Für all das trübe Wetter in den vergangenen Wochen, gab es letzten Sonntag, die sonnige Entschädigung…
Eiseskälte bei -8 Grad, festgefrorener Schnee und Sonne pur …wie wunderbar. Das Himmelmoor sah ganz verzaubert aus:
Als ich mit meiner Runde fertig war, war der Parkplatz schon voll….zum Glück war ich so früh unterwegs und konnte es richtig geniessen, das der durchweichte Boden gefroren war, darüber dann mehrere cm Schnee….mit jedem Schritt knirschte es und bei einem unbedachten Schritt, bin ich mit einem Fuß in einer Pfütze eingebrochen…aber auch ein durchnässter Schuh konnte meine gute Laune nicht trüben..
Die Temperaturen in Dänemark waren ähnlich kalt, wie in Deutschland…aber -15Grad waren dann doch mehr, als die Winter in den letzten Jahren. Auch die dänischen Kollegen waren über diesen Kälteeinbruch verwundert. Direkt hinter der Landesgrenze war auf einemal nur noch die rechte Spur der Autobahn geräumt…auf der linken Spur lag Eis und Schnee, so waren wir teilweise nur noch mit 60 Kmh unterwegs….ich bin dann zwar ein paar Mal auch links gefahren….aber das war nur auf kurzen Abschnitten gefahrlos möglich.
Dafür sahen wir viele liegengebliebene Autos am Rand, aber auch ein paar Autos nach Unfällen auf der linken Spur….Wir haben also beschlossen, lieber langsam und sicher ans Ziel zu kommen. Dabei war die Atmosphäre mit dem vielen Schnee auf den Bäumen, Nebel, Sonne und dann wieder heftigem Schneefall schon malerisch…aber eben auch gefährlich.
Kollegen erzählten am nächsten Tag, es hätte am Morgen einen Groß-Unfall in der Nähe gegeben, mit vielen Autos, LKW und 2 Toten…puhhhh .
Wir kamen dann, mit einer Pause in Flensburg, nach knappen 5 1/2 Stunden in der Zentrale an….Während meine beiden Kollegen zu einem fest geplanten kleinen Meeting gingen, hab ich auf gut Glück meine Gesprächspartner direkt an ihren Arbeitsplätzen besucht und tolle Gespräche gehabt, bevor ich mich im Controlling-Department an einem freien Tisch niederlassen und noch etwas arbeiten konnte.
Nach Sonnenuntergang ging es ins nahe Hotel….das ist quasi mitten im Wald und nur wenige Hundert Meter vom Fjord entfernt. Wir hatten uns für 19 Uhr im Hotelrestaurant mit einem anderen deutschen Kollegen verabredet, der schon seit ein paar Tagen hier weilt…und so haben wir, bei gutem Wein und gutem Essen, einen schönen Ausklang des Tages gehabt.
Mir war das allerdings noch nicht Ausklang genug, so bin ich später in Wanderstiefel, dick eingekuschelt und mit Taschenlampe durch den verschneiten Wald runter zum Fjord gelaufen und dann entlang der Wasserlinie….mit knirschendem Schnee unter den Schuhen, die Umgebung durch den Schnee erhellt (Die Taschenlampe brauchte ich schon nach ein paar Minuten nicht mehr) der Fjord lag dunkel und ruhig, bis auf ein paar Wasservögel die noch laut riefen…es war sooo himmlisch, so friedlich…ein richtiger Weihnachtsmoment.
Ich bin langsam und vorsichtig gelaufen und war mit 3.4 km durch den Schnee und die Dunkelheit sehr zufrieden mit dem Tag….hab mich gut erholt gefühlt und bin dann auch später schnell eingeschlafen.
Nach dem großen Meeting am nächsten Tag, das fand im selben Holtel statt, bin ich in der freien Zeit nach Ende des Meetings und vor der Abendveranstaltung, noch einmal bei Tageslicht runter zum Fjord gewandert:
Und wieder diese schöne stimmungsvolle Ruhe…und der Blick über das teilweise zugefrorende Wasser…..mit dem beginnenden Sonnenuntergang über der Ortschaft….leider hatte ich nicht so viel Zeit und musste schon bald wieder umkehren:
Ich hab den Kollegen schon mal gesagt, also falls die Hamburger mich irgendwann nicht mehr haben wollen, komme ich direkt in die Zentrale – also bei dieser Natur drumherum. Bisher war jede Jahreszeit hier echt toll…..hahahha – na gut – ich würde aber nur kommen, wenn ich die Sprache bis dahin auch wirklich sprechen kann hahaha.
