Im Regen und ein gestresster Kollege

Während es in der letzten Woche öfter schon wieder richtig warm war, kam mir in den Sinn, das ich in diesem Frühjahr bisher echt wenige Regentouren gemacht habe, was aber nichts mit mangelndem Regen zu tun hat, sondern mit einem aktuell tiefen Gefühl der Unlust bei Regen und Sturm draußen herum zu laufen.

Und durch diesen ganzen „Kram“ mit den vielen Tabletten ist mir eh ständig kalt….aber nun normalisiert sich ja alles wieder und trotzdem ist mir immer noch kalt…Aber zumindest meine Hitzewallungen kommen wieder wie gewohnt und der Rest ist Gewohnheit – und Überwindung.

Montagabend stand ich mitten im Regen an der Ampel, um meine Lieblings-Walkingrunde außerhalb des Ortes zu laufen…schön an Feldern vorbei, bzw. mitten hindurch….ganz ohne Autoverkehr und Lärm und natürlich auch fast ohne Beleuchtung. Ich stand also an der Ampel und eine Windböe nach der Anderen pustete mich so richtig durch…ich hab ja so gefroren und war kurz davor wieder umzudrehen. Es war die Gewohnheit, die mich daran hinderte….ich mag nicht gerne umkehren, um den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern gehe lieber ganze Runden.

Und das war auch gut so….nach knapp einem Kilometer lief ich endlich ohne zu bibbern, war auch dem Wind nicht mehr so massiv ausgesetzt…es regnete aber munter weiter, aber dafür hab ich ja die richtigen Klamotten angezogen….Eine kleine Abkürzung hab ich dann aber doch genommen, so waren es dann nur 4,2km….aber das tat mir so richtig gut.

Momentan ärgere ich mich mal wieder über den Controller und ohne das ich vorher mit ihm gesprochen habe, hab ich schon wieder anhand seiner Reaktionen per Mail und noch mehr, an seinen NICHT-Reaktionen gemerkt: es ist nicht gut drauf. Gut das wir aktuell nicht zusammen im Büro sitzen…aber so manche seiner Reaktionen macht mich echt wütend.

Ich sollte, wie immer in den letzten 3 Jahren, seine Zahlungen freigeben…das bedeutet ich brauche die entsprechenden Rechnungen und die Datenbegleitliste aus dem Bankensystem in dem die Zahlungen vorbereitet wurden, um diese miteinander abzugleichen…denn es geht ja nicht nur um die Freigabe, sondern auch um eine gegenseitige Kontrolle. Die Begleitliste fehlte und als ich per Mail danach fragte kam eine Rückfrage: „Wozu brauchst Du die denn?“

Alleine diese eine Frage zeigt, wie wenig er im Moment nachdenkt…er vergisst so ganz alltägliche Standard-Abläufe…und denkt nicht einen Moment darüber nach, sondern fragt sofort. Das war jetzt nur eine der Situationen mit ihm, die mich wieder einmal kopfschüttelnd zurück lassen.

Während ich ihm bei einer Rechnung im Freigabe-System helfen soll, weil er sich selber in eine Ecke manövriert hat und ich ja für das Handling dieses Programms der Key-User bin, klickt er wild hin und her und hört überhaupt nicht auf das, was ich ihm gerade sage, wohin er klicken soll…er will Hilfe – hört aber nicht zu…und als er erneut einfach irgendwohin klickt und ich noch versuche ihn verbal davon abzuhalten (immerhin sind wir nur Remote miteinander verbunden), meinte er ICH wäre aber hektisch und unausgeglichen…nein -ich versuche nur zu helfen – aber DU bist echt hektisch….und ich dachte ich sollte ihm helfen…aber dann sollte er nicht überall unkontrolliert einfach draufklicken, sondern mir zuhören.

