Ein Geisterhotel oder einfach nur Service-Wüste

Am frühen Abend bin ich im Landgasthaus, nahe Emden, angekommen. Ein kleines Dorf mitten im Nichts….direkt an der Landstraße.

Der Landgasthof hat ein Haupthaus, mehrere Gästehäuser und es sah richtig gemütlich aus. Alles wirkt modern-rustikal restauriert. Das Zimmer war groß, modern eingerichtet und sehr sauber und gemütlich.

Alles könnte also perfekt sein…Das Familienhotel/-Restaurant hat allerdings ein Personalproblem. Bereits beim Betreten konnte ich die Rezeption nicht finden, weil das Schild „Rezeption“ direkt in das Restaurant zeigte und man mir dort sehr kurz angebunden geantwortet hat, das sich diese hier nicht befindet. Die alten Gebäude sind ziemlich verwinkelt und die Rezeption befand sich dann in einer Nische unter der Treppe irgendwo im Durchgang in der entgegengesetzten Richtung, als das Schild anzeigte. Okay – hier spielt die Rezeption als Verstecken.

An der Rezeption waren mehrere weibliche Mitarbeiter gerade in einen Arbeits-Abstimmungs-Disput verwickelt, so das man als Gast etwas dumm daneben stand…die haben mich zwar gesehen – aber erst musste das Dilemma weiter lautstark beredet werden.

Letztlich zog sich das Personal-Problem durch die gesamten 3 Tage….aber zuerst war ich noch in Hochstimmung auf ein leckeres Essen im hauseigenen Restaurant…immerhin wurde der Koch immer wieder lobend in der Broschüre des Hauses erwähnt.

Das Essen war auch ganz okay, wenn auch das Fleisch auf meinem Teller sehr unterschiedlich behandelt wurde: ein Stück war versalzen, die anderen beiden Stücke haben dafür weder Salz, noch Pfeffer abbekommen…das Fleisch wäre ursprünglich in einer Sauce béarnaise unter gegangen, dann wäre es mir wohl nicht so aufgefallen…aber ich hatte darauf verzichtet…vor allem weil fast alle Gerichte auf der Speisekarte diese Sauce enthalten sollten. Das fand ich dann eher abschreckend.

Direkt nach der Ankunft hab ich mich aber erst einmal aufs Bett gelegt und gemerkt, wie sehr mich der Tag doch angestrengt hat, mit der Fahrerei und den Erkundungen in den Orten….bin also erst einmal weggeschlummert …später ging es dann unter die Dusche und ab zum Essen….Später am Abend hab ich noch einen Spaziergang entlang der Felder gemacht…das war sehr schön. Geschlafen hab ich in der Nacht super.

Frühstück war ab 6 Uhr möglich, ich hatte mich für 7.30 Uhr angekündigt und war alleine im riesigen gemütlichen Speisesaal.. Was mich ja nicht weiter stört…..Alles was man brauchte stand bereit: auch das Rührei in Warmhalte-Behältern und heißer Kaffee in Kannen.

Es waren noch viele Tische eingedeckt…aber ich war alleine…und das nicht nur im Speisesaal…sondern in der gesamten Etage: Niemand am Empfang, Niemand im Restaurant, Niemand in der Küche (keine Spur das hier überhaupt Speisen am Morgen zubereitet worden sind), Niemand in der Spülküche…NIEMAND – Nirgendwo….Auf dem Tresen der Rezeption lagen einige Zimmerschlüssel und sogar ein Schlüssel + BARgeld….alles lag einfach rum…alle Türen nach Draussen waren geöffnet…aber es war einfach Niemand da.

Ich war irritiert, hab mich mit dem Frühstück versorgt und in Ruhe gegessen….bin dann noch einmal durch die Etage…hab immer wieder gerufen….Nichts – NIEMAND da, auch nicht draußen vor dem Hotel oder auf dem Hof….meine Irritation ging über in Belustigung – sag mal…das kann doch nicht sein.

Also für ein Geisterhotel war es eindeutig zu früh am Morgen und auch zu hell und freundlich eingerichtet. Ein Verbrechen am frühen Morgen….alle Türen geöffnet – das Personal gekidnappt? Ich schaue eindeutig zu viele Krimis….hahaha.

