Vorfreude und Freundschaften

Die Entscheidung für den relativ spontanen Kurzurlaub kam genau richtig…obwohl es hätte für mich nicht unbedingt „der heißeste Tag des Jahres“ sein müssen…aber es kamen eben für so eine  kleine Auszeit, nur genau diese 2 Tage in Betracht.

Ich hatte die Vorbereitung mit Reisetasche packen und Reiseproviant vorbereiten usw. am Montagabend gut geplant, bin dann aber an einer Telefon-Verabredung mit meinem ehemaligen Tanzpartner hängen geblieben.

Dabei hätte ich es wissen müssen, denn auch bei unserer letzten Telefon-Verabredung haben wir uns ganz locker 2,5 Stunden ausgetauscht…und hätte ich dieses Mal nicht nach 2 Stunden auf meine noch ausstehenden Reisevorbereitungen hingewiesen, wäre es auch dieses Mal noch länger geworden.

Wir sind uns eigentlich einig, das wir öfter als alle 3 Monate miteinander plauschen sollten…aber in der Realität schaffen wir das dann doch nicht. Aber WENN wir dann mal telefonieren, ist es immer so, als ob wir uns gerade erst ein paar Tage zuvor gesehen hätten…das ist sooo schön und neben dem Rentner aus Hessen + seiner Frau, ist das meine engste und wichtigste Freundschaft.

Bei meinem letzten Besuch in Hessen im letzten Jahr, waren Er und sein Mann leider im Urlaub und so ist unser letztes Treffen tatsächlich schon 2 Jahre her…aber er plant im Herbst mit anderen Freunden nach Hamburg zu kommen….und dann werden wir uns auf jeden Fall treffen.

Es war daher schon recht spät als ich mich um Reisetasche, Wanderrucksack und Proviantkorb gekümmert habe…um es etwas zu beschleunigen hab ich auf die eigentlich geplanten Blumenkohl-Frikadellen verzichtet und statt dessen nur Ananas und Wassermelone in Stücke geschnitten, dazu noch die Haferkekse eingepackt und ein paar Scheiben meines Haferflockenbrots zum auftauen raus gelegt. Die wollte ich am Morgen dann kurz aufbacken und mit Butter+Gurkenscheiben belegen.

Nach den Kühlakkus musste ich erst einmal fahnden…irgendwo im Keller sollten sie sein…aber nach der hektischen Räumaktion durch die Überflutung war ich mir nicht mehr so sicher, wo die abgeblieben sind…aber na klar hab ich sie gefunden. Die gekauften Wasserflaschen (normalerweise beschränke ich mich auf meine Glasflaschen mit ungekühltem Leitungswasser) wollte ich in der Kühlbox mitnehmen …bei der angekündigten Hitze war das auch notwendig…eine der Flaschen hatte ich dann auch tatsächlich tagsüber im Auto vergessen: das Wasser hatte am Abend ungefähr 40 Grad – nicht sehr schön zum trinken.

Und dann lag ich endlich um 23.30 Uhr im Bett….und war voller Vorfreude auf die Fahrt und die ebenfalls noch kurzfristig gebuchte Wattwanderung „Mit der Flut an den Strand“ und war auf einmal wach. Hellwach. Ich hab mich so sehr auf das alles gefreut, das ich einfach nicht schlafen konnte. Das ist für mich sehr ungewöhnlich. Normalerweise würde ich an der Stelle eher darüber nachdenken, alles wieder abzusagen…aber nein, ich freute mich unbändig und wurde von Minute zu Minute wacher.

Ich wollte früh los fahren, damit ich die Fähre Glückstadt-Wischhafen ohne große Wartezeit nehmen kann. Aufstehen wollte ich so ca. um 05.00 Uhr am Morgen…es wurde also endlich Zeit für etwas Schlaf. Nun gut, ich hab dann mein aktuelles Hörbuch angeschaltet, den Timer auf 1 Stunde gestellt und irgendwann hab ich es dann auch geschafft einzuschlafen.

