Theater (2)

Und letzten Sonntag war es dann soweit und ich bin ins Altonaer Theater gefahren.

Wir 3 Mädels im Büro hatten uns schon vor einer Weile über die Stücke aus der Reihe „Achtsam Morden“ unterhalten…Kollegin Katrin war bereits in dem 1. und 2. Teil im Theater, Kollegin Cordula hatte die Bücher gelesen und wollte sich jetzt das 3.BühnenStück anschauen.

ICH kannte noch gar nichts…ich fand die Erzählungen der Kolleginnen so nett, da habe ich mir gleich einmal für 2 Stücke je ein Ticket besorgt. Allerdings in der verkehrten Reihenfolge. Mir wurde geraten unbedingt vorher eines der Bücher zu lesen, da hier sehr viele Charaktere auftauchen und von nur 4 Schauspielern auf der Bühne dargestellt werden und der schnelle Wechsel zwischen den Charakteren schon eine Herausforderung sei.

Nun schaue ich mir als Erstes den 3. Teil der Bühnenstücke „Achtsam morden durch bewusste Ernährung“ an, das bei der Buchreihe aber der 5. Teil ist…wie soll man da also noch den Überblick behalten…hahahah.

Also habe ich mir ein paar Tage vor der Aufführung doch noch schnell das Hörbuch für den 1.Teil der Buchreihe besorgt….Gelesen von Mathias Matschke….also DAS Hörbuch war echt der Hammer….nicht nur die Handlung war grandios, sondern es wurde auch unglaublich gut gelesen…die langsame leicht ironische Sprechweise passte unglaublich gut.

Ich hatte also eine sehr klare Vorstellung von dem seriösen, distinguierten Anwalt im Maßanzug, der durch seine Frau genötigt wird ein Achtsamkeitstraining zu absolvieren und dabei lernt, besser auf sich und seine Bedürfnisse zu achten und dadurch beruflich unfreiwillig zum Mörder wird und jede seiner Handlungen unter dem Achtsamkeitsaspekt analysiert und abwägt und immer zu dem Schluß kommt, es muss noch weiter gemordet werden, um das nächste drängendste Problem zu lösen. Das Ganze ist so indirekt urkomisch….für mich ein tolles Buch.

Aber erst einmal musste ich zum Theater kommen. Mein Auto habe ich wieder einmal beim Büro in der Tiefgarage abgestellt und bin mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Altona gefahren. Ich hätte auch laufen können…aber 1. das Theater-Ticket beinhaltete auch das S-Bahn-Ticket und 2. hatte ich Schuhe an, auf denen ich nicht ganz so lange laufen konnte…dafür aber zum meinem Outfit passten haahaha.

Vom Bahnhof Altona war es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Theater. Im Theater selber fand ich es nicht so schön wie die Woche zuvor im Winterhuder Fährhaus….es wirkte gedrungener, enger…die Leuten standen überall herum, es verlief sich nicht so gut und wirkte auf mich sehr schnell überfüllt.

Aber ich hatte einen sehr guten Platz: 8.Reihe / ganz Außen….richtig gut.

War das eine so gute Idee das 1. Buch vorher zu lesen?

Einmal: ja – ich wusste jetzt wenigstens worum es geht und wer die Haupt-Charaktere sind.

Einmal: nein – ich hatte jetzt ein so genaue Vorstellung vom Hauptcharakter (dem Anwalt), das ich mega enttäuscht war. Brillierte der 1. Teil des Buches eben durch den indirekten Humor, war auf der Bühne nur noch Klamauk zu sehen.

Und genau so einen Klamauk hatte ich nicht erwartet und auch die Story war sehr dünn und hatte rein gar nichts von der Raffinesse des 1. Buches. Okay beim 5. Buch lässt wahrscheinlich in jeder Buchreihe die Story zu wünschen übrig. Jetzt bin ich doppelt neugierig auf das Bühnen-Stück zum 1.Buch…das sehe ich mir in 2 Wochen an. Die Karte habe ich ja schon zuhause liegen.

Wenn ich mich aber entscheiden möchte, in welches Theater ich gerne öfter gehen würde, dann würde ich mich für das Winterhuder Fährhaus entscheiden, auch wenn das Altonaer Theater öfter auch „Klassiker“ spielt.

Für die Klassiker werde ich es dann aber doch lieber mit dem „Deutschen Schauspielhaus“ oder dem „English Theatre of Hamburg“ probieren…da habe ich doch größeres Vertrauen in die Aufführungen, auch wenn ich noch gar nicht da war.

Aber eines ist klar geworden, ich habe wieder Lust ins Theater zu gehen…auch wenn es für mich jedes Mal eine kleine Überwindung ist.

Theater (1)

Sonntagnachmittag ging es also mit dem Auto in Richtung Winterhude….habe das Auto an der großen Allee, weiter weg vom Theater abgestellt, um noch in aller Ruhe an der Alster entlang zu schlendern, ehe es Zeit für das Theater wurde. Es war aber auch ein wunderschöner Sonntag…das genaue Gegenteil vom Tag zuvor.

Zuhause hatte ich schon den obligatorischen inneren Kampf mit meinem „Flucht-Reflex“ ausgefochten und gewonnen. Die Karte ist gekauft und ich freute mich auch auf das (mir unbekannte) Stück. 2 der 4 Schauspieler kannte ich aus dem Fernsehen. Ich weiß wo das Theater ist und wo ich parken kann….immerhin bin ich da schön öfter an der Alster entlang geschlendert..außerdem hatte ich im Theater einen Platz eher am Rande.

Es gab also keinen Grund für einen Rückzug. Aber so ist es bei mir immer öfter…ich muss mich zwingen unter ´Menschen zu gehen. Im Theater kommt man sich ja auch relativ nahe.

Und ich muss sagen, das Winterhuder Fährhaus hat mir sehr gefallen…das Gebäude, das ganze Ambiente, die Vorräume waren großzügig, die Atmosphäre war, trotz der vielen Menschen, gediegen gedämpft ….jaaa das passte alles für mich. Auch mein Platz war okay.

Das Stück war echt schräg konstruiert, aber gut gespielt und ich habe viel gelacht…auch wenn die andauernden neuen Wendungen gegen Ende des Stücks eher unsinniger Klamauk waren….aber bei einer Komödie kann ich auch nicht auf eine logische Handlung hoffen. Das Stück gilt als Boulevard-Komödie – also eine eher leichte Unterhaltung und genau das tat sie – sie hat mich gut unterhalten.

Da mir das Theater an sich und das Ambiente dort gut gefallen hat, überlege ich nun, mir evtl. einmal ein Abo zu besorgen, das Theater bietet dafür verschiedene Variationen an….im aktuellen Programm habe ich auch schon mehrere Stücke entdeckt.

Aber mal sehen wie am darauf folgenden Sonntag, das Altonaer Theater auf mich wirkt…dann entscheide ich mich.

Theaterbesuch

Theaterbesuch

Das St.Pauli Theater in Hamburg hatte gestern die 1. Vorpremiere zum Stück „Heilig Abend“ und ich war mit meiner Kollegin dort.

Das Theater ist so richtig altmodisch im besten Sinne und damit strahlte es eine herrliche längst vergangen anmutende Erhabenheit aus. SO stelle ich mir einen Theatersaal vor.

Wir hatten Plätze im 2.Rang Mitte, haben das Geschehen auf der Bühne also von oben betrachtet, was der Sicht auf das Geschehen aber keinen Abbruch tat – wir konnten alles sehen.

Es war ein 2-Personenstück mit Barbara Auer und Johann von Bülow. Zwei Schauspieler die ich klasse finde und sie haben es klasse gemacht. Auch wenn ich den einen oder anderen abrupten Wutausbruch bei Johann von Bülow zu übertrieben fand…es klang zuuu gewollt in der gespielten Wut, ohne diese wirklich zu transportieren…aber das war nur am Anfang und ich bin kein geschulter Kritiker…lach.

Das Stück wurde in München bereits aufgeführt und man liest von „bejubelter Premiere“ und „begeistertem Publikum“. Also ich fand das sozial-kritische Stück am Anfang lustig was vor allem an Johann von Bülow lag…dann gab es phasenweisen einen sehr guten verbalen Schlagabtausch mit Barbara Auer…aber insgesamt blieb die gesamte Aufführung für meinen Geschmack  eher flach…viele aktuelle Themen wie Terrorismus und Flüchtlinge wurden zwar angesprochen…aber keines der Themen wurde tiefgründiger besprochen…da hätte ich mir ein paar Themen weniger gewünscht, aber mit emotionaler Tiefe…das hätte beiden Schauspielern auch zu mehr Glaubwürdigkeit in ihren Rollen verholfen.

Aber es waren unterhaltsame 80 Minuten…die wie im Fluge vergingen . Ohne Pause und ohne Verbeugung der Schauspieler am Ende, wie es uns vor Beginn des Stückes erläutert wurde.