Mein Körper hat mal wieder eine Weile gebraucht, um von „Sommer“ auf „Winter“ umzustellen….das hab ich eigentlich in jedem Jahr…sprich, am Anfang des Herbst ist mir immer unglaublich kalt…aber mein innerer Wärmeschalter hat sich jetzt endlich wieder eingepegelt.
Dabei hatte ich schon befürchtet, das ich durch die Gewichtsabnahme, dauerhaft eine Frostbeule sein könnte. Zum Glück nicht…und so empfinde ich es wieder als sehr angenehm, das es draußen kühl bis kalt ist…und ich es in der Wohnung, auch ohne Heizung, immer noch schön warm habe bei durchschnittlich 19-20 Grad.
Heute Morgen bin ich bei einer Außentemperatur von +1 Grad ins Himmelmoor gefahren. Meine Walkingrunde startete im Trüben und Nebel versperrte die Sicht in die Ferne.
Der Boden war ganz leicht gefroren, aber dann klarte sich der Himmel doch sehr schnell auf, die Sonne kam heraus und der Himmel war wolkenlos. Die Luft war herrlich klar und es war sehr still, bis auf die Gänse, die sich immer wieder über meinem Kopf sammelten und sich anschließend in der hintersten Ecke der Moorseen niederliessen:
Mit einem kleinen Schlenker durch ein Waldstück war ich dann am Ende länger unterwegs, als sonst hier.
Nach einer etwas größeren Runde als üblich, bin ich zufrieden und herrlich entspannt, wieder am Auto angekommen.
Schon die ganze Woche stieg mein Stresslevel, mit jedem Tag fühlte ich mich unwohler und Puls und Blutdruck stiegen (trotz der Tabletten) immer weiter an….ohhh man…warum hatte ich bloß zugesagt.
Ab Freitagmittag sollte unsere Firmen-Weihnachtsfeier stattfinden. Alle Kollegen aus den deutschen Standorten kommen zu uns nach Hamburg…inzwischen haben wir eine Größenordnung von fast 70 Mitarbeitern…zugesagt hatten knappe 60, einige Absagen aufgrund von Krankheiten und ich Idiot hatte mich in einem Anflug von emotionaler Entspanntheit, auch angemeldet.
Insgeheim suchte ich schon nach Ausreden und Möglichkeiten mich dem Fest zu entziehen…aber nein…das ging diesesmal einfach nicht…ich hatte zugesagt und krank war ich nun wirklich nicht…also okay…da muss ich jetzt durch.
Mit mehr als 50 Menschen am Freitag zu 3 verschiedenen „Stationen“ des Festes mit öffentlichen Verkehrsmitteln…und dann auch noch bei dem Streik der Lokführer, sorgte bei mir für einiges an zusätzlichem Stress.
Für Hamburg war angekündigt, das keine S-Bahnen fahren würden, dafür aber U-Bahnen und Busse – die Privatbahn AKN von und nach Quickborn fuhr auch nicht.
Treffpunkt war das Hamburger Büro, ich war morgens normal ins Büro gefahren und hab gearbeitet. Nach und nach trudelten alle Kollegen ein…und ich kenne immer noch nicht alle Gesichter + Namen. Mit den Meisten hab ich nur wenig zu tun (außer meiner ca. 1stündigen Online-Schulung, die alle neuen Kollegen von mir bekommen…das sind dann Gruppenschulungen in denen ich etwas präsentiere und erzähle – aber da lerne ich die Kollegen ja nicht wirklich kennen) …aber langsam werde ich besser …später dann die Ansprache vom Chef (gut gelungen) und dann der Aufbruch zur Bushaltestelle.
Ich hab es mir NICHT vorstellen können, das wir tatsächlich ALLE an den Landungsbrücken am Museumsschiff „Cap San Diego“ ankommen….aber tatsächlich hat es gut geklappt.
Es war etwas windig und diesig und damit auch kalt…der Schnee taute langsam und machte es oft rutschig. Auf dem Schiff teilten wir uns in 2 Gruppen, diejenigen die sich fürs Klettern entschieden hatten….wir anderen, die an einer Schnitzeljagd durch das Schiff teilnehmen wollten. Ich wollte eigentlich keines von Beiden und hoffte mich immer noch davor drücken zu können.
