Besuch in der Elbphilharmonie

Am Nachmittag des 2. Oktober kamen Schwester+Schwager aus Flensburg zur mir nach Quickborn.

Durch die Quartalsabschlüsse hatte ich mich die letzten Tage schon komplett ins Homeoffice verzogen…am Abend zuvor hatte ich noch mein Schlafzimmer für die Beiden vorbereitet (2 Bettdecken. Kissen und Matratze frisch beziehen, Handtücher bereitlegen, für Extra-Beleuchtung sorgen, Wasser und ein paar Süßigkeiten für Beide bereitstellen, Luftreiniger anwerfen und noch einmal durchsaugen).

Meine Schwester ist starke Hausstaub-Allergikerin…ich ja eigentlich auch, aber bei mir hat es in den letzten Jahren sehr stark nachgelassen, bei mir ist es immer nur stressbedingt. Ich bin dann für die Nacht mit meiner Bettdecke auf die Couch ins Wohnzimmer gezogen. Na klar habe ich noch ein 3. Zimmer…aber dort gibt es keine Couch oder Bett…dafür ein Büro und meine Kleiderschränke.

Die Einkäufe waren erledigt…nur den Fisch fürs Frühstück am nächsten Morgen, hab ich erst an dem Donnerstag gekauft….dafür habe ich mich mal für eine Stunde in eine Extra-Pause ausgeloggt, mit Genehmigung des Chefs natürlich.

Sooo und damit war dann wirklich alles vorbereitet…schon kurz nach ihrer Ankunft haben wir uns schick gemacht und sind ins Restaurant gefahren und wie immer war es in dem Vietnamesischen Restaurant hier im Ort reichlich und lecker.

Anschließend ging es dann weiter nach Hamburg….Jaaaaa an einem frühen Abend vor einem Feiertag in Richtung Elbtunnel zu fahren, ist jetzt keine so gute Idee…aber immerhin hab ich die Autobahn gemieden und stattdessen die B4 genommen….später stellte sich heraus, dieses Mal wäre die A7 doch die bessere Wahl gewesen…es dauerte alles so unglaublich lange…ich saß am Steuer und war angespannt.. Grummel….warum hatte ich nur die Planung übernehmen müssen.

Aber dann lief doch alles glatt. Das Auto in Ottensen abstellen, mit der S-Bahn bis zum Jungfernstieg und dann noch ein paar Minuten zu Fuß bis zur Elphi – das inzwischen nicht mehr ganz so „neue“ Wahrzeichen von Hamburg (das mit dem NEU steht überall im Internet).

Als wir an den Landungsbrücken ankamen, ging gerade die Sonne unter und es war ein echtes Schauspiel…die Sonne war blutrot (leider konnte das meine Kamera am Mobiltelefon farblich nicht so schön einfangen….es war echt der Hammer)

Wir waren um kurz nach 19 Uhr am Eingang zur Elbphilharmonie und hatte noch genügend Zeit um uns alles anzuschauen….zuerst mit der Rolltreppe nach oben, dann natürlich der Balkon-Rundgang einmal Rundherum…ein unglaublicher Blick in jede Richtung

Dann ging es über die vielen Treppen weiter hinauf…die sind etwas gewöhnungsbedürftig, da gefühlt jede Treppenstufe eine andere „Tiefe“ hatte…nach einer kurzen Verschnaufpause an der Bar (die Luft war sehr trocken und wir durstig) kamen wir im großen Saal an.

Mein Schwager hatte tolle Plätze ausgesucht und das Konzert war wohl auch ziemlich ausverkauft….also der Anblick war beeindruckend:

Über das Konzert selbst waren wir einer Meinung…wir mögen Orgelkonzerte und freuten uns über 2 Stücke von J.S.Bach – vor allem die „Toccata und Fuge in d-Moll“, aber was Iveta Apkalna sonst noch an Stücken ausgewählt hatte, war so gar nicht unseres….es war soooo langweilig….da kann auch die beste Orgel und die gefeierte „Titularorganistin“ nichts daran ändern. Das Wort musste ich übrigens erst einmal nachschlagen:

Ein Titularorganist ist ein Ehrentitel, der einem Organisten aufgrund seiner großen Virtuosität von einer überregional bedeutenden Kirche oder einer Stadt mit einer herausragenden Orgel verliehen wird. Die Auszeichnung wird fast ausschließlich in Europa vergeben und ist durch renommierte Organistenstellen an der Kathedrale Notre-Dame und den großen Pfarrkirchen von Paris bekannt geworden.