Anekdote am Rande: Wir hatten auf dem Hinweg die leere Scheibenwaschanlage mit einem Fertig-Gemisch: Reinigung+Frostschutz aufgefüllt und dann auch genutzt.Trotzdem konnten wir auf der Rückfahrt die Scheiben damit nicht sauber halten…Das Zeug war eingefroren, obwohl es bis -20 Grad funktionieren sollte. Leider stand einen Großteil der Fahrt die Sonne so tief und schien direkt auf die immer dreckiger werdende Frontscheibe, das mein Kollege am Steuer nichts mehr sehen konnte…wir mussten anhalten…Der Neue und ich sind also mehrmals ausgestiegen haben das restliche Mittel direkt auf die Windschutzscheibe gegeben und mit Lappen die Scheibe gesäubert, sonst hätten wir gar nicht weiter fahren können. Erst kurz vor der Grenze zu Deutschland lag die Temperatur bei -1 Grad…und die Scheibenwaschanlage funktionierte wieder.
Zum Glück haben mich die Kollegen direkt vor meiner eigenen Haustür eingesammelt und auch wieder abgesetzt, brauchte ich nicht noch die 25km bis nach Hamburg rein fahren und konnte so Freitagnachmittag noch etwas produktiv arbeiten.
Was hab ich mir doch vorher für Sorgen gemacht, wegen der Unwetter-Warnung für „Den Norden“…gut das ich dann doch gefahren bin.
Ich wohne ja oberhalb von Hamburg…während sich das Wetter -Chaos unterhalb von Hamburg anbahnte und ja auch klar wurde es zieht von Niedersachsen aus in den Osten. Damit wohn ich nicht nur „im Norden“, sondern schon eher im hohen Norden und wollte noch weiter in den Norden…
Ausgestattet mit allem was man für eine Wanderung bei Schnee und Wind benötigt, bin ich am Vormittag nach Flensburg aufgebrochen…vor ein paar Tagen hatte ich die günstige Tankstellen-Gelegenheit genutzt, um den Wagen schon mal voll zu tanken…Zum ersten Mal musste ich jedoch feststellen das die Tankstellen in Flensburg günstiger sind, als in Hamburg oder Pinneberg…sehr ungewöhnlich.
Ich hab den direktesten Weg über die A7 genommen und was soll ich sagen: Minus 3 Grad / Himmel bedeckt / aber die Straßen waren frei (kein Schnee und noch viel wichtiger: kein Eis ) und es waren auch nicht so viele Autos unterwegs…ich hab weniger als 1,5 Stunden für die Fahrt benötigt…
Nach ausgiebiger Begrüßung und frisch gebackenen Waffeln mit Eis und Kirschen haben wir unsere Winter-Schnee-Wanderung direkt „Vor der Haustür“ von Schwester und Schwager begonnen. Die beiden wohnen ja direkt vor dem ehemaligen Truppenübungsplatz wo wir schon als Kinder gespielt haben…. Seit vielen Jahren schon ist das Gelände zum Naherholungsgebiet umgewandelt und heute erkennt man nur noch an wenigen Stellen die frühere Bestimmung …Wir sind knappe 11,5 km durch eine wunderschöne Winter-Schnee-Waldlandschaft gelaufen.
Ich hab überhaupt nicht gemerkt wie die Zeit verflogen ist…das war so schön entspannend…
Der Besuch tat einfach gut… und ja ich umarme Schwester und Schwager, wenn wir uns treffen….wir gehören zu den Menschen, die sich eh von anderen Menschen fern halten…und wenn sie nicht krank sind, werden Beide regelmässig getestet (mein Schwager muss oft nach Dänemark fahren und da wird an der Grenze immer ein Corona-Test gemacht und meine Schwester im mobilen Pflegedienst wird dort wöchentlich getestet…aber sie ist ja schon seit mehr als 2,5 Monate Zuhause) während ich zwar nicht getestet bin, aber von Natur aus die Nähe anderer Menschen meide und ansonsten oft Maske trage, wenn sich der Kontakt mit Menschen nicht vermeiden lässt….