Kurz bevor ich mit der Schatzsucher-Gruppe startete, musste ich noch einmal auf die Toilette, dafür ging es zurück an Deck und traf dort auf die Nachzügler aus Brandenburg, die direkt zum Schiff gekommen waren… und die Dame am Eingang meinte dann, da geht`s zum Klettern und da geht`s zum Escape room.
ESCAPE-ROOM?!???????? ich dachte Schnitzeljagd….nein Escape-Room, meinte die Dame. NEIN -also das mache ich nicht…und hab mich spontan entschlossen an Deck zu bleiben und den Kletterern zuzuschauen. Hatte mich aber nicht mehr bei unserer „Reiseleiter“-Kollegin gemeldet…ich dachte, die sind schon rein und würden mich nicht vermissen. Bis ich dann irgendwann einen Anruf erhielt, wo ich den Bleiben würde… sie würden doch auf mich warten. MIST – das hatte ich nicht erwartet…sie klärte dann auch das Missverständnis…nein wir starten zwar in der Nähe des Escape-Rooms, aber es ist eine Schnitzeljagd….ich hab mich mehrfach aufrichtig für mein Fernbleiben entschuldigt…aber sie war zu Recht angesäuert, ich hätte sie auf jeden Fall informieren sollen – das war mein Fehler.
Ich hab dafür von den Kletterern einige Bilder gemacht und in unsere Chat-Gruppe gepostet….und hatte dadurch auch die Gelegenheit mich mit einigen Kollegen aus Leipzig und Marburg zu unterhalten, mit denen ich mich noch nie unterhalten habe….als wir uns im Bistro des Schiffes zu einem Punsch / Glühwein trafen. Nach knappen 3 Stunden waren alle Kletterer fertig und auch die Schatzsucher hatten sich ausgetobt…waren wir alle im Bistro und dann ging es weiter zum nächsten Programmpunkt….auf den Weihnachtsmarkt „Santa Pauli“…ist schon speziell hahaha:
Unsere gesamte Belegschaft wanderte zu Fuß zur Reeperbahn…es gab heiße Getränke und dann hatten wir ein paar Stunden Zeit in kleine Gruppen über den Weihnachtsmarkt zu bummeln…es war immer noch diesig, nass und kalt und den meisten Kollegen war es dann auch einfach zu lang bei dem Wetter draußen rumzustehen oder zu laufen…ich hab mich lange Zeit mit einigen anderen Kollegen in eine Ecke verzogen und wir haben uns gut unterhalten….irgendwann hatten alle kalte und nasse Füße und so liefen wir in unterschiedlichen Grüppchen entlang, über und um den Weihnachtsmarkt herum.
Bevor wir dann ENDLICH am Treffpunkt zusammenkamen, um gemeinsam ins portugiesische Viertel in ein echt tolles Restaurant, zu laufen…Und NEIN die hatten keinen Extra-Raum für uns, sondern wir saßen mitten im Restaurant und auch der Rest der Tische war mit anderen Gästen voll belegt…es war eng und vor allem war es mega laut….aber es gab tolles Essen und es war richtig klasse…wieder saßen wir bunt durcheinander und das hat mir sogar viel Spaß gemacht….ich hab mich später zu den Brandenburgern gesetzt und mich auch mit denen noch gut unterhalten….aber irgendwann klingelten meine Ohren und ich wurde auch müde.
Unser Biologe wollte kurz nach 22 Uhr aufbrechen und ich hab mich angeschlossen. Zusammen mit dem jungen Kollegen, der vor einem Monat zum ersten Mal Vater geworden ist, haben wir uns zu Dritt auf den Weg gemacht. Ich musste zurück zum Büro, mein Auto holen, der junge Kollege wohnt gleich um die Ecke…also brauchte keiner von uns alleine gehen….es war fast Mitternacht als ich zuhause ankam…
Es war dann doch ein besseres Fest, als vorher gedacht…und ich hab auch gut durchgehalten…war sogar richtig stolz auf mich, auch im engen, lauten Restaurant 3 Stunden ausgehalten zu haben…hab mich mit Vielen unterhalten, so das ich jetzt eine ganze Menge mehr Namen und Gesichter besser zusammen bringe…hab schöne kleine Erlebnisse gehabt, die mich auch stolz machen, weil es doch auch Kollegen gibt, die die Unterhaltung mit mir gesucht haben…da sind neue ungezwungene Kontakte gewachsen.
Also genau das, was so eine Firmenfeier auch soll: Kollegen in geselliger Runde miteinander zu verbinden, um das weitere Zusammenarbeiten zu vereinfachen.
