jungen Kollegen Kim und Milosz. Sie fliegt anschließend für mehrere Wochen mit ihrem Freund nach Thailand….um sich von der Depression und den schwierigen langen Monaten in ihrer Beziehung zu erholen…es geht ihr zum Glück wieder besser.

Kurz vor Jahresende hat mein ehemaliger Tanzpartner dann auch unsere Gutscheine für die in 2020 stornierten Karten für den Cirque de Soleil, in Karten für „Wicked“ eingelöst…Im Juni 2022 wird er also ohne Mann und Hund für ein Wochenende nach Hamburg/Quickborn kommen…da freue ich mich schon riesig drauf. Nicht so sehr auf das Musical, das hab ich vor vielen Jahren schon mal in Stuttgart geschaut, als vielmehr das Er zu Besuch kommt.

Gleichzeitig bin ich regelmäßig alle 1-2 Wochen zum Telefonieren verabredet…mit dem Rentner aus Hessen.

5 Jahre ist er schon in Rente und 2 1/4 Jahre davon bin ich schon in Schleswig-Holstein. Vorgestern schrieb er in einer Nachricht, das einer seiner Söhne heute die gleichen Fehler macht, wie wir Beide damals im Job: zu viel Arbeit bei zu wenig Mitarbeitern, zu wenig Pausen, hohes Verantwortungsgefühl, hohes Engagement, keine Erholung und keine Perspektive das sich das Arbeitsaufkommen normalisiert. Das ist bitter für den heute 68jährigen Rentner, denn immerhin hat ihn diese Art zu arbeiten körperlich krank gemacht, jahrelange Schlaflosigkeit, Herzprobleme, Bluthochdruck usw….deshalb hat er die erste sich ihm bietende Gelegenheit in Rente zu gehen auch sofort genutzt. Aber Eltern können die Kindern zwar beraten, aber sie nicht vor Fehlern beschützen.

Jetzt freue ich mich auf ein ruhiges Wochenende…..

Egoistische Rentner

Wer sagt das Kinder in der Öffentlichkeit oft zu laut sind und keine Rücksicht nehmen….lach…der sollte mal lieber still sein und sich die Rentner anschauen.
Ich hatte an diesem Wochenende gleich 3x das Vergnügen nahe einer Horde von gut gestellten Rentnern zu sitzen…ich habe noch nie so Lautes und Egoistisches Verhalten erlebt.
Um nicht gleich den Unmut aller Rentner auf mich zu ziehen, spezifiziere ich das mal.
Ich rede von DER Sorte Rentner: guter Mittelstand, gut situiert, sportlich und mobil, unternehmungslustig und am liebsten immer im Mittelpunkt einer Gruppe stehend und jeder übertrumpft sich in den Erzählungen mit Anekdoten um die meisten Lacher zu ernten. D.h. sie übertrumpfen sich an Lautstärke.
Dabei wird überhaupt nicht darauf geachtet, das auch noch andere Menschen in unmittelbarer Umgebung sind. Am Sonntag gipfelte es darin, das ein Grüppchen aus einer Rentnergruppe sich von ihren schattigen Sitzen erhoben und mitten im Gang stehend bestimmt 20 Minuten brauchten um sich zu verabschieden, dabei wurden sie lauter und lauter und die standen so unmittelbar neben mir , das ich quasi von Hintern umringt war….
Ich hab mich dann mal lautstark zu Wort gemeldet…und was soll ich sagen…die waren so in ihrem Eifer zu erzählen: „nein also Mittwoch kann ich nicht –da haben wir bereits 2 Ausflüge – Vormittags sind wir in Sankt-Peter-Ording zum Segeln und Nachmittags in Hamburg verabredet……Ne Donnerstag bei Euch nicht…ach ihr wollt nach Sylt….“…… die haben mich schlichtweg nicht wahr genommen….Erst als ich mir fast brüllend Gehör verschafft habe, war mal ein kurzes Innehalten…aber nur kurz…
Einer alten Dame konnte ich dann aber doch endlich verständlich machen, das ich dieses Benehmen mehr als unhöflich finde, immerhin wollte ich mein Essen geniessen ohne von fremden Hintern und lauten Stimmen gefangen genommen zu werden…und auch die Bedienungen in dem Landgasthaus waren ein wenig überfordert. Es wurde tatsächlich erst ruhiger als so ziemlich 2/3 der Gruppe sich ENDLICH verabschiedet und aus dem Staub gemacht hatte….ach und auf einmal saß ich in der Sonne ….prima…
Am Samstag rückte mir auf der Terrasse des Hotel-Restaurants auch eine Rentner-Horde auf den Pelz, um sich lautstark mit ihren Erfolgen und ihrer Redlichkeit („nein also ICH hätte niemals so über xx hergezogen. wie yy, das ständig macht …und nein habt ihr gesehen das die anhatte…also ICH würde soetwas niemals tragen….“ ) übertrumpfen wollten….zum Glück wollten die nur kurz etwas trinken…und sind zum Essen lieber reingegangen…dafür haben die Draußen erst mal alle Tische verschoben und sich lange nicht gesetzt, weil ja erst einmal geklärt werden musste, wer wo sitzt und wer was trinkt…Das auch noch andere Gäste da saßen und ihr Essen in Ruhe geniessen wollten (nicht nur ich), hab ich den Blicken und Bemerkungen der anderen Tische entnommen…das war den alten Herrschaften allerdings völlig egal…“Aaach so jung kommen wir nie wieder zusammen, so gemütlich…“ja macht nur weiter so…grummel…und Ihr braucht nicht mal mehr das Frühstück zu bestellen…Grummel….dann ist es vorbei mit der Gemütlichkeit….grrrrr Grummel…. . Na gut also das Messer hab ich dann doch nur für das Fleisch auf meinem Teller benutzt … aber ich hätte ja gerne…….

Schuften bis zum Schluss

Erschreckend viele Rentner müssen auch im Ruhestand arbeiten, um über die Runden zu kommen.

Ja,ja – ich weiß. Das sind die Frauen die nur wenig gearbeitet haben, weil sie die Kinder großzogen oder die Männer, die in niedrig bezahlen Jobs immer fleißig gearbeitet haben und trotzdem reicht es nicht für eine Rente zum Leben.

Aber leider geht es eben nicht nur denen so…wir reden auch von Ingenieuren, Versicherungsmaklern und anderen Angestellten mit mittleren Einkommen. Es geht um den Mittelstand in unserer Gesellschaft.

Es reicht schon, wenn man mit 55 Jahren krank wird und ein paar Jahre nicht arbeiten kann…schon ist man in der Falle. Die Arbeitslosigkeit mit 63 Jahren ist auch keine Seltenheit und schon ist das ganze geplante Modell für den Lebensabend dahin.

Ein Angestellter macht sich selbständig und zahlt nicht in die private Rente weil er das Geld nicht hat…eine Frau hat ihr ganzen Leben immer in einer Bäckerei gearbeitet und trotzdem reicht es nach Abzug der Fixkosten nicht um in Würde leben zu können.

Das finde ich schon erschreckend…Jeder Cent wird umgedreht um ja niemandem auf der Tasche zu liegen….ich werde ab sofort mehr Sparen. Jetzt wo ich es mir noch leisten kann.

Heute macht ein Kleid weniger in meinem Schrank mein Leben nicht ärmer, aber vielleicht machen mir ein paar Euro mehr, später das Leben leichter.