Auszug aus Wikipedia

Und obwohl wir einen Teil der Musik nun wirklich nicht mochten, war es trotzdem ein schöner Abend….auf dem Rückweg sind wir wieder bis zum Jungfernstieg geschlendert, mit der S-Bahn zurück nach Ottensen, dann mit dem Auto zurück nach Hause….waren dann noch lange auf und haben uns unterhalten, bis mir fast die Augen zu fielen. Es war ein langer und aufregender Tag…

Versprechen muss man halten…irgendwie zumindest

Vor ein paar Monaten hatte ich versprochen das wir in diesem Jahr noch zu Dritt (Schwester, Schwager und ich) irgendwo ein verlängertes Wochenende verbringen werden, weil ich ja im April nur mit meiner Schwester ein paar Tage alleine weg war und mein Schwager dabei leer ausgegangen ist.

Nun war ich im April nicht so gut drauf und ich hatte ein paar Probleme mit der starken Anhänglichkeit meiner Schwester…mir wurde das alles zuviel und ich hatte mich etwas zurück gezogen.

Der Rückzug hat mir gut getan und so hat sich im Laufe der Zeit bei uns alles wieder eingerengt…aber ich habe begriffen, das ich mich einfach besser von Beiden abgrenzen muss.

Inzwischen hatte ich meine Schwester schon mal vorsichtig darüber infomiert, das ich das mit dem Urlaub zu Dritt weder zeitlich…aber noch viel wichtiger, emotional in diesem Jahr NICHT schaffen werde.

Da ich aber doch zu meinem Wort stehen möchte, den Beiden ein paar Tage „Auszeit“ zu ermöglichen, hab ich beschlossen für einen Monat auf meine „Sparrate“ zu verzichten (das ist ein fester Betrag, den ich monatlich automatisch auf einem anderen Konto parke, bis ich es investiere)

Einen kleineren Teil davon hab ich in ein paar neue Klamotten investiert..immerhin ist meine Kleidung inzwischen viel zu groß geworden und so möchte ich nicht mehr rumlaufen. Also hab ich 2 Strickjacken (kann man eh nie genug haben) und 3 Blusen/Shirts für den Herbst gekauft. Mit den Hosen warte ich noch.

Und den größeren Teil dieses Geldes habe ich Beiden heute geschenkt…damit können die Beiden zusammen locker  einen 2-3tägigen Urlaub machen.

So haben wir alle Drei etwas davon. Die Beiden können sich in einem Urlaub etwas erholen und ich habe weiterhin meinen Seelenfrieden und habe mich doch so einigermaßen an mein Versprechen gehalten…wenn auch nicht so ganz.

Die Beiden haben sich sehr gefreut, das ich es zumindest nicht vergessen habe, das mit dem Urlaub und mein Schwager hat schon angefangen zu planen….wenn ich es richtig sehe, geht es in die Lüneburger Heide…

Allerdings erst, wenn mein Schwager am Dienstag zur Magenspiegelung gewesen ist. Ihm ist der ganze Stress der letzten Jahre wohl auf den Magen geschlagen und so hat er über eine Dringlichkeitsnummer relativ kurzfristig einen Termin bekommen (regulär wäre der nächste freie Termin im FEBRUAR 2025…unfassbar).

Beide warten aktuell auf Rückmeldungen der Rentenversicherung: mein Schwager wegen des Widerspruchs zur Umschulung, meine Schwester auf die Genehmigung der REHA-Maßnahme.

Die haben es Beide echt nicht leicht…