Gestörtes Vertrauensverhältnis

Wie stark meine vorherige Vermieterin (der Hausdrachen aus Pinneberg) meine Lebensfreude beeinflusst hatte, hab ich Donnerstag nach Feierabend wieder einmal gemerkt. Das hallt immer noch in mir nach.

Seit 3 Jahren wohne ich jetzt bereits hier in Quickborn und meine aktuellen Vermieter (älteres Ehepaar) lassen mich echt in Ruhe…auch wenn sie nur wenige Kilometer entfernt wohnen.

Und bei meinen Anrufen wegen der Überflutung des Kellers und auch am Anfang, als es Probleme mit einem schlecht abgedichteten Fenster gab, war der Kontakt nett und freundlich. Ich hatte die Vermieterin ja auch zu Anfang einmal zum Kaffee trinken eingeladen und auch das war ganz nett.

Aber ansonsten hatte ich in den 3 Jahren keinen weiter gehenden Kontakt. Und dann kam am Donnerstag die Sprachnachricht auf mein Handy, in der die Vermieterin mich bittet, sie zurück zu rufen, sie würde gerne mit mir reden.

Sofort schoss mein Puls in die Höhe und leicht in Panik hab ich sofort abgecheckt, ob ich irgendetwas falsch gemacht haben könnte, ob sich ein Nachbar beschwert haben könnte (das hatte ich damals in Schnöselhausen, wo die Nachbarin mir das Wäschetrocknen auf dem Balkon verbieten wollte und das Vögel füttern)…da ich aber ganz guten Kontakt im Hause habe, konnte ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Immerhin bin ich leise, ordentlich und freundlich zu Allen.

Dann hatte ich sofort 4-Szenarien die sein könnten:

1. Sie wollen mir wegen Eigenbedarfs kündigen (die haben aber selber ein großes Haus und mindestens noch ein weiteres für die einzige Tochter)

2. Sie wollen diese Eigentumswohnung, in der ich zur Miete wohne, verkaufen

3. Es geht um eine Mieterhöhung oder die immer noch ausstehenden Nebenkostenabrechnungen

4. Ihnen wurde der Stellplatz in der Tiefgarage gekündigt, den sie mir untervermieten

Wie man unschwer daran erkennt, erwarte ich von Vermietern nicht wirklich etwas Gutes und reagiere leicht panisch. Na klar ist so eine Reaktion übertrieben und ich würde jedem Anderen raten doch erst einmal abzuwarten, was das Thema denn eigentlich ist.

Aber ich selber kann das nicht mehr. Der Hausdrachen hat mein Vertrauen nachhaltig gestört. Entsprechen angespannt war ich also, als ich meine jetzige Vermieterin anrief…habe aber Niemanden erreicht.

Später hat sie dann zurückgerufen und zum Glück war es keines der 4 Szenarien und es hat sich auch Niemand über mich beschwert. Sie haben für eine Finanzierung (für was auch immer) eine neue Bank und die Bank würde sich die Wohnung gerne einmal anschauen. Sie fragt ob das für mich okay wäre und wann es mir passen würde.

Puhhhh – okay, das klingt für mich erst einmal harmlos. Ich denke die Vermieter wollen die Wohnung als Sicherheit für einen Kredit angeben und es geht um den Wert den dieses Eigentum nun tatsächlich hat.

Na klar ist das okay für mich, nur bitte nicht in der kommenden Woche…da bin ich ein paar Tage auf Dienstreise…am Besten wären die Tage, die ich eh im Homeoffice bin, aber ich bin da auch flexibel….Wir haben uns also soweit abgestimmt und sie wird mit der Bank klären ob es in der übernächsten Woche möglich ist und sich wieder bei mir melden.

Obwohl ich also auch schon vor meinen jetzigen Vermietern, echt Nette dabei hatte…überwiegen doch die negativen Erfahrungen…mein Vertrauen zu Vermietern ist scheinbar nachhaltig gestört

Urlaubsfahrt – zurück in vergangene Zeiten

Meine Erste Urlaubswoche ist nun vorbei…und damit auch der Teil, wo ich ständig unterwegs bin. Den zweiten Teil meines Urlaubs verbringe ich ab jetzt in Ruhe zuhause…das brauche ich auch.

Sonntag vor einer Woche bin ich die 520km nach Frankfurt gefahren…die Autobahnen waren voll und Baustellen gab es oft und die waren auch noch oft sehr lang…aber es ging immer noch irgendwie weiter…wenn auch zeitweilig eher langsam.

Aber nach meinem einzigen kurzen Stopp auf einem Autohof (also neben der Autobahn) gab es auf einmal keine Möglichkeit mehr zurück auf die Autobahn zu kommen…die ausgeschilderte Umleitung führte ins Nichts….also zurück zum Autohof und von dort aus erneut der Umleitungsbeschilderung folgen…ich war nicht die Einzige, die gleich mehrfach wieder am Autohof ankam und durch die Gegend irrte.

