Verabredungen – hin und her

Mein Hauptaugenmerk lag in dieser Woche auf meiner Arbeit…immerhin versuche ich, mit so wenig Überstunden wie möglich, alles zu schaffen, was notwendig ist…und noch klappt es…auch wenn die Arbeitstage dadurch vollgepackt sind.

Neben meinen täglichen Walkingrunden am Morgen und Abend, mache ich Zuhause gerade sehr wenig. Gut war da der Anruf von Familie Nett, meinen ehemaligen Nachbarn, die um eine Verschiebung unseres Treffen gebeten hatten. Deren Familienrat hatte beschlossen, das ein Treffen bei den steigenden Inzidenzen, jetzt doch keine so gute Idee ist…immerhin ist die Familie noch nicht geboostert. Mir passt das auch ganz gut.

Einige meiner Kollegen hatten schon kurz nach dem Einzug in mein neues Zuhause gefragt, ob ich denn nicht eine Einweihungsfeier machen wolle….jaaa eine kleine Feier sollte es schon werden, aber erst wollte ich das Thema mit dem Drachen erledigt haben und dann brauchte ich noch eine Weile ….und dann kam Omikron.

Jetzt haben wir bereits Mitte Januar und ich hab beschlossen jetzt oder nie…dafür hab ich aber die Einladung nicht allgemein ausgesprochen, sondern expliziert die 3 Kollegen eingeladen, mit denen ich am Meisten zu tun habe. Anders geht es in diesen Zeiten eben nicht….zumal wir ja jeden Monat neue wirklich tolle Kollegen hinzubekommen und soviel Platz habe ich hier auch nicht.

Das mit den Termin war gar nicht so einfach…und letztlich haben wir uns auf ein Datum geeinigt…nur der Controller kann an dem Freitag dann doch gar nicht…und er war enttäuscht. Dafür haben wir jetzt verabredet, das Er und seine Frau ein anderes Mal zum Abendessen kommen.

So also hab ich jetzt eine kleine Feier mit den jungen Kollegen Kim und Milosz. Sie fliegt anschließend für mehrere Wochen mit ihrem Freund nach Thailand….um sich von der Depression und den schwierigen langen Monaten in ihrer Beziehung zu erholen…es geht ihr zum Glück wieder besser.

Kurz vor Jahresende hat mein ehemaliger Tanzpartner dann auch unsere Gutscheine für die in 2020 stornierten Karten für den Cirque de Soleil, in Karten für „Wicked“ eingelöst…Im Juni 2022 wird er also ohne Mann und Hund für ein Wochenende nach Hamburg/Quickborn kommen…da freue ich mich schon riesig drauf. Nicht so sehr auf das Musical, das hab ich vor vielen Jahren schon mal in Stuttgart geschaut, als vielmehr das Er zu Besuch kommt.

Gleichzeitig bin ich regelmäßig alle 1-2 Wochen zum Telefonieren verabredet…mit dem Rentner aus Hessen.

5 Jahre ist er schon in Rente und 2 1/4 Jahre davon bin ich schon in Schleswig-Holstein. Vorgestern schrieb er in einer Nachricht, das einer seiner Söhne heute die gleichen Fehler macht, wie wir Beide damals im Job: zu viel Arbeit bei zu wenig Mitarbeitern, zu wenig Pausen, hohes Verantwortungsgefühl, hohes Engagement, keine Erholung und keine Perspektive das sich das Arbeitsaufkommen normalisiert. Das ist bitter für den heute 68jährigen Rentner, denn immerhin hat ihn diese Art zu arbeiten körperlich krank gemacht, jahrelange Schlaflosigkeit, Herzprobleme, Bluthochdruck usw….deshalb hat er die erste sich ihm bietende Gelegenheit in Rente zu gehen auch sofort genutzt. Aber Eltern können die Kindern zwar beraten, aber sie nicht vor Fehlern beschützen.

Jetzt freue ich mich auf ein ruhiges Wochenende…..

