Schleswig und der Wikingturm

Bei Durchsicht meiner Beiträge ist mir aufgefallen, das ich noch gar nichts vom Tag in Schleswig NACH dem Besuch des Museums erzählt habe.

Der Besuch der Museen im Schloss Gottorf war ja noch ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk an meinen Schwager….und so hatte ich ihm die Wahl des Restaurants zum Mittagessen überlassen.

Seit Februar hat das Restaurant im Wikingturm wieder geöffnet….nur was ich vorher gar nicht wahr genommen hatte, die haben keine Kartenzahlung. HALLO? wie kann das denn sein. Die Preise für ein Mittagessen sind jetzt nicht gerade Fastfoodmässig….das kommen bei 3 Personen schnell mal 100 EUR zusammen….aber es gibt dort keine Kartenzahlung, kein Paypal, kein gar nichts…außer Bargeld. Darauf war ich nicht eingerichtet.

Vom Museum sind wir die knappen 500m bis zum Restaurant zu Fuß gegangen und da es auf der Strecke keinen Geldautomaten gab, haben wir alles Bargeld zusammen gekratzt und ja, es hat dann auch gereicht. Das Restaurant im Wikingturm ist auf 90m Höhe…man hat einen wunderbaren Ausblick auf den „Ostsee-Fjord Schlei“ ….wunderbar.

Die Karte war überschaubar….was ich als gutes Zeichen wertete…und was ich wirklich empfehlen kann, sind die „Kalbsbäckchen, 24 Std. im Ofen gegart vom Angeliter Schrotmastkalb, auf Champignon-Zwiebelbett, mit hausgemachten Serviettenknödel“ (Auszug aus der Speisekarte).

Das Fleisch war super zart, lecker und alles passte gut zusammen…nur die Soße kam extra (das ist immer gut) und war nicht ganz so unser Geschmack…sie schreiben zwar das sie nicht mit Zusatzstoffen arbeiten…aber es schmeckte etwas danach.

Als Aperitif haben wir uns einen Martini Bianco gegönnt…und zu den Kalbsbäckchen ein Alster-Wasser.

Bevor es ins Restaurant ging, gab es allerdings ein paar Unstimmigkeiten….nämlich WANN wir dahin gehen…die Küche hatte nur bis 14 Uhr geöffnet, also sollten wir bis 13.30 Uhr dort sein….das führte zu Abstimmungsproblemen ob es nicht sinnvoller wäre woanders essen zu gehen und später zum Kaffee dorthin zu fahren. Ich hatte die Entscheidung meinem Schwager überlassen, der es wiederum meiner Schwester übertragen hat, die wiederum auf mich achtete und meinen Gesichtsausdruck als Basis für ihre Entscheidung nahm.

Da bin ich dann ärgerlich geworden….jaaaa – keine Glanzleistung von mir – ich weiß – aber WENN ich doch sage: entscheidet IHR…dann sollen sie doch auch selber entscheiden. Letztlich war es aber doch eine gute Entscheidung dort zu Mittag zu essen (und das nicht nur weil ich Hunger hatte…ich ärgere mich immer wieder über mich selbst, das man mir immer ansieht was ich denke).

Danach sind wir noch mit den Autos in die Innenstadt gefahren…leider hatten die meisten Geschäfte samstag Nachmittag schon früh geschlossen…aber durch ein paar Geschäfte sind wir noch gelaufen und haben auch ein paar Kleinigkeiten gefunden.

Doch trotz der Abstimmungs-Schwierigkeiten war es ein schöner Tag ….

Zum Abschluss waren wir später noch einem netten Eis-Cafè und irgendwann hatten wir alle Drei auch genug von der Kälte und dem Wind….

Ausflug ins Museum – Schloss Gottorf

Samstagmorgen 8.30 Uhr auf der Autobahn…105km bis zur Museumsinsel Schloss Gottorf ….je weiter in nach Norden in Richtung Schleswig fuhr, umso blauer wurde der Himmel und die Sonne strahlte so sehr, das ich nach meiner Sonnenbrille greifen musste.

Da ich mal wieder damit rechnen konnte, das Schwester+Schwager 9.30 Uhr meinen, wenn sie 10.00 Uhr sagen, war ich also rechtzeitig unterwegs….und das war auch gut so…Nein, dieses Mal waren sie nicht so früh da, aber so konnte ich wenigstens noch 20 Minuten die Morgenstille bei knappen 4 Grad im Schlosspark genießen…

Und dann kamen die Beiden auch schon…und pünktlich um 10 Uhr waren wir im Museum….Eigentlich sind es 2 Landes-Museen:

  1. Museum für Kunst und Kulturgeschichte
  2. Museum für Archäologie

Das besondere im 2. Museum geht es um die Geschichte der menschlichen Entwicklung mit besonderem Augenmerk auf Schleswig-Holstein und viele Funde kommen dabei aus den Mooren des Landes und auch aus Dänemark.

Jetzt bin ich kein typischer Museumsbesucher….ich nehme also weder an Führungen teil, noch bewaffne ich mich mit diesen kleinen Geräten, um mir von einer Stimme aus den Kopfhörern etwas zu den Exponaten erzählen zu lassen. Ich schaue und lese in aller Ruhe, über das, was mich interessiert…an anderen Ausstellungsstücken gehe ich dagegen vorbei….und nach dem 60sten bewundertem Steinkeil und der 225 Sperrspitze reicht es mir dann auch….und ich gehe weiter.