Husum im lila Blütenmeer

Es wird endlich Frühling …und so traf ich mich an meinem 2.Urlaubstag mit Schwester+Schwager in Husum. Noch bevor das große Krokusblütenfest an diesem Wochenende startete wollten wir lieben einen Tag vorher die Blütenpracht geniessen.

Treffpunkt war, wie immer, am Wasserturm und ich hab sogar noch einen der kostenfreien Parkplätze abbekommen…ich war fast 1/2 Stunde zu früh (was bei meiner Familie im Regelfall schon fast „zu spät“ ist), musste aber auch dringend mal und bin zum Einkaufszentrum gespurtet – hach welch eine Erleichterung…die letzten Male war ich von den Autobahn-Toiletten-Anlagen derart abgeschreckt, das ich dort nicht halten wollte.

..sooo und dann kam auch schon die Nachricht: die Beiden sind auch da…also bin ich im Laufschritt zurück gespurtet.

Es war jetzt 11.30 Uhr und als erstes ging es durch den Park am Wasserturm und durch den Schlosspark Richtung Innenstadt….gut das wir einen Tag vor dem Fest gekommen waren…noch waren die Besucher überschaubar…sehr schön.

In der Sonne war es schon richtig warm….aber sobald diese verschwand war ich froh um Jacke und Schal. Die Atmosphäre im Park und auch in der Stadt war angenehm ruhig (okay – bis auf die auch hier stark vertretenen Krähen)…und sogar irgendwie etwas feierlich…

Zwischen all den lila Krokussen hat sich nur selten mal eine Weiße oder gar Gelbe verirrt.. Aber ab und an findet man sogar ein paar Schneeglöckchen oder gar Märzenbecher, aber die haben es hier schwer wahrgenommen zu werden:

Nach einem ersten Rundgang durch die Parks und die Stadt ging es zum Restaurantschiff „MS Nodertor“…mein Schwager erzählte, das dieses Schiff in den 70ern im Flensburger Hafen lag, dort auch seinen jetzigen Namen bekam und für die damals so beliebten „Butter-Fahrten“ eingesetzt wurde.

Jetzt liegt es gut verankert im alten Hafen von Husum und ist ein gemütliches Restaurant. Die Karte ist überschaubar…was verständlich ist, wenn man die kleine Küche in Mitten des Gastraumes sieht, aber das Essen dort ist richtig lecker.

Mein Schwager liebt Sauerfleisch und war schwer begeistert von den knusprigen Bratkartoffeln…und da wir Mädels uns nicht auf ein Gericht festlegen wollten, haben wir einmal „Labskaus“ und einmal „Schwarzbrot mit Krabben und Spiegeleiern“ bestellt und dann je nach der Hälfte die Teller getauscht. Auch wir waren begeistert – vor allem von dem Labskaus…..soooooo lecker.

Später sind wir dann wieder kreuz und quer durch die Stadt gelaufen und haben den schönen Tag genossen, anschließend gab es noch einen Stopp in einem italienischen Eiscafé – wieder am Hafen -jetzt saßen wir aber draußen und konnten sogar für kurze Zeit in der Sonne die Jacken ausziehen.

Für den abschließenden 2. Rundgang durch den Schloßpark ging es am Nachmittag weiter durch die Straßen Richtung Park, als mich der Anruf vom Kardiologen erreichte…ich hab mich etwas abgesondert und ca. 3-4 Minuten mit dem Arzt geredet….Danach war unsere Stimmung zwar nicht mehr ganz so locker…meine Schwester musste weinen und wollte mich sofort in den Arm nehmen.

Aber ich brauchte noch ein paar Minuten, um das Gehörte zu verdauen. Ich bin nicht der Typ Mensch, der sofort Nähe braucht wenn etwas passiert, sondern ich brauche körperlichen Abstand und möchte eine Weile in Ruhe gelassen werden….hab aber inzwischen gelernt, das es für meine Familie wichtig ist Nähe zu bekommen, bzw. zu geben…also hab ich es dann nach ein paar Minuten (sie hat wirklich vorher gefragt, ob sie mich jetzt umarmen darf – dafür bin ich ihr dankbar ) auch zugelassen.

