Restaurants und die MWST

Die Empörungshaltung der Bundesbürger erstaunt mich immer wieder.

Seit Monaten schon wird über die Rückkehr zur 19% MWST für Restaurant-Besuche (Essen Vorort) gesprochen und das dieses jetzt den „Untergang“ vieler Restaurants bedeuten soll…der endgültige Gnadenstoß sozusagen.

Wirklich? 

Aktuell sind die Restaurants überall brechend voll…mit anderen Worten, es ist bei vielen Bürgern immer noch genügend Geld da, um in Restaurants zu gehen…okay, vielleicht trinkt man nicht mehr 3 Getränke zum Essen, sondern nur noch eines oder man lässt schon mal eher den Nachtisch weg.

Und ich will gar nicht ausschließen, das die vielen Preiserhöhungen der unterschiedlichsten Art für viele Gastronomiebetriebe und auch für viele Menschen inzwischen wirklich nicht mehr tragbar sind, vor allem für die, die am unteren Ende der Sozialleiter angekommen sind und auch die Betriebe die sich gerade so, eben über Wasser halten.

Aber die extreme Welle der Empörung über die Rückkehr von 7% auf 19% MWST liegt meines Erachtens eher darin begründet, das wir nicht mehr rechnen können und somit den Anteil der Mehrwertsteuer am Endpreis erheblich überschätzen.

Wenn ich aktuell im Restaurant 10,00 EUR Brutto bezahle, dann würde das, bei gleichbleibendem Grundpreis, ab Januar 2024 bedeuten, ich bezahle  11,12 EUR. Vorausgesetzt die Restaurants erhöhen die Preise ausschließlich um die MWST-Differenz. Für sie würde das somit keine Mehrkosten bedeuten…aber wahrscheinlich ein weniger an Umsatz, weil etwas weniger Gäste kommen werden, bzw. weniger gegessen und getrunken wird.

Bei durchschnittlich 20 EUR pro Gericht, würde das Essen dementsprechend 2,25 EUR mehr kosten usw. ich kann es mir kaum vorstellen, das das jetzt die Menschen lange davon abhalten wird, in Restaurants zu gehen….ebenso wenig, wie es es sie jetzt schon nicht abhält, in den Urlaub zu fliegen (das haben wir uns verdient) oder überhöhte Preis für Convenience-Produkt-Zubereitungen in vielen Restaurants (das gönnen wir uns) zu bezahlen.

Wie immer, ist das natürlich nur meine Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit….bis auf die Berechnung und je nach Berechnung mit oder ohne Rundung, kann es sich das Ergebnis um 0,01 EUR unterscheiden 😉

  • 10,00 Brutto incl.  7% = 9,35 Netto
  • 11,12 Brutto incl. 19%= 9,35 Netto
  • 1,12 MWST-Erhöhung

Und die Essenslieferungen (außer Haus) bleiben ja auch weiterhin bei 7% MWST. Ob ich das Durcheinander bei den MWST-Sätzen und der praktischen Handhabung gut finde, ist etwas ganz anderes….na klar würde ich mir wünschen, das es hier einfachere und nachvollziehbarere Lösungen gehen würde.

Ich wäre eher für eine Absenkung der MWST auf den Einkauf von Lebensmittel von 7% auf 0%…das käme dann wirklich allen zu Gute, egal ob man es sich leisten kann in ein Restaurant zu gehen oder nicht. Denn Einkaufen müssen für alle, um uns zu Ernähren…auch wenn man von so einer Einsparung nicht reich werden würde….aber es wäre m.E. ein besseres Signal an die Bevölkerung.

Der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt übrigens i.d.R. für den Grundbedarf…deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar warum man für Tierfutter 7% MWST ansetzt, für Babynahrung jedoch 19%, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ich bin gespannt, ob ich ab Januar 2024 tatsächlich auch ohne Reservierung mal wieder einen Platz in einem Restaurant bekommen werde.