Ich hatte dann irgendwann die Nase voll und hab mir meinen weiteren Weg über Land gesucht…..das war so sehr Pampa, das es auch keine Bundesstraße in der Nähe gab, sondern nur kleine Landstraßen durch kleinste Orte…aber immerhin war dann irgendwann „Marburg“ ausgeschildert….und lustigerweise, waren alle Versuche wieder die Autobahn zu erreichen unmöglich, weil jedes Hinweis-Schild auf die Autobahn durchgestrichen war….d.h. die Auffahrten waren nicht befahrbar, weil dort gebaut wurde. Ich hatte mir tatsächlich den blödesten Ort für eine Pause gesucht. Aber egal…ich war mit Essen und Getränken versorgt und wollte mich nicht lange aufregen.

In der Umgebung von Marburg kannte ich mich immerhin wieder etwas aus und so kam ich dann wieder auf Straßen, die mir nicht unbekannt waren und dann war ich auch wieder auf der Autobahn….und da waren sie wieder, die immer noch sehr vertrauten Orte, Münzenberg am Gambacher Kreuz, Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg, Rosbach v.d.H (In zwei der Orte hab ich auch mal gewohnt, in einem der Anderen gearbeitet)…und dann der Blick auf die Skyline von Frankfurt.

Bei Bad Homburg v.d.H. hab ich die Autobahn verlassen und bin in Richtung Taunus gefahren, nach Kronberg (von mir immer gerne „Schnöselhausen“ genannt)….wollte mal sehen, ob dieser komische Konzertsaal am Bahnhof inzwischen fertig ist und ob er wirklich so scheußlich aussieht, wie schon damals auf den Plänen erkennbar….ohhhja – also dieses futuristische Teil passt so gar nicht da hin, riesig ist es und durch das lang-runtergezogene Dach sieht es merkwürdig aus…gut das ich in diesem Ort nicht mehr wohne.

Mehr wollte ich von Kronberg auch schon gar nicht sehen…den Bereich, wo wahrscheinlich heute noch mein Ex wohnt, hab ich großzügig ausgelassen. Ich wollte nie in diesen Ort ziehen…aber mein Ex-Freund war so ein „Schnösel“, der unbedingt hier leben wollte. Das war der Kompromiss damals…okay ich ziehe von Frankfurt-Rödelheim nach Kronberg…aber ich bleibe in einer eigenen Wohnung…und so kam es dann, das wir im gleichen Haus wohnten, aber in getrennten Wohnungen.

Von Kronberg aus bin ich dann meinen ehemaligen Weg zur Arbeit nach Bad Soden a.T. gefahren…hab das Auto in der Nähe des Kurparks abgestellt und bin etwas durch die Gegend gelaufen…. Die Sonne war immer noch gnadenlos bei annähernd 30 Grad….hab mich in ein kleines Restaurant gesetzt und zu Abend gegessen….hier ist noch alle wie immer….auch das Essen ist richtig klasse.

Und dann ging es nach Eschborn zum Hotel. Ich hatte mich für „das niu Belt“ entschieden…Ein City-Hotel, jung und modern mit kleinen Zimmern, funktional und sauber und bei aktuellen Tagestemperaturen von mehr als 30Grad war auch die Klimaanlage im Zimmer ein Entscheidungskriterium….und es ist nicht so teuer.

Eschborn liegt nur ca. 4 km vor der Stadtgrenze zu Frankfurt und kann man fast als Trabantenstadt bezeichnen….es gibt zwar einen alten Ortskern, aber hier sitzen inzwischen viele namenhafte Unternehmen in riesigen Bürotürmen z.B. Die Deutsche Börse, Deutsche Bank, Commerzbank, E&Y, Vodafone, Evonik usw. und die Anbindung mit der S-Bahn und den Autobahnen ist ist richtig gut.

Am Abend bin ich dann noch mit dem Auto die knappen 4 km bis nach FFM-Rödelheim gefahren. Hier hab ich knappe 10 Jahre gewohnt…dem Stadtteil fühle ich mich tatsächlich noch emotional verbunden….alles ist wie immer…schön hier durch die Straßen zu laufen, durch den Park, durch die wuselige Einkaufsstraße…an der Nidda entlang…und an dem Haus, wo ich so lange gewohnt hatte. Ich bin nicht wehmütig…aber es ist erstaunlich vertraut.

Sturmschäden – de ja vue

Der Sturm der letzten Nacht hat nun Auswirkungen auf mein Wohlbefinden – und Ich habe ein De ja vue….

