So dies und das – normales Leben eben

So dies und das – normales Leben eben

Es passte gerade nicht wirklich, das mit dem Schreiben…dabei schreibe ich gerne und lasse meinen Gedanken oft freien Lauf oder erzähle gerne von meinem Tag.

Schreiben bedeutet für mich auch immer, etwas zu Verarbeiten und mir meines Lebens sehr bewusst zu sein….und trotzdem passte es in der letzten Zeit nicht so wirklich. Dabei hab ich schöne kleine Ausflüge gemacht, mich mit Schwester+Schwager getroffen und geniesse auch meine Walkingrunden, vor allem bei den schönen Sonnenauf- und Untergängen, denn das ist meine liebste Zeit…oder wie wie so oft in dieser Woche, auch erst knapp nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel wunderbare Welten schafft, manchmal wirkt es so surreal.

Ich unterhalte mich viel mit Kollegen und Nachbarn. Wenn ich im Büro bin, gehe ich auch mittags mit raus zum Essen und finde es herrlich, arbeite andererseits oft und intensiv im Homeoffice, um alles immer noch rechtzeitig fertig zu bekommen ohne das ich gestört werde, was im Moment gar nicht so leicht ist…lerne weiterhin Dänisch, kümmere mich um meine Wohnung und um die Bepflanzung des Balkons und um alles was sonst noch passiert…normales Leben eben.

Direkt nach Feierabend bin ich dann erst einmal ziemlich müde…und es dauert eine Weile bis ich mich zu etwas Aufraffen kann. Vielleicht ist das jetzt die Frühjahrsmüdigkeit, nach dem Ende des Winterschlafs und dem Überwinden der Müdigkeit durch die neuen Medikamente…wenn ich dieses Nachmittagstief dann überwunden habe, dann ist auch alles okay…aber an manchen Tagen fällt es mir schon sehr schwer und die Couch-Anziehungskraft ist gerade sehr groß.

Ich musste mich beruflich und privat immer wieder mit den Tücken der Technik auseinander setzen und mit unverschämten Preisen der Stromanbieter.

Beruflich wird der Ton einsilbiger und an manchen Stellen rauer….aber damit hab ich seit dem Dezember-Meeting in DK schon gerechnet…aber ich muss mich erst wieder an so etwas gewöhnen. Man sagt ja: „In einem Krieg ist das erste Opfer die Wahrheit“, Im Job kann man es nennen: „Bei einem erfolgreichen Firmenaufstieg zum Konzern, ist das erste Opfer die Freundlichkeit“. Der Ton wird rauer, Mails werden schärfer formuliert, auf Antworten muss man länger warten, die kleinen Gesten der Freundlichkeit werden weniger und jeder ist jetzt mehr mit sich selbst beschäftigt.

Genau das konnte ich den den letzten 3 Jahren Stück für Stück beobachten. Das ist jetzt noch nicht dramatisch, das kenne ich auch noch viel ausgeprägter….aber es hat sich doch schon jetzt gravierend verändert. Der Charme der aufstrebenden kleinen Firmengruppe hat sich verzogen..

Und eine der gravierendsten Veränderungen: es gibt jetzt überall so viele neue Kollegen, die man nicht mehr kennt und kaum noch zuordnen kann. Jetzt rächt sich die dänische Methode, das man die Kollegen, auch in Mails, fast immer nur mit dem 1.Vornamen benennt…bei so vielen Mitarbeitern ist es aber natürlich, das es inzwischen 2 – 5 verschiedene Kollegen mit den gleichen Vornamen gibt….das kann dann schon mal zu „lustigen“ Verwechslungen kommen. Bei der Frage „Wer kümmert sich um das Thema xy“ kann die Antwort z.B. „wende Dich an Rikke“ zu einem echten Problem führen….und es dauert auf diese Weise lange bis man den richtigen Ansprechpartner gefunden hat…denn das ist ein Vorname der in DK und damit auch in unserer immer größer werdenden Zentrale, öfter vorkommt. Also hilft nur Nachfragen und ausprobieren.

Eine liebe Kollegin hat gerade massive Beziehungsprobleme mit ihrem Mann und auch noch, seit einigen Wochen, körperliche Einschränkungen durch einen Unfall….das Genesen dauert ihr zu lang, das kann ich gut verstehen…..das Ganz hat mich emotional sehr mitgenommen, ist sie doch sonst ein fröhlicher, positiver und liebenswerter Mensch. Sie will über das alles noch nicht sprechen…und ich hab ihr angeboten, das sie bei Bedarf gerne auf mich zurück greifen kann.

Und so vermisse ich gerade mal wieder die unbeschwerte Leichtigkeit, die ich sonst so gerne in meinem Leben habe….aber das ist jammern auf ganz hohem Niveau…denn mir geht es soweit ja gut und ich bin froh und dankbar für mein relativ sorgloses Leben und freue mich über den Frühling und das Leben im Allgemeinen..

Einkaufs-Tempel

Seit wirklich langer Zeit und das 1. Mal seit Beginn der Corona-Epidemie hab ich Lust mich mal wieder in einen  der großen Konsum-Tempel zu stürzen…. Bisher dachte ich mit Mundschutz macht das bestimmt überhaupt keine Freude. Inzwischen ist die Maske jedoch ein Teil unseres Alltags geworden und stört mich eigentlich nicht mehr.

Also werde ich heute mal nach Hamburg in das Elbe-Kaufhaus fahren, nicht weil ich unbedingt etwas einkaufen muss, sondern einfach um mal wieder unter Leute zu gehen….nur mal so umschauen, etwas zu Mittag essen,  in einem Café nieder lassen zum Kaffee trinken, Menschen beobachten und eventuell ein wenig schreiben.

Dreimal war ich inzwischen im Café/ Eis-Café…aber durch die wenigen Tische hatte ich einfach nicht die Unverfrorenheit länger als nötig dort sitzen zu bleiben, immerhin müssen die Café-Betreiber jetzt mit wesentlich weniger Tischen versuchen genügend Einnahmen zu generieren.

Mit anderen Worten mir fehlte die innere Gelassenheit ,die ich brauche, um mich zum Schreiben niederzulassen, wenn andere Menschen in der Nähe stehen und darauf warten, das ein Tisch frei wird….