Gut besucht – neues Restaurant

Letzte Woche Samstag hatte ich vergeblich versucht, einen Tisch in dem neuen Restaurant hier im Ort, zu bekommen. Es ist ein vietnamesisches Restaurant, das sehr gemütlich daher kommt…gemütlich modern, ohne Kitsch…da aber gefühlt der ganze Ort das ebenfalls wollte, musste ich wieder umkehren.

Dafür war ich dann einen Tag später am späten Nachmittag dort – ich kam direkt vom Schwimmen…und wie mir die nette Bedienung einen Tag vorher gesagt hatte, wird wohl nachmittags immer etwas zu bekommen sein- auch ohne Termin…ich rief trotzdem vorher an und ja, es wäre noch genügend Platz.

Das Essen war gut…nicht super gut und auch nicht so kunstvoll angerichtet, wie es das jetzt öfter mal gibt, aber bodenständig gut und damit war ich dann richtig zufrieden. ich brauche kein visuelles Kunsterlebnis, sondern möchte leckeres Essen auf der Gabel bzw. den Essstäbchen haben, das ordentlich angerichtet ist.

Die gedämpften Dumpling mit Garnelenfüllung waren super lecker…die knusprige Ente mit viel frischem Gemüse war klassisch und gut.

Zusammen mit einem alkoholfreien Cocktail, der bei der beachtlichen Größe mehr an eine homemade-Limonade erinnerte und einem Jasmintee, hab ich knapp 35 EUR bezahlt…ich finde das ist ein guter Preis…und da werde ich auf jeden Fall noch weitere Gerichte ausprobieren.

Im Restaurant auf Fleisch zu verzichten, fällt mir schwer, ich liebe kross-gebratene Ente…also lege ich meine Fleischtage gerne auf solche Tage, wo ich im Restaurant esse und halte mich damit meistens an die mir selbst-auferlegten 2-3 Tage Fleisch pro Woche…und das klappt super gut.

In dieser Woche hatte ich Zuhause noch eine der wenigen eingefrorenen Portionen Gulasch aus dem Gefrierschrank genommen…schön lecker mit Rind-und Schweinefleisch und jede Menge Pilzen und Paprika in einer sämig-leckeren Sauce….so wie ich es seit meiner Kindheit liebe.

Aber jetzt musste ich feststellen, das mir das Fleisch darin zwar super schmeckte, aber das Mischungsverhältnis für mich nicht mehr passte…es war einfach zu viel Fleisch….und ich pickte immer mehr am Fleisch vorbei nach Pilzen und Paprika.

Im Kopf bin ich also schon beim nächsten Gulaschtopf-Kochen: kein Schweinefleisch mehr (soll ich ja meiden), nur noch die Hälfte vom Rindfleisch – dafür noch mehr Pilze, Zwiebeln und Paprika. Ich drehe damit das Verhältnis zwischen Gemüse und Fleisch herum und kann trotzdem den gewohnten Geschmack erhalten. Na also – läuft doch.

ruhige Urlaubstage…

Mein Urlaub plätschert jetzt ruhig und harmonisch vor sich hin…und das ist herrlich so.

Mittwochvormittag war ich zur Booster-Impfung….eigentlich ist mein Termin über den Hausarzt erst im Februar 2022…aber als ich das in der Firma erzählte, meinte einer meiner Kollegen: Du kommst doch auch aus Schleswig-Holstein…da gibt es eine Webseite über die man sich unproblematisch über die Impfzentren anmelden kann…die haben noch viele freie Termine.

Hmmm, nach den Informationen im Fernsehen über lange Schlangen vor Impfzentren in eisiger Kälte, bin ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, es über eines der Impfzentren zu versuchen. Das betraf scheinbar aber nur spontane Impfaktionen…denn was soll ich sagen, in meiner unmittelbarer Nähe hat bei den Johannitern ein neues Impfzentrum eröffnet und den Termin konnte ich mir tatsächlich aussuchen, einzige Voraussetzung, die 2. Impfung musste mindestens 5 Monate zurück liegen. Passt ! – Also diesen Mittwoch, alles lief reibungslos…super organisiert und auch der Pieks war fast gar nicht spürbar und überhaupt nicht unangenehm. Jetzt muss ich nur noch beim Hausarzt den Termin wieder stornieren.