Und ja der Besuch ist auch regelkonform: 1 Haushalt (Schwester+Schwager) und eine weitere Person (ICH) hahaha.
Für das Abendessen hatten wir uns für Indisches Essen entschieden….Wir haben liefern lassen und das war super lecker und die Schärfegrade waren wohl nur leicht dem Europäischen Geschmack angeglichen worden. Es war so richtig scharf…Wir haben jede Menge bestellt mit diversen Vorspeisen und diversen Hauptspeisen.
Die Lieferung kam genau zum vereinbarten Zeitpunkt an….alles war heiß und lecker und hatte so eine richtig schön abgerundete Schärfe….für mich genau richtig…mein Schwager hatte extra-Scharf genommen, das war wohl doch etwas zuu scharf….Ich glaube ich hab noch nie sooo leckeres Naan-Brot gegessen…
Wir haben also viel gegessen, dazu einen portugiesischen Weißherbst aus Rheinhessen getrunken und uns locker und lustig über alles Mögliche unterhalten. Da ich ja noch nach Hause fahren wollte, blieb es bei mir bei einem Glas Wein…
Auf der Rückfahrt waren die Straßenverhältnisse genau wie auf der Hinfahrt….also alles kein Problem…während ich im Radio hörte ,das es in Niedersachsen, NRW und Thüringen so richtig heftig wurde mit dem Schneechaos….
Da wohne ich im Taunus…Der Feldberg wird von der Sonne angestrahlt und es ist eisig kalt….ich konnte nicht widerstehen und bin heute unterhalb des Feldbergs durch den Taunus gewandert bei strahlend blauem Himmel und -2 Grad mit viel eisigem Wind…alles war mit einer gefrorenen Schneeschicht bedeckt…und ich hab schon zu Anfang die Wanderwege verlassen und bin einfach querfeldein gelaufen…über Stock und Stein…immer den Berg hinauf…(die Wanderwege schlängeln sich dagegen in Serpentinen hinauf…sind aber auch seeehr glatt)…mit jedem Schritt bin ich in die gefrorene Schneeschicht eingesunken…lach…das war schon echt anstrengend…aber auch sehr entspannend…
Natürlich kam es, wie es kommen musste, irgendwann wusste ich nicht mehr wo genau ich mich eigentlich befinde…es gibt nur 2 Orientierungspunkte: OBEN = Feldberg / UNTEN = Taunus…wo genau sich der Parkplatz befindet: KEINE Ahnung…
Das war aber auch egal…ich bin immer wieder an und über kleine Bachläufe gelaufen und die Kälte hat dort wunderschöne Eisgebilde hervor gebracht. Das Bild hab ich dort auch gemacht….letztlich war ich nur knapp 10km von meinem Zuhause entfernt und fühlte mich wie in einem Hochgebirge…
Richtig abenteuerlich wurde es dann, als ich doch wieder zu meinem Auto wollte und ich manchmal mehr die Hänge runter gerutscht – als gelaufen bin, keine Wanderwege mehr fand, die Weg-Markierungen aufhörten…es war keine Menschenseele in der Nähe und von der Straße hörte ich auch GAR NICHTS mehr….und zu guter Letzt hab ich soviel mit dem Handy fotografiert, das der Akku bei weniger als 4% Ladung abschaltete…aber GPS-Ortung hab ich eh noch nie benötigt – das ging bisher mein ganzes Leben auch ohne.
Wie gesagt: mir war klar ich muss bergab….aber ob weiter links oder Rechts…KEINE Ahnung….also einfach drauf los gelaufen…..Warm angezogen war ich… eine Flasche mit Wasser und einen leichten Snack hatte ich ebenfalls dabei und ein paar Euro für den Fall aller Fälle….
Ich bin also immer weiter laufen und irgendwann kam ich wieder an die Straße ….mit etwas Logik war mir dann klar, ich war unterhalb des Parkplatzes….und damit viel zu weit nach links abgekommen….bin dann den Rest wieder bergauf an der Straße entlang ..und nach knapp 1km war ich dann wieder am Auto.
Eine herrliche Wanderung war das insgesamt…und damit auch eine weitere Sporteinheit in dieser Woche…