Ich hatte dann auch keine Lust ihm dabei zuzusehen, wie er weiter hektisch hierhin und dorthin klickt…hab ihm gesagt, was ich machen würde – auch wenn ich nicht wüsste ob es funktioniert…denn immerhin war die Ebene in der versuchte hat, etwas zu ändern, gar nicht dafür gedacht…dafür gibt es eine andere Ebene…aber er hatte sich jetzt so verfangen, das es jetzt keine Möglichkeit mehr gab, den Beleg hier zu retten. Lehne den Beleg ab und starte neu. und wieder eine seiner Fragen ohne nachzudenken:

Wie lehne ich ab? – WAS sag mal, das gibt es doch nicht- wie oft soll ich das eigentlich noch erklären, hab ihn dann kurz dadurch gelotst (und musste alles immer 3-4x sagen, weil er wieder nicht richtig zuhören konnte) und das Teams-Gespräch anschließend ganz schnell beendet.

Mich stressen solche Situationen. Bei fast allen Kollegen klappt die Hilfe über Teams perfekt…ich sage an – die Kollegen machen und ich sehe auf dem Bildschirm, was sie tun und wie das Programm reagiert…nur beim Controller geht es fast nie auf diese Weise.

Schlecht drauf – Teil 1

Heute bin ich nicht gut drauf…und es ist schon eine ganze Weile her, dass mich der Ärger und die Müdigkeit so sehr durchzieht, das ich bereits Mittags beschließe lieber wieder nach Hause zu gehen.

Die letzten beiden Tage und der Abend gestern haben mich echt geschafft.

Meine Chefin ist aus dem Urlaub zurück…und gestern Abend hatten mich  meine Vermieter zum Essen eingeladen….Zwei völlig unterschiedliche Dinge, aber Beides versetzt mich in ziemlichen Stress.

Bei meiner Chefinscheitert jede Form der Gelassenheit, denn ich weiß nie, was mich erwartet und das mag ich nicht. Am ersten Tag ist meine Chefin  in ein paar Situationen hektisch und halb panisch gewesen und ich hab nicht verstanden, warum sie diese für mich nicht ganz so spektakulären Dinge so in Hektik versetzt….aber ich habe mir auch keine weitere Arbeit aufdrücken lassen…und heute nun hat sie mir unmittelbar nach Ihrer Ankunft mit geteilt, das wir bald nur noch einen GF haben werden, anstelle von Zweien und  ich hab ihr unmittelbar meine Bedenken für eine paar Abläufe mit geteilt….wo ich auf jeden Fall noch Handlungsbedarf sehe und sie hat mit missbilligendem Erstaunen geantwortet.

Na prima und ich weiß schon jetzt,  genau das wird sie mir wieder einmal im Jahresendgespräch negativ um die Ohren hauen, weil ich  die Veränderung nicht freudig angenommen habe, sondern sofort  die Schwierigkeit im Ablauf angemerkt habe. Aber so funktioniere ich nun mal…ich kann unmittelbar den Finger in die Wunde legen….genau das ist ja mein Job, dafür zu sorgen, das die beschlossenen Abläufe funktionieren und was es bedeutet, wenn an einer Stellschraube gedreht wird….außerdem hat sie mir schon zu verstehen gegeben das einige Arbeiten dann an ihr hängen bleiben und vor ein paar Wochen (noch vor der  überraschenden Bekanntgabe, das einer der Chefs in Rente geht)  wollte sie schon Arbeit an mich abtreten…aber ich habe nicht gleich hier und jawohl  gesagt.

Na klar hab ich vor einem Jahr eine neue Mitarbeiterin bekommen, die 20Std. zusätzlich arbeitet. Aber das war ja als Entlastung gedacht, um die Arbeit vernünftig bewältigten zu können.  Von den 20 Std. hab ich die Kollegin ca. 10 Std. in der Woche an 4 Arbeitstagen für meine Arbeit und die anderen Stunden sind für meine andere Mitarbeiterin….und wir sind nun gut aufgestellt…

Aber wenn ich jetzt doch wieder zusätzliche Arbeit bekomme, dann hab ich ja nichts gewonnen…sondern habe das gleiche Problem wie vorher auch, d.h. viele der kleinen  – fast unsichtbaren Aufgaben gehen wieder unter…und DAS möchte ich nicht zulassen… na da werde ich wohl bald das ernsthafte Gespräch suchen müssen….hier kommt wieder einer meiner Lieblingssprüche zum Einsatz: „Nichts ist so beständig, wie die Veränderung“.