Davor und danach bin ich noch Walken gewesen und war anschließend in einem kleinen italienischen Restaurant essen.

Das Essen war zwar ganz okay, wenn auch für Pasta mit viel zu viel Soße. Der kleine Laden war auch irgendwie gemütlich, aber so richtig wohl hab ich mich nicht gefühlt….der Chef war zu bemüht freundlich um wirklich Freundlichkeit auszustrahlen, die Tischdecken waren alle ziemlich verknittert und an meinem Tisch dreckig. Die Corona-Regeln hat er mehr als halbherzig kontrolliert, bzw. das Nichtvorhandensein eines Impfnachweises am Nebentisch akzeptiert.

Ich war hier im Ort schon in einem anderen kleinen italienischen Restaurant, das etwas versteckter liegt…aber dort strahlten Alle eine wirkliche Herzlichkeit und Freundlichkeit aus und das Essen war Gut und sauber war es dazu auch noch.

Den Rest des Tages hab ich dann nicht mehr allzu viel gemacht…..ein bisschen Wäsche waschen, bügeln, Wohnung putzen. Dänische Grammatik lernen und ich hab lange mit dem Rentner aus Hessen telefoniert, das war wie immer lustig und tat mir sehr gut. Seit dem Abend hab ich als Nebenwirkung zur Booster-Impfung nur einen leicht schmerzenden Oberarm rund um die Einstichstelle gehabt, dafür keine Müdigkeit oder Schlappheit, wie bei den ersten beiden Impfungen. Gut das ich den linken Arm gewählt habe, an dem ich ja den „Tennis“-Arm habe….so schmerzte immerhin nur ein Arm und auf dieser Seite kann ich eh momentan nicht liegen.

private Unterhaltung – ich höre ungewollt mit

.Damit ich später nicht das Gefühl habe, etwas zu verpassen weil mal wieder alles dicht gemacht wird oder es mir zu kompliziert wird, wenn ich neben der Impfung bald auch noch einen Test nachweisen muss, hab mich mich Samstag Mittag spontan in mein Lieblings-Steakhouse begeben.

Jawohl es gab ein gutes Ribeye-Steak medium-rare mit Backkartoffeln, Sauerrahm und Knoblauchbrot in einer netten Atmosphäre im Restaurant.

Nur in der Nähe saßen eine ältere Dame und ein älterer Herr die sich scheinbar noch nicht so gut kannten und sich gegenseitig von den Beerdigungen Ihrer jeweiligen Ehepartner erzählten…und wie und wo Ihre Kinder leben….und was sie so machen und wie die Familien damit umgehen…..

Da es sonst sehr ruhig in unserem Teil des Restaurants war, konnte ich leider nicht weghören und ich hatte auch keine Kopfhörer dabei um meine Aufmerksamkeit wegzulenken..so blieb mir nichts anderes übrig, als der Unterhaltung zu folgen…während ich mein Steak zelebrierte….und fühlte mich wie ein Eindringling in diese sehr private Unterhaltung.

Am Anfang dachte ich noch, wie traurig das alles klingt, was die Beiden sich da erzählen…aber im Laufe der Zeit hörte man den Stolz auf die eigenen Kinder und Enkelkinder und auf das eigene Leben, wohin sie früher in den Urlaub gefahren sind, was sie mit ihren Partner unternommen haben.

Ich schaute etwas verstohlen zu den Beiden rüber…beide waren in Ihren 70ern, normal gekleidet, nicht zu schick, nicht rausgeputzt…Beide hatten eine ruhige und unaufgeregte Sprechweise…aber ich war zu nahe dran, deshalb hab ich jedes Wort hören können. Es wirkte ein wenig wie zwei Menschen, die sich zum ersten Mal verabredet haben – ein Date?

Ich fand es im Nachhinein schön, das sie sich gegenseitig erzählt haben, wie die Beerdigungen waren…sie haben sich geöffnet und erzählt, sind nicht mehr alleine damit…haben Gemeinsamkeiten entdeckt…das ist schön und ich hoffe die Beiden sehen sich wieder…