Ich war aber auch richtig froh, als ich wieder in meinem Auto saß und nach Hause fahren konnte. Die Einladung meiner Schwester am Samstag doch auch nach Kiel zu kommen, habe ich dankend abgelehnt…neeee sorry, ich brauche Ruhe – muss mich jetzt erst einmal von der Weihnachtsfeier erholen.
Bei kühlem, windigem Sprühregen hab ich mich kurz nach Sonnenaufgang bei Bad Oldeslohe ins Brenner Moor begeben…obwohl es wirklich nur leichter Sprühregen war, fühlte es sich durch den Wind viel kälter an und so zog ich die Wollmütze immer tiefer über die Ohren….brrrrrr.
Aber ich wollte Laufen, ich wollte mich mich bewegen…also hab ich mich überwunden….und bin gelaufen. Das eigentliche Moor auf den Holzplanken zu durchqueren, ist relativ schnell gemacht (auch wenn die nassen Planken rutschig waren)…..
aber ich bin, wie schon bei meinem früheren Besuchen hier, einige Schleifen gelaufen ….und das Laufen ging richtig gut…hatte ich doch meine Dehnübungen für den Arm auch endlich mal wieder auf meinen Fuß ausgeweitet…..und prompt lief es wie am Schnürchen.
Das Wetter blieb trüb und so blieben auch die landschaftlichen Aussichten eher trübe, aber ich mag ja den morbiden Charme des Moores.
Ich bin fast stoisch ohne Pause gewandert….blieb innerlich ohne große Emotion….es ging heute bei mir nicht um das Genießen der Natur oder in der Natur, es ging ums Genießen der Bewegung…ich hatte das Bedürfnis mich einfach zügig fortzubewegen….und so waren es dann auch ziemlich genau 9,8 km als ich zwei Stunden später wieder am Auto an kam.
Erst später am Abend, bei einer weiteren Walking-Runde nach 22 Uhr, hab ich gemerkt, es ist Vollmond. Insgesamt hab ich also inclusive aller Putz-, Koch- und Aufräumaktionen fast 24.000 Schritte gemacht und dabei 17,3 km zurück gelegt.
Das der heutige Sonntag kein sonniger sein würde, war ja eigentlich klar…der Wetterbericht hat es vorhergesagt…aktuell sagt meine Wetter-App aber immer noch, es gibt heute noch 5 Sonnenstunden…hmmmm…ECHT?
Also unabhängig vom Wetter war ich bereits um 8 Uhr zu einem Ausflug in die weitere Umgebung aufgebrochen….ab durch den Elbtunnel – auf nach Finkenwerder.
Ausgangspunkt für meinen Sonntags-Ausflug zu Fuß war der Rüschpark….und als ich nach einer Weile am Fähranleger ankam, war mir klar…also beim nächsten Mal spare ich mir die Anreise über die A7 mit dem Auto und fahre einfach zur Elbchaussee / Teufelsbrücker Platz und nehme für 1,70 EUR die Fähre….das macht bestimmt mehr Spaß und geht eindeutig schneller…
Aber Schnelligkeit war ja heute auch gar nicht mein Ziel….es ging um einen ruhigen Ausflug am Morgen …und genau das war es …
Vom Rüschpark-Anleger hatte die diesige, trübe Sicht auf Hamburg sogar etwas faszinierend Entrücktes …und mit dem sanften Wind empfand ich die leichte Schwüle in der Luft nicht einmal als unangenehm…obwohl ich mit meiner Kleidung auf kühle frische Luft gesetzt hatte.
Insgesamt blieb mein Wander-Ausflug ohne große Höhepunkte…an den Yachthäfen vorbei, an Airbus vorbei, am Gorch Fock-Haus vorbei….durch alte Industrieanlagen….durch hübsche Schrebergärten…über nette Wege am Westerdeichgraben mit Pause in der Nähe einer riesigen Trauerweide….
Gut das ich immer auch einen Blick auf die Wege habe die ich entlang laufe, denn einer der vielen unbefestigten Wege war wohl eine Autobahn für Schnecken…zumindest war der Weg voll mit den kleinen Kriechern…sieht doch niedlich aus:
Mit knappen 7 km war es auch kaum mehr als ein Spaziergang, denn einer Wanderung ….aber immerhin hatte ich noch nicht gefrühstückt….hahaha und so zog es mich dann doch schon wieder nach Hause…