Anfänglich war es mal wieder schwierig meine Aufmerksamkeit zwischen Familie und ausgestellter Vergangenheit unter einen Hut zu bringen….die Beiden hatten Redebedarf….vor allem Beide GLEICHZEITIG….ich fühlte mich überfordert. Okay – beim nächsten Mal plane ich vorher lieber ein Kaffeetrinken oder Frühstück mit den Beiden ein…so das wir ERST reden können und DANACH dann in ein Museum gehen, wo man sich ja eigentlich ruhiger verhalten soll.

Eigentlich…..Wir waren eine ganze Weile alleine im Archäologischen Teil, das sich in den oberen Stockwerken befindet…und nachdem wir langsam Stück für Stück durch die Zeit gewandert sind, kamen wir fast bei den Moorleichen an….zugegebenermaßen einer der Höhepunkte hier….und prompt kann eine 5köpfige Familie (mit kleinen Kindern) herein gestürmt…waren…na, wenn ich es nett sagen soll, würde ich es: lebhaft nennen…aber das stimmt nicht so ganz…sie waren laut, nahmen keinerlei Rücksicht auf Andere (uns)….stürmten zielstrebig auf die ausgestellten Moorleichen zu….keinerlei Respekt (vor den Exponaten – die ja immerhin auch vor langer Zeit mal lebende Menschen waren) krakelten herum….so das ich einmal meine Stimme anhob….und dann erst wurde der Mutter bewusst, das sie nicht alleine waren….Wir hielten uns erst einmal fern, bis dieser Familien-Tsunami genug gesehen hatte und prompt wieder abzog…also nicht, das sie sich noch etwas anderes auf der Etage angeschaut hätten….ich hatte nichts dagegen.

Sooo als es dann wieder ruhig war, haben wir uns den 3 ausgestellten Moorleichen genähert und mit Erstaunen festgestellt, wie gut doch 2 davon erhalten waren. Das ist schon beeindruckend….und auch ein wenig beängstigend. Über die berühmteste Leiche wurde im Fernsehen schon berichtet: „Das Kind von Windeby“ aus dem 1.Jahrhundert, das im Moor in der Nähe von Windeby bei Eckernförde in den 50er Jahren gefunden wurde.

Später in den unteren Etagen waren wir dann im Museum für Kunst und Kunstgeschichte…etwas was uns alle nicht ganz so interessiert hat…und doch gab es auch hier Beeindruckendes…vor allem die schmuckvoll und üppig gestalteten Deckengewölbe waren schon echt klasse…

und der Hirschsaal, der durch die dunkle Farbe eher niedrig und gedrungen wirkte:

Aber der ganze Prunk bringt zwar einen Wow-Effekt….aber ich mag das Letzte Bild am Liebsten und kann nicht einmal erklären warum:

Gegen Ende unser 3 stündigen Tour durch alle Etagen des Museums, waren wir dann auch noch in einem Extra-Gebäude und haben uns das Nydam-Boot angeschaut. Ein Ruderboot das um 340 n. Christus im Nydam-Moor (Dänemark) versenkt wurde….fast 23m lang, und an der breitesten Stelle 3,26m….Platz für bis zu 45 Menschen, hochsee-tauglich….wow

Mit 10 EUR pro Person ist das gesamte Museum zu besuchen….ob es für andere Sonderausstellungen noch Extra-Eintrittskosten kam, kann ich nicht sagen….aber für die 10EUR bekommt man auf jeden Fall eine Menge geboten….

Sonntags-Ausflug und unfreundliche Menschen

Sonntags-Ausflug und unfreundliche Menschen

Obwohl das Wetter hier im Norden immer noch nicht der Hit ist, hab ich mich für eine Sonntagstour in Schleswig entschieden. Wandern oder Fahrrad fahren?…ich war mir eigentlich sicher das ich das Rad mit nehmen werde….aber irgendwie hab ich dann doch die Wanderschuhe angezogen ….

Also ging es mit dem Auto erst einmal 120km bis zum Gottorfer Schloss in Schleswig…. Das Wetter sah permanent nach Regen aus….Nun gut, also solange es noch nicht regnet werde ich durch den Schlosspark und dem angrenzenden Wald laufen … sollte es später doch noch regnen, kann ich immer noch ins Museum….die Moorleichen wollte ich mir immer schon mal anschauen.wp-15945626091745143457294816815907.jpg

Sonntag Vormittag bei trübem Wetter und es war einfach herrlich…nach einer großen Runde um das Schloss herum, bin ich dann direkt weiter  entlang am Ostseefjord Schlei  bis zum Hafen gelaufen, hab dort in einem der kleinen Imbiss-Restaurants halt gemacht….aber irgendwie waren die Mitarbeiter hinter dem Tresen sehr unwirsch…und auch später in einem kleinen kuscheligen Kaffee wo ich freundlich und entspannt eine Frage gestellt habe, war die Antwort ziemlich unfreundlich…schade – das hat mir den Spaß genommen, mich dort nieder zu lassen… Der Dame im Café hab ich es aber beim bezahlen gesagt, ob sie nicht mal etwas freundlicher sein kann und ob sie die Worte Danke und Bitte beherrscht…Also sooo gewinnt man keine Kunden. Als ich dann zur Toilette ging hab ich hören können, wie Sie sich über mich aufgeregt hat.

Na egal….ich bin dann nach nur sehr kurzem Aufenthalt (es gab noch viele freie Plätze  ..das Cafe auf der gegenüberliegenden Seite, dagegen war sehr gut besucht…da hatte  ich mich wohl für die falsche Seite entschieden) weiter gewandert und nach etwas mehr als 12km wieder am Schloss angekommen.

Hmmm…jetzt noch in das Museum? Irgendwie hatte ich jetzt aber gar keine Lust mehr und hab den Heimweg angetreten.  HIer scheint jetzt die Sonne und ich sitze gut beschirmt auf meinem Balkon und lasse den Tag in Ruhe ausklingen.