Jaaaa aber es fühlte sich so an, wie in einem dieser Apokalypse-Filmen, wenn ein Dorf oder eine kleine Stadt fluchtartig von denMenschen verlassen wird, und nur der Protagonist des Films geht langsam durch so ein verlassenes Haus auf der Suche nach der Ursache: was denn bloß passiert ist. Meine Phantasie funktioniert also noch…prima.

Irgendwann kam die Senior-Chefin und meinte ganz erstaunt…ach – sie hätte mich gar nicht gehört…erst da wurde ich ärgerlich. Denn sie kam von Draußen herein….wie hätte sie mich da hören sollen…Ich fragte sie, wie es denn sein könne das ich hier minutenlang rufe und wirklich Niemand ist da…ich hatte ja mein Frühstück schon fast beendet….und wie es sein könne, das hier Kunden scheinbar ohne Personal auschecken müssen und das Geld mit dem Schlüssel einfach da liegen lassen (müssen)…und es kümmert scheinbar überhaupt Niemanden.

Erst da hat sie aufgemerkt und das Geld vom Tresen genommen, es war ihr peinlich und die Entschuldigungen kamen Stakkato, sie wäre doch nur ganz kurz draußen gewesen, sie hätten ein anstrengendes Wochenende hinter sich, es ginge ihr nicht gut….mein Ärger war schon wieder verflogen….was ich wirklich glaube ist, das es ein strukturelles Problem gibt. Also es waren mindestens 15-20 Minuten die ich alleine auf der gesamten Etage war…. an einem Montagmorgen wo noch jede Menge Hotelgäste zum Frühstück erwartet wurden.

Allerdings war das Mädel einen Tag später auch nicht besser, als gar keine Besetzung an der Rezeption. Es kam kein Gruß, kein Lächeln, kein „ich hoffe es hat Ihnen bei uns gefallen“ kein „ich wünsche Ihnen eine gute Heimreise“ oder irgendetwas …es gab nur ein stummes Überreichen der (bereits vorab bezahlten) Rechnung. Da hätte ich auch einfach den Schlüssel nur auf den Tresen legen brauchen hahaha, das wäre genauso kommunikativ gewesen.

Ich hab mich aber von dieser Service-Wüste nicht den Tag verderben lassen…es versprach ein herrlich sonniger Tag zu werden und Emden stand auf meinem Tagesprogramm…also auf nach Emden.

Erfahrungen mit Service-Hotline

Das mit den Hotlines entwickelt sich bei mir gerade zu einem ständigen Ärgernis…denn auch beruflich ist es mir in den letzten Tagen zwei mal passiert, das, wenn ich dann endlich die Warteschleifen überstanden habe….das durchaus mehr als 30 Minuten gedauert hat und ich dann endlich einen Menschen am Telefon hatte, diese nicht in der Lage waren, kompetent zu antworten.

Fazit – bereits bei 2 Telefonaten wurde einfach aufgelegt…und das obwohl ich ruhig und sachlich einfach nur eine Sachfrage klären wollte. So etwas empört mich ungemein.

Für eine dänische Kollegen versuche ich seit Wochen einen deutschen Billig-Telefonanbieter dazu zu bringen, eine Umschreibung des Vertrags vorzunehmen. Eine unserer dänischen Firmen hat eine Deutsche Firma übernommen und fusioniert….Der Deutsche Billiganbieter, dem schon im Internet ein extrem schlechter Service attestiert wurde, sah sich nicht in der Lage eine in Englisch verfasste Mail zu beantworten. Mahnen können Sie dafür umso schneller…allderings an eine nicht mehr existierende Adresse.

Ich hab also die Kommunikation in Deutsch übernommen, aber dieser Telefonanbieter sieht sich nicht in der Lage:

  • einen Vertag auf eine europäische Gesellschaft umzuschreiben (okay – dann nicht )
  • eine Lastschrift von einem europäischen Bankkonto zuzulassen (sie wollen nicht)
  • die Rechnung an eine europäische E-Mail-Adresse zu schicken (das ist doch jetzt echt lächerlich)

Auf meine Frage, was sie mir als Lösung anbieten: Kündigen!! und als ich dann notgedrungen meine eigene Firmenadresse als c/o Adresse angeben wollte, damit die Rechnung wenigstens bei uns ankommt und wir diese bezahlen können, wusste der Mitarbeiter bei dieser Telefon-Gesellschaft nicht, was eine c/o-Adresse ist…und als ich nachfragte ob er das nicht einfach als Anschrift eintragen könne, hat er aufgelegt.