Genau dort, wo die Bäume in kurzer Entfernung vor meinem Balkon stehen, die mich vor den Häusern in einiger Entfernung visuell abschirmen, und hinter denen auch die Privatbahn entlang läuft, hat der Sturm der letzten Nacht eben 2 Bäume umgeweht….und nun werden sie gerade mit lauten Getöse in Stücke geschnitten.

Also echt, das ist ein tiefer Einschnitt, genau wie vor ein paar Jahren in Hessen/ Schnöselhausen (Kronberg i.Ts. bei Frankfurt) …als der Sturm eine Schneise direkt vor meinem Balkon gezogen hat und alle hochgewachsenen Büsche und Bäume einfach umknickte….danach war mein Balkon keine vor Blicken geschützte Oase mehr….

(Beitrag: 2017 : Sturmgewalten – und ich bin am Boden)

…und jetzt hab ich hier das Gleiche….ohne diese beiden Bäume und die Büsche drumherum, sind nun die 6stöckigen Häuser auf der anderen Seite komplett sichtbar.

Das ist mehr als schade, um nicht zu sagen: ich bin gerade sehr traurig darüber.

Die geänderte Situation hat mich gleich dazu veranlasst, neu über die Gardinen-Auswahl und Vorhänge zu entscheiden….und hab auch schon meinen ursprünglichen Plan für die Zusammenstellung wieder aufgenommen. Den Plan hatte ich eigentlich verworfen, weil ich statt der benötigten 3 Gardinen nur 2 von der gleichen Sorte bekommen habe….es war ein Restposten – blöd.

Eigentlich wollte ich die Gardingen auf der gesamten Fensterfront immer abwechselnd mit den Vorhängen zusammenstellen. Langer Vorhang, Gardine, kurzer Vorhang, Gardine, kurzer Vorhang, Gardine, langer Vorhang.

Okay, ich muss mir nun noch eine 3. Gardine besorgen, die so ähnlich dazu passt…dann kann es noch richtig gut werden.

Aber auch das ändert nichts daran, das mir die Bäume jetzt schon fehlen…menno.

Wie immer hilft alles Lamentieren und Jammern nichts…die Bäume sind nun einmal weg und ob neue dahin kommen, ist sehr fraglich…der Hausverwalter hat auf meine Frage zumindest mit einem Kopfschütteln geantwortet.

Also heißt es, sich damit zu arrangieren und das Beste daraus zu machen.

Über der Stadt

Über der Stadt

Manchmal ist es auch gut oberhalb einer großen Stadt zu wohnen. Die Luft ist besser…und manchmal scheint auch oben die Sonne und über der Stadt liegt eine Dunstglocke…

Mein Spaziergang gestern zum Bürgerbüro endete an dem Schild „montags geschlossen“….nun gut – dann eben nicht….also bin ich einfach weiter gelaufen…wieder in den Taunus…durch einen verwilderten Park…über kleine schmale Wege bis in den Wald…bis zum Opel-Zoo und auf der anderen Seite wieder zurück nach Schnöselhausen.

Die Sonne scheint ohne Wolken am Himmel… im Wald ist es schattig und es geht ein leichter Wind…Aber auf dem Rückweg hab ich dieses Bild von Frankfurt geschossen.  Und so ganz nebenbei war ich noch 1,5 Stunden im Wald wandern. Herrlich entspannt, ruhig und im Wald  und gut geschützt vor der Sonne und  weitweg vom  Lärm Zuhause  von Schule, Kindergarten und Kirche und den Straßenbauarbeiten.

Die Frauen aus „Schnöselhausen“

Ich habe ja Urlaub und auf dem Weg in ein Café in meinem Wohnort bin ich durch die Straßen, einen Park und einen Supermarkt gelaufen. Und obwohl es der Ortskern ist, war es unglaublich  leer. Es ist ja eine Stadt, aber wo sind denn alle? Alle auf der Arbeit  oder Zuhause?

Jetzt weiß ich zumindest wo sich die Frauen des Ortes Freitag gegen Mittag aufhalten…In einem französischen Café der etwas teureren Art….Ein Stück Kuchen für 4,50 EUR  aber die Qualität ist sehr  gut….das Café kenne ich aus dem Ort wo ich arbeite….und ein Besuch ist für mich immer etwas Besonderes.

Nun wollte ich dieses Café jetzt auch hier einmal ausprobieren…kam rein und zuckte gleich wieder zurück:

Ein großer Raum mit halboffenem Nebenraum. Fast alle Tische waren um diese Zeit  (11.30 Uhr) besetzt und an jedem dieser Tische saßen exakt 2 Frauen…Eine Lautstärke wie auf dem Flughafen…der ganze Raum war erfüllt von Frauenstimmen und Gelächter.