Egoistische Rentner

Wer sagt das Kinder in der Öffentlichkeit oft zu laut sind und keine Rücksicht nehmen….lach…der sollte mal lieber still sein und sich die Rentner anschauen.
Ich hatte an diesem Wochenende gleich 3x das Vergnügen nahe einer Horde von gut gestellten Rentnern zu sitzen…ich habe noch nie so Lautes und Egoistisches Verhalten erlebt.
Um nicht gleich den Unmut aller Rentner auf mich zu ziehen, spezifiziere ich das mal.
Ich rede von DER Sorte Rentner: guter Mittelstand, gut situiert, sportlich und mobil, unternehmungslustig und am liebsten immer im Mittelpunkt einer Gruppe stehend und jeder übertrumpft sich in den Erzählungen mit Anekdoten um die meisten Lacher zu ernten. D.h. sie übertrumpfen sich an Lautstärke.
Dabei wird überhaupt nicht darauf geachtet, das auch noch andere Menschen in unmittelbarer Umgebung sind. Am Sonntag gipfelte es darin, das ein Grüppchen aus einer Rentnergruppe sich von ihren schattigen Sitzen erhoben und mitten im Gang stehend bestimmt 20 Minuten brauchten um sich zu verabschieden, dabei wurden sie lauter und lauter und die standen so unmittelbar neben mir , das ich quasi von Hintern umringt war….
Ich hab mich dann mal lautstark zu Wort gemeldet…und was soll ich sagen…die waren so in ihrem Eifer zu erzählen: „nein also Mittwoch kann ich nicht –da haben wir bereits 2 Ausflüge – Vormittags sind wir in Sankt-Peter-Ording zum Segeln und Nachmittags in Hamburg verabredet……Ne Donnerstag bei Euch nicht…ach ihr wollt nach Sylt….“…… die haben mich schlichtweg nicht wahr genommen….Erst als ich mir fast brüllend Gehör verschafft habe, war mal ein kurzes Innehalten…aber nur kurz…
Einer alten Dame konnte ich dann aber doch endlich verständlich machen, das ich dieses Benehmen mehr als unhöflich finde, immerhin wollte ich mein Essen geniessen ohne von fremden Hintern und lauten Stimmen gefangen genommen zu werden…und auch die Bedienungen in dem Landgasthaus waren ein wenig überfordert. Es wurde tatsächlich erst ruhiger als so ziemlich 2/3 der Gruppe sich ENDLICH verabschiedet und aus dem Staub gemacht hatte….ach und auf einmal saß ich in der Sonne ….prima…
Am Samstag rückte mir auf der Terrasse des Hotel-Restaurants auch eine Rentner-Horde auf den Pelz, um sich lautstark mit ihren Erfolgen und ihrer Redlichkeit („nein also ICH hätte niemals so über xx hergezogen. wie yy, das ständig macht …und nein habt ihr gesehen das die anhatte…also ICH würde soetwas niemals tragen….“ ) übertrumpfen wollten….zum Glück wollten die nur kurz etwas trinken…und sind zum Essen lieber reingegangen…dafür haben die Draußen erst mal alle Tische verschoben und sich lange nicht gesetzt, weil ja erst einmal geklärt werden musste, wer wo sitzt und wer was trinkt…Das auch noch andere Gäste da saßen und ihr Essen in Ruhe geniessen wollten (nicht nur ich), hab ich den Blicken und Bemerkungen der anderen Tische entnommen…das war den alten Herrschaften allerdings völlig egal…“Aaach so jung kommen wir nie wieder zusammen, so gemütlich…“ja macht nur weiter so…grummel…und Ihr braucht nicht mal mehr das Frühstück zu bestellen…Grummel….dann ist es vorbei mit der Gemütlichkeit….grrrrr Grummel…. . Na gut also das Messer hab ich dann doch nur für das Fleisch auf meinem Teller benutzt … aber ich hätte ja gerne…….

Schuften bis zum Schluss

Erschreckend viele Rentner müssen auch im Ruhestand arbeiten, um über die Runden zu kommen.

Ja,ja – ich weiß. Das sind die Frauen die nur wenig gearbeitet haben, weil sie die Kinder großzogen oder die Männer, die in niedrig bezahlen Jobs immer fleißig gearbeitet haben und trotzdem reicht es nicht für eine Rente zum Leben.

Aber leider geht es eben nicht nur denen so…wir reden auch von Ingenieuren, Versicherungsmaklern und anderen Angestellten mit mittleren Einkommen. Es geht um den Mittelstand in unserer Gesellschaft.

Es reicht schon, wenn man mit 55 Jahren krank wird und ein paar Jahre nicht arbeiten kann…schon ist man in der Falle. Die Arbeitslosigkeit mit 63 Jahren ist auch keine Seltenheit und schon ist das ganze geplante Modell für den Lebensabend dahin.

Ein Angestellter macht sich selbständig und zahlt nicht in die private Rente weil er das Geld nicht hat…eine Frau hat ihr ganzen Leben immer in einer Bäckerei gearbeitet und trotzdem reicht es nach Abzug der Fixkosten nicht um in Würde leben zu können.

Das finde ich schon erschreckend…Jeder Cent wird umgedreht um ja niemandem auf der Tasche zu liegen….ich werde ab sofort mehr Sparen. Jetzt wo ich es mir noch leisten kann.

Heute macht ein Kleid weniger in meinem Schrank mein Leben nicht ärmer, aber vielleicht machen mir ein paar Euro mehr, später das Leben leichter.