Eigenes Wert-System

Eigenes Wert-System

Zu meinem Tagesausflug gestern hatte ich mich erst relativ spät entschieden: immerhin liegt Jever gute 230km entfernt und das Wetter ist immer noch mit Regen und viel Wind beschäftigt…..aber gut – nur noch länge zuhause zubleiben, war ja nicht mein Plan.

Mit dem Blick auf die Wetter-Prognosen stand die Wahrscheinlichkeit das es in Jever auch mal aufhört mit dem Regen und evtl. sogar Sonnenschein geben könnte, nicht schlecht.

Also bin ich am Vormittag aufgebrochen….erst einmal durch den Elbtunnel, an Bremen vorbei, Richtung Oldenburg und dann weiter Richtung Küste. Es war zwar relativ voll auf den Straßen, aber immerhin floss der Verkehr ohne Probleme.

Während meiner Autofahrt reifte in mir ein kleiner Plan, den Ausflug zu verlängern, um auch der Fahr-Strecke gerecht zu werden, indem ich eine spontane Übernachtung ins Auge fasste….das hätte mir die Möglichkeit gegeben auch Wittmund, Leer oder Wilhelmshaven zu besuchen. (Wechselklamotten hatte ich eh eingepackt, wegen des Regens…dazu hatte ich die Reisezahnbürste und Tabletten in der Tasche)

Aber es scheiterte letztlich an einer preislich vernünftigen Übernachtungsmöglichkeit in und um meine Zielgebiete herum…wie schon vorher geschrieben, werden diese Orte an den Küsten und in relativer Küstennähe aktuell überrannt.

Jeder hat für sich sein eigenes inneres Wert-System.

Das ist das, was man bereit ist für eine Sache an Geld auszugeben. Dieses Wert-System ist für jeden anders…hängt ab vom eigenen Anspruch, den eigenen finanziellen Möglichkeiten und der Wertstellung der Dinge innerhalb des eigenen Lebens.

Wenn ich nicht gerade einen Wellness-Aufenthalt buche, hat eine Übernachtung im Hotel / Landgasthof / Ferienzimmer für mich keinen so großen Stellenwert…also bin ich auch nicht bereit, sehr viel Geld dafür auszugeben. Meine Wertstellung für die Möglichkeit einer reinen Übernachtung mit sauberem Bett und Dusche liegt daher zwischen 50-70 EUR für ein Einzelzimmer im ländlichen Bereich…..bis 80 EUR in einer Stadt.

Und dann hab ich gesehen, was aktuell im Bereich der Nordsee für Preise aufgerufen werden….Wenn denn überhaupt noch freie Zimmer zur Verfügung standen, lagen die meisten Zimmer bei 90 – 300 EUR pro Nacht….und es ging noch weiter rauf….oder wenn es mal ein Angebot innerhalb meiner Wert-Vorstellung gab, dann war es gleich grottig bewertet.

Angebot und Nachfrage….juuup – schon klar: die Nachfrage ist hoch – das Angebot bleibt überschaubar….ich verstehe, das die Preise steigen müssen, damit auch die Hoteliers und die Angestellten „überleben“ können….aber diese Preise passten einfach nicht in mein Wert-System.

Ich hab den frühen Abend dann noch in Hooksiel verbracht…bin schön durch das Örtchen und am alten Hafen entlang gelaufen und dann tatsächlich noch am gleichen Abend wieder nach Hause gefahren.

Leer, Emden, Wittmund und Wilhelmshaven besuche ich dann mal zu einem anderen Zeitpunkt….plane dann im Voraus auch die Übernachtungen….im Herbst ist bestimmt auch weniger los.

In Hooksiel gab es auch so schöne und ruhige Plätze wie diesen hier:

Auf der Bank rechts saß ich dann noch ein Weile und genoss die Ruhe … genauso wie die Enten ,die sich dort am Uferrand niederließen…die Köpfe unter dem Federkleid versteckend…

…bis eine Mutter mit kleinem Kind auf dem Arm, vorbeikam und, nur um das Kind zu belustigen, mit lauten Gejuchze zu und durch die ruhende Entengruppe lief, so das diese laut schnatternd aufgeschreckt das Weite in dem Kanal suchten…..das fand ich auch unpassend….um nicht zu sagen – unmöglich.

Wo wir übernachten

Eigentlich schade das mein Balkon im Hochpattere liegt….bei den aktuellen Temperaturen von immer noch 28 Grad (um 22.20 Uhr) hätte ich Lust auf dem Balkon zu übernachten….lach …so mit Isomatte und Schlafsack.

Es geht ein leichter Wind….ausserdem ist es heute absolut still (nanu – heute ist Mittwoch und keine Probe des Bläserchors…tztztztz- wie nachlässig).

Hmmm…neeee das kann  ich leider nicht machen…der Balkon ist ja direkt neben dem Hauseingang….wenn auch etwas geschützt…aber eben nicht vollständig… das traue ich mich aktuell nicht…trotzdem finde ich den Gedanken verlockend…

Isomatte, Schlafsack und ein Zelt liegen seit mehr als 10 Jahre ungenutzt in einer Truhe im Keller…ich müsste sowieso erst einmal prüfen ob die überhaupt noch nutzbar sind. Vielleicht haben sich ja die Motten dadurch gefressen.

Ich war nie ein großer Freund vom Camping. Das liegt wahrscheinlich daran weil sich meine Eltern während eines Camping-Urlaubs getrennt haben…und das war nicht nur ein normaler Streit, es war ein Drama was sich da abspielte…so etwas hinterlässt  Spuren.

Trotzdem gab es eine Zeit, da passte es ganz gut zu meinem Lebensstil  mit dem Schlafsack irgendwo zu übernachten, z.B. wennmeine Freundin aus Wolfhagen eingeladen hat und das ganze Haus voller Gäste war…jeder hat sein Schlafzeug mitgebracht und sich ein Plätzchen gesucht…das Haus war groß genug. Kennen gelernt hab ich sie als ich kurzfristig eine Nachmieterin für genau dieses Haus gesucht habe. So war ich später Gast in dem Haus, das vorher mein gemietetes Zuhause war…das war schon manchmal ein merkwürdiges Gefühl.

Oder als einer aus meiner Clique in einer Waldhütte im Sommer seinen Geburtstag gefeiert hat und wir  mit Schlafsäcken  rund um das Lagerfeuer sassen…zum Schlafen haben wir uns dann etwas verteilt…geschlafen hab ich dann  in meinem Auto auf dem zur Ladefläche umgebauten  Kofferraum (ich hatte zu der Zeit einen sehr hässlichen aber äußerst praktischen Kastenwagen).

 …und dann mit der Zeit waren der Schlafsack und das Zelt nur noch eine Erinnerung in einer Kiste. Das Leben lief weiter und ich hab Beides nicht mehr benutzt…aber aufgehoben.

Ich werde mal am Wochenende die Kiste inspizieren…Lach…vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Gelegenheit für eine etwas unkonventionelle Übernachtung…