Zum Glück fand ich noch einen freien Tisch. Die Speisekarte bot zusätzlich zu den französischen Kuchen auch jede Menge Frühstücksgerichte und Mittagessen an….Nun gut also hab ich mich für Kartoffelrösti mit Räucherlachs entschieden, dazu eine Cola und ein Glas Chardonnay.

Und dann hab ich die Atmosphäre des Raumes erst einmal auf mich wirken lassen, beim Rundblick ist mir aufgefallen: ALLE Frauen (egal ob jung oder älter) waren „gut“ gekleidet und gepflegt. Also das entspricht genau dem Eindruck von „Schnöselhausen“…eine kleine Stadt mit vielen teuren Wohnungen, vielen teuren Häusern. Ein etwas gehobener Lebensstandard ist schon notwendig um sich hier auch nur kleines Haus leisten zu können. In dem Café hatte jede Frau nicht nur einfach Haare auf dem Kopf, sondern auch eine Frisur dazu…Es gab tatsächlich auch 2-3 Frauen mit Hüten oder Pelz…nicht alle sahen mit der „Guten“ Kleidung auch gut auch, aber Geschmack lässt sich eben nicht kaufen.

Dazu  hatten  ALLE nur ein Glas Wasser und/oder eine Tasse Kaffee vor sich stehen….KEINER hatte eine Cola, Saft oder gar einen Wein vor sich,…Fast ALLE Frauen  hatten einen Salat oder nur eine Suppe vor sich….KEINE hatte ein fettiges Essen .

Ich fühlte mich wie ein Alien und musste unweigerlich an den Film „Die Frauen von Stepford“ denken…eine amerikanische Komödie aus dem Jahr 2004 mit Bette Midler und Nicole Kidmann. ..in dem die Frauen alle einen Microchip eingepflanzt bekommen hatten die sie zu „perfekten“ Haus und Ehe- Frauen machten.

Okay – also ganz so schlimm meine ich es jetzt  hier nicht ….lachen musste ich aber trotzdem.

Was ich zumindest sehr angenehm fand war, das trotz aller Lautstärke es sich um eine gleichmäßig den Raum füllende Geräuschkulisse handelte…keiner stach unangenehm  mit der Stimme oder der Lautstärke heraus…

Also war alles gut…naja, bis auf mein Kartoffelrösti das mehr einem fettigen dicken Kartoffelpuffer auf dem Jahrmarkt erinnerte….ich hab es zurück gehen lassen und bekam danach tatsächlich ein knusprigeres dünneres Exemplar…..es war okay….aber das geht auch besser.

Zumindest waren es 1,5 Stunden angehnehme Atmosphäre…ich habe meinen Wein genossen, dazu das Essen und mein Buch. Danach hab ich einen entspannten Spaziergang nach Hause gemacht.

Wohnen in Schnöselhausen

Aufgrund einer Nachricht heute Morgen kann mein Schatz wohl nun in seiner Wohnung bleiben…Es hat sich tatsächlich ein neuer Eigentümer gefunden und nach mündlicher Aussage bleibt der Mietvertrag bestehen…d.h. mein Schatz kann als Mieter bleiben.

Allerdings wurde die Miete jetzt kurz vor dem Verkauf erhöht…das ist unangenehm…aber bisher hat der Eigentümer in den Jahren zuvor auf Mieterhöhungen verzichtet.

Trotzdem ist es doof….die Wohnung ist ja auch bisher nicht gerade günstig…das ist der Nachteil des Standortes hier….ich nenne unseren Ort ja auch gerne „Schnöselhausen“….nur ein paar Kilometer in jede Richtung entfernt bekommt man eindeutig mehr m2 für sein Geld.

Die Wohnanlage hier bietet natürlich auch eine ganze Menge Vorteile…also ist es ein abwägen was es einem wert erscheint hier zu wohnen…einer der größten Vorteile ist und bleibt das interne Blockheizkraftwerk durch welches die Warmwasser-Bereitung, der Strom und die Heizkosten unglaublich günstig sind…dafür sind dann die Mieten höher. Für einen 1-2 Personenhaushalt musste ich in Frankfurt fast 65 EUR an Stromkosten aufbringen….hier sind die Stromkosten in den Nebenkosten enthalten und der Jahreswert ist geradezu lächerlich….Das ist für mich ein großes Argument.

Aber natürlich gibt es für den Netto-Mietpreis  bestimmt auch schon besser ausgestatte Wohnungen….es ist nur eine Frage von: was bin ich bereit zu bezahlen und was bekomme ich dafür, eine simple  Kosten-Nutzenanalyse.

Aber zumindest können wir aufatmen, weil er jetzt nicht ausziehen MUSS, sondern es sich überlegen kann …und wenn er ausziehen MÖCHTE, kann er in Ruhe suchen…