Im Endeffekt hab ich ein paar Wochen per E-Mail versucht jetzt endlich eine Rechnung zu erhalten, wenn auch auf die falsche (alte) Firma ausgestellt…aber immerhin eine Rechnung….Nach meiner letzten scharf formulierten E-Mail, kam jetzt endlich eine Kopie der Rechnung per Briefpost. Meiner Kollegin hab ich geraten schnellstmöglich den Vertrag zu kündigen..

2. Im zweiten Fall ging es um die Hotline einer dänischen Bank, die gerade ihr Anmeldeverfahren auf das neue Mit-ID-Verfahren umstellt.

Nach langem hin-und her mit meinen Kollegen aus der Zentrale, bekam ich jetzt endlich, aber viel zu spät, die Möglichkeit mich für das neue Verfahren anzumelden….leider hab ich aufgrund einer automatischen Ausfüllfunktion nicht rechtzeitig gemerkt, das im Formular meine Festnetz-Nummer steht, anstatt die Mobilnummer….erst nachdem ich das Online-Formular abgeschickt hatte, fiel es mir auf….grrrrrrr – man das hätte ich früher merken können. Meine sofortige E-Mail an die Hotline der Bank blieb unbeantwortet…dafür bekam ich ein paar Tage später die notwendige SMS auf mein Festnetz….was aber nicht funktionierte….hahaha…die Vorlesefunktion scheiterte scheinbar am Dänischen Text.

Also hab ich 3 Tage lang versucht jemanden bei der Hotline ans Telefon zu bekommen…als es dann endlich, nach einer Warteschleifevon mehr als 30 Minututen klappte und ich vorsichtig und langsam in Englisch mein Problem beschrieb, antwortete die Dame sie spricht nur wenig Englisch und als ich noch etwas sagte, legte sie einfach auf….wie vom Donner gerührt und mit einem bösartigen Spruch auf den Lippen stand ich perplex da. Das gibt es doch nicht….sie hätte mich ja weiterleiten können und immerhin war das eine Telefonnummer, extra für englisch-sprachige Kunden.

Ich schrieb also eine Kollegin in der Zentrale an und bat um sprachliche Unterstützung….die kam dann in Form eine E-Mail von der Bank, ich solle noch einmal anrufen, dann würden sie meine Tel.Nummer ändern.

hmmm….na hoffentlich klappt das ….und ja dieses Mal hatte ich einen jungen Mann in der Leitung der mich nicht nur verstand, sondern auch mein Problem noch während des Telefonats erledigte…am Ende war mein neuer Zugang für DIESE Bank einsatzfähig.

Meine in den letzten Jahren wieder abgenommene Abneigung zu Telefonieren, bekommt durch solche Aktionen wieder Auftrieb….zum Glück gibt es immer wieder auch freundliche und nette Telefonate mit Service-Mitarbeitern…das rückt meine Welt dann wieder Gerade.

Telekom-Dilemma II

Es war ja klar….auch heute kam der Techniker der Telekom nicht…und es gab auch keine Benachrichtigung….

Also wieder vergeblich gewartet….wieder den Unmut meiner Vermieterin auf mich gezogen, die ich ja damit auch ans Haus gebunden habe….

na toll…das ist ja eigentlich auch das Schlimmste für mich…immer wieder zur Vermieterin zu müssen und um ihre Anwesenheit bitten zu müssen.

Dabei möchte ich doch eigentlich nur meine Ruhe….

Okay, aber die Telekom versucht mich schon zu besänftigen:

1. Hat angeboten mein Handy-Volumen kostenfrei zu erhöhen

2. Schickt mir jetzt zur Überbrückung ein Schnellstarter-Kit mit 30GB freiem Datenvolumen damit ich mit dem Laptop ins Internet kann

3. Hab den Monat September bereits erstattet bekommen…weil ich ja keine Leistung erhalten habe…und das ohne das ich es einfordern musste

4. bekomme jetzt endlich einen festen Ansprechpartner der sich um mein Problem kümmern wird (ich habe inzwischen mit 8 verschiedenen Mitarbeitern in knapp 14 Tagen zu tun gehabt )….

5. Der neue Termin ist an einem Samstag…allerdings erst in 14 Tagen…

Angeblich wurde das Problem jetzt kurzfristig gelöst…und der Auftrag wird jetzt engmaschiger kontrolliert ob weitere Fehler auftauchen …. nur gibt es keine feien Techniker Termine

…..