Das war also eher Trost für sie, als für mich Aber das ist okay.. Immerhin weiß sie aus der eigenen Erfahrung der letzten 2 Monate wohin so eine Herzkatheter-Untersuchung am Ende führen kann. Wäre ich allein zuhause gewesen, hätte ich es den Beiden wahrscheinlich erst 1-2 Tage später erzählt.

Trotz des Anrufs und der Änderung meiner restlichen Urlaubstage war es ein schöner Tag…der Frühling ist endlich da.

Urlaub – leider etwas anders

Manche Telefonate sind einfach zu wichtig, um sie zu verschieben…

Vor vielen Jahren, hatte ich eines meiner wichtigsten beruflichen Telefon-Gespräche zur Mittagszeit auf der Hanauer-Landstraße in Frankfurt…

Ich bekam einen Anruf von einem französischen Belgier mit dem ich ein Bewerbungsgepräch auf Englisch führte, für eine leitende Position in der kleinen Zweigniederlassung (nahe Frankfurt) eines japanischen Konzerns.

Das war krass…zu dem Zeitpunkt war mein Englisch noch nicht so ausgefeilt und nun stand ich in einem Hauseingang und versuchte mich auf das Gespräch zu konzentrieren, während ununterbrochen der Straßenlärm um mich herum brodelte….den Job hab ich dann tatsächlich bekommen. Das war damals eine gute Entscheidung den Job anzunehmen.

Ich weiß auch nicht, warum mir das jetzt so in den Sinn kommt. denn das jetzige Telefonat diesen Freitag am späteren Nachmittag war ganz anders…obwohl ich auch auf der Straße unterwegs war, war es nicht so laut drumherum, und auch war es auf Deutsch…aber wichtig das war es ….sogar sehr wichtig.

Tja, bevor mein Kardiologe in den Urlaub ging, wollte er unbedingt noch mit mir sprechen. Die Ergebnisse des Herz-CT liegen vor und fast triumphierend freute er sich über seinen richtigen Riecher, mir zu dem Herz-CT geraten zu haben.

Sie haben etwas gefunden…was genau, kann man leider nicht auf dem CT erkennen..aber es sieht so aus, als ob ich tatsächlich an mehreren Stellen Probleme mit den Herzkranzgefäßen habe. Und da meine Symptomatik laut seiner Aussage „ja etwas ungewöhnlich“ sollte es jetzt zügig abgeklärt werden, auch wenn er leider dann nicht dabei ist.

Montag muss ich nun zu seiner Vertretung für die Vorbesprechung und am Mittwoch schon findet eine Herzkatheter-Untersuchung statt…und falls sich das bewahrheitet, was er sich vorstellt, bekomme ich Stents gesetzt.

So – das hat gesessen und ich habe ein Dejavú.

Genau so hat es bei meiner Schwester auch begonnen…und letztlich hat sie einen 4fach Bypass bekommen und das ist ja gerade mal 2 Monate her.

Das hat mich erst einmal umgehauen. Ehrlicherweise hab ich nämlich nicht damit gerechnet, das beim Herz-CT überhaupt etwas gefunden wird.

Nun gut – hilft ja alles nichts…da muss ich jetzt durch und noch hab ich die Hoffnung, das es bei der Herzkatheter -Untersuchung bleibt und evtl. nur Stents gesetzt werden…oder es gar nicht nötig wird.

Aber natürlich läuft in meinem Kopf auch die was-wäre-wenn Spirale: OP am offenen Herzen / langer Arbeitsausfall / Schmerzen / haufenweise Medikamente / Reha / psychische Belastungen …. ich hab es ja gerade erst vorgelebt bekommen – nee das will ich nicht wirklich.

Zu meiner Beruhigung sage ich mir: meine Schwester und ich sind körperlich ganz verschieben…ich hab eine robustere Konstitution und hatte nie die gleichen Krankheiten, wie sie…aber wir sind Schwestern und jetzt heißt es abwarten ohne sich verrückt zu machen. Wenn ich älter werden möchte, muss ich da jetzt durch.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende